Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung 2010
Vorlagentyp: B
Inhalt
Bericht des Magistrats vom 23.01.2012, B 27
Betreff: Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung 2010 Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 18.12.2003, § 6578 - NR 601/95 SPD, NR 702/96 GRÜNE, l. B 229/11 - Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung 2010 Inhalt
- Einleitung 1.1 Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahr 2010 1.2 Gegenstand des Berichts
- Fördermaßnahmen der Stadt Frankfurt am Main 2.1 Beschäftigungsförderung des Jugend- und Sozialamtes INDEX 2.2 Anteile des Frauenreferats an der kommunalen Beschäftigungsförderung 2.3 Angebote des Stadtschulamtes zur vertieften beruflichen Orientierung an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen 2.4 Beitrag der Wirtschaftsförderung Frankfurt - Frankfurt Economic Development - GmbH zur Existenzgründungs-Förderung
- Schlussbemerkung Anlage/Tabellen
- Einleitung 1.1 Entwicklung der Arbeitslosigkeit insgesamt
In Frankfurt am Main sank die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) von Dezember 2009 bis Dezember 2010 um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 %. Damit waren Ende 2010 25.544 Frauen und Männer in den Rechtskreisen SGB III und SGB II von Arbeitslosigkeit betroffen. Zum Vergleich: Im Dezember 2009 waren es 26.019 (- 3,4 % gegenüber 2008). Damit setzte sich die positive Entwicklung des Jahres 2009 auch 2010 fort. Am auffälligsten war der Rückgang der Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer bei den unter 25-Jährigen (-6,5 %) und den Langzeitarbeitslosen (-5 %). Entgegen dem allgemeinen Trend ist allerdings die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre (+10,4 %) und den Schwerbehinderten ohne Arbeit (+9,7 %) angestiegen. Neben dem leichten Rückgang der Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2010 war ein im Vergleich zum Vorjahr geringfügig höherer Zuwachs der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu verzeichnen. Die Zahl der am Arbeitsort Frankfurt am Main sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer und Frauen lag im Dezember 2010 bei 495.366 und damit um 1.689 oder 0,3 % höher als im Dezember - Arbeitslose im Dezember 2010 und Veränderung ihrer Zahl gegenüber Dezember 2009 nach verschiedenen Merkmalen in Frankfurt am Main absolut und in % Merkmal Bestand im Dezember 2010 Veränderung gegenüber Dezember 2009 absolut in % Männer 14.227 -297 -2,0 Frauen 11.317 -178 -1,5 Jüngere unter 25 Jahren 2.026 -141 -6,5 darunter: über 6 Monate arbeitslos 497 -8 -1,6 darunter: unter 20 Jahren 421 -94 -18,3 über 25 Jahre und langzeitarbeitslos 7.799 -407 -5,0 50 Jahre und älter 6.791 639 10,4 darunter: 55 Jahre und älter 3.931 537 15,8 Langzeitarbeitslose 7.872 -416 -5,0 Schwerbehinderte 1.678 148 9,7 Ausländer(-innen) 9.915 -206 -2,0 Arbeitslose SGB II 18.705 -342 -1,8 darunter: Frauen 8.268 -179 -2,1 Arbeitslose SGB III 6.839 -133 -1,9 darunter: Frauen 3.049 1 0,0 insgesamt 25.544 -475 -1,8 Quelle: Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsmarkt in Zahlen. Berichtsmonat Dezember
- Report für Kreise und kreisfreie Städte. Frankfurt am Main. Stadt (06412) Überdurchschnittlich hoch war Ende 2010 die Arbeitslosenquote der Ausländerinnen und Ausländer mit 11,9 % (2009: 12,3 %). Unterdurchschnittliche Arbeitslosenquoten hatten Ende 2010 demgegenüber die 15- bis unter 25-Jährigen mit 6,7 % und Frauen mit 7,0 %. Von den 25.544 Frankfurter Arbeitslosen am Jahresende 2010 gehörten 18.705 (73,2 %) zum Rechtskreis SGB II und wurden von der Rhein-Main Jobcenter GmbH betreut. Nur ca. ein Viertel der Arbeitslosen waren dem Rechtskreis SGB III zuzuordnen, der in die Zuständigkeit der örtlichen Agentur für Arbeit fällt. Ende 2010 gab es 46.999 erwerbsfähige Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II, von denen 18.705 (39,8 %) arbeitslos im Sinne der gesetzlichen Definition waren. Die anderen erwerbsfähigen Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II erfüllten die Kriterien nicht, um als arbeitslos im Sinne des SGB III zu gelten. Insbesondere werden Personen, die an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik wie z. B. an Arbeitsgelegenheit nach § 16d SGB II teilnehmen, in der Statistik nicht als Arbeitslose gezählt. Bei beiden Rechtskreisen ist der Anteil der arbeitslosen Frauen mit 44,2 % (SGB II) bzw. 44,6 % (SGB III) nahezu identisch. 1.2 Gegenstand des Berichts Dieser Bericht fasst die Aktivitäten des Jugend- und Sozialamtes, des Frauenreferats, des Stadtschulamtes und der Wirtschaftförderung Frankfurt am Main zur kommunalen Beschäftigungsförderung zusammen. Über die Beschäftigungsförderung der Rhein-Main Jobcenter GmbH bzw. in der Folge des Jobcenter Frankfurt am Main wird gesondert berichtet. Die mit diesem Bericht vorgelegten Zahlen sind nicht durchgängig nach Geschlechtern oder Migrationshintergrund aufgeschlüsselt, weil nicht in allen Bereichen und Projekten entsprechende Erhebungen durchgeführt wurden.
- Fördermaßnahmen der Stadt Frankfurt am Main 2.1 Beschäftigungsförderung des Jugend- und Sozialamtes Aus dem Haushalt des Jugend- und Sozialamtes wurden 2010 insgesamt 8.937.515 € für die kommunale Beschäftigungsförderung verausgabt. Die Beschäftigungsförderung des Jugend- und Sozialamtes umfasst Maßnahmen für junge Menschen, die unter 25/27 Jahre alt sind (U 25/27-Jährige) [1] , und Angebote für ältere arbeitslose Erwachsene im Rahmen der Arbeitshilfe (Ü 25/27-Jährige) 1 auf der Rechtsgrundlage der Sozialgesetzbücher SGB II (Grundsicherung), SGB III (Arbeitslosenversicherung, Arbeitsförderung), SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) und SGB XII (Sozialhilfe). Die Angebote für U 25-Jährige umfassen Beratungsangebote, Berufsorientierung, Maßnahmen zur Ausbildungsvorbereitung und -begleitung sowie betriebliche und überbetriebliche Ausbildungsplätze. Ziel ist es, junge Menschen - abgestimmt auf deren persönlichen Bedarfen - auf das Berufsleben vorzubereiten und so zu stärken, dass sie auf dem ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eine Beschäftigungschance haben. In der Mehrzahl der Fälle werden die Jugendlichen bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche unterstützt und in den Übergangsphasen begleitet. Beratungen zur Ausbildungsplatzsuche, Berufsorientierung, Lebensplanung und Kompetenzfeststellung, teilweise speziell für junge Mädchen und Frauen, teilweise stadtteilbezogen, bieten einen umfassenden arbeitsmarktlichen Einstieg wie individuelle Nutzungsmöglichkeiten. Insgesamt gibt es acht Anlaufstellen im Stadtgebiet, die von jungen Menschen genutzt werden. Diese Beratungsstellen arbeiten eng mit den Schulen zusammen, unterstützen den Weg in eine weiterführende Schule oder die berufliche Orientierung und Kompetenzfeststellung. Sie sind vernetzt mit Trägern, um ggf. in weiterführende Maßnahmen vermitteln zu können. Dabei liegt der Fokus der Förderungen auf Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 27 mit multiplen Problemlagen (Schulden, Sucht etc.). Insbesondere für diese Zielgruppe ist eine Lebens- und Berufswegeplanung (Case-Management) sowie die gute Netzwerkarbeit der Beratungsstellen von besonderer Bedeutung. Insgesamt haben 1.949 junge Menschen (davon 1.214 mit Migrationshintergrund) im Jahr 2010 das Angebot der Beratungsstellen wahrgenommen. Für diese Beratungsleistungen wurden 915.737 € verausgabt. In dieser Summe ist eine Kofinanzierung der Kompetenzagentur enthalten. Bei der Kompetenzagentur handelt es sich um eine Maßnahme, die im Rahmen des ESF-(EuropäischerSozialFond) Programms "Jugend stärken" (siehe Anlage Tabelle Beratungen, Seite 1) gefördert wird. Die berufsvorbereitenden wie -orientierenden Maßnahmen verbinden zu unterschiedlichen Anteilen schulische und berufliche Orientierung und Qualifizierung, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildungsbegleitung, häufig geknüpft an eine Beschäftigung und Qualifizierung in der betrieblichen bzw. außerbetrieblichen Ausbildung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Maßnahmen sind junge Menschen, die aufgrund individueller Schwierigkeiten keinen direkten Zugang zum ersten Arbeitsmarkt gefunden haben. In diesen Maßnahmen werden neben schulischem und beruflichem Wissen Kompetenzen und Lebensperspektiven vermittelt. Leistungsgegenstand ist also die Verbesserung der Ausbildungs- und Berufsreife, mit dem Ziel des erfolgreichen Einstiegs in Ausbildung oder Beruf aufgrund vermittelter Schlüsselkompetenzen, insbesondere sozialer Kompetenz und Arbeitsmotivation. Nachfolgend sind diese Angebote beispielhaft aufgelistet [2]: o Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss o Berufsorientierung und Qualifizierung für junge Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund o Berufsorientierung und Qualifizierung junge Männer o Lernförderung in der Ausbildung (LIA) o Förderung in der Ausbildung (FIDA) o Ausbildungsvorbereitung in einem Schulcafé wie in einem Schulrestaurant o Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung zum Maler und Lackierer im Stadtteilprojekt "Lack-Zack" o Begleitung in der Ausbildung o Ausbildungsverbünde o Teilzeitausbildung für junge Mütter o Ausbildung für junge Migrantinnen zur Bürokauffrau o Ausbildung zum/r Schreiner/-in, zum/r Servicefahrer/-in, zur Fachkraft im Hotel- und Gaststättengewerbe, zur Kauffrau im Einzelhandel/Verkäuferin sowie zur Kauffrau für Bürokommunikation o Ausbildung im Rahmen von Bike-Point (Fahrradservice) Die benannten Ausbildungsplätze wurden zusätzlich zum bestehenden Ausbildungsplatzangebot auf dem ersten Arbeitsmarkt und zu den Berufsausbildungsplätzen in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) der Bundesagentur für Arbeit sowie der Rhein-Main Jobcenter GmbH geschaffen. Der Bedarf ist namentlich gegeben bei jenen jungen Menschen, die weder den Anforderungen einer regulären betrieblichen Ausbildung noch den Anforderungen einer BaE der Bundesagentur für Arbeit wie der Rhein-Main Jobcenter GmbH gewachsen sind. Diese benötigen vielmehr Unterstützungsangebote wie u.a. intensive individuelle sozialpädagogische Betreuung, um überhaupt die Ausbildungsreife zu erlangen und sich im Leben und in der Arbeitswelt behaupten zu können. Die kommunalen Maßnahmen zur schulischen und beruflichen Orientierung, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildungsbegleitung und Ausbildung wurden von 920 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (davon mehr als 2/3 mit Migrationshintergrund) in Anspruch genommen. Insgesamt erreichte die Förderung von benachteiligten jungen Menschen mit besonders hohem, vielfältigem und langem Förderbedarf im Rahmen der schulischen und beruflichen Orientierung, Ausbildungsvorbereitung, Ausbildungsbegleitung und Ausbildung 1.405 junge Menschen (siehe Anlage Tabelle Angebote U 25, Seiten 2-4). Kommunale Mittel in Höhe von 207.350 € flossen in diesem Bereich auch als Kofinanzierungen in die ESF-Programme "Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen" und "Bewerbungszentrum". Die Angebote in dem Bereich Ausbildung mit der schulischen und beruflichen Orientierung und Qualifizierung, der Ausbildungsvorbereitung und der Ausbildungsbegleitung für junge Menschen (U 25) wurden insgesamt mit 3.707.187 € gefördert. Neben den Projekten der Jugendberufshilfe richten sich zahlreiche Maßnahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung der Stadt Frankfurt am Main an erwachsene Menschen. Es stehen dabei insbesondere jene Personengruppen im Fokus, die aufgrund multipler Problemlagen vergleichsweise weit vom allgemeinen Arbeitsmarkt entfernt sind. In der Anlage (Tabelle Angebote Ü 25, Seiten 5-11) sind die einzelnen Maßnahmen und Angebote detaillierter beschrieben. Bestandteil der Aufzählung sind ebenfalls Projekte, die im Rahmen von Landesmitteln gefördert werden; drei dieser Projekte innerhalb des Landesprogramms "Passgenau in Arbeit (PIA)" richten sich auch an Jugendliche. Die Zielgruppe der Angebote innerhalb dieses Landesprogramms ist durch besonders hohe soziale und/oder biographische Hürden gekennzeichnet, die einer unmittelbaren Integration in den ersten Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt entgegenstehen. Während das Programm "Perspektive mit Plan" beispielsweise Jugendliche anspricht, die vorrangig ihre grundlegende existenzielle Lebensorganisation bewältigen müssen, werden in der Maßnahme des Internationalen Familienzentrums e.V. Jugendliche gefördert, die straffällig geworden sind und über die Jugendgerichtshilfe zugewiesen werden. Für Erwachsene gliedern sich die Angebote der kommunalen Beschäftigungsförderung in die Bereiche Berufsorientierung und -vorbereitung, Beschäftigung und Ausbildung. Die kommunalen Beschäftigungsangebote beinhalten die Förderung von 56 sozialversicherungspflichtigen (Vollzeit-) Arbeitsstellen, die in Form von Beschäftigungszuschüssen in Kofinanzierung mit dem Rhein-Main Jobcenter erfolgt. Im Unterschied dazu dienen die ebenfalls kofinanzierten Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II vorrangig der Vorbereitung des Wiedereinstiegs ins Erwerbsleben. Im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten geht es namentlich darum, die Entwicklung von Tagesstrukturen zu ermöglichen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer langsam wieder an Arbeitsprozesse heran zu führen. Gleichzeitig werden auch Qualifizierungsbausteine in modularer Form angeboten, um langfristig die Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Beispielhaft seien hier Projekte wie der Energiesparservice, der Einkaufsservice oder auch die Internationale Gästebetreuung genannt. Arbeitsgelegenheiten sind darüber hinaus von großem gemeingesellschaftlichen Nutzen gekennzeichnet, den die Stadt und ihre Bewohner aus ihnen ziehen. Weitere Programme eröffnen im Unterschied zu den Regelinstrumenten des zweiten und dritten Sozialgesetzbuches auch Erwachsenen die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren. Während beim Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e.V. (VbFF) Frauen über 25 Jahre in unterschiedlichen Ausbildungsgängen begleitet werden, bildet Basis e.V. langzeitarbeitslose ehemalige Drogengebraucher zwischen 25 und 45 Jahre zum Garten- und Landschaftsbauer aus. Mit dem "Frankfurter Weg zum Berufsabschluss" erhalten z. B. bei der Werkstatt Frankfurt oder bei Cariteam langzeitarbeitslose Erwachsene die Chance, einen Berufsabschluss zu erwerben. Diese Förderung der beruflichen Weiterbildung erfolgt über Bildungsgutscheine durch die Rhein-Main Jobcenter GmbH. Bei den Maßnahmen der Berufsorientierung und -vorbereitung steht die Kompetenzstärkung der Teilnehmenden im Vordergrund; die Vermittlung in Arbeit ist langfristiges Ziel. Während das Programm "Perspektive für ein Leben mit Arbeit" langzeitarbeitslose Erwachsene aus dem Rechtskreis des SGB II unabhängig von ihrem Geschlecht als Zielgruppe hat, ist eine ganze Reihe der Angebote vorrangig an Frauen gerichtet. Diese übernehmen traditionell stärker Familienpflichten, die einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit häufig entgegenstehen und ihre Erwerbsbiographie ist in vielen Fällen von Brüchen gekennzeichnet. So begleitet beispielsweise "Schritt für Schritt ins Erwerbsleben" den beruflichen Wiedereinstieg nach der Familienphase für SGB II-Empfängerinnen, das Frauen Softwarehaus schult hinsichtlich des Computereinsatzes im Berufsalltag und die Maßnahme "Stark mit Kind" fördert junge Alleinerziehende mit Kindern unter drei Jahren. Das Programm "Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt" richtet sich an Frauen mit Migrationshintergrund. Diese Zielgruppe benötigt besondere Unterstützung, da sich die Kopplung mehrerer sog. "Vermittlungshemmnisse" als besonders hohe Hürde bei der Integration in Arbeit erweist (wenn also beispielsweise familiäre Verpflichtungen wie Pflege oder Kinderbetreuung übernommen werden und gleichzeitig sprachlichen Barrieren gegeben sind). Besonders intensive Begleitung bei der Integration in Beschäftigung benötigen auch (ehemalige) Drogengebrauchende und Substituierte. Regelinstrumente der Beschäftigungsförderung nach dem SGB III werden den besonderen Anforderungen dieses Personenkreises nicht gerecht. Neben dem bereits weiter oben angeführten Ausbildungsprojekt zum Garten- und Landschaftsbauer fördert die Stadt Frankfurt am Main daher im Rahmen des Landesprogramms "Passgenau in Arbeit (PiA)" zwei weitere Maßnahmen der integrativen Drogenhilfe. Im Vordergrund stehen hier die persönliche Stabilisierung der Teilnehmenden, die Wiederherstellung ihrer Erwerbsfähigkeit, die berufliche Orientierung und ein erster Einstieg in Qualifizierungsmodule. In Angebote für Menschen Ü 25 wurden im Jahre 2010 insgesamt aus kommunalen Mitteln 4.314.591 € investiert. 2.2 Beratung und berufliche Qualifizierung von Mädchen und Frauen - ein Beitrag des Frauenreferats zur kommunalen Beschäftigungsförderung 2010 Das Frauenreferat fördert seit seiner Gründung Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von Frauen. Priorität haben Angebote für Frauen, die beim Zugang zu beruflicher Bildung und existenzsichernder Beschäftigung vor besonderen Herausforderungen stehen. Das können (langzeit)arbeitslose Frauen wie auch Berufsrückkehrerinnen oder Mädchen/junge Frauen mit schwierigen Ausgangsbedingungen für eine Berufsausbildung sein. In den genannten Gruppen sind zugewanderte Frauen und alleinerziehende Mütter in aller Regel mit zusätzlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Qualifizierte Unterstützung ist die Voraussetzung, um sowohl die Komplexität der Lebenslagen als auch die Ressourcen und Stärken der Frauen in den Prozess ihrer beruflichen Entwicklung einzubeziehen. Dies ist in den durch das Frauenreferat geförderten Angeboten und Maßnahmen gewährleistet. Durch das Frauenreferat geförderte Träger und Projekte Aus dem Haushalt des Frauenreferats wurden 477.406 € für Angebote zur Beratung und beruflichen Qualifizierung von Mädchen und Frauen eingesetzt. Davon entfielen 464.906 € auf kontinuierlich geförderte Leistungsbereiche. Des Weiteren wurden drei Vorhaben mit 12.500 € aus innovativen Mitteln gefördert. Im Folgenden werden die 2010 bezuschussten Träger und Projekte mit ihren jeweils geförderten Bereichen aufgeführt, siehe Anlage Tabelle Frauenreferat, Seite
- Der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e. V. setzt sich für die Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in Ausbildung und am Arbeitsmarkt ein. Seine Beratungsstelle "Neue Wege - Neue Pläne" bietet Weiterbildungsberatung für Frauen an und unterstützt sie in den unterschiedlichsten Berufs- und Lebenssituationen bei der beruflichen Standortbestimmung und Neuorientierung. Auch an der Erstausbildung für junge Migrantinnen zur Bürokauffrau, die erfolgreich im Lernortverbund von Betrieben, Berufsschulen und Träger durchgeführt wird, beteiligt sich das Frauenreferat, ebenso wie das Dezernat Soziales, Senioren, Jugend und Recht regelmäßig durch einen Zuschuss. Der "Verein" realisiert gemeinsam mit zwei weiteren Trägern das Forum Berufsrückkehr für Frauen, die nach einer familienbedingten Unterbrechung zurück in die Erwerbsarbeit wollen. Zuschuss des Frauenreferats an den Verein zur beruflichen Förderung: 90.475 € für die Beratungsstelle, 19.025 € für die Erstausbildung, insgesamt 109.500 €
- berami - berufliche Integration e. V. bietet berufliche Orientierung und Qualifizierung für Migrantinnen und Aussiedlerinnen aller Qualifikationsniveaus und unterstützt sie beim Zugang zu Weiterbildung und Erwerbsarbeit. Das Frauenreferat förderte wie in den Vorjahren die "Beratung für Arbeit, Bildung und Beruf" für Frauen, die mit der Lebens- und Arbeitswelt der deutschen Gesellschaft und häufig auch mit der deutschen Sprache nicht genügend vertraut sind, sowie die "Brückenbausteine zum Beruf" für Migrantinnen, die identifizierbare einzelne Elemente für ihre berufliche Entwicklung brauchen. berami beteiligte sich gemeinsam mit zwei weiteren Trägern am Forum Berufsrückkehr und erhielt außerdem eine Förderung für das sehr erfolgreiche Projekt "Mentoring für Migrantinnen". Im dritten Jahr gefördert wurde das "Lernhaus für Frauen", in dem interkulturelle Kompetenzen vermittelt und - als Nebenwirkung - die Arbeitsmarktchancen der Teilnehmerinnen verbessert werden. Zuschuss des Frauenreferats an berami: insgesamt 225.696 €
- Das Frauen-Softwarehaus e. V. bietet u. a. Beratung und Information im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Frauen werden über die aktuellen marktrelevanten Qualifikationsanforderungen informiert und bei der Auswahl von adäquaten Weiterbildungsmöglichkeiten für ihren Kenntnisstand und ihre beruflichen Zielsetzungen beraten. Das Frauen-Softwarehaus beteiligte sich ebenfalls gemeinsam mit berami und dem Verein zur beruflichen Förderung von Frauen am Forum Berufsrückkehr und führte Internetkurse für Migrantinnen durch. Für dieses Angebot wurde das Frauen-Softwarehaus im Wettbewerb "Wege ins Netz 2010" des Bundeswirtschaftsministeriums mit dem ersten Preis in der Kategorie "Erste Wege ins Netz: Interneteinsteiger begeistern" ausgezeichnet. Zuschuss des Frauenreferats an das Frauen-Softwarehaus: 35.165 €
- jumpp - Frauenbetriebe e. V. unterstützt Frauen bei der Gründung und Sicherung von Unternehmen: durch Existenzgründungsberatungen und Kurse nach dem sozioökonomischen Beratungs- und Qualifizierungsansatz, Coachings und Aufbauberatung. Durch eine Vielzahl von Netzwerkaktivitäten wird das frauenspezifische Gründungswissen für die regionale Struktur-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung nutzbar gemacht. Zuschuss des Frauenreferats an die Frauenbetriebe für diesen Bereich: 94.545 € Darüber hinaus wurden 12.500 € aus innovativen Mitteln für drei weitere Vorhaben eingesetzt. jumpp - Frauenbetriebe e. V. erhielt für das weitgehend aus ESF- und Landesmitteln finanzierte Projekt "Qualifizierung für Geschäftspartnerschaften" einen Zuschuss von 10.000 €. beramí bekam für die Fachtagung "Mentoring als Instrument zur nachhaltigen Förderung hochqualifizierter Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt" einen Zuschuss von 2.000 €, und mit 500 € wurde das Mentoring - Forum der BücherFrauen e.V. gefördert. Ein Teil der genannten kommunalen Zuschüsse wurde als Kofinanzierung für eine Beteiligung am Landesprogramm "Netzwerk Wiedereinstieg" eingesetzt, so dass es auf diesem Wege gelang, beträchtliche zusätzliche ESF- und Landesmittel zu akquirieren. Sie kommen der Zielgruppe derjenigen Frauen zugute, die nach einer Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit wieder in das Erwerbsleben einsteigen wollen. Programm-Standorte 2010 waren Frankfurt am Main, Darmstadt, Wiesbaden und Gießen. In Frankfurt am Main sind die vier Träger berami e. V., Frauen-Softwarehaus e. V., jumpp Frauenbetriebe e. V. und der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen mit jeweils eigenen Angeboten beteiligt. Das Programm wurde von Oktober 2009 bis September 2011 bewilligt, für diesen Zeitraum fließen rund 570.000 € zusätzliche Mittel nach Frankfurt am Main. Wegen der guten Ergebnisse des Programms wurde seine Laufzeit zwischenzeitlich durch das Land Hessen bis Ende 2012 verlängert. Als weitere erfolgreiche Initiative des Frauenreferats im Bereich der Beratung und beruflichen Qualifizierung von Mädchen und Frauen ist auch für 2010 der Girls' Day zu nennen. Es beteiligten sich erneut etwa 2.000 Schülerinnen und eine Vielzahl von Ämtern, Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen. Ganz exakt kann weder die Zahl der Mädchen noch die der Unternehmen benannt werden, da eine Reihe von Firmen ihre Plätze nicht über die Online-Plattform des Girls' Day, sondern direkt an die Töchter ihrer Beschäftigten vergeben. Hervorzuheben ist die Beteiligung der Stadtverwaltung Frankfurt am Main, sie stellte in 11 Ämtern mehr als 70 Plätze bereit. Durch das Engagement der Stadtentwässerung und der Schule am Sommerhoffpark wurde es möglich, dass 2010 erstmals Mädchen mit Behinderungen teilnehmen konnten: Fünf gehörlose Mädchen erlebten ihren ersten Girls' Day in Begleitung einer Gebärdendolmetscherin. Auch in den nächsten Jahren sollen angemessene Plätze für Mädchen mit Behinderungen zur Verfügung stehen. Angesichts der großen Attraktivität des Girls' Day bleibt es das Ziel, noch mehr Unternehmen und Institutionen für eine Beteiligung zu gewinnen, damit dem Interesse aller Schülerinnen entsprochen werden kann. Wie in den Vorjahren wurde auch 2010 wieder eine gemeinsame Fachveranstaltung mit der Agentur für Arbeit durchgeführt. "Frauen als Gewinnerinnen der Wirtschaftskrise?" war das Thema, das auf große Resonanz innerhalb der Frankfurter Fachöffentlichkeit stieß. 2.3 Angebote des Stadtschulamtes zur vertieften beruflichen Orientierung an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen Berufsorientierung in der Schule ist eine pädagogische Aufgabe und hat die möglichst optimale Entwicklung der Jugendlichen im Hinblick auf ihre biografische Selbstkompetenz zum Ziel, hierzu gehört die Herstellung von Ausbildungsreife ebenso wie die Persönlichkeitsentwicklung. Sie bewegt sich einerseits innerhalb der klassischen Jugendhilfe-Kategorien und zielt darauf Lebenschancen zu eröffnen und zu erweitern, Verständnis und Einsicht, auch im Zusammenleben mit anderen, zu fördern, Handlungsoptionen zu verdeutlichen sowie Entscheidungs- und Handlungsfähigkeiten zu steigern. Daneben soll die Berufswahl- und die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen gestärkt werden, auch um den Nachwuchsbedürfnissen der Wirtschaft gerecht zu werden. [3] Die schulischen und berufsbezogenen Prozesse stehen in enger Verbindung zu den persönlichen Entwicklungsaufgaben, die die Jugendlichen bewältigen müssen: Bildung einer eigenen Identität, Definition der eigenen geschlechtsspezifischen Rolle, Überwindung von kulturellen und milieuspezifischen Barrieren, Existenzsicherung, Zukunftsplanung etc. Berufsorientierung ist eine individuelle Lernleistung der Jugendlichen, die eine permanente Annäherung zwischen den zwei Polen Individuum und Arbeitswelt erfordert. Die Rolle der schulischen Fachkräfte [4] ist eine beratende und moderierende. Zu den wesentlichen Merkmalen der Ausbildungsreife zählen Zuverlässigkeit, die Bereitschaft zu lernen und Leistung zu zeigen, Verantwortungsbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, einfaches Kopfrechnen, Sorgfalt, Rücksichtnahme und die Fähigkeit zur Selbstkritik, Höflichkeit und Toleranz, Konfliktfähigkeit, die Beherrschung der Grundrechenarten.[5] Die berufliche Orientierung gehört zum schulischen Auftrag. Schule soll Jugendliche zur Ausbildungsreife führen, die Grundlage für die Lern- und Leistungsbereitschaft legen, schulische Aufgaben mit einem stärkeren Praxisbezug anbieten. Die Förderung der Berufsorientierung setzt im Jahrgang 7 an, Formate werden analog der OloV-Qualitätsstandards entwickelt. (OloV steht als Abkürzung für die landesweite Strategie zur "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen".) Die schulischen Angebote werden durch die Bereitstellung von spezialisierten Projekten in der Schule zur professionellen Begleitung auf dem Weg in den Beruf, mit der Priorität der Vermittlung in eine Ausbildungsstelle des ersten Arbeitsmarktes, ergänzt. Allerdings steigt seit einigen Jahren die Anzahl der Jugendlichen in den Hauptschul-Abschlussklassen (H9/H10) mit Anschlusswunsch für eine weiterführende Schule. Der frühe Ausbildungsbeginn wird weniger häufig angestrebt. Kompetenzerfassung im Jahrgang 7 Im Rahmen der Umsetzung der OloV-Qualitätsstandards werden Kompetenzerfassungen im Jahrgang 7 etabliert. Die Erstellung eines Kompetenzprofils leitet die Phase der Berufsorientierung in den Schulen ein. Die Kompetenzerfassung soll dem jungen Menschen, seinen Eltern, den Kooperationspartnern in der Schule und den Praxisbetrieben seine Kompetenzen, Entwicklungspotentiale und beruflichen Interessen aufzeigen. Mit dem Förderprogramm "Jugendhilfe in der Schule" ist an 29 Schulen in Frankfurt am Main im Jahrgang 7 ein Träger der freien Jugendhilfe vertreten. Eine Umsetzung des Vorhabens erfolgt demnach mit den vor Ort tätigen Trägern in Zusammenarbeit mit der Schule. Die Erfassung der Kompetenzen und die zielgerichtete Förderung der Ausbildungsreife[6] sind in den Auftragsschwerpunkten "Soziales Kompetenztraining" und "Berufsorientierung" im Förderprogramm Jugendhilfe in der Schule bereits enthalten und sollen gemeinsam mit den Trägern und Schulen weiter entwickelt und methodisch fundiert werden. Gemeinsam mit den Lehrkräften werden Methoden angewendet, die in den schulischen Kontext passen und den Grundprinzipien der "Jugendhilfe in der Schule" angemessen sind. Am 01.Oktober 2010 startete die Modellphase der Kompetenzerfassung im Jahrgang 7 mit fünf Schulen der Schulformen Schule für Lernhilfe (1 Schule), Hauptschule (4 Schulen, davon sind zwei Haupt- und Realschule) und insgesamt 143 Schülerinnen und Schüler. Mit der Durchführung sind die an der Schule tätigen Träger der Jugendhilfe beauftragt. Die Durchführung folgt der Empfehlung der AG78 Kinder- und Jugendarbeit und beinhaltet zwei Phasen: eine handlungsorientierte Phase mit Beobachtungseinheiten im ersten Schulhalbjahr und die Phase der Auswertung, Kommunikation und Förderplanung im zweiten Schulhalbjahr. Bausteine der Kompetenzerfassung: PHASE 1: unterrichtsintegrierte Praxiseinheiten (IB-PRAXIS Handbuch) PHASE 2: ● der Schülerprofilbogen nach dem Wiesbadener Modell (KEP) ● die Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler und die Einschätzung durch Peers ● das Schülerinnen und Schüler / Elterngespräch Feedbackgespräch zum Kompetenzprofil Anhand des Schülerprofilbogens erfolgt eine Typisierung mit Förderempfehlung. Konkrete Angebote zur Kompetenzentwicklung werden für den Jahrgang 8 entwickelt. Die Ergebnisse der Kompetenzerfassung finden Eingang in die Förderplanung der Schule. Praxisorientierte Kompetenzentwicklung Die Praxisorientierte Hauptschule beinhaltet Praxislernen mit Experten in Lernwerkstätten inner- und außerhalb des Unterrichts. In den Bereichen Metall, Holz, Kochen, Fotografie, Sport und Theater werden den Schülerinnen und Schülern auch in der schulfreien Zeit Lernferien angeboten. Diese Angebote der Praxisorientierten Hauptschule sind projekt- und produktorientiert ausgerichtet und zunehmend in die Angebote der Jugendhilfe in der Schule integriert. Ausbau und Ausrichtung der Praxisorientierten Hauptschule folgt dem OloV-Standard BO4. Schule und Beruf - SchuB Im Schuljahr 2010/2011 wird die Förderung von sechs SchuB-Maßnahmen (106 Schülerinnen und Schüler) in 2 Integrierten Gesamtschulen, 1 Hauptschule, 1 Haupt- und Realschule sowie 2 Schulen für Lernhilfe kommunal fortgeführt. Schulen konnten vorerst letztmalig die Einrichtung einer solchen Klasse beim Hessischen Kultusministerium beantragen. SchuB-Klassen werden in Hauptschulen, Gesamtschulen und Förderschulen (hier Praxisklassen) durch das Hessische Kultusministerium auf Antrag der Schule eingerichtet und können gute Ergebnisse vorweisen. Durch die Verknüpfung des Lernens in Schule und im Betrieb sowie durch gezielte individuelle Förderung ist es gelungen, dass Schülerinnen und Schüler, die in der Regelklasse wahrscheinlich keinen Hauptschulabschluss erreicht hätten, erfolgreich die Schule abschließen konnten und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Der Einsatz von Sozialpädagogischen Fachkräften in den SchuB-Klassen erleichtert eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler in ihrer kognitiven und sozialen Entwicklung. Die enge Begleitung durch sozialpädagogische Fachkräfte trägt deshalb maßgeblich zum Erfolg des SchuB Projektes bei. Frankfurter Hauptschulprojekt (frankfurterhauptschulprojekt) Das frankfurterhauptschulprojekt wurde im Schuljahr 2010/11 an 20 Schulen, die den Hauptschulabschluss ermöglichen, für Schülerinnen und Schüler in den
- Klassen und in den
- Hauptschulklassen angeboten. Es ist ein Kooperationsprojekt in gemeinsamer Finanzierung des Stadtschulamtes und des Staatlichen Schulamts Frankfurt am Main. Mit der Durchführung des Projektes ist die Gesellschaft für Jugendbeschäftigung (gjb) beauftragt. Das frankfurterhauptschulprojekt setzt in den Abschlussklassen an und will mehr Schülerinnen und Schülern mit Hauptschulabschluss den Weg in die Ausbildung eröffnen. Dafür setzen sich die Jugendlichen in der Schule mit ihren Interessen und Stärken sowie mit ihren Berufswünschen auseinander, entscheiden sich für einen Ausbildungsberuf, der zu ihnen passt, und entwickeln eine Bewerbungsstrategie. In diesem Prozess werden sie von ihren Lehrern, Berufsberatern und den Mitarbeitern des frankfurterhauptschulprojekt begleitet und unterstützt. Das frankfurterhauptschulprojekt arbeitet eng mit Partnerunternehmen zusammen, deren Vertreter gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ihre Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsstrategie prüfen und ihnen Hinweise geben, wie sie sich erfolgreich bewerben können. Die kooperierenden Unternehmen gewinnen durch diese Kontakte einen guten Einblick in die Kompetenzen und Qualifikationen von Hauptschülerinnen und -schülern und deren Potential für eine betriebliche Ausbildung. Partnerunternehmen sind: Adecco Personaldienstleistung GmbH, AllessaChemie GmbH, Continental Teves AG & Co. KG, Convotis AG, Dachser GmbH & Co. GmbH, DB Services Südwest GmbH, Elektro Ehinger GmbH, Evonik Industries AG, Frankfurt Sheraton Hotel, Hessischer Rundfunk, Holding GmbH & Co. KG, Intercityhotel-Steigenbergergruppe, Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG, MCE Bank GmbH, Mensinger GmbH, PriceWaterhouseCoopers AG, Samson AG, Sandvik Günther & Co. GmbH, Siemens AG, Wirtschaftsjunioren, WISAG Facility Service, Yaskawa Electric Europe GmbH. Ergebnisse im Schuljahr 2010/11: Die Koordinierungsstelle frankfurterhauptschulprojekt erfasst die Daten der Schülerinnen und Schüler in den Abgangsklassen, um ihren Status der beruflichen Orientierung zu dokumentieren und um den weiteren Prozess im Übergang Schule-Beruf zu begleiten. Die Koordinierungsstelle hat im Schuljahr 20010/11 insgesamt 929 Schülerdaten aus 20 Schulen erfasst. Davon besuchten 654 Schülerinnen und Schüler die Jahrgangsstufe 9 und 275 Schülerinnen und Schüler die Jahrgangsstufe
- 380 Schülerinnen und Schüler haben zu Beginn des Schuljahres einen Ausbildungswunsch geäußert, davon haben 75 Schülerinnen und Schüler, also knapp 20 %, einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Gut 23 % der zum Schuljahresbeginn erfassten 929 Schülerinnen und Schüler besuchen eine weiterführende allgemeinbildende Schule um einen höheren Abschluss zu erreichen. An eine Berufliche Schule sind rd. 44 % der Schülerinnen und Schüler der
- und
- Klassen aus dem frankfurterhauptschulprojekt gewechselt. Die Übermittlung der Ergebnisse des Beratungsprozesses an die sozialpädagogischen Fachkräfte in den Projekten der beruflichen Schulen ist dabei gewährleistet. Bei 145 Jugendlichen erfolgte eine Meldung an die Rhein-Main Jobcenter GmbH mit der Perspektive Übergang in Maßnahmen der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Weitere 16 Jugendliche haben die Schule ohne schulischen oder beruflichen Anschluss verlassen. In der Datenbank zum frankfurterhauptschulprojekt sind aktuell 1.699 Ausbildungsbetriebe mit Kooperationswunsch aus dem Raum Frankfurt am Main erfasst. Sozialpädagogische Förderangebote und Berufswegeplanung in Beruflichen Schulen Die Stadt Frankfurt am Main fördert seit dem Schuljahr 2007 Berufsschülerinnen und Berufsschüler in allen 16 Beruflichen Schulen mit sozialpädagogischen Angeboten und Maßnahmen zur beruflichen Orientierung und Ausbildungsvorbereitung sowie der Prävention und Intervention bei Abbruch der Ausbildung. Das Arbeitsfeld der Koordinierungs- und Beratungsstelle für die sozialpädagogische Förderung umfasst zentrale und dezentrale Dienstleistungen, die im Schuljahr 2009/2010 bedarfsgerecht weiterentwickelt und erweitert wurden. Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche mit besonderem Förder- und Integrationsbedarf, die das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/BzB), das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) oder die Berufsfachschule (BFS) besuchen. Auch Jugendliche aus Werkstätten für Behinderte (WfB) - sofern sie nicht von anderen Organisationen unterstützt werden - und einzelne Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule (FOS) und aus Ausbildungsgängen, die potentiell ausbildungsabbruchgefährdet sind, können die Präventions- und Interventionsangebote in Anspruch nehmen. Im Schuljahr 2009/2010 erreichten die Angebote rund 3.450 Berufschülerinnen und Berufsschüler in allen 16 Beruflichen Schulen der Stadt Frankfurt am Main. Die passgenauen sozialpädagogischen Angebote werden von 15 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in den Beruflichen Schulen der Stadt Frankfurt am Main in enger Abstimmung und Kooperation mit den 14 Beraterinnen und Beratern der Berufswegeplanung durchgeführt. Die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der folgenden vier beauftragten Jugendberufshilfeträger, die in die Strukturen der jeweiligen Beruflichen Schulen gut vernetzt sind: Evangelischer Verein zur Förderung von Jugendberufshilfe e.V. in der Franz-Böhm-Schule, Philipp-Holzmann-Schule und Wilhelm-Merton-Schule; Gesellschaft für Jugendbeschäftigung e.V. in der Bergiusschule, Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung, Gutenbergschule, Ludwig-Ehrhard-Schule, Paul-Ehrlich-Schule und Werner-von-Siemens-Schule; IB-Technikzentrum für Mädchen und Frauen e.V. in der Heinrich- Kleyer-Schule und Klingerschule; Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e.V. in der Bethmannschule und Julius-Leber-Schule; Die beauftragten Träger bieten gemäß der Rahmenkonzeption bedarfsgerechte, qualifizierte Beratung und Unterstützung für die betroffenen Berufsschülerinnen und Berufsschüler bei der beruflichen Orientierung und Integration in das Berufsleben an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit Klassen und beratend mit einzelnen Berufsschülerinnen und Berufsschülern und sind in das System der Beruflichen Schulen integriert. Die spezifischen Angebote stimmt das Stadtschulamt jährlich mit den Schulleitungen der Beruflichen Schulen und den Trägern in Planungsgesprächen ab. Ergänzt wurde die sozialpädagogische Förderung und Berufswegeplanung in den Beruflichen Schulen im Schuljahr 2010/2011 durch 178 Veranstaltungen für Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Diese Angebote wurden von Expertinnen und Experten zu speziellen Themen wie z. B. Erlebnispädagogik, Gewaltprävention und -intervention, Grundbildung und Kompetenzfeststellung und Kompetenztrainings zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und -reife durchgeführt. Das Stadtschulamt sichert mit diesem Zusatzangebot flankierend zu der sozialpädagogischen Förderung in Beruflichen Schulen die passgenaue und abgestimmte Beauftragung der Tages- und auch Schuljahres begleitenden Angebote mit Expertinnen und Experten ab, so dass Angebotsüberfrachtungen und Unübersichtlichkeit in den Beruflichen Schulen vermieden werden. Darüber hinaus führte das zuständige Fachteam des Stadtschulamts Schuljahres begleitend vier Fortbildungen, vier Workshops und vier Austauschtreffen zu ausgewählten Themen für Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Berufswegeplanende und interessierte Lehrkräfte der Beruflichen Schulen durch. Mit den beteiligten Trägern der Jugendberufshilfe veranstaltete das Fachteam vier Treffen zum Austausch und zur Weiterentwicklung und Vernetzung der sozialpädagogischen Programme und Angebote. Das Programm der Berufswegeplanung wurde an allen Beruflichen Schulen der Stadt Frankfurt am Main im Schuljahr 2009/2010 verstetigt und von der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung e.V. (gjb e.V.) durchgeführt. Zur Integration besonders benachteiligter Schülerinnen und Schüler in den Ausbildungsmarkt startete im September 2010 in der Philipp-Holzmann-Schule das Modellprojekt "Frankfurter Vision" in Kooperation mit der Bürgermeister-Grimm-Schule und der DB Services GmbH, Regionalbereich Südwest. Das Modellprojekt zielt auf die berufliche Integration von ehemaligen Schülerinnen und Schülern aus Förder- und Lernhilfeschule der Stadt Frankfurt am Main. Im Rahmen einer dualen Ausbildung zur Gebäudereinigerin / zum Gebäudereiniger bei der DB Services GmbH werden die Ressourcen der Auszubildenden an Ihren Ausbildungsplätzen und im Kompetenzzentrum "Gebäudereinigung" der Philipp-Holzmann-Schule durch bedarfsgerechte Angebote einer sozialpädagogischen und einer sonderpädagogischen Fachkraft gezielt gestärkt und in der Ausbildung auch in schwierigen Situationen zum "Durchhalten" motiviert. Ziel der beiden Fachkräfte ist es, die Auszubildenden in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Ausbildern der DB Services GmbH so zu stärken, dass die Motivation über das erste Ausbildungsjahr bis zum Ende der Ausbildung anhält, in einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und in eine Anschlussbeschäftigung als Gebäudereinigerin / Gebäudereiniger führt. Das Stadtschulamt beteiligte sich 2010 an der Entwicklung einer Rahmenkonzeption für die sozialpädagogische Förderung und deren Umsetzung für zunächst 2 Auszubildende mit 20 Stunden wöchentlicher Intensivbegleitung in der beruflichen Schule, am Ausbildungsort und bei Bedarf auch in der Familie. Im Kalenderjahr 2011 plant die DB Services GmbH vier zusätzliche Ausbildungsverträge abzuschließen. Mit dieser Form der intensiven sozialpädagogischen Ausbildungsbegleitung in der Philipp-Holzmann-Schule ist derzeit der Verein KUBI e. V. beauftragt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf insgesamt 2.378.307 € im Berichtsjahr
- 2.4 Beiträge der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH zur Existenzgründungs-Förderung Das Projekt "Kompass - Zentrum für Existenzgründungen" ist gegliedert in zwei Teile, und zwar in Büroraumvermietung und Gebäudebewirtschaftung durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH und in Maßnahmen der Kompass gGmbH: Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Gründungsinteressierte und junge Unternehmen. 1.) Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH bewirtschaftet als Pächterin und Vermieterin das Kompass-Gesamtobjekt mit einem jährlichen Budget von 225.000 €. Die Kompass gGmbH (siehe 2.), die ihre Maßnahmen auf zwei von vier Stockwerken durchführt, ist mietfrei gestellt. Im StartUp Zentrum werden auf den beiden weiteren Stockwerken günstige Büroräume ab 20 qm an Existenzgründerinnen, Existenzgründer und junge Unternehmen vermietet. Die Auslastung der vermieteten Büroräume stieg, vermutlich im Zusammenhang mit der Erholung der Wirtschaft, auf 85 % (2009 = 67 %). Im dritten Quartal 2010 lag der Spitzenwert der Auslastung bei 88 %. Die Kompass-Immobilienmanagerin erhielt insgesamt 105 Anfragen von Mietinteressenten. 2.) Die gemeinnützige Kompass GmbH bietet Gründungswissen aus der Praxis für die Praxis in allen vier Phasen der Unternehmensgründung - von der Geschäftsidee bis zur Expansion. Seit Gründung im Jahr 2000 bindet Kompass die bestehenden Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote in sinnvoller Struktur in ihr Konzept ein und fungiert durch diese Orientierungshilfe als Wegweiser für Gründungsinteressierte und junge Unternehmen. Kompass bietet professionelle und passgenaue Starthilfe mit Informationsveranstaltungen, Trainings, Coaching, hilft beim Erstellen von Business-Plänen und begleitet die Unternehmen in den verschiedenen Phasen vor und nach der Gründung. In Netzwerkveranstaltungen unterstützt Kompass beim Aufbau von Geschäftskontakten. Die Gesellschafter sind das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Frauenbetriebe - Qualifikation für die berufliche Selbständigkeit - e.V. und die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH. Im Jahr 2010 wurden insgesamt (über die finanzielle Förderung durch das Jugend- und Sozialamt hinaus) 1.176 Personen von der gGmbH beraten. Davon wurden 217 Teilnehmenden eine Tragfähigkeitsbescheinigung für ihre Geschäftsidee ausgestellt. 110 dieser Teilnehmenden gründeten dann unter Begleitung des Kompass Nachcoachings ein Unternehmen. Gezielte Ansprache und Förderung bestimmter Zielgruppen sind weitere Aspekte des Erfolgsrezepts von Kompass. In diesem Zusammenhang ist die Kompass gGmbH Leitstelle im Projekt der Stadt Frankfurt am Main "Gezielte Förderung von Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund". Im Jahr 2010 nahmen 247 Gründungsinteressierte und Jungunternehmer(-innen) mit Migrationshintergrund das auf sie zugeschnittene Programm wahr. Hiervon nutzten 86 Personen das Businessplan-Coaching, und 54,7 % von ihnen starteten mit überzeugenden Geschäftsideen in die Selbständigkeit. Die Stadt unterstützt über die Wirtschaftsförderung das Projekt mit jährlich 75.000 €. Das erfolgreiche Konzept wird inzwischen europaweit hinausgetragen. Die Kompass gGmbH wurde in 2009 zur Projektsteuerungsstelle eines neuen EU-Interreg IVC-Projekts ernannt, "Entredi - Entrepreneurial Diversity". Im Rahmen dieses Projektes lernen verschiedene europäische Regionen voneinander und vergleichen ihre Maßnahmen in der Existenzgründungsunterstützung, beim Betrieb von Gründerzentren und bei der Beratung von jungen Unternehmen. Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre. Das Sozialdezernat der Stadt Frankfurt am Main unterstützte die KOMPASS gGmbH im Jahr 2010 mit einem Betrag in Höhe von 153.000 €. Aus dem Haushalt der Stadt Frankfurt am Main, Bereich "Förderung der Wirtschaft" wurden im Jahr 2010 die Projekte von jumpp - Frauenbetriebe e.V. mit insgesamt 75.000 € bezuschusst. Der ehemalige "Frauenbetriebe e.V." gab sich im Jahr 2010 nach 26jährigem Bestehen ein moderneres und zeitgemäßes Erscheinungsbild. Der neue Name ist nunmehr "jumpp - INDEX Ihr Sprungbrett in die Selbständigkeit - Frauenbetriebe e.V.". Weitergeführt wird die Unterstützung der beruflichen Selbständigkeit und des Wirtschaftspotenzials von Frauen, um die Quote der Unternehmerinnen zu erhöhen. Bereits seit etlichen Jahren wird dieses Ziel im Sinne der Chancengleichheit realisiert, indem auch männliche Gründer beraten und Netzwerke angeboten werden, die geschlechtsgemischt sind und Geschäftspartnerschaften von Männern und Frauen nutzen.
- Schlussbemerkungen Wie in den Jahren zuvor boten die städtischen Ämter und Einrichtungen aus verschiedenen Ausgangspositionen auch im Jahr 2010 vielfältige Maßnahmen an, um Menschen mit den unterschiedlichsten Problem- und Bedarfslagen den Zugang zum Erwerbsleben zu ermöglichen, zu erleichtern oder wieder herzustellen. Das Ziel ist ein erfolgreiches selbstständiges Erwerbsleben. Die kommunale Beschäftigungspolitik ist abhängig von den Entwicklungen der gesamtwirtschaftlichen Bedingungen und bundespolitischer Gesetzgebung. Vor diesem Hintergrund setzt sie passgenau und zielführend Maßnahmen und Projekte für Zielgruppen um, die ohne besondere Unterstützung durch das Leistungsspektrum des Sozialgesetzbuch II nicht oder nur schwer erreicht werden können. Insgesamt wurden aus dem Haushalt 2010 in die kommunale Beschäftigungsförderung der Stadt Frankfurt am Main 12.168.228 € investiert. Anlage 1 (ca. 84 KB)