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Konzeption „Prävention legaler Drogen“

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 06.09.2013, B 445

Betreff: Konzeption "Prävention legaler Drogen" Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 06.06.2013, § 3172 - E 99/10 GRÜNE, B 198/13 - Die Entwicklung einer Konzeption "Prävention nicht stoffgebundener Süchte und legaler Drogen", mit der das Drogenreferat mit dem Stadtverordnetenbeschluss zum E 99/2010 (§ 7831 vom 25.3.2010) beauftragt wurde, ist eine kontinuierliche Aufgabe, die das Ziel hat, möglichst sämtliche Zielgruppen mit präventiven Maßnahmen zu erreichen. Im Folgenden sind die Weiterentwicklungen dargestellt. I. Alkohol

  1. Welche kritischen Entwicklungen im Bereich der legalen Süchte und Drogen sind festzustellen? Im Mai 2013 ist die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland des Robert-Koch-Instituts erschienen, die auch repräsentative Daten zu riskantem Alkoholkonsum und zum Rauschtrinken in der bundesdeutschen Bevölkerung erhebt [1] . Befragt wurden insgesamt 7.591 18- bis 79-Jährige im Zeitraum von 2008 bis

  2. Risikokonsum wurde hierbei mit dem AUDIT-C-Fragebogen zum Selbstausfüllen festgestellt[2], in dem danach gefragt wird, wie oft und wie viel jemand trinkt. Von Rauschtrinken spricht man, wenn jemand 6 oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit, mindestens einmal im Monat oder häufiger trinkt. . Risikokonsum ist am häufigsten bei jüngeren Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren, in der Altersgruppe von 65 bis 79 Jahren am seltensten. Mit Blick auf die unterschiedlichen Geschlechter zeigt sich, dass bei Männern diese Konsumform häufiger vorkommt als bei Frauen und bei Frauen die Häufigkeit des Risikokonsums mit dem sozioökonomischen Status ansteigt. Auch das Rauschtrinken ist am häufigsten in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen, unabhängig vom Geschlecht, danach nimmt es mit zunehmendem Alter ab. Bei Männern kommt es dreimal so häufig vor wie bei Frauen. Die Teilnehmer wurden ebenfalls gefragt, ob sie in den letzten 12 Monaten in Ambulanzen oder Arztpraxen zum Alkoholkonsum beraten wurden. Die Beratungsquote von Risikokonsumenten und Rauschtrinkern ist in der Altersgruppe von 45 bis 64 Jahren am höchsten, obwohl diese Gruppe nicht am häufigsten von diesen Konsumformen betroffen ist. Dagegen fällt die Beratungsquote der 18- bis 29-Jährigen nur gering aus, obwohl diese Altersgruppe am häufigsten sowohl von Risikokonsum als auch von Rauschtrinken betroffen ist. In der Altersgruppe ab 65 Jahren waren die Fallzahlen zu gering, um sie sinnvoll auswerten zu können. Je höher der sozioökonomische Status, desto geringer fällt die Beratungsquote bei beiden Konsumformen aus. Aufgrund dieser Datenlage ziehen die Forscher das Fazit, dass Risikokonsum und Rauschtrinken insbesondere bei jungen Menschen und hierbei besonders bei jungen Männern sehr verbreitet sind. Hier bestehen deutliche Hinweise für eine zukünftige Entwicklung von alkoholassoziierten chronischen Erkrankungen und Alkoholabhängigkeit. In der ambulanten medizinischen Versorgung werden jüngere Menschen trotz dieser erhöhten Fallzahlen jedoch seltener beraten. Dieser Befund wird auch von einer Sonderauswertung im Rahmen des Jahresberichts der Deutschen Suchthilfestatistik 2010 zu jungen Menschen unter 25 Jahren im Suchthilfesystem gestützt[3]. Demnach ist Alkohol mit 26 Prozent nur die zweithäufigste Diagnose bei dieser Altersgruppe in den Beratungsstellen. Mit 43 Prozent am häufigsten werden junge Menschen mit der Hauptdiagnose Cannabis beraten oder behandelt. Opioide spielen in dieser Altersgruppe mit 11 Prozent noch keine so große Rolle. Diese Gewichtung verändert sich bei den Klienten im Alter von 25 bis 39 Jahren: hier steht an erster Stelle dann Alkohol mit 38 Prozent, gefolgt von Opioiden mit 31 Prozent. D.h. trotzdem riskante Alkoholkonsumformen bei jungen Menschen am häufigsten vorkommen, kommen diese selten sowohl in Ambulanzen und Arztpraxen als auch in Suchthilfeeinrichtungen an, um dort beraten werden zu können (vgl. hierzu auch die Ausführungen zu den Frankfurter Beratungsstellen im Magistratsbericht B 44). In einer weiteren Untersuchung über "Jugendliche Zugangswege zu alkoholischen Getränken"[4] wurden Hamburger Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren befragt, wie sie an Alkohol kommen. Von den 14- bis 15-jährigen Schülerinnen und Schülern, die noch keinen Alkohol kaufen dürfen, haben die meisten (39 Prozent) beim Alkoholkauf am Kiosk Erfolg gehabt, jedoch nur knapp gefolgt von den Supermärkten (35 Prozent), die demnach ebenfalls das Jugendschutzgesetz häufig nicht einhalten.

  3. Wie kann diesen wirksam entgegnet werden?

  4. Wie können Jugendliche und Erwachsene besser über die damit verbundenen Gefahren aufgeklärt werden?

  5. Welche Formen der Ansprache (z.B. Veranstaltungen) erreichen diese Menschen? Diese aktuellen Untersuchungsergebnisse stützen die für die Stadt Frankfurt gewählten Maßnahmen der Prävention und Frühintervention, die sich schwerpunktmäßig an Jugendliche und junge Erwachsene richten: Die Fachstelle Prävention hat ihre Angebote der universellen Prävention [5] erweitert durch einen "KlarSicht-Mitmach-Parcours zu Alkohol und Tabak" und Multiplikatorenschulungen (Trainer von Sportvereinen und Jugendleiter des THW) zum Thema "Alkohol und Jugendschutz". Außerdem hat sie auf dem Schüler/innenkongresses zum Thema "Jugend und Rausch" zwei Workshops zum Schwerpunkt "Alkohol" durchgeführt. An diesem Kongress, der vom Stadtschülerrat organisiert und vom Drogenreferat finanziell und inhaltlich unterstützt wurde, haben insgesamt 200 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. "Alice - Hart am Limit" Als Maßnahme der selektiven Prävention sprechen Peers des Projektes "Alice - Hart am Limit" Jugendliche in Parks (Günthersburg- und Grüneburgpark) an und geben ihnen Informationen zum Thema Alkohol. Ziel ist es, auf einen mündigen, kontrollierten und möglichst risikoarmen Konsum hinzuwirken. Die ersten Einsätze haben bereits stattgefunden und werden z. Z. ausgewertet. HaLT-reaktiv Das in Frankfurt seit Jahren durchgeführte Projekt der indizierten Prävention "HaLT" wendet sich an Jugendliche, die mit einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die positive Steigerung der Beratungsfallzahlen wurde bereits im vorangegangen Magistratsbericht B 198 ausführlich beschrieben. "voll nüchtern!" Die Kampagne "voll nüchtern!" wendet sich als verhältnispräventive Maßnahme an Kioskbesitzer und hält diese zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes an. Damit wird eine maßgebliche Abgabestelle von Alkohol an Jugendliche angesprochen. Mittlerweile unterstützen in Frankfurt 133 Kioske diese Kampagne. Neu eingesetzt - neben ausführlichem Informationsmaterial zu Jugend und Alkohol und den gesetzlichen Vorschriften - wird eine Alterskontrollscheibe, die den Kioskbesitzern die Errechnung des Alters erleichtern soll, um alkoholische Getränke nur altersgerecht abzugeben. Broschüre Suchtberatung und -selbsthilfe Anfang Mai 2013 ist eine neue Broschüre des Drogenreferats erschienen, die aktualisiert über die Anschriften und Angebote der städtisch geförderten Einrichtungen informiert, die bei Suchtproblemen in den Bereichen Alkohol, Medikamente, Nikotin und bei Verhaltenssüchten wie Glücksspiel- und Mediensucht Beratung und Unterstützung anbieten. Nachdem die Publikation an sämtliche Frankfurter Allgemeinmediziner, Internisten und Krankenhäuser mit einem Bestellhinweis versandt wurde, war die erste Auflage in Höhe von 2.000 Expl. innerhalb von 2 Wochen vergriffen. Auch viele städtische Ämter, Jobcenter und Privatpersonen haben die Broschüre angefordert. Sie ist mittlerweile nachgedruckt und kann wieder bestellt werden. II. Medien

  6. Welche kritischen Entwicklungen im Bereich Medien sind festzustellen? Anders als bei Drogen lässt sich eine kritische Entwicklung bei der Nutzung digitaler Medien nur schwer definieren, da sie inzwischen zum Alltag gehören. Zudem passiert ihre Nutzung oft "nebenbei". In der Schule sind sie unerlässliche Arbeitsmittel. Auch in der Freizeit bieten sie neue Möglichkeiten der Kommunikation, des Informationsaustausches und der Vernetzung.Ihre Risiken bestehen gleichzeitig auch im möglichen Kontrollverlust beim Spielen oder Surfen, in Datenmissbrauch, Cybermobbing oder in kinder- und jugendgefährdenden Inhalten . Die rasante technische Entwicklung der letzten Jahre führte zu einer zunehmenden Multifunktionalität der Nutzergeräte. So kann ein Smartphone heute fast alles: Es ist ein Telefon, ein Foto, ein Computer, ein Internetzugang, ein Tonbandgerät, ein Navigator, ein Radio, ein Organizer und vieles mehr. Die repräsentative Jim-Studie[6] (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest befragt jährlich ca. 1.200 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihrem Medienkonsum. Einzelne Ergebnisse: Geräteausstattung Mittlerweile gehören Computer/Laptop und Internetzugang in fast allen Haushalten, in denen Kinder und Jugendliche leben, zur Grundausstattung. Sehr viele Jugendliche verfügen über eigene Geräte: 96 Prozent besitzen ein Handy, 47 Prozent ein Smartphone und 34 Prozent haben dafür eine mobile Internetflatrate. Auch von den 12- bis 13-Jährigen besitzen bereits 28 Prozent ein Smartphone, bei den 18- bis 19-Jährigen sind es zwei Drittel. In ihrem Zimmer haben 9 von 10 einen Internetzugang, 8 von 10 einen eigenen Computer oder ein Laptop, 60 Prozent einen eigenen Fernseher. Bereits drei Viertel der 12- bis 13-Jährigen verfügen über einen eigenen Internetzugang in ihrem Zimmer. Bei der Geräteausstattung sind in den letzten Jahren kaum noch Veränderungen festzustellen. Ausnahme sind hier die Smartphones, die sich innerhalb von zwei Jahren rasant verbreitet haben: 2010 hatten 14 Prozent und 2011 25 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone. Jungen und Mädchen verfügen über die gleiche Geräteausstattung. Dabei spielt es keine Rolle, welche Schulform sie besuchen. Internetnutzung Fast die Hälfte der Zeit, die Jugendliche im Internet verbringen, entfällt auf kommunikative Tätigkeiten, in einem Viertel der Zeit beschäftigen sie sich mit Unterhaltung (Musik hören, Filme und Bilder ansehen), in 16 Prozent mit Spielen und in 15 Prozent mit Informationssuche. Facebook Facebook hat weltweit aktuell ca. eine Milliarde Nutzer. 81 Prozent der befragten Jugendlichen sind aktive Facebooknutzer. Das Smartphone als Alltagsbegleiter vieler Jugendlicher ermöglicht, Facebook auch unterwegs zu nutzen und Neuigkeiten aus der Community zu erfahren. 41 Prozent der Facebooknutzer machen mittlerweile davon Gebrauch. Der Zugang zu Facebook zählt zu den wichtigsten Apps, die Jugendliche auf ihrem Handy installiert haben. Computer-Spiele 42 Prozent der Jugendlichen spielen Computerspiele täglich bis mehrmals pro Woche. Dabei spielen die männlichen Jugendlichen (63 Prozent) deutlich häufiger als die weiblichen (20 Prozent). Mit steigendem Alter verlieren Computerspiele an Bedeutung. Die Nutzung von Onlinespielen nimmt zu.

  7. Wie kann diesen wirksam entgegnet werden?

  8. Wie können Jugendliche und Erwachsene besser über die damit verbundenen Gefahren aufgeklärt werden?

  9. Welche Formen der Ansprache (z.B. Veranstaltungen) erreichen diese Menschen? Prävention im Bereich Medien heißt, Medienkompetenz an alle zu vermitteln, die Kinder und Jugendliche erziehen oder mit ihnen arbeiten. Das bedeutet, dass vor allem Eltern, Erzieherinnen und Lehrkräfte die Zielgruppen der Prävention sind. Für die Stadt Frankfurt gibt der vom Magistrat 2010 verabschiedeten Rahmenplan "Stadtweite Präventionsinitiative Medienkonsum und -sucht" (M159-2010) wichtige Empfehlungen dazu. Fachgespräch Mediennutzung Jugendlicher Das Drogenreferat hat am 04.07.2013 ein Fachgespräch mit anschließender Diskussion zum Thema "Mobil ins Netz - Mediennutzung und Kommunikation Jugendlicher" veranstaltet. Die Referentin Frau Dr. Beranek veranschaulichte den typischen Tagesablauf von Jugendlichen im Onlinemodus und informierte über die aktuellen Entwicklungen. Teilnehmende waren 18 Fachkräfte aus Drogenhilfe, Jugendhilfe, Suchtprävention und Schule. Abschließend wünschten sie sich, Fachgespräche in regelmäßigen Abständen anzubieten, um immer wieder aktuelle Einblicke in die schnelllebigen Veränderungen der digitalen Medien zu gewinnen. III. Glücksspiel

  10. Welche kritischen Entwicklungen im Bereich der legalen Süchte und Drogen sind festzustellen? Eine 2012 veröffentlichte Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt die Entwicklungen im Bereich riskantes Glücksspiel [7] . Bei den Jugendlichen zeigt sich ein signifikanter Anstieg um 7,3 Prozent bei der Frage, ob sie im letzten Jahr Glücksspiele gespielt haben (2009: 24,2 %; 2011: 31,5 %). Bei allen anderen Altersgruppen ist hier dagegen ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Problematisch ist auch, dass Jüngere beim Glücksspiel eher Fehleinschätzungen unterliegen: Sie glauben häufiger, das Spiel kontrollieren oder Glückssträhnen erkennen zu können. Häufigste Glücksspiele 2011 der 16- und 17-Jährigen: (12-Monats-Prävalenzen) Gesamt Jungen Mädchen Sofortlotterien[8] 15,6 % 14,7 % 16,6 % Priv. Glücksspiel 12,1 % 18,1 % 5,9 % Poker (Spielortübergreifend) 9,2 % 13,5 % 4,6 % Geldspielautomaten 4,5 % 6,8 % 2,2 % Sportwetten insgesamt 4,3 % 5,2 % 3,3 % Bei der Teilnahme an Sofortlotterien, dem bei Jugendlichen aktuell beliebtesten Glücksspiel, hat sich sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen ihr Anteil im Vergleich zu 2009 fast verdoppelt. Geldspielautomaten, männliche Jugendliche und junge Erwachsene: (12-Monats-Prävalenzen) 2007 2009 2011 16 und 17 Jahre 4,3 % 3,8 % 6,8 % 18 bis 20 Jahre 5,8 % 15,3 % 19,5 % 21 bis 25 Jahre 5,1 % 9,0 % 11,5 % Auch beim Spielen an Geldautomaten sind insbesondere bei den männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutliche Steigerungsraten festzustellen. Am häufigsten betroffen ist hier die Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen. Haß et al. haben bei der Interpretation dieser Daten besonderes Augenmerk auf die Gruppe der Problemspieler gelegt[9] . Unter diesen finden sich im Vergleich zu den Nicht-Problemspielern signifikant häufiger:
    - männliche Personen (67,2 % vs. 55,6 %), - bis 25-Jährige (30,1 % vs. 14,0 %), - Personen mit niedrigem Bildungsabschluss (52,5 % vs. 38,3 %), - Personen mit Migrationshintergrund (42,6 % vs. 14,6 %) und - Arbeitslose (11,8 % vs. 4,5 %). Deshalb kann man zusammenfassen, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen problematischem oder pathologischem Glücksspiel und männlichem Geschlecht, jungem Lebensalter, niedrigem Bildungsabschluss, Arbeitslosigkeit und einem Migrationshintergrund besteht. Die Forscher haben die folgenden Spiele als besonders problematisch eingestuft, weil sie die höchsten Problemspieleranteile haben: - Internet-Casinospiele (11,7 %) - Kleines Spiel in der Spielbank (11,5 %) - Geldspielautomaten (10,2 %) - Sportwetten (7,2 %) Als risikoreich für das Auftreten von Problemspielverhalten werden Automatenspielen und Sportwetten bewertet. Bei diesen Spielen haben Jugendliche höhere Nutzungsquoten als Erwachsene. Bei den Geldspielautomaten haben sich die 12-Monats-Prävalenzen gegenüber 2007 bei den männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutlich erhöht; es ist von einer anhaltenden oder weiter zunehmenden Attraktivität dieser Glücksspielform für diese Personengruppe auszugehen. Aufgrund der vorliegenden Daten muss ein besonderes Augenmerk auf - das Spielen an Geldspielautomaten, - Internet-Casinospiele, besonders dem für Jugendliche attraktiven Online-Poker und - Sportwetten gerichtet sein. Die Forscher sehen weiteren Forschungsbedarf zum Internet als Glücksspielort, dessen Attraktivität voraussichtlich weiter zunimmt.

  11. Wie kann diesen wirksam entgegnet werden?

  12. Wie können Jugendliche und Erwachsene besser über die damit verbundenen Gefahren aufgeklärt werden?

  13. Welche Formen der Ansprache (z.B. Veranstaltungen) erreichen diese Menschen? In Kooperation mit zwei Frankfurter Trägern erarbeitet das Drogenreferat derzeit erste konzeptionelle Überlegungen zu einem Pilot-Projekt, das sich an jüngere Glücksspieler wendet. Im Rahmen der Frühintervention soll die Zielgruppe, die bereits ein riskantes Glücksspielverhalten zeigt, durch aufsuchende Arbeit etwa in Jugendhäusern und Kultur- und Sportvereinen angesprochen werden. Es ist geplant, diese Geh-Struktur des Angebots durch ein Online-Angebot zu ergänzen, das Jugendliche und junge Erwachsene über die Risiken des Glücksspiels informiert und ein Online-Beratungsangebot bereitstellt. Ergänzt werden soll das Pilot-Projekt durch präventive Angebote für Schulen. IV. Sucht im Alter

  14. Welche kritischen Entwicklungen im Bereich der legalen Süchte und Drogen sind festzustellen? Eine im Jahr 2012 veröffentlichte bundesweite repräsentative Befragung in ambulanten und vollstationären Altenpflegeeinrichtungen gibt Aufschluss darüber, wie viele ältere Menschen von einem problematischen Alkohol- und Arzneimittelmissbrauch betroffen sind und wie in den Einrichtungen mit diesem Problem umgegangen wird [10]. Insgesamt konnten knapp tausend Fragebögen ausgewertet werden. Sowohl die stationären als auch die ambulanten Einrichtungen schätzen, dass 14 Prozent der älteren Menschen ein Suchtproblem haben. Hierbei ist der Männeranteil mit 61 Prozent bei Alkoholproblemen signifikant höher, bei Medikamentenmissbrauch überwiegen die Frauen mit 73 Prozent. Die Einschätzung des Pflegepersonals, ob ein Suchtproblem vorliegt, wurde mit der ärztlichen Diagnose verglichen. Sie liegt beim Pflegepersonal in beiden Betreuungsformen signifikant höher. Stellen Altenpflegeeinrichtungen Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch fest, ziehen sie am häufigsten einen Arzt hinzu (in 97 % der stationären und 92,3 % der ambulanten Einrichtungen), am seltensten nehmen sie Kontakt zum Suchthilfesystem auf (in 19,2 % der stationären und in 18,6 % der ambulanten Einrichtungen). Nur ein Viertel der Einrichtungen hält ihr Personal für gut genug ausgebildet, um bei Suchtproblemen angemessen helfen zu können. Zwei Drittel der Einrichtungen geben an, über keine festgelegten Konzepte zur Versorgung von älteren Menschen mit Suchtproblemen zu verfügen, aber nur ein Drittel gab an, Unterstützung bei der Entwicklung solcher Konzepte zu benötigen. Vor allem die ambulanten Einrichtungen gaben an, zu wenig Zeit zu haben, um sich angemessen um die Suchtprobleme kümmern zu können. Das Suchthilfesystem als Möglichkeit, Hilfe für die Betreuten zu bekommen und Verantwortung abzugeben, wird nicht wahrgenommen und/oder nicht genutzt. Die Autoren ziehen das Fazit, dass eine Kooperation von Altenhilfe und Suchthilfe ein wesentlicher Faktor ist, um alte Menschen adäquat zu behandeln und das Pflegepersonal nicht zu überlasten.

  15. Wie kann diesen wirksam entgegnet werden?

  16. Wie können Jugendliche und Erwachsene besser über die damit verbundenen Gefahren aufgeklärt werden?

  17. Welche Formen der Ansprache (z.B. Veranstaltungen) erreichen diese Menschen? Das Drogenreferat und das Jugend- und Sozialamt sind in der Vorplanung eines World-Cafés zum Thema Sucht im Alter. Ein erstes Planungstreffen hat stattgefunden. V. Weitere aktuelle Maßnahmen Zusammenarbeit Frankfurter Drogen- und Suchtberatungsstellen Am

  18. April 2013 hat das

  19. Treffen der Drogen- und Suchtberatungsstellen stattgefunden. Die Teilnehmer haben für die weitere Kooperation verschiedene Vorschläge gesammelt, die von der Veranstaltung eines gemeinsamen Fachtages über einen Tag der offenen Tür bis zur Nutzung neuer sozialer Medien und der Kooperation mit Ärzten reichen. Kampagne BE.U! Im April ist die neue Elternseite der Kampagne BE.U! online gegangen. www.be-u-online.de ist eine Informationsplattform, die Jugendliche und Eltern über alle Fragen rund um Alkohol, Drogen, Doping, Medienkonsum oder Glücksspiel informiert. BE.U! will jungen Menschen durch sachliche Informationen - weg von den Mythen hin zu den Fakten - Risikobewusstsein vermitteln und ihnen dabei helfen, eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können, welches Risiko sie eingehen wollen. Zudem will sie Eltern dabei unterstützen, ihren Kindern im Umgang mit Risiken hilfreich zur Seite stehen zu können. Eltern finden hier Informationen zu psychoaktiven Substanzen und erhalten Verhaltens- und Erziehungstipps sowie Adressen und Links für Beratungsangebote und Hilfen zu aktuellen suchtpräventiven Themen. Aktuell gibt es fast 30.000 Zugriffe pro Monat auf BE.U!. Die neue Seite wurde im April 2013 mit einer Plakataktion in den U-Bahnen beworben. Kampagne "Check wer fährt - Kein Alkohol, Medikamente und Drogen im Straßenverkehr" Die Jugendseite des RMV www.mainmove.de konnte als neuer Kooperationspartner für die Kampagne "Check wer fährt!" gewonnen werden. Neben einem auf www.mainmove.de veröffentlichten Artikel über die Kampagne hat Mainmove ein Gewinnspiel durchgeführt, bei dem Jugendliche mit darüber entscheiden durften, wie die Titelseite der neuen "Check wer fährt!"-Broschüre aussehen soll. Die Zusammenarbeit soll fortgesetzt werden. Der nächste Bericht wird im Oktober 2014 vorgelegt.