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Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 02.11.2012, B 473

Betreff: Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 31.05.2012, § 1746 Ziff. III.3. - NR 296/12 CDU und GRÜNE, l. B 190/12 - Bericht zur Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung für das Jahr 2011 Inhalt

  1. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vorbemerkung.

  2. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einleitung. 2.2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahr


  3. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fördermaßnahmen der Stadt Frankfurt am Main . 3.1 . . . . . . . Jugendberufshilfe und Beschäftigungsförderung durch das Jugend- und Sozialamt 3.2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beschäftigungsförderung durch das Frauenreferat 3.3 . . Angebote zur vertieften beruflichen Orientierung an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen durch das Stadtschulamt 3.4 . . . . . . . . . . . . . . . . . Beschäftigungsförderung durch die städtische Wirtschaftsförderung

  4. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schlussbemerkungen.

  5. Vorbemerkung Der hier erstmals vorgelegte "Bericht zur Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung" fasst verschiedene Themen zusammen, über die bislang getrennt berichtet wurde. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Stadtverordnetenversammlung am 31.05.2012 (§ 1746). Einer der Vorgängerberichte behandelt die Wohnsituation der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und Grundsicherung nach dem SGB XII. Da in dieser Thematik zuletzt vor wenigen Monaten berichtet wurde (vgl. B 190 vom 27.04.2012) wird dieses Thema erst wieder im nächsten Bericht zur Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt und zur kommunalen Beschäftigungsförderung für das Jahr 2012 aufgegriffen. Dieser Bericht behandelt die Aktivitäten des Jugend- und Sozialamtes, des Frauenreferates, des Stadtschulamtes und der Wirtschaftsförderung Frankfurt am Main für die verschiedenen Zielgruppen mit Blick auf die Entwicklung des Frankfurter Arbeitsmarktes. Die mit diesem Bericht vorgelegten Zahlen sind nicht durchgängig nach Geschlechtern oder Migrationshintergrund aufgeschlüsselt, weil nicht in allen Bereichen und Projekten entsprechende Erhebungen durchgeführt werden.

  6. Einleitung 2.2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2011 Die Entwicklung auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt verlief 2011 fast durchweg positiv. Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) sank von Dezember 2010 bis Dezember 2011 von 7,5 auf 7,0 %. Damit waren Ende 2011 insgesamt 24.009 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen, während es ein Jahr früher noch 1.507 Menschen mehr waren. Der Rückgang von 2010 zu 2011 betrug 5,9 %. Damit setzte sich die positive Entwicklung des Jahres 2010 auch 2011 fort. Von den Arbeitslosen gehörten 18.078 oder 75,3 % dem Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (SGB II) an und bezogen Arbeitslosengeld II (ALG II) und 5.931 dem Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III), von denen fast alle Arbeitslosengeld I bekamen. Am auffälligsten war der Rückgang der Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer bei den unter 25-Jährigen (- 8,0 %) und bei den arbeitslosen Frauen im Rechtskreis SGB III (- 9,9 %). Dem Rückgang der Arbeitslosigkeit korrespondiert ein Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Frankfurt am Main. Im Dezember 2011 waren 505.707 Personen am Arbeitsort Frankfurt am Main sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 10.566 mehr als im Dezember

  7. Arbeitslose im Dezember 2011 und Veränderung ihrer Zahl gegenüber Dezember 2010 nach verschiedenen Merkmalen in Frankfurt am Main absolut und in % Merkmal Bestand im Dezember 2011 Veränderung gegenüber Dezember 2010 absolut in % Männer 13.363 - 848 - 6,0 Frauen 10.646 - 659 - 5,8 15 bis unter 25 Jahren 1.861 - 161 - 8,0 darunter: über 6 Monate arbeitslos 419 - 78 - 15,7 darunter: unter 20 Jahren 394 - 26 - 6,2 über 25 Jahre und langzeitarbeitslos 7.598 - 201 -2,6 50 Jahre und älter 6.565 - 221 - 3,3 darunter: 55 Jahre und älter 3.908 - 21 - 0,5 Langzeitarbeitslose 7.762 - 210 - 2,6 Schwerbehinderte 1.611 - 62 - 3,7 Ausländer(-innen) 9.581 - 324 - 3,3 Arbeitslose SGB II 18.078 - 606 - 3,2 darunter: Frauen 7.967 - 301 - 3,6 Arbeitslose SGB III 5.931 + 49 + 0,8 darunter: Frauen 2.679 - 370 - 9,9 insgesamt 24.009 - 1.507 - 5,9 Quelle: Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsmarkt in Zahlen. Berichtsmonat Dezember

  8. Report für Kreise und kreisfreie Städte. Frankfurt am Main. Stadt (06412) Die Arbeitslosenquote der Ausländerinnen und Ausländer lag um 4,3 Prozentpunkte und die der Männer um 0,4 Prozentpunkte über der allgemeinen Arbeitslosenquote von 7,0 %, während die Arbeitslosenquote der Frauen 0,5 Prozentpunkte und die der Jüngeren im Alter von 15 bis unter 25 Jahre 0,7 Prozentpunkte niedriger war als im Durchschnitt. Die Bundesagentur für Arbeit weist in ihrer Statistik neben den Arbeitslosen, die den Kriterien der Arbeitslosigkeit nach § 16 SGB III genügen, Personen aus, die unterbeschäftigt sind. Zu ihnen gehören Personen, die zwar leistungsberechtigt sind, die aber "nach Vollendung des

  9. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist." (§ 16 Abs. 2 SGB II). Sie gelten nach Ablauf dieses Zeitraums für die Dauer des jeweiligen Leistungsbezugs nicht als arbeitslos. Ebenso werden kurzfristig Arbeitsunfähige nicht als Arbeitslose in der Statistik geführt. Im Dezember 2011 waren dies 748 Personen.

  10. Fördermaßnahmen der Stadt Frankfurt am Main 3.1 Jugendberufshilfe und Beschäftigungsförderung durch das Jugend- und Sozialamt Aus dem Haushalt des Jugend- und Sozialamtes wurden für 2011 insgesamt 12.047.428 € für die Jugendberufshilfe und kommunale Beschäftigungsförderung investiert. Die kommunale Beschäftigungsförderung des Jugend- und Sozialamtes umfasst sowohl Maßnahmen für junge Menschen, die unter 25/27 Jahre alt sind (U 25/27-Jährige) auf der Rechtsgrundlage des SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende ) und des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) als auch Angebote für Erwachsene im Rahmen der Arbeitshilfe (Ü 25/27-Jährige) auf Grundlage des SGB XII (Sozialhilfe). Die Altersgrenze 25 ergibt sich hierbei aus § 7 SGB II, die Altersgrenze 27 aus § 7 SGB VIII. Zur besseren Lesbarkeit wird einheitlich die Bezeichnung U25 beziehungsweise Ü25 verwendet. Die berufliche Orientierung gehört zum schulischen Auftrag und ist im Stadtschulamt angesiedelt. Die von dort finanzierten Maßnahmen sind unter dem Gliederungspunkt "Angebote des Stadtschulamtes zur vertieften beruflichen Orientierung an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen" aufgeführt. Eine wesentliche Aufgabe der Jugendberufshilfe besteht in der Feststellung der Bedarfe, der Abstimmung, der Initiierung und der Weiterentwicklung von Programmen und Maßnahmen im Bereich der Berufsvorbereitung und der beruflichen Orientierung, der Qualifizierung sowie der Ausbildung und Beratung. Ziel dieser Arbeit ist es, arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 25 (27) Jahren bessere Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz am ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Die Maßnahmen der Berufsvorbereitung und Orientierung verbinden zu unterschiedlichen Anteilen berufliche Orientierung, Berufsvorbereitung, Beschäftigung und Qualifizierung in der Ausbildung. Einige Maßnahmen der Beschäftigungsförderung werden dabei vollständig oder zum Teil aus Landesmitteln finanziert. Hier ergab sich im Jahr 2011 eine Änderung: Dreizehn hessische Förderprogramme wurden zusammengefasst und in drei Budgets überführt (Ausbildungs-, Arbeitsmarkt- und Perspektivbudget). Für das Ausbildungs- und Arbeitsmarktbudget wurden 2011 insgesamt 19,3 Mio. € Landes- und ESF-Gelder zur Unterstützung der regionalen Arbeitsmarkt- und Ausbildungspolitik der 21 Kreise und 5 kreisfreien Städte zur Verfügung gestellt. Das Übergangsjahr 2011 war von erheblichen Anstrengungen in der praktischen Umsetzung und insbesondere von einer kurzfristig erklärten Mittelkürzung in Höhe von knapp 760.000 € im April des Jahres gekennzeichnet. Für das Ausbildungsbudget wurde der Stadt Frankfurt ein Betrag in Höhe von 1.066.578 € bewilligt. Vorrangiges Ziel des Ausbildungsbudgets ist es, benachteiligte junge Menschen mit besonderem Förderbedarf in Ausbildung zu bringen. Vom Jugend- und Sozialamt wurden entsprechend der Zielvereinbarung mit dem Hessischen Sozialministerium Maßnahmen aus den Bereichen Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung ausgewählt, um dieses Ziel zu erreichen. Zielgruppe des Arbeitsmarktbudgets sind vor allem von sozialer Ausgrenzung bedrohte Menschen, die neben der Stärkung ihrer Kompetenzen sozialer Eingliederungsleistungen und Aktivierungsstrategien bedürfen, um eine Integration in den Arbeitsmarkt erreichen zu können. 2011 betrugen die dafür bereitgestellten Mittel 1.318.000 €. Dazu wurden durch das Jugend- und Sozialamt hauptsächlich Maßnahmen ausgewählt, die sich an Menschen mit Gesundheitsproblemen oder besonders schwierigen Lebensumständen wie Obdachlosigkeit oder Drogenkonsum richten. Da die Stadt Frankfurt am Main über die Auswahl der Maßnahmen innerhalb des Ausbildungs- und Arbeitsmarktbudgets eigenständig entscheidet und diese auch abwickelt, sind die Angebote in die anliegende tabellarische Übersicht mit aufgenommen worden. Ein finanzieller Eigenanteil der Stadt wird jedoch nur bei einigen der Projekte geleistet. Die Angebote für U25-Jährige umfassen Beratungsangebote, Maßnahmen zur Berufsorientierung, zur Ausbildungsvorbereitung und -begleitung sowie betriebliche und außerbetriebliche Ausbildung. Ziel ist es, junge Menschen - abgestimmt auf deren persönlichen Bedarfe - auf das Berufsleben vorzubereiten und so zu stärken, dass sie auf dem ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine Beschäftigungschance haben. In der Mehrzahl der Fälle werden die Jugendlichen bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche unterstützt und in den Übergangsphasen begleitet. Insgesamt gibt es acht Anlaufstellen im Stadtgebiet, die von jungen Menschen genutzt werden. Diese Beratungsstellen arbeiten eng mit Schulen zusammen, unterstützen den Weg in eine weiterführende Schule oder die berufliche Orientierung und Kompetenzfeststellung. Sie sind vernetzt mit Trägern, um ggf. in weiterführende Maßnahmen vermitteln zu können. Dabei liegt der Fokus der Förderungen auf sozial benachteiligten Jugendlichen und jungen Volljährigen im Alter mit multiplen Problemlagen (Schulden, Sucht etc.). Insbesondere für diese Zielgruppe ist eine Lebens- und Berufswegeplanung (Case-Management) sowie die gute Netzwerkarbeit der Beratungsstellen von besonderer Bedeutung. Insgesamt haben 1.592 junge Menschen (davon 904 mit Migrationshintergrund) im Jahr 2011 das Angebot der Beratungsstellen wahrgenommen. Für diese Beratungsleistungen wurden 1.032.703 € verausgabt. Die berufsvorbereitenden wie berufsorientierenden Maßnahmen verbinden zu unterschiedlichen Anteilen schulische und berufliche Orientierung sowie Qualifizierung und Ausbildungsvorbereitung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Maßnahmen sind junge Menschen, die aufgrund individueller Schwierigkeiten keinen direkten Zugang zum ersten Arbeitsmarkt gefunden haben. In diesen Maßnahmen werden neben schulischem und beruflichem Wissen auch soziale Kompetenzen vermittelt und versucht, mit den jungen Menschen gemeinsam Lebensperspektiven zu entwickeln. Die Maßnahmen dienen dazu, die Ausbildungs- und Berufsreife zu verbessern. In den ausbildungsbegleitenden Maßnahmen werden U25er unterstützt, die sich bereits in einer betrieblichen Ausbildung befinden, teilweise jedoch noch nicht stabil genug sind, allen Anforderungen dieser Ausbildung gerecht zu werden. Dabei wird mit Unterstützung der durchführenden Träger beispielsweise bei Konflikten vermittelt und unterstützt, um einen Abbruch der Ausbildung zu verhindern. Gleichzeitig können fachliche Defizite durch Stützunterricht ausgeglichen werden. Ein weiteres Angebot der kommunalen Beschäftigungsförderung sind Maßnahmen der außerbetrieblichen Ausbildung (BaE). Diese Ausbildungsplätze wurden zusätzlich zum bestehenden Ausbildungsplatzangebot auf dem ersten Arbeitsmarkt und zu BaEs der Bundesagentur für Arbeit sowie des Jobcenter Frankfurt geschaffen. Der Bedarf ist namentlich gegeben bei jenen jungen Menschen, die weder den Anforderungen einer regulären betrieblichen Ausbildung noch den Anforderungen einer BaE der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenter Frankfurt gewachsen sind, bzw. keinen Anspruch auf dortige Förderung haben (z.B. wegen fehlendem SGB II-Leistungsbezug). Die kommunalen Maßnahmen zur schulischen und beruflichen Orientierung, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildungsbegleitung und Ausbildung wurden von 1.581 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (davon mehr als 2/3 mit Migrationshintergrund) in Anspruch genommen. Die Angebote für die Zielgruppe U25 sind detailliert in der Anlage 1 aufgelistet. Für junge Menschen unter 25 Jahren stehen zahlreiche Angebote in den Rechtskreisen SGB II, SGB III und SGB VIII zur Verfügung. Die jungen Menschen durchblicken oft nicht, welcher Träger ihnen welche Hilfe anbieten kann. Um die Zusammenarbeit der involvierten Träger an diesen Schnittstellen zu verbessern und den jungen Menschen die für sie bestmögliche Hilfe anzubieten, wurde im Kooperationsvertrag zur Gründung der gemeinsamen Einrichtung (gE) "Jobcenter Frankfurt" zwischen der Stadt Frankfurt am Main und der Agentur für Arbeit vom 30.11.2010 festgelegt, eine gemeinsame Anlaufstelle für U25er unter einem Dach einzurichten. 2011 liefen die Vorbereitungen zur Einrichtung dieses "Jugendjobcenters". Der Start erfolgte zum 01.02.

  11. Im Jahresbericht 2012 wird ausführlich über diese Kooperation berichtet. Neben den Projekten der Jugendberufshilfe richten sich die Maßnahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung der Stadt Frankfurt am Main an erwachsene Menschen. Es stehen dabei insbesondere jene Personengruppen im Fokus, die aufgrund multipler Problemlagen vergleichsweise weit vom allgemeinen Arbeitsmarkt entfernt sind. In Anlage 2 sind die einzelnen Maßnahmen und Angebote detaillierter beschrieben. Die Schwerpunkte der kommunalen Beschäftigungsförderung werden auf die Bereiche Berufsorientierung und -vorbereitung sowie Qualifizierung und Beschäftigung gelegt. Daneben werden auch Beratungsangebote vorgehalten und Maßnahmen, die es erwachsenen Menschen erlauben, eine Ausbildung zu absolvieren. Bei den Maßnahmen der Berufsorientierung und -vorbereitung steht die Kompetenzstärkung der Teilnehmenden im Vordergrund; die Vermittlung in Arbeit ist langfristiges Ziel. Eine ganze Reihe der Angebote richtet sich vorrangig an Frauen, denn deren Erwerbsbiographien sind in vielen Fällen von Brüchen gekennzeichnet. Sie übernehmen traditionell stärker Familienpflichten, die einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit häufig entgegenstehen und oft sogar schon die Beendigung einer Ausbildung verhindern. Mit den Maßnahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung soll diesen besonderen Förderbedarfen Rechnung getragen werden. So begleitet beispielsweise "Schritt für Schritt ins Erwerbsleben" den beruflichen Wiedereinstieg nach der Familienphase für SGB II-Empfängerinnen; das Frauen Softwarehaus schult hinsichtlich des Computereinsatzes im Berufsalltag und die Maßnahme "Stark mit Kind" fördert junge Alleinerziehende mit Kindern unter drei Jahren. Das Programm "Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt" richtet sich an Frauen mit Migrationshintergrund. Diese Zielgruppe benötigt besondere Unterstützung, da sich die Kopplung mehrerer sog. "Vermittlungshemmnisse" als besonders hohe Hürde bei der Integration in Arbeit erweist (wenn also beispielsweise familiäre Verpflichtungen wie Pflege oder Kinderbetreuung übernommen werden und gleichzeitig sprachlichen Barrieren gegeben sind). Besonders intensive Vorbereitung und Begleitung bei der Integration in Beschäftigung benötigen auch gesundheitlich beeinträchtigte Menschen wie beispielsweise (ehemalige) Drogengebraucherinnen und -gebraucher und Substituierte. Regelinstrumente der Beschäftigungsförderung nach dem SGB II oder III werden den besonderen Anforderungen dieses Personenkreises nicht gerecht. Bei den beiden kommunal geförderten Maßnahmen der integrativen Drogenhilfe stehen neben der persönlichen Stabilisierung der Teilnehmenden die Wiederherstellung ihrer Erwerbsfähigkeit, ihre berufliche Orientierung und ein erster Einstieg in Qualifizierungsmodule im Vordergrund. Die kommunalen Beschäftigungsangebote im Bereich Qualifizierung und Beschäftigung beinhalten die Förderung von 76 sozialversicherungspflichtigen (Vollzeit-) Arbeitsstellen, die in Form von Beschäftigungszuschüssen in Kofinanzierung mit dem Jobcenter Frankfurt erfolgt. Im Unterschied dazu dienen die ebenfalls kofinanzierten Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II vorrangig der Vorbereitung des Wiedereinstiegs ins Erwerbsleben. Im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten geht es namentlich darum, die Entwicklung von Tagesstrukturen zu ermöglichen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer langsam wieder an Arbeitsprozesse heran zu führen. Gleichzeitig werden auch Qualifizierungsbausteine in modularer Form angeboten, um langfristig die Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Beispielhaft seien hier Projekte wie der Energiesparservice, der Einkaufsservice oder auch die Internationale Gästebetreuung genannt. Arbeitsgelegenheiten sind darüber hinaus von großem gesamtgesellschaftlichen Nutzen gekennzeichnet, den die Stadt und ihre Bewohner aus ihnen ziehen. Eine Struktur unabhängiger Beratungsstellen wie es in Frankfurt für U25er vorgehalten wird, ist für Erwachsene derzeit (noch) nicht vorhanden. Ratsuchende wenden sich mit ihren Fragen hinsichtlich Qualifizierung, Weiterbildung oder Beschäftigung an die Arbeitsagentur, das Jobcenter oder die Sozialrathäuser. Beratungsstellen, die im Rahmen der Beschäftigungsförderung finanziell unterstützt werden, haben einen Bezug zur Erwerbstätigkeit, sind aber thematisch eng begrenzt. Während an die "Transferwerkstatt" eine Schulden- und Suchtberatung angedockt sind, richtet sich "KOMPASS gGmbH" an potentielle Existenzgründer/-innen. Einzelheiten zur Arbeit dieser gemeinnützigen Gesellschaft sind unter 3.4 Existenzgründungs-Förderung dargestellt. Zwei kommunal geförderte Maßnahmen eröffnen im Unterschied zu den Regelinstrumenten des zweiten und dritten Sozialgesetzbuches auch Erwachsenen die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren. Während beim Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e.V. (VbFF) Frauen über 25 Jahre in unterschiedlichen Ausbildungsgängen begleitet werden, bildet Basis e.V. langzeitarbeitslose ehemalige Drogengebraucher zwischen 25 und 45 Jahre zum Garten- und Landschaftsbauer aus. In Angebote für Menschen Ü 25 wurden für das Jahr 2011 insgesamt 7.024.363 € aus kommunalen Mitteln investiert. INDEX INDEX 3.2 Beschäftigungsförderung durch das Frauenreferats Beratung und berufliche Qualifizierung von Mädchen und Frauen Das Frauenreferat fördert seit seiner Gründung Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von Mädchen und Frauen. Priorität haben Angebote für Frauen, die beim Zugang zu beruflicher Bildung und existenzsichernder Beschäftigung vor besonderen Herausforderungen stehen. Das können (langzeit)arbeitslose Frauen sein, Berufsrückkehrerinnen oder Mädchen bzw. junge Frauen mit schwierigen Ausgangsbedingungen für eine Berufsausbildung. In den genannten Gruppen sind zugewanderte Frauen und alleinerziehende Mütter in aller Regel mit zusätzlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Durch die Zunahme befristeter Arbeitsverträge und geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse gewinnen Themen wie der Verbleib in Arbeit und "Armut trotz Arbeit" weiter an Relevanz. Qualifizierte Unterstützung ist darauf angewiesen, sowohl die Komplexität der Lebenslagen als auch die Ressourcen und Stärken der Frauen in den Prozess ihrer beruflichen Entwicklung einzubeziehen. Dies ist in den durch das Frauenreferat geförderten Angeboten und Maßnahmen gewährleistet. Durch das Frauenreferat geförderte Träger und Projekte Aus dem Haushalt des Frauenreferats wurden 501.193 € für Angebote zur Beratung und beruflichen Qualifizierung von Mädchen und Frauen eingesetzt. Davon entfielen 464.906 € auf kontinuierlich geförderte Leistungsbereiche. Des Weiteren wurden drei Vorhaben mit 36.287 € aus innovativen bzw. sonstigen Mitteln gefördert. Im Folgenden werden die 2011 bezuschussten Träger und Projekte mit ihren jeweils geförderten Bereichen aufgeführt: · Der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e. V. setzt sich für die Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in Ausbildung und am Arbeitsmarkt ein. Seine Beratungsstelle "Neue Wege - Neue Pläne" bietet Weiterbildungsberatung für Frauen an und unterstützt sie in den unterschiedlichsten Berufs- und Lebenssituationen bei der beruflichen Standortbestimmung und Neuorientierung. Auch an der Erstausbildung für junge Migrantinnen zur Bürokauffrau, die erfolgreich im Lernortverbund von Betrieben, Berufsschulen und Träger durchgeführt wird, beteiligt sich das Frauenreferat, ebenso wie das Dezernat für Jugend und Soziales, regelmäßig durch einen Zuschuss. Der "Verein" realisiert gemeinsam mit zwei weiteren Trägern das Forum Berufsrückkehr für Frauen, die nach einer familienbedingten Unterbrechung zurück in die Erwerbsarbeit wollen. Zuschuss des Frauenreferats an den Verein zur beruflichen Förderung: 90.475 € für die Beratungsstelle, 19.025 € für die Erstausbildung, insges. 109.500 €. · berami - berufliche Integration e. V. bietet berufliche Orientierung und Qualifizierung für Migrantinnen und Aussiedlerinnen aller Qualifikationsniveaus und unterstützt sie beim Zugang zu Weiterbildung und Erwerbsarbeit. Das Frauenreferat förderte wie in den Vorjahren die "Beratung für Arbeit, Bildung und Beruf" für Frauen, die mit der Lebens- und Arbeitswelt der deutschen Gesellschaft und häufig auch mit der deutschen Sprache nicht genügend vertraut sind, sowie die "Brückenbausteine zum Beruf" für Migrantinnen, die identifizierbare einzelne Elemente für ihre berufliche Entwicklung brauchen. berami beteiligte sich gemeinsam mit zwei weiteren Trägern am Forum Berufsrückkehr und erhielt außerdem eine Förderung für das sehr erfolgreiche Projekt "Mentoring für Migrantinnen". Ebenfalls gefördert wurde das "Lernhaus für Frauen", in dem interkulturelle Kompetenzen vermittelt und - als Nebenwirkung - die Arbeitsmarktchancen der Teilnehmerinnen verbessert werden. Zuschuss des Frauenreferats an berami: insg. 225.696 €. · Das Frauen-Softwarehaus e. V. bietet u. a. Beratung und Information im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Frauen werden über die aktuellen marktrelevanten Qualifikationsanforderungen informiert und bei der Auswahl von adäquaten Weiterbildungsmöglichkeiten für ihren Kenntnisstand und ihre beruflichen Zielsetzungen beraten. Das Frauen-Softwarehaus beteiligte sich ebenfalls gemeinsam mit berami und dem Verein zur beruflichen Förderung von Frauen am Forum Berufsrückkehr und führte Internetkurse für Migrantinnen durch, die (im Vorjahr) durch das Bundeswirtschaftsministerium als bundesweit vorbildliches Angebot ausgezeichnet wurden. Zuschuss des Frauenreferats an das Frauen-Softwarehaus: 35.165 €. · jumpp - Frauenbetriebe e. V. unterstützt Frauen bei der Gründung und Sicherung von Unternehmen: durch Existenzgründungsberatungen und Kurse nach dem sozioökonomischen Beratungs- und Qualifizierungsansatz, Coachings und Aufbauberatung. Durch eine Vielzahl von Netzwerkaktivitäten wird das frauenspezifische Gründungswissen für die regionale Struktur-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung nutzbar gemacht. Zuschuss des Frauenreferats an jumpp - Frauenbetriebe e. V. für diesen Bereich: 94.545 €. Darüber hinaus wurden 36.287 € aus innovativen sowie sonstigen Mitteln für drei weitere Vorhaben eingesetzt. jumpp - Frauenbetriebe e. V. erhielt für das weitgehend aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Hessischen Wirtschaftsministeriums finanzierte Projekt "StratA - Kooperationen und Netzwerke für strategische Allianzen" insgesamt 15.000 €. beramí bekam einen Zuschuss von 10.000 €, um in einer Online-Befragung die nachhaltigen Wirkungen des Mentoring-Programms für Migrantinnen evaluieren zu lassen. infrau e.V. wurde mit 11.287 € gefördert, um für die Zielgruppe analphabetischer Migrantinnen ein an den Arbeitsmarkt heranführendes Arbeitsprojekt, das Catering-Projekt Alpha.In, zu entwickeln und durchzuführen. Ein Teil der genannten kommunalen Zuschüsse wurde als Kofinanzierung für eine Beteiligung am Landesprogramm "Netzwerk Wiedereinstieg (NeW)" eingesetzt, so dass es auf diesem Wege gelang, beträchtliche zusätzliche ESF-Mittel zu akquirieren. Sie kommen der Zielgruppe derjenigen Frauen zugute, die nach einer Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit wieder in das Erwerbsleben einsteigen wollen. Programm-Standorte 2011 waren Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden, Rüsselsheim und Gießen. In Frankfurt sind die vier Träger berami e. V., Frauen-Softwarehaus e. V., jumpp Frauenbetriebe e. V. und der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen mit jeweils eigenen Angeboten beteiligt. Das Programm wurde angesichts seiner guten Ergebnisse durch das Hessische Sozialministerium mittlerweile bis Ende 2012 verlängert; für 2011 flossen für NeW fast 290.000 € zusätzliche ESF-Mittel nach Frankfurt. Als weitere erfolgreiche Initiative des Frauenreferats im Bereich der Beratung und beruflichen Qualifizierung von Mädchen und Frauen ist auch für 2011 der Girls' Day zu nennen. Es beteiligten sich mit etwa 2.500 Schülerinnen erneut mehr Mädchen als im Vorjahr. Ihnen wurden "Schnupperplätze" von fast 100 Ämtern, Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen angeboten. Ganz exakt kann weder die Zahl der Mädchen noch die der Unternehmen benannt werden, da eine Reihe von Firmen ihre Plätze nicht über die Online-Plattform des Girls' Day, sondern direkt an die Töchter ihrer Beschäftigten vergeben. Hervorzuheben ist die Beteiligung der Stadtverwaltung Frankfurt; diese stellte in 12 Ämtern über 130 Plätze bereit, was gegenüber dem Vorjahr (mit 71 Plätzen) eine bemerkenswerte Steigerung bedeutet. Trotz der kontinuierlichen Erweiterung auf der Angebotsseite reichten auch 2011 die Plätze nicht aus, die Nachfrage der Mädchen zu decken. Angesichts der großen Attraktivität des Girls' Day bleibt es das Ziel, noch mehr Unternehmen und Institutionen für eine Beteiligung zu gewinnen, damit dem Interesse aller Schülerinnen entsprochen werden kann. Dem Auftrag, die Arbeitsmarktchancen von Mädchen und Frauen zu verbessern, wurde 2011 auch mit der Beteiligung an der fachpolitischen Diskussion und der Durchführung von Fachtagungen entsprochen. Zu nennen sind die Auftaktveranstaltung für das

  12. Regionale Frankfurter Mentoring-Programm (gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung), eine Veranstaltung zum Equal Pay Day sowie die Fachtagung "Vollzeit, Teilzeit, allzeit, nie - oder wie?", die sich mit den Ergebnissen des Ersten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung und neuen Ansätzen zur geschlechtergerechten Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit auseinandersetzte. Wie in den Vorjahren wurde auch 2011 eine gemeinsame Fachveranstaltung mit der Agentur für Arbeit durchgeführt. "Im Fokus: Der Arbeitsmarkt für Frauen in Frankfurt" beschäftigte sich im Detail mit statistischen Materialien und Analyseinstrumenten und stieß auf große Resonanz innerhalb der Frankfurter Fachöffentlichkeit. 3.3 Angebote zur vertieften beruflichen Orientierung an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen durch das Stadtschulamt Aus dem Haushalt des Stadtschulamtes wurden für 2011 insgesamt 2.406.779 € für Angebote des Stadtschulamtes zur vertieften beruflichen Orientierung an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen ausgegeben. Berufsorientierung in der Schule hat die bestmögliche Entwicklung der Jugendlichen im Hinblick auf ihre biografische Selbstkompetenz zum Ziel. Hierzu gehört die Förderung der Ausbildungsreife ebenso wie die Persönlichkeitsentwicklung. Einerseits orientiert sie sich entsprechend den Grundsätzen der Jugendhilfe an den Rechten und Bedürfnissen des Individuums und zielt darauf, Lebenschancen zu eröffnen und zu erweitern, Verständnis und Einsicht, auch im Zusammenleben, zu fördern, Handlungsoptionen zu eröffnen sowie Entscheidungskompetenz zu steigern. Andererseits soll die Arbeits- und Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen gestärkt werden, auch um den Nachwuchsbedürfnissen der Wirtschaft gerecht zu werden. [1] Die schulischen und berufsbezogenen Prozesse stehen in enger Verbindung zu den persönlichen Entwicklungsaufgaben, die die Jugendlichen bewältigen müssen: Bildung einer eigenen Identität, Definition der eigenen geschlechtsspezifischen Rolle, Überwindung von kulturellen und milieuspezifischen Barrieren, Existenzsicherung, Zukunftsplanung etc. Berufsorientierung ist eine individuelle Lernleistung der Jugendlichen, die eine permanente Annäherung zwischen den zwei Polen Individuum und Arbeitswelt erfordert. Die Rolle der schulischen Fachkräfte[2] ist eine beratende und moderierende. Die berufliche Orientierung gehört zum schulischen Auftrag. Schule soll Jugendliche zur Ausbildungsreife führen, die Grundlage für die Lern- und Leistungsbereitschaft legen, schulische Aufgaben mit einem stärkeren Praxisbezug anbieten. Die Förderung der Berufsorientierung setzt gemäß der OloV-Qualitätsstandards (OloV steht als Abkürzung für die landesweite Strategie zur "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen") im Jahrgang 7 an. Die schulischen Angebote werden durch die Bereitstellung von spezialisierten Projekten in der Schule zur professionellen Begleitung auf dem Weg in den Beruf, mit der Priorität der Vermittlung in eine Ausbildungsstelle des ersten Arbeitsmarktes, ergänzt. Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass die Anzahl der Jugendlichen in den Hauptschul-Abschlussklassen (H9/H10) mit Anschlusswunsch für eine weiterführende Schule ansteigt. Ein früher Ausbildungsbeginn wird demnach weniger häufig angestrebt. Kompetenzerfassung im Jahrgang 7 Im Rahmen der Umsetzung der OloV-Qualitätsstandards werden Kompetenzerfassungen im Jahrgang 7 etabliert. Die Erstellung eines Kompetenzprofils leitet die Phase der Berufsorientierung in den Schulen ein. Die Kompetenzerfassung soll dem jungen Menschen, seinen Eltern, den Kooperationspartnern in der Schule und den Praxisbetrieben seine Kompetenzen, Entwicklungspotentiale und beruflichen Interessen aufzeigen. Die Erfassung der Kompetenzen und die zielgerichtete Förderung der Ausbildungsreife [3] sind in den Auftragsschwerpunkten "Soziales Kompetenztraining" und "Berufsorientierung" im Förderprogramm Jugendhilfe in der Schule bereits enthalten und sollen gemeinsam mit den Trägern und Schulen weiter entwickelt und methodisch fundiert werden. Gemeinsam mit den Lehrkräften werden Methoden angewendet, die in den schulischen Kontext passen und den Grundprinzipien der "Jugendhilfe in der Schule" angemessen sind. Das Förderprogramm "Jugendhilfe in der Schule" wurde bislang an 30 Schulen in Frankfurt am Main etabliert. Im Jahr 2011 wurde die Kompetenzerfassung im Jahrgang 7 von vier Schulen (zwei Hauptschulen, einer Haupt- und Realschule und einer Integrierte Gesamtschule) und mit insgesamt 174 Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Mit der Umsetzung sind die an der Schule tätigen Träger der Jugendhilfe beauftragt. Die Durchführung folgt der Empfehlung der AG78 Kinder- und Jugendarbeit - angepasst an der Rhythmus der Schulen und beinhaltet zwei Phasen: eine handlungsorientierte Phase mit Beobachtungseinheiten und die Phase der Auswertung, Kommunikation und Förderplanung. Bausteine der Kompetenzerfassung: PHASE 1: unterrichtsintegrierte Praxiseinheiten (IB-PRAXIS Handbuch) und/oder Projekttage/ -wochen (ausgewählte Module aus hamet-2) PHASE 2: ● der Schülerprofilbogen nach dem Wiesbadener Modell (KEP) ● die Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler und die Einschätzung durch Peers ● das Schülerinnen und Schüler / Elterngespräch Feedbackgespräch zum Kompetenzprofil Anhand des Schülerprofilbogens wird ein Förderplan erstellt. Konkrete Angebote zur Kompetenzentwicklung werden für den Jahrgang 8 entwickelt. Die Ergebnisse der Kompetenzerfassung finden Eingang in die Förderplanung der Schule. Praxisorientierte Kompetenzentwicklung
    Die Angebote der Praxisorientierten Hauptschule beinhalten Praxislernen mit Experten in Lernwerkstätten inner- und außerhalb des Unterrichts und während der Schulferien. Diese Angebote in den Bereichen Metall, Holz, Kochen, Fotografie, Sport und Theater u.a., sind projekt- und produktorientiert ausgerichtet und in die Angebote der Jugendhilfe in der Schule an fünf Schulen mit Bildungsgang Hauptschule integriert. Ausbau und Ausrichtung der Praxisorientierten Hauptschule folgt dem OloV-Standard BO4. Das Stadtschulamt unterstützt gemäß den OloV-Standards darüber hinaus an den Schulen, die eine Kompetenzerfassung im Jahrgang 7 durchführen, Maßnahmen der Kompetenzentwicklung im Jahrgang

  13. Dieses Angebot zielt insbesondere auf eine Förderung von sozialen, kulturellen und lebenspraktischen Kompetenzen mit jugendhilfespezifischen Methoden und Ansätzen. Schule und Beruf - SchuB Im Jahr 2011 wird die Förderung von sechs SchuB-Maßnahmen in zwei Integrierten Gesamtschulen, zwei Hauptschulen, einer Haupt- und Realschule sowie zwei Schulen für Lernhilfe kommunal fortgeführt: Je Standort wird ein freier Träger mit der Einrichtung einer halben Sozialpädagog/innenstelle zur Kooperation mit den SchuB-Lehrkräften beauftragt. In Frankfurt sind in diesem Schuljahr 135 Schülerinnen und Schüler in SchuB-Maßnahmen gemeldet. SchuB-Klassen werden in Hauptschulen, Gesamtschulen und Förderschulen (hier Praxisklassen) durch das Hessische Kultusministerium auf Antrag der Schule eingerichtet und können gute Ergebnisse vorweisen. Durch die Verknüpfung des Lernens in Schule und im Betrieb sowie durch gezielte individuelle Förderung ist es gelungen, dass Schülerinnen und Schüler, die in der Regelklasse wahrscheinlich keinen Hauptschulabschluss erreicht hätten, erfolgreich die Schule abschließen konnten und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Der Einsatz von Sozialpädagogischen Fachkräften in den SchuB-Klassen erleichtert eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler in ihrer kognitiven und sozialen Entwicklung. Die enge Begleitung trägt maßgeblich zum Erfolg des SchuB Projektes bei. Frankfurter Hauptschulprojekt (frankfurterhauptschulprojekt) Das frankfurterhauptschulprojekt wurde im Jahr 2011 an 20 Schulen, die den Hauptschulabschluss ermöglichen, für Schülerinnen und Schüler in den

  14. Klassen und in den

  15. Hauptschulklassen fortgeführt. Es ist ein Kooperationsprojekt in gemeinsamer Finanzierung des Stadtschulamtes und des Staatlichen Schulamts Frankfurt am Main. Mit der Durchführung des Projektes ist die Gesellschaft für Jugendbeschäftigung (gjb) beauftragt. Das frankfurterhauptschulprojekt setzt in den Abschlussklassen an und will mehr Schülerinnen und Schülern mit Hauptschulabschluss den Weg in die Ausbildung eröffnen. Dafür setzen sich die Jugendlichen in der Schule mit ihren Interessen und Stärken sowie mit ihren Berufswünschen auseinander, entscheiden sich für einen Ausbildungsberuf, der zu ihnen passt, und entwickeln eine Bewerbungsstrategie. In diesem Prozess werden sie von ihren Lehrern, Berufsberatern und den Mitarbeitern des frankfurterhauptschulprojekt begleitet und unterstützt. Das frankfurterhauptschulprojekt arbeitet eng mit Partnerunternehmen zusammen, deren Vertreter gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ihre Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsstrategie prüfen und ihnen Hinweise geben, wie sie sich erfolgreich bewerben können. Die kooperierenden Unternehmen gewinnen durch diese Kontakte einen guten Einblick in die Kompetenzen und Qualifikationen von Hauptschülerinnen und -schülern und deren Potential für eine betriebliche Ausbildung. Partnerunternehmen sind: Adecco Personaldienstleistung GmbH, AllessaChemie GmbH, Citigroup Global Markets Deutschland AG, Continental Teves AG & Co. KG, Convotis AG, Dachser GmbH & Co. GmbH, DB Services Südwest GmbH, Elektro Ehinger GmbH, Frankfurt Sheraton Hotel, Hessischer Rundfunk, GDA Wohnstift, Intercityhotel-Steigenbergergruppe, MCE Bank GmbH, Mensinger GmbH, PriceWaterhouseCoopers AG, Samson AG, Sandvik Günther & Co. GmbH, Siemens AG, Wirtschaftsjunioren, WISAG Facility Service, Yaskawa Electric Europe GmbH. Ergebnisse im Schuljahr 2010/11: Die Koordinierungsstelle frankfurterhauptschulprojekt erfasst die Daten der Schülerinnen und Schüler in den Abgangsklassen, um ihren Status der beruflichen Orientierung zu dokumentieren und um den weiteren Prozess im Übergang Schule-Beruf zu begleiten. Die Koordinierungsstelle hat im Schuljahr 2010/11 insgesamt 929 Schülerdaten aus 20 Schulen erfasst. Davon besuchten 717 Schülerinnen und Schüler die Jahrgangsstufe 9 und 269 Schülerinnen und Schüler die Jahrgangsstufe

  16. 390 Schülerinnen und Schüler haben zu Beginn des Schuljahres einen Ausbildungswunsch geäußert, davon haben 124 Schülerinnen und Schüler, also rund 30 %, einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Gut 28 % der zum Schuljahresbeginn erfassten 986 Schülerinnen und Schüler besuchen eine weiterführende allgemeinbildende Schule um einen höheren Abschluss zu erreichen. An eine Berufliche Schule sind rd. 40 % der Schülerinnen und Schüler der

  17. und

  18. Klassen aus dem frankfurterhauptschulprojekt gewechselt. Die Übermittlung der Ergebnisse des Beratungsprozesses an die sozialpädagogischen Fachkräfte in den Projekten der beruflichen Schulen ist dabei gewährleistet. Bei 87 Jugendlichen erfolgte eine Meldung an die Rhein-Main Jobcenter GmbH mit der Perspektive Übergang in Maßnahmen der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Weitere 20 Jugendliche haben die Schule ohne schulischen oder beruflichen Anschluss verlassen. In der Datenbank zum frankfurterhauptschulprojekt sind aktuell 2.002 Ausbildungsbetriebe mit Kooperationswunsch aus dem Raum Frankfurt am Main erfasst. Sozialpädagogische Förderangebote und Berufswegeplanung in beruflichen Schulen Die Stadt Frankfurt fördert seit dem Schuljahr 2007/2008 Schülerinnen und Schüler in allen 16 beruflichen Schulen mit sozialpädagogischen Angeboten und Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Ausbildungsvorbereitung sowie der Prävention und Intervention bei Abbruch der Ausbildung. Hauptziel ist es, durch Berufswegeplanung und passgenau auf die Zielgruppe abgestimmte sozialpädagogische Angebote, Schülerinnen und Schüler der beruflichen Schulen in Ausbildung und Arbeit zu bringen bzw. Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Die Angebote richten sich vor allem an Jugendliche mit besonderem Förder- und Integrationsbedarf, die das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/BzB), das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) oder die Berufsfachschule (BFS) besuchen. Auch Jugendliche aus Werkstätten für Behinderte (WfB) - sofern sie nicht von anderen Organisationen unterstützt werden - und einzelne Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule (FOS) und aus Ausbildungsgängen, die potentiell ausbildungsabbruchgefährdet sind, können die Präventions- und Interventionsangebote in Anspruch nehmen. Im Schuljahr 2010/2011 nutzten rund 3.680 Schülerinnen und Schüler die Angebote in allen 16 beruflichen Schulen der Stadt Frankfurt am Main kontinuierlich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht diese Anzahl einer Steigerung um 240 Schülerinnen und Schüler. Die passgenauen sozialpädagogischen Angebote werden von 15 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in den Beruflichen Schulen der Stadt Frankfurt am Main in enger Abstimmung und Kooperation mit den 14 Beraterinnen und Beratern der Berufswegeplanung durchgeführt. Die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vier bereits in den Vorjahren beauftragten Jugendberufshilfeträger. Sie boten wie im Vorjahr bedarfsgerechte, qualifizierte Beratung und Unterstützung für die betroffenen Schülerinnen und Schüler im Prozess der beruflichen Orientierung und Integration in das Berufsleben an. Die sozialpädagogischen Fachkräfte, Berufswegeplanerinnen und Berufswegeplaner arbeiten mit Klassen und beratend mit einzelnen Schülerinnen und Schülern und sind in das System der jeweiligen beruflichen Schule gut vernetzt. Die spezifischen Angebote stimmt das Stadtschulamt jährlich mit den Schulleitungen der beruflichen Schulen und den Trägern in Planungsgesprächen ab. Angebotsschwerpunkte waren im Schuljahr 2010/2011: · Unterstützung in der beruflichen (Um)-orientierungsphase · Präventive und akute Unterstützung von Ausbildungs- und Schulabbrechenden · Persönlichkeits- und Methodentraining, um Lernerfolge zu erzielen · Genderkompetenz-Training · Soziales Lernen in Gruppen und Klassen, besonders zu Kommunikation und Teambildung · Konfliktmanagement, Mediation, Umgang mit Mobbing- und Aggressionsopfern · Unterstützung in individuellen Lebenskrisen, Vermittlung zu notwendigen Hilfs- und Unterstützungssystemen · Unterstützung bei der Lebens- und Freizeitplanung · Ausbildungs- und einzelfallorientierte Elternarbeit Im Schuljahr 2010/2011 rundeten weitere Expertinnen und Experten mit 163 Veranstaltungen (85 Veranstaltungen mehr als im Vorjahr) für Schülerinnen und Schüler zu speziellen Themen wie z. B. Erlebnispädagogik, Gewaltprävention und -intervention, Grundbildung und Kompetenzfeststellung und Kompetenztrainings zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und -reife die sozialpädagogische Förderung und Berufswegeplanung in den beruflichen Schulen zusätzlich ab. Das Stadtschulamt sichert trägerneutral mit diesem Zusatzangebot flankierend zu der sozialpädagogischen Förderung in beruflichen Schulen die passgenaue und abgestimmte Beauftragung der Tages- und auch Schuljahres begleitenden Angebote mit Expert/-innen ab, so dass Angebotsüberfrachtungen und Unübersichtlichkeit in den Beruflichen Schulen vermieden werden. Darüber hinaus wurden begleitend vier Fortbildungen, vier Workshops und vier Austauschtreffen zu ausgewählten Themen für sozialpädagogische Fachkräfte, Berufswegeplaner/-innen und interessierte Lehrkräfte der beruflichen Schulen durchgeführt. Schwerpunkte waren im Schuljahr 2010/2011 die Erweiterung der Beratungsnetzwerke, Bildungsberatung und qualifizierte Ausbildungsbegleitung in der beruflichen Schule und im Betrieb. Mit den beteiligten Trägern der Jugendberufshilfe veranstaltete das Fachteam vier Treffen zum Austausch und zur Weiterentwicklung und Vernetzung der sozialpädagogischen Programme und Angebote. Zur Integration besonders benachteiligter Schüler/-innen in den Ausbildungsmarkt startete das Stadtschulamt bereits im Vorjahr in der Philipp-Holzmann-Schule das Modellprojekt "Frankfurter Vision" in Kooperation mit der Bürgermeister-Grimm-Schule und der DB Services AG. Das Modellprojekt zielt auf die berufliche Integration von ehemaligen Schüler/-innen aus Förder- und Lernhilfeschulen der Stadt Frankfurt am Main. Im Rahmen einer dualen Ausbildung zur Gebäudereinigerin/zum Gebäudereiniger bei der DB Services AG werden die Ressourcen der Auszubildenden an ihren Ausbildungsplätzen und im Kompetenzzentrum "Gebäudereinigung" der Philipp-Holzmann-Schule durch bedarfsgerechte Angebote von zwei sozialpädagogischen und einer sonderpädagogischen Fachkraft gezielt gestärkt und in der Ausbildung auch in schwierigen Situationen zum "Durchhalten" motiviert. Ziel der beiden Fachkräfte ist es, die Auszubildenden in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Ausbildern der DB Services und der Sonderpädagogin so zu stärken, dass die Motivation über das erste Ausbildungsjahr bis zum Ende der Ausbildung anhält, in einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und in eine Anschlussbeschäftigung als Gebäudereinigerin / Gebäudereiniger führt. Das Stadtschulamt beteiligte sich 2011 an der Finanzierung und Weiterentwicklung einer Rahmenkonzeption für die sozialpädagogische Förderung. Im Berichtsjahr 2011 schloss die Bahn Services AG vier zusätzliche Ausbildungsverträge mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern aus Förder- und Lernhilfeschulen der Stadt Frankfurt am Main ab. Dementsprechend verdoppelte das Stadtschulamt die wöchentliche sozialpädagogische Intensivbegleitung in der Berufsschule, am Ausbildungsort und bei Bedarf auch in der Familie von 20 Stunden auf 40 Stunden je Woche. Seit September 2011 nutzen insgesamt 6 Auszubildende die präventiven und intervenierenden Angebote mit großem Erfolg. Nach erfolgreicher Krisenintervention setzten zwei Berufsschüler, die im Vorjahr ihre Ausbildung begannen, ihre Ausbildung im

  19. Ausbildungsjahr fort. 3.4 Beschäftigungsförderung durch die städtische Wirtschaftsförderung - Existenzgründungs-Förderung KOMPASS gGmbH - Zentrum für Existenzgründungen Das KOMPASS-Projekt ist in zwei Teile gegliedert: 1.) Büroraumvermietung und Gebäudebewirtschaftung durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH; 2.) Maßnahmen der KOMPASS gGmbH gGmbH: Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Gründungsinteressierte und junge Unternehmen. 1.) Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH bewirtschaftet als Pächterin und Vermieterin das KOMPASS-Gesamtobjekt mit einem jährlichen Budget von 225.000 €. Die KOMPASS gGmbH (siehe 2.), die ihre Maßnahmen auf zwei von vier Stockwerken durchführt, ist mietfrei gestellt. Auf den beiden weiteren Stockwerken werden im Im StartUp Zentrum günstige Büroräume ab 20 qm an Existenzgründer und junge Unternehmen vermietet. Die Auslastung der vermieteten Büroräume blieb etwa gleich zum Vorjahr mit 83 % (2010 = 85 %). Im ersten und zweiten Quartal 2011 lag der Spitzenwert der Auslastung bei 88 % und ging im vierten Quartal zurück bis auf 70 %. Hier deutete sich bereits eine verminderte Nachfrage, vermutlich auf Grund des Wirtschaftskonjunkturaufschwungs an. Ein Wirtschaftsaufschwung führt in Deutschland in der Regel dazu, dass weniger Personen gründen und mehr in Anstellung gehen. Die KOMPASS-Immobilienmanagerin erhielt insgesamt 55 Anfragen von Mietinteressenten. 2.) Die (gemeinnützige) KOMPASSgGmbH bietet Gründungswissen aus der Praxis für die Praxis in allen vier Phasen der Unternehmensgründung - von der Geschäftsidee bis zur Expansion. Seit Gründung im Jahr 2000 bindet sie die bestehenden Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote in sinnvoller Struktur in ihr Konzept ein und fungiert durch diese Orientierungshilfe als Wegweiser für Gründungsinteressierte und junge Unternehmen. KOMPASS gGmbH bietet professionelle und passgenaue Starthilfe mit Informationsveranstaltungen, Trainings, Coaching, hilft beim Erstellen von Business-Plänen und begleitet die Unternehmen in den verschiedenen Phasen vor und nach der Gründung. In Netzwerkveranstaltungen unterstützt KOMPASS gGmbH beim Aufbau von Geschäftskontakten. Die Gesellschafter der KOMPASS gGmbH sind das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., jumpp - Frauenbetriebe e.V. und die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH. In 2011 war die Gesamtzahl der bei KOMPASS gGmbH informierten und qualifizierten Personen mit 1.081 gegenüber 1.176 im Vorjahr nur gering rückläufig. An den Infoveranstaltungen für Erwerbslose nahmen insgesamt 269 Gründungsinteressierte teil, an Profilings und Unternehmerchecks 264 Personen, 233 Personen am Coaching. Davon wagten immerhin 148 Gründerinnen und Gründer den entscheidenden Schritt in die Selbständigkeit (Vorjahr 217). Mit 235 Teilnehmern stieß das Angebot INDEX KOMPASS International StartUps, ein Programm für Gründerinnen und Gründer und Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund, auf großes Interesse. Die Stadt unterstützte über die Wirtschaftsförderung das Projekt mit 75.000 €. Die KOMPASS gGmbH war Kooperationspartner für das Programm INDEX "Geschäftsideen für in Deutschland lebende Rückkehrer", das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird. Es richtet sich an in Deutschland lebende potentielle Rückkehrer, die durch unternehmerische Aktivitäten zur wirtschaftlichen Entwicklung in Ländern wie z.B. Marokko, Kamerun, Georgien und Ägypten beitragen. Das stärkt auch die lokale Wirtschaft in Frankfurt, denn es handelt sich um technologieorientierte Gründungen und Spin-Offs aus hiesigen Unternehmen. Das Programm wird koordiniert von CIM - Centrum für internationale Migration und Entwicklung. 75 Personen nahmen im Jahr 2011 diese Angebote wahr. In 2011 war die KOMPASS gGmbH Projektsteuerer des Interreg IVC-Projekts der EU "INDEX Entredi - Entrepreneurial Diversity". Ziel des europäischen Projektes war für die KOMPASSgGmbH, für Hessen ein Konzeptpapier zur Gründungsförderung für die neue EU-Förderperiode (2014-2020) zu erstellen und dabei im Austausch mit den beteiligten europäischen Regionen einen regionalen Aktionsplan zu erarbeiten. So soll sichergestellt werden, dass kommunale und regionale Interessen im Bereich Gründungsunterstützung mit in die neue Förderpolitik einfließen. Unterstützt wird das Projekt von der Vereinigung der Europäischen Regionen (AER). Somit erreichte die KOMPASS gGmbH eine europaweite Aufmerksamkeit. Nach wie vor unterstützt die KOMPASS gGmbH Unternehmen in allen Phasen. Dazu gehören Matching -Veranstaltungen und Events zu speziellen Themen oder für bestimmte Branchen. Der "Tag der Finanzierung" im November 2011 mit 105 Teilnehmern zeigte, dass dieses Thema auf starkes Interesse stößt. Das Sozialdezernat der Stadt Frankfurt am Main unterstützte, wie bereits oben erwähnt, die KOMPASS gGmbH im Jahr 2010 mit einem Sockelbetrag von 205.000 €. Projekte von jumpp - Frauenbetriebe e.V. Aus dem Haushalt der Stadt Frankfurt, Bereich "Förderung der Wirtschaft", wurden im Jahr 2011 die Projekte von jumpp - Frauenbetriebe e.V. mit insgesamt 75.000 € bezuschusst. Kennzahlen dieser geförderten Projekte für 2011: Leitstelle für die Unternehmensnachfolge = 383 Kunden Geschäftspartnerschaften und Kooperationen = 300 Kunden. Um die Quote der Unternehmerinnen zu erhöhen, wird die Unterstützung der beruflichen Selbständigkeit und des Wirtschaftspotenzials von Frauen fortgesetzt. Bereits seit etlichen Jahren berät jumpp - Frauenbetriebe e.V. im Sinne der Gleichstellung und Chancengerechtigkeit auch männliche Gründer und bietet Netzwerke an, die Geschäftspartnerschaften von Männern und Frauen nutzen
    . Kennzahlen für 2011(gerundet): 1.500 Kundinnen und Kunden mit 2.650 Beratungsstunden und 17.500 Qualifizierungsstunden. Migrationshintergrund: bei 35% der Kundinnen und Kunden. 2011 waren Gründungswillige aus der Türkei, Russland und dem Iran am aktivsten. jumpp - Frauenbetriebe e.V. unterstützt und begleitet selbständige Frauen mit Coachings, Seminaren und Projekten in allen Phasen ihrer Unternehmensentwicklung. In den letzten Jahren hat der Verein seine strategische Ausrichtung erweitert: Er baut das Angebot für Unternehmerinnen zur Existenzsicherung und die Fachberatungen stärker aus. Damit wird auf den erhöhten Bedarf an professioneller Begleitung bei strategischen Unternehmensentwicklungen wie Ausbau der Marktposition bzw. Wachstum, Suche nach Geschäftspartnerschaften oder Insolvenzabwehr reagiert. Gesamtzahl der beratenen Personen 1984 - 2011: 11.000, davon 8.000 betreute Gründungen. Verbleibquote nach 3 Jahren beträgt 73,5%. Ausblick Für 2012 ist bei den Gründer-Programmen für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose von einem starken Rückgang auszugehen. Insbesondere die Kürzung bei den von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Gründungszuschüssen ab Dezember 2011 führt dazu, dass nur noch wenige Personen aus diesem Kreis am Businessplan- und KfW-Coaching teilnehmen können.

  20. Schlussbemerkungen Wie in den Jahren zuvor unternahm die Stadt Frankfurt am Main auch im Jahr 2011 große Anstrengungen, um Frauen und Männer mit den unterschiedlichsten Problem- und Ausgangslagen den Zugang zum Erwerbsleben zu erleichtern bzw. zu ermöglichen. Das Ziel ist, die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erkennen und zu fördern und passgenaue Angebote zu schaffen, damit der Start ins Erwerbsleben ein erfolgreicher Start wird. Ein wichtiger Part ist und bleibt dabei, die Bereitschaft und Fähigkeit des einzelnen Menschen zur Leistung und zur Teilnahme am Erwerbsleben zu fördern. Insgesamt wurden für 2011 für die kommunale Beschäftigungsförderung der Stadt Frankfurt am Main rund 15.330.000 € investiert. Ein weiterer wesentlicher Punkt der lokalen Arbeitsmarktpolitik waren die Einwirkungsmöglichkeiten auf die lokale Förderung im Rahmen für das Sozialgesetzbuch II im Berichtszeitraum zuständigen Jobcenters Frankfurt am Main. Durch die Möglichkeit, die dort geplanten und durchgeführten Maßnahmen anhand der Behandlung in der Trägerversammlung zu beeinflussen und mitzubestimmen, ist ein weiteres großes Handlungsfeld kommunaler Gestaltung gegeben, das entsprechend genutzt wurde. Für die kommunale Beschäftigungspolitik besteht immer eine große Abhängigkeit von den Entwicklungen der gesamtwirtschaftlichen Bedingungen und bundespolitischer Gesetzgebung. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, erfolgreiche bzw. Erfolg versprechende Maßnahmen und Projekte für Zielgruppen umzusetzen, die ohne besondere Unterstützung durch das Leistungsspektrum des Sozialgesetzbuch II nicht oder nur schwer erreicht werden können. Anlage 1 (ca. 67 KB) Anlage 2 (ca. 122 KB) Anlage 3 (ca. 16 KB) Anlage 4 (ca. 14 KB)Nebenvorlage: Antrag vom 28.11.2012, NR 471 Antrag vom 28.11.2012, NR 472

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