Konzeption „Prävention legaler Drogen“
Vorlagentyp: B
Inhalt
Bericht des Magistrats vom 15.01.2018, B 5
Betreff: Konzeption "Prävention legaler Drogen" Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 23.03.2017, § 1131 - E 99/10 GRÜNE, l. B 27/17 - Die Entwicklung einer Konzeption "Prävention nicht stoffgebundener Süchte und legaler Drogen", mit der das Drogenreferat mit dem Stadtverordnetenbeschluss zum E 99/2010 (§ 7831 vom 25.03.2010) beauftragt wurde, ist eine kontinuierliche Aufgabe, die das Ziel hat, möglichst sämtliche Zielgruppen mit präventiven Maßnahmen zu erreichen.
- Monitoring System Drogentrend (MoSyD) [1] Ein Modul des Monitoring System Drogentrends ist die jährliche repräsentative Befragung von 1.500 15- bis 18-jährigen Frankfurter Schülerinnen und Schülern. Seit Beginn der Befragung in 2002 ist ein Anstieg des Alters beim Erstkonsum von Alkohol, Tabak und Cannabis zu verzeichnen. Im Jahr 2016 ist das Durchschnittsalter beim Erstkonsum von Alkohol (2016: 14,0 Jahre; 2015: 13,8 Jahre; 2002: 12,9 Jahre), von Tabak (2016: 14,3 Jahre; 2015: 13,9 Jahre; 2002: 12,8 Jahre) und von Cannabis (2016: 15,0 Jahre; 2015: 14,9 Jahre; 2002: 14,5 Jahre) gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Relativ unverändert ist die Zahl derjenigen, die zeitweise oder dauerhaft abstinent leben: Aktuell haben 13 Prozent (2015: 12 Prozent) der Befragten noch niemals in ihrem Leben irgendeine legale oder illegale Droge genommen, das sind mehr als dreimal so viele wie 2002 (4 Prozent). Im letzten Monat haben 34 Prozent (2015: 35 Prozent) abstinent gelebt, das sind doppelt so viele wie 2002 (16 Prozent).
- Alkohol Nach wie vor ist Alkohol mit Abstand die am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz unter Frankfurter Jugendlichen. Der in den Vorjahren beobachtete Rückgang des Alkoholkonsums bei den befragten Jugendlichen hat sich nicht weiter fortgesetzt: Im letzten Monat vor der Befragung haben 59 Prozent (2015: 57 Prozent, 2002: 78 Prozent) der Befragten mindestens einmal Alkohol getrunken, 45 Prozent (2015: 41 Prozent, 2002: 48 Prozent) waren mindestens einmal betrunken und 5 Prozent (2015: 5 Prozent, 2002: 18 Prozent) haben mehr als 10-mal im letzten Monat Alkohol getrunken. Riskante Alkoholkonsummuster sind teilweise weiter zurückgegangen: Aktuell konsumieren 7 Prozent (2015: 8 Prozent, 2007: 13 Prozent) regelmäßig riskant und weitere 2 Prozent wie im Vorjahr (2015: 2 Prozent, 2007: 6 Prozent) exzessiv Alkohol. 2 Prozent haben im letzten Monat mehr als 20-mal - also nahezu täglich - Alkohol getrunken. 2010 waren es noch dreimal so viele. Bei denjenigen, die im letzten Monat so viel getrunken haben, dass es ihnen körperlich sehr schlecht ging oder dass sie bewusstlos waren ("Komatrinken"), ist mit 6 Prozent keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Um dem riskanten und exzessiven Alkoholkonsum Jugendlicher wirksam zu begegnen, wurden folgende Maßnahmen entwickelt bzw. weiterentwickelt: Hart am Limit (HaLT in Frankfurt) Das Projekt HaLT, das sich mit einem Beratungsangebot der Jugendberatung und Suchthilfe Am Merianplatz des Vereins JJ e.V. an Jugendliche richtet, die mit einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurden, wird in Frankfurt bereits seit Beginn des Bundesmodellprojektes im Jahr 2004 umgesetzt. Seit 2012 wird eine Wochenendrufbereitschaft umgesetzt, um möglichst viele junge Menschen noch in der Klinik aufzusuchen und die Situation möglichst zeitnah zu besprechen. Hauptangebot von HaLT ist das sogenannte Brückengespräch, ein Beratungsgespräch für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ergänzend wird ein Gespräch für Eltern angeboten. In den Krankenhäusern wird Jugendlichen und Eltern darüber hinaus Informationsmaterial in Form eines Flyers vom Krankenhauspersonal ausgehändigt, um so auch Jugendliche, die das Krankenhaus frühzeitig verlassen, zu erreichen. Der Flyer für Jugendliche und junge Erwachsene und der Flyer für Eltern wurden im Jahr 2017 neugestaltet. 6 Krankenhäuser beteiligen sich an der Umsetzung des Projekts. Es handelt sich um das Hospital zum Heiligen Geist, die Uni-Klinik, das Bürgerhospital, das Klinikum Höchst, das Elisabethenkrankenhaus und das Krankenhaus Sachsenhausen. Alkoholintoxikationen bei Jugendlichen und jungen Erwachsene bis einschließlich 21 Jahren, Fallzahlen 2010 bis 2016 nach Krankenhäusern Krankenhaus 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 Hospital zum Heiligen Geist 76 52 60 91 73 61 48 Uni-Klinik 65 80 77 68 104 76 76 Bürgerhospital 23 46 50 48 51 59 78 Krankenhaus Sachsenhausen 67 48 46 44 48 41 33 Klinikum Frankfurt Höchst 43 27 33 42 44 48 37 Elisabethenkrankenhaus 22 8 15 10 14 12 23 Nordwestkrankenhaus 22 24 21 16 14 11 6 St. Marienkrankenhaus 20 16 13 13 7 13 13 St. Markuskrankenhaus 7 7 7 10 7 11 5 St. Katharinen Krankenhaus 35 22 26 13 5 2 5 Clementine Kinderkrankenhaus 7 5 5 4 - 1 1 Gesamt 387 335 353 359 368 336 326 (Quelle: Rettungsdienststatistik 2016, Branddirektion / Krankenhauszuweisungsdaten 2016, Gesundheitsamt, Stadt Frankfurt) Insgesamt wurden in Frankfurt im Jahr 2016 387 Jugendliche und junge Erwachsene bis einschließlich 21 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, das sind 52 mehr als im Vorjahr. Dabei handelt es sich um 119 Minderjährige und 268 junge Volljährige. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Minderjährigen um 3 zurückgegangen und die der Volljährigen um 55 angestiegen. Alkoholintoxikationen nach Alter für die Jahre 2013 / 2014 / 2015 / 2016 (Quelle: Rettungsdienststatistik 2016, Branddirektion Stadt Frankfurt am Main) Im Jahr 2016 haben 66 Beratungsgespräche mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen stattgefunden. Von den 119 von einer Alkoholintoxikation betroffenen Jugendlichen haben 60 das Beratungsangebot wahrgenommen. D.h. jede/r zweite Jugendliche mit einer Alkoholintoxikation wird durch HaLT erreicht. Weitere 6 Personen waren volljährig. Das Durchschnittsalter der eingelieferten Jugendlichen liegt bei 15,8 Jahren. Für 57 Jugendliche war es die erste Klinikeinlieferung infolge einer Alkoholintoxikation. Der durchschnittliche Promillewert der Beratenen lag bei 1,7. Die meisten hatten Spirituosen konsumiert. Mit den Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, wurde im Brückengespräch gemeinsam erarbeitet, wie sie eine erneute Risikosituation vermeiden und ihre Trinkmenge besser im Blick behalten können. Gruppenangebot Im November 2015 startete die Jugendberatung und Suchthilfe Am Merianplatz im Rahmen des HaLT-Projekts ein Gruppenangebot zum Thema Alkohol für Jugendliche und junge Erwachsene. Im Jahr 2016 fanden zwei Kurse mit insgesamt acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 19,25 Jahre. Inhalte des Angebots waren Informationen zum Thema Alkohol und eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsummuster. Alice - Hart am Limit Das Projekt Alice - Hart am Limit wird in Frankfurt seit 2013 umgesetzt und arbeitet mit einem peer-to-peer-Ansatz. Hierbei sprechen Gleichaltrige Jugendliche mit einer Trinkabsicht im öffentlichen Raum an, um sie zu einem risikoarmen Alkoholkonsum zu motivieren. Im Jahr 2016 führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Alice-Projekts im Rahmen der Abiturfeier im Grüneburgpark ca. 80 Beratungsgespräche durch, auf dem Museumsuferfest ca. 143 und bei weiteren 4 Einsätzen im Grüneburgpark und am Mainufer ca. 63 Beratungsgespräche. Die Peers sind bezüglich des Verhaltens in Notfallsituation und Konfliktfällen und in Gesprächsführung geschult. Mit ihrer Unterstützung wird das Projekt laufend inhaltlich weiterentwickelt. Die starke Einbeziehung der Peers ist vor allem deswegen sinnvoll, da sie die Haltungen und Reaktionen der Gleichaltrigen gut einschätzen können. Kampagne zum Jugendschutz "voll nüchtern!" Das Informationsmaterial der Kampagne wird überarbeitet und auf einen Informationsflyer für Gewerbetreibende plus Aufkleber reduziert. Aktuell wird ein neues Verteilungskonzept für das Informationsmaterial erstellt. Fachstelle Prävention Die Fachstelle Prävention führt im Bereich Alkoholprävention das Alkoholplanspiel "Tom & Lisa", den "KlarSicht-Parcours" und interaktive Alkohol-Workshops zu Konsumverhalten, Wirkung und Folgen von Alkohol durch. Die Fachstelle Prävention hat im Jahr 2016 209 Schülerinnen und Schüler mit dem Planspiel "Tom & Lisa" erreicht. 181 Schülerinnen und Schüler haben an dem "KlarSicht-Parcours" teilgenommen.
- Tabak und E-Zigaretten Der Tabakkonsum unter Frankfurter Jugendlichen geht weiter zurück: Laut der MoSyD-Studie 2016 haben in den letzten 30 Tagen 39 Prozent Tabakprodukte geraucht (inklusive Shisha) (2002: 47 Prozent). 15 Prozent (2015: 17 Prozent; 2002: 36 Prozent) rauchen mindestens einmal täglich Zigaretten, 9 Prozent (2015: 11 Prozent, 2002: 25 Prozent) rauchen mehr als 5 Zigaretten täglich und 3 Prozent (2015: 2 Prozent, 2002: 3 Prozent) sind starke Raucherinnen und Raucher mit mehr als 20 Zigaretten täglich. 51 Prozent der 15- bis 18-Jährigen haben mindestens einmal in ihrem Leben E-Zigaretten oder E-Shisha konsumiert. Die 30-Tages-Prävalenz bei E-Produkten liegt bei 18 Prozent. Tabakprävention "Rauchfrei durch die Schule" Die Fachstelle Prävention hat 2016 begleitende Workshops zum Wettbewerb "Be smart - don't start" mit 26 Schülerinnen und Schüler zweier siebter Klassen der Schwanthalerschule (Hauptschule) durchgeführt. Mit 17 Schülerinnen und Schüler einer siebten Klasse der Sophienschule (Hauptschule) wurde im Rahmen des Biologieunterrichts ein Präventionsworkshop mit dem Schwerpunkt Tabak umgesetzt. Mit vier siebten Klassen der Robert-Koch-Realschule in Höchst fanden Workshops mit dem thematischen Schwerpunkt Rauchen und (E-)Shisha statt. Die Klassen hatten hierzu im Vorfeld bereits mit der jeweiligen Lehrkraft vorgearbeitet. Es nahmen insgesamt 95 Schülerinnen und Schüler an den vier Workshops teil. Insgesamt 138 Personen konnte die Fachstelle Prävention im Jahr 2016 mit Angeboten zur Nikotinprävention erreichen. Gegenüber dem Vorjahr ist mit direkten Angeboten zur Tabakprävention eine Zunahme von 55 Personen zu verzeichnen. In 25 weiteren Maßnahmen der Fachstelle wurde Tabak als spezifische Substanz ebenfalls behandelt. Dabei wurden 268 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und weitere 242 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Informationen zu Tabak versorgt. BE.U!-Webseite Auf der Informationsplattform BE.U! des Drogenreferats finden Jugendliche und Eltern vielfältige Informationen zu den Themen Rauchen, Shisha und E-Shisha. Die Webseite wurde aktuell neu gestaltet und für Suchmaschinen optimiert.
- "Legal Highs" - Neue psychoaktive Substanzen (NPS) Seit 2005 sind ca. 620 Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) in Europa aufgetaucht. Allein in 2016 wurden 66 NPS erstmals nachgewiesen. Das sind weniger als in den Vorjahren. Am weitesten verbreitet sind immer noch synthetische Cannabinoide, die eine ähnliche Wirkung wie THC haben und Cathinone, die eine ähnliche Wirkung wie Amphetamine haben. Seit einiger Zeit haben die Hersteller von NPS in zunehmendem Maße auch chronische und problematische Drogenkonsumierende als Zielgruppe. Es tauchen immer mehr synthetische Opioide und NPS auf, die als Ersatz für Benzodiazepine vermarktet werden. In 2016 gab es bundesweit 98 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von NPS, was eine Steigerung um 150% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Hierbei spielten vor allem synthetische Opioide und Stimulanzien eine Rolle, aber auch einzelne synthetische Cannabinoide wurden mit Todesfällen in Verbindung gebracht. Gesetzesänderung - das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) Mit dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), das im November 2016 in Kraft getreten ist, wurden erstmals in Deutschland ganze Stoffgruppen verboten. Dabei handelt es sich um synthetische Cannabinoide, Phenethylamine und Cathinone. Das NpSG ist parallel zum Betäubungsmittelgesetz (BtmG) ein zweites Gesetz, das den Umgang mit Drogen reguliert und verbietet. Der Erwerb und Besitz von NPS ist danach zwar verboten, soll allerdings nicht bestraft werden, es sei denn, die Substanzen wurden aus dem Ausland eingeführt. Hier unterscheidet sich das NpSG vom BtmG. Der Konsum von NPS ist unter Frankfurter Schülerinnen und Schülern laut der MoSyD-Studie 2016 unverändert: 6 Prozent der Befragten haben mindestens einmal im Leben Räuchermischungen probiert. Gegenüber dem Jahr 2010 (9 Prozent) zeigt sich aber weiterhin ein signifikanter Rückgang. Beim NPS-Konsum der Frankfurter Schülerinnen und Schüler handelt es sich fast ausnahmslos um Probierkonsum synthetischer Cannabinoide aus Neugierde. 1,6 Prozent der Befragten haben Räuchermischungen mehr als 5-mal im Leben genommen. Projekt www.legal-high-inhaltsstoffe.de Der Fortbestand des bundesweit einmaligen Online-Beratungsangebot www.legal-high-inhaltsstoffe.de von Basis e.V. ist seit 2016 durch Zuschüsse vom Bundesministerium für Gesundheit und kommunalisierte Landesmittel gewährleistet. In 2016 besuchten fast 42.000 Personen die Webseite, 113 Mal wurde die Online-Beratung und 115 Mal die E-Mail- oder Telefonberatung in Anspruch genommen.
- Medienkonsum und -sucht Die digitale Medienwelt entwickelt sich in großem Tempo weiter und parallel zu den technologischen Entwicklungen verändern sich auch die Computerspiele. Das aktuelle Schlagwort der Spielebranche und einer der bestimmenden Trends der Gamescom ist "Social Gaming". Die Hersteller setzen dabei vor allem auf Mehrspieler-Modi, die überwiegend über das Internet gespielt werden. Aktuell wird viel über die Virtual Reality (VR-)Brillen gesprochen. Im Freizeitbereich sind sie allerdings noch Zukunftsmusik, denn in der Gegenwart des Jahres 2017 fehlt es weiterhin an relevanter Software, die der immer noch sehr teuren Hardware zum Durchbruch verhelfen könnte. VR ist so etwas wie der ewige Trend, der nicht so recht vorankommen will. Nach einer repräsentativen Befragung von Bitkom Research besitzen erst 6% der Bundesbürger eine eigene VR-Brille, und nur jeder dritte Befragte gibt an, die Technologie künftig nutzen zu wollen. Nach Einschätzung von Experten hat sich der Einsatz von VR-Brillen im beruflichen Umfeld mittlerweile bewährt, als Spielzeug sind sie immer noch zu teuer und ihr Einsatz erfordert zu viel Aufwand, so dass davon auszugehen ist, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis sie sich - wenn überhaupt - als massentaugliches Spielzeug durchsetzen werden. Unverändert haben zwei Drittel der in MoSyD befragten Jugendlichen 2016 mindestens einmal im Monat Computerspiele gespielt. Dabei nehmen die Geschlechterunterschiede noch zu. Die männlichen Jugendlichen zeigen wie in den vorherigen Jahren deutlich mehr Lust am Spiel: 89 Prozent von ihnen geben an, regelmäßig Computerspiele zu spielen, wohingegen es bei den weiblichen Jugendlichen nur 37 Prozent sind. Insgesamt verbringen männliche Jugendliche mehr als sechsmal so viel Zeit mit Computerspielen (12,3 Stunden pro Woche) als weibliche Jugendliche (2,0 Stunden pro Woche). Ego Shooter und Sportspiele sind in der aktuellen MoSyD-Befragung mit Abstand die beliebtesten Computerspiele bei jungen Männern. Bei jungen Frauen sind es Jump'n'Run- und Geschicklichkeitsspiele. Das Internet-Fernsehen hat bei den Jugendlichen mittlerweile dem klassischen Fernsehen den Rang abgelaufen. Die Nutzung des Internet-Fernsehens liegt mit 7,8 Stunden pro Woche deutlich über der Zeit, die Jugendliche heute noch mit klassischem Fernsehen verbringen (2016: 5,4 Stunden; 2015: 5,8 Stunden pro Woche; 2008: 10,4 Stunden pro Woche). Bei der Nutzung von Internet-Angeboten liegt aktuell WhatsApp mit großem Abstand auf Platz eins, 95% nutzen es mindestens täglich. Auf dem zweiten Platz folgt YouTube (70% mind. tgl.), Instagram und Snapchat. Weit abgefallen ist Facebook, das nur noch von einem Drittel der Jugendlichen täglich genutzt wird. 43% haben gar keinen Facebook Account mehr. Fachstelle Prävention Die Fachstelle Prävention des Vereins Arbeits- und Erziehungshilfe bietet seit 2010 im Rahmen des Projektes "Digitale Medien im Kindesalter" Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher und Grundschullehrkräfte sowie Elternabende in Kitas und Grundschulen an. In 2016 wurden 33 Erzieherinnen und Erzieher fortgebildet. Außerdem hat die Fachstelle Prävention 4 Elternabende in Kitas und 5 jahrgangsübergreifende Elternabende an Grundschulen mit insgesamt 260 Eltern durchgeführt. In einer Schule wurde eine Vereinbarung zur Smartphone-Nutzung in Schule und Familienalltag initiiert und begleitet. In der Elternbildung wurde weiteren 52 Eltern Medienkompetenz vermittelt, 11 Tagesmütter wurden im Rahmen des Qualifizierungsprogramms für Tagespflegepersonen fortgebildet. Fachberatung für Verhaltenssucht Die Fachberatung für Verhaltenssucht der Jugendberatung und Suchthilfe Am Merianplatz des Vereins JJ e.V. hat in 2016 98 Personen mit Verhaltenssüchten beraten. Von den Ratsuchenden waren zwei Drittel männlich und ein Drittel weiblich. 70 Prozent der 263 Beratungskontakte entfielen auf exzessive Computerspiel- und Internetnutzung. Frauen suchten die Beratung vor allem wegen impulsivem Kaufverhalten auf, Männer wegen exzessivem Computer spielen.
- Glücksspiel In Frankfurt spielen laut der aktuellen MoSyD-Studie 9 Prozent (Höhepunkt 2010 mit 13 Prozent) der befragten Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren mindestens einmal pro Woche Glücksspiele um Geld, hier ist ein Rückgang um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Am häufigsten werden Online- und Sportwetten gespielt (5 Prozent). Das Spielen an Geldspielautomaten stagniert mit 4 Prozent seit 3 Jahren auf niedrigem Niveau, 2010 war es mit 7 Prozent noch die beliebteste Glücksspielart unter Jugendlichen. Fachdienst Frühintervention beim Glücksspiel Das Drogenreferat hat in Kooperation mit der Evangelischen Suchtberatungsstelle im Jahr 2013 ein neues Angebot zur Frühintervention beim Glücksspiel entwickelt. Der Fachdienst Frühintervention beim Glücksspiel ist seit November 2013 in Frankfurt aktiv. Das Projekt richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren, die bereits ein riskantes Glücksspielverhalten zeigen. Das Beratungsangebot des Fachdienstes Frühintervention Glücksspiel wurde im Jahr 2016 von 99 Personen genutzt. 75 davon waren selbst betroffene Jugendliche und junge Erwachsene und 24 waren Angehörige. Es wurden zudem Informations- und Projekteinheiten für Jugendliche und junge Erwachsene an Schulen und in Einrichtungen der Jugendhilfe durchgeführt. Im Jahr 2016 waren es 32 Präventionsangebote, die zum größten Teil in Berufsschulen und in Einrichtungen der Jugendberufshilfe stattfanden. Auch führt der Fachdienst Schulungen für Lehrkräfte und Fachkräfte der Jugendarbeit durch, um zur Früherkennung problematischen Spielverhaltens beizutragen. 2016 wurden 80 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zum Thema Früherkennung geschult. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Vernetzung und Kooperation des Fachdienstes Frühintervention mit der Fachstelle Prävention, mit Sucht- und Drogenberatungsstellen, der Jugendhilfe, verschiedenen Arbeitskreisen und Schulen. Ergänzend zur frühen Einzelfallhilfe bietet die Fachstelle Prävention Workshops zur Glücksspielprävention für Schulen oder Jugendgruppen an.
- Sucht im Alter Im Frühjahr 2017 hat das Drogenreferat gemeinsam mit dem Jugend- und Sozialamt eine Informationsbroschüre für Senioren und deren Angehörige mit Beratungs- und Hilfeangeboten in der Stadt Frankfurt am Main zum Thema Sucht im Alter veröffentlicht und in der Sucht- und Altenhilfe sowie bei Hausarztpraxen verteilt. Die erste Auflage von 5.000 Stück war nach wenigen Monaten vergriffen. Es wird nun eine weitere aktualisierte Version der Informationsbroschüre erstellt. Das Drogenreferat hat gemeinsam mit dem Jugend- und Sozialamt eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Schulungen der Altenhilfe zum Thema Sucht im Alter gegründet. An dieser Arbeitsgruppe nehmen neben dem Drogenreferat und dem Jugend- und Sozialamt die Stiftung Waldmühle (Innere Mission), die Evangelische Suchtberatung und der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe teil. Die Arbeitsgruppe hat Schulungskonzepte für den ambulanten und stationären Bereich der Altenhilfe entwickelt und diese Konzepte mit Unterstützung des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt. Diese Pilotphase wird nun ausgewertet. Ziel ist es, die unterschiedlichen Hilfesysteme besser zu vernetzen.
Beratungsverlauf 2 Sitzungen
Sitzung
18
Ausschusses für Soziales und Gesundheit
TO I, TOP 18
nicht auf TO Die Vorlage B 5 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)
Zustimmung:
CDU SPD Grüne AFD Linke FDP BFF
Ablehnung:
FRAKTION Frankfurter
Sitzung
44
Jugendhilfeausschusses
TO I, TOP 3
Die Vorlage B 5 dient zur Kenntnis. Beschlussausfertigung(en): § 2332,