Pilotprojekt: Entwicklung von temporären Lösungen zur Abdeckung von Schulsportbedarfen
Beschlussvorschlag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
- Der Errichtung von 2 temporären 1-Feld-Hallen auf den Grundstücken Miquelallee 160-162 (Adorno-Gymnasium) und Bremer Straße 25 (Holzhausenschule) wird zugestimmt. Die Gesamtkosten in Höhe von 2.000.000,00 € werden bewilligt.
- Es dient zur Kenntnis, dass die 1-Feld-Halle an der Bremer Straße die Abdeckung des Bedarfs an Schulsport der Holzhausenschule unterstützt.
- Es dient zur Kenntnis, dass die 1-Feld-Halle an der Miquelallee 160-162 die Abdeckung des Bedarfs an Schulsport des Adorno-Gymnasiums unterstützt.
- Die Verrechnung der Aufwendungen in Höhe von 2.000.000,00 € erfolgt über folgende Buchungsdaten: Bezeichnung des Vorhabens Sachkonto PSP-Element Adorno-Gymnasium 8078 5100 5.007307 Holzhausenschule 8078 5100 5.
- Das Vorhaben ist im Investitionshaushalt 2020-2023 ff. nicht veranschlagt. Die Deckung der Aufwendungen erfolgt über die Projektdefinition 5.002520 Holzhausenschule.
- Mit der Maßnahme ist unverzüglich zu beginnen.
Begründung
A. Allgemeines
Im Schuljahr 2015/16 gegründet ist das Adorno-Gymnasium zum Schuljahr 2019/20 in die neuen temporären Räumlichkeiten am Schulcampus Westend gezogen. Dort ist ebenfalls die Holzhausenschule für die Dauer der Sanierung ihres Bestandsgebäudes an der Bremer Straße untergebracht. Die Planungen für den Neubau des Adorno-Gymnasiums wurden 2019 begonnen (Magistrats-Beschluss der Planungsmittelfreigabe vom 03.05.2019) Seit der Gründung des Adorno-Gymnasiums hat die Schule an den temporären Standorten über keine eigene Sporthalle verfügen können. Mit steigender Schülerzahl wird die Abdeckung des Sportbedarfs und die Unterbringung in anderen Sporthallen im Stadtgebiet immer schwieriger. Gleiches gilt für die Holzhausenschule, deren Sporthalle sanierungsbedürftig und seit März 2017 geschlossen ist. Grundsätzlich hat jede Schülerin und jeder Schüler des Adorno-Gymnasiums und der Holzhausenschule Anspruch auf 3 Sportstunden/Woche. Ziel ist, 2 Sportstunden/Wochen für die Schülerinnen und Schüler der Holzhausenschule in fußläufig zu erreichenden Räumlichkeiten zu realisieren. Dies bedeutet einen Bedarf von 1,7 Hallen. Gleiches gilt für die Schülerinnen und Schüler des Adorno-Gymnasiums, zusätzlich mit geringem Aufwand (zehnminütige Fahrt zur Halle am Gymnasium Nord). Hier ergibt sich ein Bedarf von 2,8 Hallen. Der Ausstattungsstandard der geplanten, temporären Hallen ist niedriger als bei regulären 1-Feld-Hallen, es sind keine Duschen vorhanden und die Nutzung der Halle wurde für den reinen Schulsport ausgelegt. Ebenso können die Abmessungen von der DIN 18032-1 (Sporthallen - Hallen und Räume für Sport- und Mehrzwecknutzung) abweichen, aufgrund der jeweiligen Einschränkungen des Grundstücks. Soweit möglich sollen die Sanitärbereiche der sich jeweils auf dem Grundstück befindlichen Schulgebäude genutzt werden. Ebenso können leerstehende Klassenräume als Umkleideräume fungieren. Insbesondere auf dem Grundstück an der Bremer Straße bedarf es einer engen Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeitern des Amtes für Bau und Immobilien. Die Sanierung bzw. Bauarbeiten an der Holzhausenschule sollen zu keinem Zeitpunkt behindert werden.
B. Finanzielle Auswirkungen
Die Sportbedarfe des Adorno-Gymnasiums und der Holzhausenschule müssten weiterhin an anderer Stelle, in anderen, teilweise anzumietenden Hallen, abgebildet werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass sowohl Kosten für den Bustransfer als auch für die Anmietung geeigneter Hallen anfallen. Die Alternative ist gegenüber der Errichtung von temporären, fußläufig zu erreichenden 1-Feld-Hallen als nicht wirtschaftlich einzustufen. Des Weiteren stellt der Bau von Hallen in massiver Bauweise keine Alternative dar. Die Realisierungszeit würde in keinem Verhältnis zur voraussichtlichen Nutzungsdauer stehen, da der Schulcampus Westend als temporärer Auslagerungsstandort geplant und gebaut wurde. Für die Schülerinnen und Schüler der Holzhausenschule wird der Sportbedarf auf dem Grundstück Miquelallee/Eschersheimer Landstraße realisiert werden, sodass langfristig am Standort der Bremer Straße kein Sport abgebildet werden muss.
C. Personalwirtschaftliche Auswirkungen
Das sechszügige Adorno-Gymnasium hat im Endausbau aller Klassenstufen (zum Schuljahr 2023/24) einen Bedarf von knapp vier Sportfeldern, je nach Möglichkeit des Angebots an Schwimmsport. Bei Wegfall der 3. Sportstunde stellt sich ein Bedarf von 3 Hallen dar. Zurzeit nutzt das Adorno-Gymnasium vier Standorte für den Schul- und Schwimmsport (Niddahalle, Georg-August-Zinn-Schule, IGS West, Berthold-Otto-Schule). Jedes Jahr steigt der Bedarf für sechs weitere Klassen eines neu aufgenommenen fünften Jahrgangs. Dies entspricht mindestens weiteren 12 Sportstunden, die wiederrum im Stadtgebiet abgedeckt werden müssen. Somit müssen zusätzlich zu den bereits untergebrachten sechs Jahrgängen in den nächsten Jahren weitere drei Jahrgänge mit insgesamt mindestens 36 Sportstunden untergebracht werden. Hierfür sind im Stadtgebiet keine Kapazitäten ersichtlich. Die Erfahrungen mit der 1-Feld-Halle am Gymnasium Nord in Westhausen in Form einer ursprünglich temporären Leichtbauhalle als Pilotprojekt sind positiv. Im Juli 2020 wurde diese 1-Feld-Halle daher gekauft und wird zur Deckung des Bedarfs an Schulsport für das Adorno-Gymnasium beitragen. Die 1-Feld-Halle diente der provisorischen Sportversorgung des Gymnasiums Nord bis zur Fertigstellung der neuen 3-Feld-Halle, die zum Schuljahr 2019/20 in Betrieb genommen wurde. Der Standort in Westhausen ist mit einem Bustransfer innerhalb von zehn Minuten vom Schulcampus aus erreichbar. Um den darüberhinausgehenden Bedarf an Schulsport für das Adorno-Gymnasium zeitnah zu entlasten, soll eine temporäre 1-Feld-Halle am Schulcampus Westend errichtet werden.
D. Klimaschutz
Die sechszügige Holzhausenschule hat einen Bedarf von knapp drei Sportfeldern. Bei Wegfall der 3. Sportstunde müssten noch 2 Sportfelder abgebildet werden. Die Holzhausenschule nutzt derzeit die Hallen der Franz-Böhm-Schule sowie der TSG Vorwärts Rödelheim für den Schulsport. Durch das Errichten einer temporären 1-Feld-Halle auf dem Gelände der Holzhausenschule an der Bremer Straße, soll der Bedarf an Schulsport für die Holzhausenschule zeitnah entlastet werden. Gleichzeitig soll der ehemalige Musiksaal in dem zurzeit leerstehenden Schulgebäude als Gymnastikraum umfunktioniert werden. Hierdurch können 2 Stunden Sport/Woche für alle Klassen der Holzhausenschule realisiert werden. Die beiden neu zu errichtenden temporären 1-Feld-Hallen sollen bei Bedarf an andere Standorte versetzt werden können. Bei einem Abbau und der Wiederverwendung werden folgende Kosten geschätzt und veranschlagt: Abbau (je Pilot): 30.000 € Wiederaufbau an anderem Standort (je Pilot) 10% - 30% der Ursprungskosten. Für die o.g. Kosten ist mit einer jährlichen Preissteigerung von 3 bis 5 % zu rechnen. Der Wiederaufbau an einem anderen Standort weist somit erhebliche Minderkosten auf im Gegensatz zu einem Kauf oder einem Neubau einer 1-Feld-Halle, was die Option der Wiederverwendbarkeit nachhaltig und wirtschaftlich macht.