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Konzeption „Prävention legaler Drogen“

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 22.06.2012, B 282

Betreff: Konzeption "Prävention legaler Drogen" Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 29.03.2012, § 1407 - E 99/10 GRÜNE, B 44/12 - Zwischenbericht: Die Entwicklung einer Konzeption "Prävention nicht stoffgebundener Süchte und legaler Drogen", mit der das Drogenreferat mit dem Stadtverordnetenbeschluss zum E 99/2010 (§ 7831 vom 25.3.2010) beauftragt wurde, ist eine kontinuierliche Aufgabe, die das Ziel hat, möglichst sämtliche Zielgruppen mit präventiven Maßnahmen zu erreichen. In den folgenden Bereichen fanden Weiterentwicklungen statt:

  1. Alkohol Für den Bereich Alkohol wurden im Rahmen des Projektes HaLT aktuelle Daten der Rettungsdienststatistik für das Jahr 2011 ausgewertet. Die absolute Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis einschließlich 21 Jahre hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht (2010: 326; 2011: 336). Bzgl. der Alterssplittung sind 2011 die Fallzahlen bei den 19- und 21-Jährigen am höchsten (2010: 18- und 20-Jährige). Insofern wird der Ansatz, auch junge Erwachsene in das Projekt HaLT einzubeziehen, durch die aktuellen Zahlen gestützt. Vergleich: Alkoholintoxikationen 2010/2011 altersgesplittet 2010 2010 2011 2011 Alter Anzahl Prozentualer Anteil Anzahl Prozentualer Anteil 9 Jahre 1 0,31% - - 10 Jahre 10 3,07% - - 11 Jahre 5 1,53% 7 2,08% 12 Jahre 6 1,84% 4 1,19% 13 Jahre 8 2,45% 3 0,89% 14 Jahre 10 3,07% 9 2,68% 15 Jahre 23 7,06% 30 8,93% 16 Jahre 28 8,59% 29 8,63% 17 Jahre 46 14,11% 43 12,80% 18 Jahre 52 15,95% 50 14,88% 19 Jahre 40 12,27% 57 16,96% 20 Jahre 56 17,18% 45 13,39% 21 Jahre 41 12,58% 59 17,56% gesamt 326 100% 336 100% (Quelle: Rettungsdienststatistik Stadt Frankfurt) Vergleich Alkoholintoxikationen 2010/2011 nach Krankenhäusern Fallzahlen für Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahren Krankenhaus 2010 2011 Uni-Klinik 76 76 Hospital zum Heiligen Geist 48 61 Bürgerhospital 78 59 Klinikum Frankfurt Höchst 37 48 Krankenhaus Sachsenhausen 33 41 St. Marienkrankenhaus 13 13 Elisabethenkrankenhaus 23 12 Nordwestkrankenhaus 6 11 St. Markuskrankenhaus 5 11 St. Katharinen Krankenhaus 5 2 Clementine Kinderkrankenhaus 1 1 Klinikum Hanau - 1 Städtische Klinik Offenbach 1 - Gesamt 326 336 (Quelle: Rettungsdienststatistik Stadt Frankfurt) Im Bereich der Verhältnisprävention fand am 15.3.2012 die Auftaktveranstaltung der Kampagne "voll nüchtern!" im Haus am Dom statt. Ca. 80 Personen haben teilgenommen, die Presseberichterstattung war umfangreich. Mit dieser Auftaktveranstaltung hat die Umsetzung der Kampagne begonnen. Die Adressaten der Kampagne - zunächst Kiosk- und Tankstellenbesitzer - sollen von der Stadtpolizei und den Regionalräten persönlich angesprochen werden und mittels der erstellten Broschüre über die Kampagne informiert und motiviert werden, das Jugendschutzgesetz bei der Abgabe von Alkohol an Jugendliche einzuhalten. Nachfolgend werden die Weiterentwicklungen in den Bereichen Medienkonsum und -sucht, Research Chemicals und der Webseite BE.U! für den Zeitraum ab 2011 wiedergegeben:

  2. Medienkonsum und -sucht Die Einzelmaßnahmen des Rahmenplans " Stadtweite Präventionsinitiative Medienkonsum und -sucht" (M 159-2010) wurden seit dem Magistratsbericht B 20 weiter fortgeschrieben und ausdifferenziert. Im Rahmen des Projektes "Neue Medien im Kindesalter" der Fachstelle Prävention wurden in 2011 mehr als 500 Eltern über Elternabende in Kindertagesstätten und Grundschulen zum Thema Medien informiert und 84 Mitarbeitende aus Kindertagesstätten und Horten und Lehrkräfte aus Grundschulen in 2-tägigen Fortbildungen weiterqualifiziert. 2011 wurde ein Leitfaden zur Durchführung von Elternabenden in Kindertagesstätten und Horten entwickelt, damit diese auch in Eigenregie Elternabende zum Thema Medien durchführen können. Im Mai 2011 war das Drogenreferat zu einer Experten-Anhörung im Hessischen Landtag zum Thema Jugendmedienschutz geladen, um dort den Rahmenplan vorzustellen. Der Rahmenplan fand positive Resonanz. Begründet wurde dies damit, dass er sich nicht auf singuläre Angebote beschränkt, sondern beschreibt, wie Medienkompetenz flächendeckend und vernetzt gefördert werden kann.

  3. Research Chemical - "Legal Highs" Die Zahl neuer psychoaktiver Substanzen, sogenannter "Legal Highs", die nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, hat sich seit dem Verbot der Räuchermischung "Spice" potenziert. Zur Information der Frankfurter Drogenhilfe, Jugendhilfe und Schulen wurde im November 2011 der Fachtag "Research Chemicals - Informationen zu Legal Highs" durchgeführt, der mit mehr als 100 Teilnehmenden auf großes Interesse gestoßen ist. Veranstalter war das Drogenreferat in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jugend, Drogen und Suchtprävention. Um den weiterhin großen Informationsbedarf von Lehrkräften und anderen Multiplikatoren zu decken, hat das Drogenreferat das Faltblatt "Informationen zu Legal Highs" entwickelt. Das Drogenreferat arbeitet als Associate Partner in dem im Januar 2011 begonnenen EU-Projekt "Spice and synthetic Cannabinoids" mit. Ziel ist es, die Nachfolgeprodukte von "Spice" auf ihre tatsächlichen Inhaltsstoffe und toxikologischen Wirkungen zu untersuchen und Präventionsempfehlungen zu erarbeiten. Diese werden auf einer internationalen "Spice"-Konferenz am

  4. und

  5. September 2012 in Frankfurt der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Im April wurde die Fortsetzung des Projektes "Spice II plus" in 2013-2014 mit Schwerpunktsetzung auf der Internet-basierten Prävention und der sozialwissenschaftlichen Analyse des Phänomens bei der EU von der Universität Freiburg beantragt. Basis e.V. hat in Kooperation mit dem Drogenreferat das Onlineportal www.legal-high-inhaltstoffe.de entwickelt, auf der auch die Ergebnisse des EU-Projektes veröffentlicht werden. Die bundesweit einmalige Webseite will Konsumenten von "Legal Highs" über die Risiken informieren und bietet eine anonyme Email-Beratung an. Die Webseite wird im Schnitt täglich von 150 Personen besucht. Auch dies zeigt, wie groß der Bedarf an Informationen zu diesem Thema ist.

  6. Webseite BE.U! Die Webseite zur Kampagne BE.U! wird aktuell grafisch und inhaltlich überarbeitet und um verschiedene neue Themen - Alkohol, Tabak, Glücksspiel und Legal High - ergänzt. Die aktualisierte Jugendseite ist bereits online, die Seiten für Eltern und Multiplikatoren werden es im Laufe des Jahres sein. Die ursprüngliche Kreativseite für Jugendliche wurde durch BE.BLOGGY ersetzt, einen Blog, der Kreatives, Witziges und Nachdenkliches zu den Themen legale und illegale Drogen, Anabolika, Medien und Glücksspiel sammelt und kommentiert.