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Auswirkungen von Hartz IV auf den Frankfurter Arbeitsmarkt

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 23.04.2010, B 257

Betreff: Auswirkungen von Hartz IV auf den Frankfurter Arbeitsmarkt Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 29.05.2008, § 4032 - l. B 192/09 - Die im Folgenden dargelegten statistischen Werte basieren auf den Standards der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) für das Jahr 2009. Die Erfassung und Veröffentlichung sämtlicher Daten aus den Bereichen des Zweiten und Dritten Sozialgesetzbuchs (SGB II, SGB III) sind nach dem Gesetz Aufgabe der BA, für die Funktionalität der Datenerfassungssysteme und für die Auswertung der Daten ist gemäß § 53 SGB II ebenfalls die BA zuständig und verantwortlich. Mittlerweile verfügt die Bundesagentur für Arbeit über eine breite Datenbasis, die sich in den monatlichen regionalen Arbeitsmarktberichten niederschlägt. Daneben bestehen - mit Wartezeiten - Berichte zu verschiedenen Themenkomplexen des SGB II. Allerdings steht die gewünschte Differenzierung von Zahlen (z. B. Ausländer und EU-Ausländer) nicht immer zur Verfügung. Die Daten sind im Internet der Agentur für Arbeit frei zugänglich unter folgendem Link aufrufbar http://statistik.arbeitsagentur.de. Die nachstehenden Angaben sind, ebenso wie die der vorangegangenen Berichte, den monatlichen Kreisreporten bzw. dem Jahresheft des Kreisreports der Bundesagentur für Arbeit entnommen, soweit nicht anders angemerkt. Diese Erläuterungen vorausgeschickt berichtet der Magistrat wie folgt: Im Jahr 2009 waren in Frankfurt am Main im Durchschnitt 28.122 Personen arbeitslos gemeldet, davon waren 15.737 Personen männlich und 12.385 Personen weiblich. Die Zahl sank von 28.513 (davon 15.894 Männer und 12.619 Frauen) im Januar 2009 auf 26.019 (15.524 Männer und 11.495 Frauen) im Dezember 2009. Bestand Arbeitslose insgesamt (SGB II und SGB III) 2009 Gesamt Männer Frauen Januar 28.513 15.894 12.619 Februar 28.993 16.281 12.712 März 29.204 16.444. 12.760 April 29.801 16.793 13.008 Mai 29.043 16.372 12.671 Juni 28.492 15.999 12.493 Juli 28.304 15.759 12.545 August 28.245 15.692 12.553 September 27.418 15.351 12.067 Oktober 26.918 15.008 11.910 November 26.517 14.724 11.792 Dezember 26.019 14.524 11.495 Auch die Entwicklung bei den besonderen Personengruppen war im Jahresverlauf rückläufig. Besonders positiv zu bewerten ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger um 977 Personen. Im Januar 2009 waren noch 11.098 Ausländerinnen und Ausländer arbeitslos gemeldet, bis Dezember ging die Zahl auf 10.121 zurück. Die erfreuliche Entwicklung im Bereich der arbeitslos gemeldeten jungen Menschen unter 25 Jahren aus dem Jahr 2008 hat sich im Jahr 2009 fortgesetzt. Während im Januar 2009 noch insgesamt 2.685 junge Menschen arbeitslos waren, konnte diese Zahl bis zum Dezember um 518 Jugendliche auf 2.167 gesenkt werden. Auch die über 55-jährigen Kundinnen und Kunden konnten 2009 gut integriert werden (Abnahme um 153 Personen). Bestand Arbeitslose insgesamt, besondere Personengruppen (SGB II und SGB III) 2009 Ausländer Alter 15 - 25 Jahre Alter 55 - 65 Jahre Januar 11.098 2.685 3.547 Februar 11.211 2.841 3.559 März 11.248 2.817 3.624 April 11.459 2.724 3.798 Mai 11.239 2.623 3.725 Juni 11.007 2.480 3.731 Juli 10.826 2.838 3.615 August 10.722 2.967 3.592 September 10.552 2.641 3.510 Oktober 10.338 2.500 3.492 November 10.269 2.341 3.448 Dezember 10.121 2.167 3.394 Der für das Jahr 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise befürchtete enorme Anstieg der Arbeitslosenzahlen blieb somit aus. Bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass diese insgesamt positive Entwicklung in den Bereichen des SGB II und SGB III unterschiedlich ausgeprägt ist. Das Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) beinhaltet die Grundsicherung für Arbeitsuchende. In Frankfurt am Main werden erwerbsfähige Personen zwischen 15 und 65 Jahren sowie deren Angehörige, soweit diese ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln selbst bestreiten können, in der Rhein-Main Jobcenter GmbH betreut. Das Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) regelt das Arbeitsförderungsrecht, das sämtliche Leistungen und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einschließlich der Arbeitslosenversicherung beinhaltet. Personen, die Arbeitslosengeld I erhalten, sind arbeitslos, haben sich persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet und die Anwartschaftszeit für den Anspruch auf die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I durch eine mindestens 12-monatige versicherungspflichtige Beschäftigung erfüllt. Träger des SGB III ist die Bundesagentur für Arbeit bzw. deren Arbeitsagenturen. Differenziert nach Rechtskreisen ist festzustellen, dass der Rückgang vor allem im Rechtskreis des SGB II erfolgte. Während die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III im Jahresverlauf zunahm und erst im September wieder rückläufig wurde, hat die Zahl der Arbeitslosen im SGB II Bezug laufend abgenommen. So waren im Dezember 2009 mit 19.047 Personen im Rechtskreis SGB II 2.774 Personen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Januar 2009 mit 21.821 Arbeitslosen. Bestand Arbeitslose nach Rechtskreisen 2009 SGB III SGB II Januar 6.692 21.821 Februar 6.976 22.017 März 7.189 22.015 April 7.620 22.181 Mai 7.435 21.608 Juni 7.377 21.115 Juli 7.847 20.457 August 7.784 20.461 September 7.257 20.161 Oktober 7.152 19.766 November 7.008 19.509 Dezember 6.972 19.047 Bestand Arbeitslose im Rechtskreis SGB II: 2009 Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sep Okt Nov Dez Gesamt 21.821 22.017 22.015 22.181 21.608 21.115 20.457 20.461 20.161 19.766 19.509 19.047 Männer 12.149 12.306 12.323 12.439 12.139 11.769 11.342 11.364 11.245 10.994 10.823 10.600 Frauen 9.672 9.711 9.692 9.742 9.469 9.346 9.115 9.097 8.916 8.772 8.686 8.447 Ausländer 9.058 9.173 9.138 9.247 9.045 8.827 8.625 8.593 8.519 8.337 8.274 8.099 15 - 25 J.

  1. 978 1.995 2.007 1.952 1.884 1.800 1.841 1.989 1.801 1.816 1.716 1.551 Im Folgenden wird neben diesen Gesamtzahlen zur Entwicklung auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt gesondert der Veränderungsprozess im Rechtskreis SGB II betrachtet. Die im Leistungsbezug des SGB II stehenden Menschen teilen sich in die Personengruppe der erwerbsfähigen und in die Personengruppe der nicht erwerbsfähigen Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft auf. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die in der Stadt Frankfurt am Main im Jahr 2009 im Leistungsbezug des SGB II standen, hat im Jahresverlauf zugenommen. Während im Januar 34.199 Bedarfsgemeinschaften Leistungen nach dem SGB II bezogen, ist die Zahl im Dezember 2009 auf 35.317 und damit um 1.118 gestiegen. Analog verlief die Entwicklung der Anzahl der in den Bedarfsgemeinschaften lebenden Personen. Im Jahresverlauf kamen 2.026 hinzu, von 65.070 Personen im Januar 2009 bis 67.096 im Dezember

  2. Die durchschnittliche Größe der Bedarfsgemeinschaften ist gegenüber den Vorjahren 2007 und 2008 nahezu unverändert geblieben. 2007 lebten durchschnittlich 1,90 Personen in einer Bedarfsgemeinschaft, im Dezember 2008 waren es 1,91 Personen und im Jahr 2009 waren es 1,90 Personen, außer in den Monaten Februar bis Mai sowie im Juli. In diesen Monaten lebten durchschnittlich 1,91 Personen in einer Bedarfsgemeinschaft. Bedarfsgemein- schaften (BG) Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2009 ges. BG 34.199 34.223 34.416 35.024 34.937 35.153 35.422 35.009 35.753 35.787 35.567 35.317 ges. Personen 65.070 65.252 65.585 66.792 66.558 66.933 67.486 66.519 68.035 68.144 67.565 67.096 Männer 32.644 32.832 33.083 33.706 33.622 33.855 34.116 35.606 34.407 34.444 35.176 33.929 Frauen 32.426 32.420 32.502 33.086 32.936 33.078 33.370 32.913 33.628 33.700 33.389 33.167 Personen pro BG 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 1,9 Die Entwicklung im Bereich der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die im Leistungsbezug des SGB II standen, verlief im Jahresverlauf 2009 ebenfalls leicht steigend, ab Oktober wieder fallend, aber nicht unter den Jahresanfangsbestand sinkend. Im Januar 2009 erhielten 46.049 erwerbsfähige Hilfebedürftige Arbeitslosengeld II. Davon waren 22.875 Männer und 23.174 Frauen. Dies sind 2.181 Personen weniger als im Berichtsvorjahr Januar

  3. Im Jahresverlauf dagegen stieg die Zahl um 1.329 Personen auf 47.378 im Dezember. Mit 23.814 Männern und 23.564 Frauen waren Ende des Jahres 2009 annähernd gleich viele Frauen und Männer betroffen. Im Jahresverlauf stieg somit vor allem die Hilfebedürftigkeit der erwerbsfähigen Männer. Der Leistungsbezug des SGB II nahm 2009 um 939 erwerbsfähige Hilfebedürftige Männer zu, dagegen stieg er bei den Frauen nur um

  4. 2009 Besondere Personengruppen Januar Februar März April Mai Juni Juli August Sep Okt Nov Dez Erwerbsfähige Hilfebedürftige 46.049 46.151 46.442 47.313 47.206 47.520 47.878 47.166 48.214 48.171 47.736 47.378 davon Männer 22.875 22.982 23.213 23.678 23.628 23.831 24.010 23.644 24.189 24.153 23.972 23.814 davon Frauen 23.174 23.165 23.229 23.635 23.578 23.689 23.868 23.522 24.025 24.018 23.764 23.564 jünger als 25 Jahre 6.986 7.029 7.142 7.354 7.351 7.461 7.531 7.360 7.491 7.421 7.245 7.153 Ausländer 19.302 19.390 19.575 20.019 20.017 20.142 20.367 19.955 20.479 20.506 20.366 20.256 Alleinerziehend 6.004 5.977 6.003 6.080 6.011 6.016 6.085 6.045 6.169 6.201 6.139 6.066 nicht erwerbsfähig 19.021 19.101 19.143 19.479 19.352 19.413 19.608 19.353 19.821 19.973 19.829 19.718 dav. unter 15 Jahre 18.384 18.450 18.463 18.785 18.665 18.718 18.900 18.662 19.111 19.243 19.107 18.983 Aufstocker 1) 20.216 20.273 20.396 20.491 20.586 20.637 20.820 20.829 20.918 21.014 20.971 ... aufgr. ALG I Bezug 1.161 1.212 1.271 1.288 1.322 1.332 1.426 1.422 1.434 1.417 1.409 ... aufgr.Erwerbstätigkeit 10.137 10.107 10.326 10.416 10.367 10.441 10.480 10.535 10.628 10.825 10.756 ... 1) Daten mit einer Wartezeit von 3 Monaten; der 4-Monatswert liegt noch nicht vor Betrachtet man die einzelnen Personengruppen der Hilfebedürftigen im Leistungsbezug des SGB II, so stieg die Zahl der jungen Menschen unter 25 Jahren im Jahresverlauf um 167 Personen. Im Januar 2009 standen 6.986 unter 25-Jährige im SGB II-Leistungsbezug, im Dezember waren es 7.153 junge Frauen und Männer. Darunter sank die Zahl erstmalig im August sowie erneut ab Oktober bis Dezember. Von allen im Jahr 2009 im Leistungsbezug stehenden jungen Menschen unter 25 Jahren waren im Januar 1.978 Personen und im Dezember nur noch 1.551 arbeitslos gemeldet. Mit 1.551 arbeitslos gemeldeten jungen Menschen unter 25 Jahren wurde die niedrigste Zahl seit Einführung des Gesetzes im Jahr 2005 erreicht. Im Berichtsvorjahr lag der niedrigste Stand noch bei 1.907 arbeitslosen jungen Frauen und Männern. Das besondere Augenmerk, das auf die Betreuung dieses Personenkreises gerichtet wurde, zeigt somit Erfolg. Die Zahl der Alleinerziehenden Frauen und Männer blieb 2009 nahezu konstant. Sie stieg geringfügig um 62 Alleinerziehende - von 6.004 im Januar auf 6.066 im Dezember. Unter den Alleinerziehenden liegt der Anteil der Männer bei rund

  5. Die Zahl der nicht erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, das sind die Personen, die innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft Sozialgeld beziehen, stieg im Jahresverlauf 2009 um 697 Personen leicht an. Während im Januar 19.021 Frauen und Männer Sozialgeld bezogen, waren es im Dezember 19.

  6. Bei den Hilfebedürftigen unter 15 Jahren kam es im Jahresverlauf 2009 zu einer Steigerung um 599 Kinder. Waren im Januar 18.384 Kinder unter 15 Jahren von Hilfebedürftigkeit betroffen, so waren es im Dezember 18.

  7. Die erwerbsfähigen Frauen und Männer, die trotz Erwerbseinkommen oder ergänzend zum Bezug von Arbeitslosengeld I Anspruch auf aufstockende Leistungen nach dem SGB II haben, nahm von Januar mit 20.216 Personen bis November mit 20.971 um 755 Personen zu. Aufgrund der dreimonatigen Wartezeit liegen hier noch keine Dezemberwerte vor. Im Vergleich zum Jahr 2008 ist die Zahl der aufstockenden Personen, die neben ihrem Einkommen aus Erwerbstätigkeit ergänzende Leistungen nach dem SGB II erhielten, gesunken. Im Januar 2008 waren es 10.835 und ein Jahr darauf 10.137 Personen. Noch größer ist der Abstand im September der beiden Jahre mit 11.399 aufstockenden Personen in 2008 und 10.628 in

  8. Der Rückgang der Arbeitslosenzahl, der im Rechtskreis SGB II stärker ausgefallen ist (von 21.821 im Januar 2009 auf 19.047 Personen im Dezember 2009) als im Gesamtvergleich, (von 28.513 Personen im Januar 2009 auf 26.019 Personen im Dezember 2009) wurde durch die gute Beratung und Vermittlung sowie dem breiten Angebot an Förder- und beschäftigungsbegleitenden Maßnahmen möglich. Im Rahmen des SGB II wurden im Jahr 2009 insgesamt 33.541 erwerbsfähige Hilfebedürftige über Maßnahmen oder sonstige arbeitsmarktpolitische Instrumente gefördert. Dies sind zum Beispiel Vermittlungsunterstützende Leistungen, Qualifizierungen, Förderungen der Selbstständigkeit, Beschäftigungsbegleitende Leistungen und Beschäftigung schaffende Maßnahme. Damit wurden im Vergleich zu 2008 im vergangen Jahr 12,9% mehr Kundinnen und Kunden gefördert. Hierin ist der Dezemberwert noch vorläufig und hochgerechnet, so dass der Vergleich mit dem Vorjahresergebnis sich ggf. noch ändern kann. Der Schwerpunkt der arbeitsmarktpolitischen Instrumente liegt bei Maßnahmen zur Verbesserung der beruflichen Eingliederung durch Beratung und Vermittlung sowie der beruflichen Qualifizierung. So wurden allein im Dezember 2009 insgesamt 649 Frauen und Männer in ihrer beruflichen Weiterbildung gefördert. 562 junge Menschen waren Ende des Jahres in berufsvorbereitenden Maßnahmen, in einer Berufsausbildung für Benachteiligte oder in Einstiegsqualifizierungen zur Förderung der Berufsausbildung. Abgang von Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II 2009 Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sep Okt Nov Dez Abgang in Ausbildung/ Qualifikation 238 407 504 540 753 1048 1193 855 1.333 1.273 1.415 1.504 Abgang in Erwerbstätigkeit 774 870 943 975 1045 915 938 804 889 910 924 872 Den Leistungsbezug nach dem SGB II konnten im Jahr 2009 insgesamt 48.290 arbeitslose Frauen und Männer beenden. 10.859 Personen wurden in eine Erwerbstätigkeit integriert, darunter machten sich 351 frühere Arbeitslose selbstständig. 11.063 junge Menschen aus dem SGB-II-Bereich begannen eine Ausbildung (betrieblich, außerbetrieblich, schulisch) oder sonstige Qualifizierungsmaßnahme (Schule, Studium, sonstige Ausbildung). Aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit schieden 13.959 Personen aus dem Leistungsbezug nach dem SGB II aus. Vor allem im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit wurde vermehrt in die Beratung und Vermittlung investiert. Angesichts der stabilen Arbeitslosenzahlen war keine vermehrte Steigerung der Zuweisungen zu Maßnahmen und Arbeitsgelegenheiten erforderlich. Resümee Insgesamt lässt sich sagen, dass die gesamte Entwicklung auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt positiver ausgefallen ist, als noch im vergangenen Jahr aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise befürchtet wurde. Die monatlichen Zugänge konnten durch eine noch höhere Zahl an Abgängen in jedem Monat kompensiert werden. Die Zahl der in Frankfurt am Main gemeldeten Arbeitslosen wurde 2009 kontinuierlich gesenkt. Die Arbeitslosenquote beider Rechtskreise des SGB II und III sank entsprechend von 8,5% im Januar bis 7,7% im Dezember

  9. Dabei war die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des SGB II positiver als im SGB III. Im Jahresverlauf 2009 sank die Zahl der Arbeitslosen Frauen und Männer im SGB II um 2.774 Personen. Im SGB III nahm sie im Jahresverlauf zu und wurde erst ab September wieder rückläufig. Im Rechtskreis SGB II ist vor allem die Entwicklung bei den unter 25-jährigen Arbeitslosen sowie den über 55-jährigen Beziehern von SGB II Leistungen besonders erfreulich, deren Betroffenheit beständig gesunken ist. Die spezifische Zielgruppenförderung der Rhein-Main Jobcenter GmbH und die gute Maßnahmeplanung zeigen sich somit erfolgreich. In der steigenden Zahl der in Frankfurt am Main im Hilfebezug des SGB II stehenden Frauen und Männer spiegelt sich die wirtschaftliche Situation wider. Im vergangenen Jahr kamen 1.118 Bedarfsgemeinschaften hinzu. Entsprechend erhöhte sich auch die Zahl der in den Bedarfsgemeinschaften lebenden Personen. Hier waren zusätzlich 2.026 Männer und Frauen auf Hilfe angewiesen. Auch die Anzahl der erwerbsfähigen Frauen und Männer, die trotz eigenem Erwerbseinkommen oder dem Bezug von Arbeitslosengeld I, aufgrund ihrer bestehenden Bedürftigkeit Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II hatten, nahm 2009 um 755 Personen zu. Neben der Qualifizierung der betreuten Menschen ist die Integration in den ersten Arbeitsmarkt nach wie vor oberste Priorität. 2009 konnten 10.859 Arbeitslosengeld-II-Bezieherinnen und -Bezieher in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden. Den Berufsstart in eine Ausbildung oder sonstige Qualifizierungsmaßnahme begannen 11.063 junge Menschen aus dem SGB-II-Bereich. Im Rahmen des SGB II wurden im Jahr 2009 insgesamt 33.541 erwerbsfähige Hilfebedürftige über Maßnahmen oder sonstige arbeitsmarktpolitische Instrumente gefördert. Der Schwerpunkt auf die Zielgruppen der jungen Erwachsenen und der Alleinerziehenden in Beratung, Betreuung und Vermittlung war besonders erfolgreich und wird daher auch im Arbeitmarktprogramm des Jahres 2010 fortgesetzt. Für junge Frauen und Männer ist gerade der gelingende Berufseinstieg elementar für die gesamte weitere persönliche und berufliche Entwicklung. Denn die berufliche Qualifikation ist das beste Fundament, Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden und wird daher ein Schwerpunkt der Träger des SGB II bleiben.