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Genehmigung des Endberichtes der Planungsphase Null mit Flächenprogramm für den Bildungscampus Gallus und Kostenrahmenschätzung

Vorlagentyp: M

Beschlussvorschlag

  1. Dem folgenden Endbericht zur Planungsphase Null des Bildungscampus Gallus wird zugestimmt. Er dient der standortspezifischen Definition und Ausgestaltung von insgesamt acht Einrichtungen auf dem Areal Idsteiner/Schwalbacher/Krifteler Straße und Frankenallee zu einem Bildungscampus.
  2. Der funktionalen Verschränkung verschiedener Funktionsbausteine und Funktionszusammenhänge auf dem Bildungscampus Gallus und der räumlichen Öffnung zum Stadtteil wird zugestimmt.
  3. Den Flächenbedarfen und Raumprogrammen nach jeweiliger Zügigkeit, Gruppengröße und Anzahl der Besucherinnen und Besucher der acht Einrichtungen wird zugestimmt.
  4. Den Flächenanforderungen und Nutzungskonzepten Grün- und Freiraum wird zugestimmt.
  5. Die weitere Planung und Realisierung der Maßnahme erfolgt auf Grundlage der in der Planungsphase Null erarbeiteten Ergebnisse.
  6. An der weiteren Planung und Realisierung der Maßnahme werden die Einrichtungsträger, Schulleitungen und eine Vertretung der AG Bildungslandschaft Gallus beteiligt.
  7. Im Rahmen der Vergabeverordnung (VgV) für Architektenleistungen wird ein einstufiger Realisierungswettbewerb durchgeführt.
  8. Für die Auslobung des Architekturwettbewerbs ist der Endbericht der Planungshase Null Grundlage.
  9. Vergabe, Planung, Bau und Betrieb des Bildungscampus Gallus als Gesamtprojekt liegt in der Zuständigkeit des Dezernates V Bau und Immobilien, Reformprojekte, Bürgerservice und IT.
  10. Es dient zur Kenntnis, dass 10.1 der Bildungscampus Gallus ein Leitprojekt des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (iSTEK) Frankfurt 2030 ist. 10.2 im Kontext des iSTEK-Leitprojektes, innovative Nutzungskonzepte für Schulen, Kindertagesstätten und weitere Einrichtungen der sozialen Infrastruktur mit dem Ziel weiterentwickelt werden, Einrichtungen zu kombinieren, eine Mehrfachnutzung im Tagesgang zu ermöglichen und die Einrichtungen kompakter zu gestalten. 10.3 die hier vorgelegten Ergebnisse an der Schnittstelle zwischen Pädagogik und Raum belastbare quantitative und qualitative Maßgaben für die weitere Planung formulieren. Sie dienen als Grundlage für die weitere Planung und einen Architekturwettbewerb. 10.4 die Festlegungen in der Planungsphase Null im Zuge eines breitangelegten Planungsprozesses mit den Akteurinnen und Akteuren der acht Einrichtungen, aus der Bildungslandschaft Gallus, den verantwortlichen Ämtern und der Stadtteil-Öffentlichkeit im Zeitraum zwischen November 2017 und Juni 2018 durch ein erfahrenes Planungsbüro erarbeitet wurden. 10.5 im Rahmen der Planungsphase Null regelmäßig relevante Fragestellungen der Ämterrunde in den Entwicklungsprozess aufgenommen wurden. 10.6 die Festlegungen und Ergebnisse im Endbericht zur Phase Null von allen acht Einrichtungen gesichtet, ergänzt und abschließend zur Veröffentlichung freigegeben wurden. 10.7 die Flächenbudgets der Raumprogramme für die einzelnen Einrichtungen zugrunde gelegt wurden. 10.8 für die Paul-Hindemith-Schule das Flächenprogramm für eine Sechszügigkeit und für die Neue Gymnasiale Oberstufe das Flächenprogramm für eine Achtzügigkeit angewendet wurde. 10.9 für gemeinschaftlich genutzte Bereiche Synergien durch Zusammenführung von Flächen gebildet wurden. 10.10 die definierten Gesamtflächenbedarfe verbindlich sind und nicht überschritten werden. 10.11 mit Magistrats-Beschluss aus 2015 Planungsmittel in Höhe von 3.250.000 € freigegeben wurden. 10.12 die Haushaltsanmeldung der Baumittel für das Gesamtprojekt durch das Stadtschu- amt erfolgen wird. Über die Aufnahme von Mitteln zur Umsetzung des Projektes sowie die personellen und sächlichen Folgekosten ist im Rahmen der Aufstellung zukünftiger Haushalte und der jeweiligen mittelfristigen Finanzplanungen zu entscheiden. 10.13 der ermittelte Kostenrahmen der Definition einer verbindlichen Baukostenobergrenze (Kostengruppe 200 bis 600) im Wettbewerbsverfahren dient. 10.14 im Stadtentwicklungsbericht, in einem 5-jährigen Turnus, auch die Fortschritte und Erfahrungen zum iSTEK-Leitprojekt Bildungscampus Gallus dargestellt werden.

Begründung

A. Allgemeines

Der Bildungscampus Gallus umfasst das ca. 2,61 ha große Grundstück Idsteiner/Schwalbacher/Krifteler Straße und Frankenallee. Dort befinden sich die Paul-Hindemith-Schule (sechszügige integrierte Gesamtschule) mit Schulbibliothek und Sporthalle, die Stadtteilbibliothek, die Kinderzentren 128, 141 und 47, das Kinderhaus Gallus und das Jugendhaus im Gallus. Hinzu kommt die eigenständige Neue Gymnasiale Oberstufe (achtzügige gymnasiale Oberstufe). Mit dem iSTEK- Leitprojekt Bildungscampus Gallus werden die Themen Bildung und Stadtentwicklung zusammengeführt - dies im Bewusstsein, dass Bildung heute an den unterschiedlichsten Orten stattfindet. Die Stadtteile gewinnen in Bezug auf die Bildung der Menschen an Bedeutung - sie setzen den Rahmen für vielfältige Bildungsprozesse, werden selbst von solchen Prozessen geprägt. Mit dem "Bildungscampus Gallus" - an der Schnittstelle zwischen dem bodenständigen alteingesessenen Quartier und dem seit 2005 im Bau befindlichen Europaviertel - sollen anregende, inspirierende und auf die Bedürfnisse der Lernenden zugeschnittene Bildungsräume entstehen. Die Neustrukturierung des Gesamtareals soll genutzt werden, um einen in innenstadtnaher Lage entsprechenden urbanen und attraktiven Bildungsstandort zu schaffen, der sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für den Stadtteil Gallus einen stadträumlich-freiraumplanerischen und funktionalen Gewinn darstellt. Bis zum Jahr 2040 wird die Stadt Frankfurt am Main auf rund 830.000 Bewohnerinnen und Bewohner anwachsen. Dieser Zuwachs bedeutet mehr Menschen, mehr Arbeitsplätze, mehr Wohnungen - und er bedeutet auch einen deutlich vergrößerten Versorgungsauftrag in der Bildung. Der Bildungscampus Gallus erfüllt planerisch die Schulplatzbedarfe der Bildungsregion Mitte und ist konzeptionell Bestandteil der Bildungslandschaft Gallus. Das Gallus ist ein lebendiger Stadtteil, in dem sich vielfältige Interessensgruppen engagieren. Mit dem Bildungscampus und der neu hinzukommenden Gymnasialen Oberstufe soll das Gallus als Bildungsstandort gestärkt und um ein Bildungsangebot, welches zur Hochschulreife führt, ergänzt werden. Der Bildungscampus besteht aus zusammenhängenden Gebäuden oder Einrichtungen, die eine gemeinsame Idee haben. Jede Einrichtung auf dem Campus verfolgt ihren eigenen Auftrag und Zweck, doch besteht die Kraft und Einzigartigkeit aus dem Miteinander der Einrichtungen, aus ihrer Vernetzung und ihren Schnittmengen. Im Mittelpunkt stehen das Gemeinsame und die Bereitschaft zu teilen und gemeinsam Bildungsprozesse zu gestalten. Die verschiedenen Einrichtungen auf dem Bildungscampus ermöglichen einen Bildungsweg von der Kinderkrippe bis zur Hochschulreife. Das innovative Nutzungskonzept des Bildungscampus für Schulen, Kindertagesstätten, Stadtteilbibliothek, Kinderhaus und Jugendhaus wurde von den Beteiligten mit dem Ziel entwickelt, Funktionen der unterschiedlichen Einrichtungen zu kombinieren, eine Mehrfachnutzung im Tagesgang zu ermöglichen und die Einrichtungen kompakter zu gestalten. Schulhöfe und Freianlagen von Schulen sollen künftig als Ressource verstärkt auch den jeweiligen Stadtteilen zugutekommen. Wo immer möglich, sollen durch die gemeinsame Nutzung von Flächen und Räumen Überlagerungen und Synergien entstehen, die zu einer positiven zeitlichen und räumlichen Ausnutzung und damit zu einem Mehr an Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche beitragen. Ziel des Bildungscampus Gallus ist somit auch, vielfältige Räumlichkeiten zur Nutzung durch gemeinnützige Akteure aus dem Stadtteil, der sogenannten "Bildungslandschaft Gallus" und aus dem ganzen Stadtgebiet anzubieten. Das bedeutet, dass täglich auch viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Bildungscampus besuchen werden, die nicht einer der dort beheimateten Einrichtungen angehören. Als räumliche Ziele und übergeordnete Herausforderungen für den Bildungscampus Gallus wurden im Beteiligungsprozess folgende Punkte benannt: Einladende Adressen und Angebote formulieren, Einfache und klare Verbindungen schaffen, Qualitätsvolle Räume eröffnen, Erkennbarkeit und Unterscheidung öffentlicher und nichtöffentlicher Funktionsbereiche. Um das Gelände bestmöglich entwickeln zu können und neue Raumkonfigurationen zuzulassen, ist vom Abriss fast aller im Plangebiet befindlichen Gebäude auszugehen. Ausnahmen bilden das gründerzeitliche Schulgebäude der Paul-Hindemith-Schule, sowie das bereits sanierte Kinderzentrum 128. Bei der Nutzungsstruktur und Anordnung der Gebäude bzw. Einrichtungen auf dem Bildungscampus ist maßgeblich, dass die Anforderungen der einzelnen Funktionseinheiten an Adressbildung, Zugänglichkeit und zugeordnete Freiflächen sowie ihre Bezüge untereinander umgesetzt werden. Dabei spielt auch die Öffentlichkeitswirksamkeit der jeweiligen Einrichtung eine große Rolle. Die Umzugskette der Einrichtungen und die Aufwendungen für Übergangsmaßnahmen sollen in Zeit und Umfang günstig gestaltet werden, insbesondere im Hinblick auf ggf. benötigte sehr große Interimsflächen.

B. Finanzielle Auswirkungen

Eine additive und konventionelle Planung des Areals mit Sanierung, Erweiterung und Ausbau der acht Einrichtungen im Bestand mit den entsprechenden Mehrbedarfen und Mehrkosten für Flächen und Liegenschaften.

C. Personalwirtschaftliche Auswirkungen

Zwischen November 2017 und Juni 2018 wurde eine sogenannte "Phase Null" durchgeführt, in der gemeinsam mit allen Beteiligten die Grundlagen für eine städtebauliche und hochbaulich-freiraumplanerische Planung erarbeitet wurden. Ergebnisse des Prozesses sind, neben der Formulierung eines Leitbilds für den Campus, die Entwicklung der programmatischen und pädagogischen Zielsetzungen sowie ihre Übersetzung in komplexe Funktionszusammenhänge und detaillierte Raumprogramme. Dabei wurden sowohl spezifische Programme für jede Einrichtung auf dem Campus als auch Synergien zwischen den Einrichtungen herausgearbeitet. Im Rahmen dieses Prozesses wurden mit den Beteiligten vor Ort städtebauliche Szenarien erarbeitet, die unter Einbindung des Bestandes und der ermittelten Flächenbedarfe für die verschiedenen Nutzungen (Freiräume, Schulen, Kinderzentren, Sporthallen, Campusmanagement, Bibliothek, usw.) unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten in funktionaler und städtebaulicher Sicht aufzeigen. Für die Planungsphase Null bildeten die acht Einrichtungen Delegationen verantwortlicher Vertreter/-innen. Aufgrund der Komplexität des Bildungscampus Gallus und der angemessenen Beteiligung der Bildungslandschaft Gallus waren auch die verantwortlichen Ämter und die Stadtteil-Öffentlichkeit in den Planungsprozess eingebunden. Um alle Stimmen zu hören und größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, gliederte sich die Arbeit in der Planungsphase Null in drei Veranstaltungskonzepte, die zwischen November 2017 und Juni 2018 und mit einer breiten Methodenvielfalt zur Anwendung kamen. Die Ergebnisse der Planungsphase Null sind im vorliegenden Endbericht zusammengefasst, den alle acht Einrichtungen vorab zur Rückmeldung von Korrektur- und Ergänzungsbedarfe erhalten haben. Diese Rückmeldungen wurden in den Endbericht aufgenommen. Der finale und mit den acht Einrichtungen abgestimmte Endbericht ist Grundlage des vorliegenden Magistratsvortrags. Aus dem vorliegenden Endbericht zum Beteiligungsprozess sind zentrale Festlegungen und Ergebnisse der Planungsphase Null zum Bildungscampus Gallus wie folgt zusammengefasst.

D. Klimaschutz

Die Verrechnung der Planungsmittel in Höhe von 3.250.000 € erfolgt auf dem PSP-Element 5.007171. Die Haushaltsanmeldung der Baumittel wird zentral durch das Stadtschulamt erfolgen. Für die drei städtebaulichen Szenarien wurde auf Grundlage der hochbaulichen/freiräumlichen Definitionen im Endbericht ein Kostenrahmen ermittelt. Diese Kostenrahmenschätzung dient der Definition einer verbindlichen Baukostenobergrenze im Wettbewerbsverfahren. Für die jeweiligen Szenarien wurden in den Kostengruppen 300, 400, 500, 600 und 700 anhand von "Regelkostenkennwerten" der konzept- und nutzungsspezifische Kostenrahmen als "Baukasten" ermittelt/geschätzt bzw. nach Angaben des Amts für Bau und Immobilien (ABI) eingearbeitet und um die übergeordneten, konzeptunabhängigen Kostenkennwerte in der Kostengruppe 200 ergänzt. So wurde für die Kostengruppen 200, 300, 400, 500, 600 und 700 ein repräsentativer Kostenrahmen erarbeitet. Die weitestgehend flächengestützte Kostenrahmenschätzung führt insgesamt zu einem ähnlichen Kostenergebnis bei allen drei Szenarien. Die Umsetzung des Bildungscampus Gallus wird mit dem städtebaulichen Szenario 3 erfolgen. In der folgenden Übersicht sind die geschätzten Baukosten inkl. Zulagen in Höhe von 140.865.209 EUR für den Bildungscampus Gallus aufgeführt.

Beratungsverlauf 3 Sitzungen

Sitzung 46
OBR 1
TO I, TOP 37
Angenommen
Der Vorlage M 197 wird zugestimmt.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 46
Haupt- und Finanzausschusses
TO I, TOP 89
Angenommen
Der Vorlage M 197 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.
Zustimmung:
CDU SPD Grüne Linke FDP BFF FRAKTION ÖkoLinX-ARL
Ablehnung:
AFD Frankfurter
Sitzung 51
Stadtverordnetenversammlung
TO II, TOP 65
Angenommen
Der Vorlage M 197 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.
Zustimmung:
CDU SPD Grüne Linke FDP BFF FRAKTION ÖkoLinX-ARL
Ablehnung:
AFD Frankfurter

Verknüpfte Vorlagen