Integrations- und Diversitätskonzept
Inhalt
Bericht des Magistrats vom 22.05.2023, B 205
Betreff: Integrations- und Diversitätskonzept Vorgang: l Beschl. d. Stv.-V. vom 24.09.2015, § 6285 - NR 1996/10 SPD, B 216/15 - Der beigefügte Bericht stellt die Fortsetzung des erstmals im Jahr 2015 veröffentlichten Integrations- und Diversitätsbericht dar. Er ist vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung in Zusammenhang mit dem im Jahr 2010 verabschiedeten Integrations- und Diversitätskonzept in Auftrag gegeben und bezieht sich auf die dort aufgeführten Zielbezüge und Handlungslinien. Ausgangspunkt für die Situationseinschätzung, die diesem Bericht zugrunde liegt und jeweils in den Abschnitten "Ausgangslage" aufgriffen wird, bildet das Frankfurter Integrations- und Diversitätsmonitoring, welches zuletzt im Jahr 2017 fortgeschrieben wurde. Der Bericht liefert Detailinformationen zu Programmen, Projekten, Angeboten, die durch die Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main selbst oder in Kooperation mit bzw. durch finanzielle Förderung von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und/oder freien Trägern erbracht werden. Er berichtet über die Entwicklung in Frankfurt hinsichtlich Diversität, Antidiskriminierung und Zusammenhalt in den Jahren 2015 bis 2019. Die Jahre 2020/2021, die durch die Pandemie geprägt waren, sind ausschnittartig dargestellt. Hier wird vor allem deutlich, wie sehr Bevölkerungsgruppen, die bereits einen erschwerten Zugang zu Teilhabe hatten, erhöhte Hürden erlebt haben. Die Arbeit zu den Themen Vielfalt, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt ist sowohl durch Querschnittsaufgaben wie auch durch handlungsfeldbezogene Aufgaben geprägt. Querschnittsaufgaben sind Aufgaben, welche die Tätigkeit aller Ämter und Betriebe betreffen und in denen auch alle Ämter und Betriebe tätig werden können, insb. wenn es darum geht intern und bei eigenen Angeboten Chancengleichheit und Teilhabe sicherzustellen. Entsprechende Ansätze gehen davon aus, dass Ressourcenorientierung sowie eine möglichst barrierefreie und diskriminierungssensible Ausgestaltung von Organisationsstrukturen und Angeboten zentral sind im Sinne einer nachholenden strukturellen Gleichstellung von ausgegrenzten benachteiligten Gruppen . Die Pandemie hat vieles unterbrochen und verzögert, auch diesen Bericht. Die Situation vieler Menschen, die schon zum Jahreswechsel 2019/20 Benachteiligungen ausgesetzt waren, hat sich zum Teil verschlechtert. Ihre Lebenslagen sind ebenso Thema dieses Berichts wie die städtischen Maßnahmen, mit denen auf Ungleichheiten und Ausgrenzungen sowie auf soziale Probleme reagiert wird. Der Magistrat wird auf Grundlage des beigefügten Berichts Handlungsempfehlungen erarbeiten. Dies geschieht in Abstimmung mit den beteiligten Fachämtern. Statistische Messgrößen und gesellschaftliche Konstrukte Das städtische Berichtswesen kann Veränderungsprozesse datenbezogen nur im Rahmen eines bestehenden Repertoires an Begriffen und Indikatoren erfassen. Neben anderen Merkmalen der "horizontalen Ungleichheit" - wie Geschlecht, Alter, (Aus)Bildung und Beruf, Familienstand, Gesundheitsstatus, Wohn- oder Lebensstandard . . - gehört auch der Migrationshintergrund zu den statistisch vorliegenden Messgrößen, entlang derer sich Ungleichheiten erfassen lassen. Der vorliegende Bericht wie auch das Integrations- und Diversitätsmonitoring gehen dabei von dem Verständnis aus, dass diese Ressourcenausstattung maßgeblich ist für die Beurteilung von (fort-)existierenden Ungleichheiten bzw. Benachteiligungen. Der Migrationshintergrund steht als gesellschaftlicher Begriff in der Kritik, mit dem sich im Generationenwandel insb. die Kinder von Migrant:innen in einer Weise etikettiert fühlen, die nicht ihrem Selbstverständnis entspricht. In einer postmigrantischen Gesellschaft sind Identitäten nicht mehr so stark an die Herkunftsbiographie der Eltern geknüpft. Entsprechend der Perspektive des postmigrantischen Paradigmas sollte auch die gesellschaftliche, politische und mediale Wahrnehmung von Migration nicht problematisierend oder konfliktär erfolgen, denn Migration ist zur "Normalität" geworden. Jedoch erhebt der Migrationshintergrund als ein Konstrukt der amtlichen Statistik nicht den Anspruch, eine Identifikation mit Herkunftskontexten abzubilden, ebenso wenig Diskriminierungserfahrungen. Solange in der amtlichen Statistik keine alternativen Konstrukte zur Verfügung stehen, muss die Stadt Frankfurt am Main und der Magistrat zu Monitoring- und Steuerungszwecken auf die vorhandenen Indikatoren zurückzugreifen. Aktuell erfasst dieser Bericht Unterschiedlichkeit anhand von (beobachtbaren) Kategorien der (sozialen) Ungleichheit. Entsprechende Ansatzpunkte zur Gewährleistung von "Chancengleichheit" reichen von einem Ausgleich von Startchancen - z. B. über eine gerechte Bildungspolitik - bis hin zu einem dauerhaften Nachteilsausgleich, z. B. über Unterstützungsleistungen bis hin zu Quotenregelungen. In jüngster Zeit rücken die Themen Antidiskriminierung und Antirassismus verstärkt in den Fokus. Auch hier stellt sich die Frage, wie die Berichterstattung zukünftig diesen Themen gerecht werden kann. Denn oftmals handelt es sich dabei um nicht registrierte oder schwer zu objektivierende Vorgänge. Nur selten werden Benachteiligungen gemeldet, teilweise existieren sachlich-gerechtfertigte oder gesetzlich begründete (sog. "legale") Formen von Ungleichbehandlung. Ein erster Schritt, um zu einer Berichterstattung zu Antidiskriminierung zu gelangen, wäre eine systematische Erfassung von Diskriminierungsgründen sowie der Wirkungsweise von Antidiskriminierungsmaßnahmen und Maßnahmen des Empowerments notwendig. Methodische Vorgehensweise Die Fortschreibung des Integrations- und Diversitätsberichts des AmkA basiert methodisch auf der Auswertung von Ergebnissen des Integrations- und Diversitätsmonitorings sowie aus den weiteren Berichtswesen der Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main, aus Studien zur Situation in Frankfurt und Evaluationsergebnissen sowie PARLIS-Berichten . Diese wurden in handlungsfeldbezogenen Kapiteln (5.1 bis 5.9) zusammengefasst und durch Beiträge der städtischen Ämter und Betriebe ergänzt bzw. von diesen überarbeitet. Zusätzlich wurde für die Querschnittsaufgabe "Interkulturelle Öffnung" (Kapitel 4) ein Frageprogramm an Amts- und Betriebsleitungen verschickt, mit der Bitte um Ausfüllung. Das entsprechende Kapitel berichtet über die Umsetzung des IKÖ-Prozesses, welcher in Zusammenarbeit zwischen dem AmkA und dem POA bei den Ämtern und Betrieben der Stadt Frankfurt am Main durchgeführt wird. Er hat die Information und Sensibilisierung von Beschäftigten der Stadtverwaltung für die Notwendigkeit von Prozessen der interkulturellen Öffnung zum Ziel. Wichtigste Ergebnisse Die Pandemie hat vieles unterbrochen und verzögert. Ein grundsätzliches Ergebnis liegt dabei auf der Hand: Die Situation vieler Menschen, die schon zum Jahreswechsel 2019/20 - in vielen Datensätzen und Analysen ein Stichtag dieses Berichts - Benachteiligungen ausgesetzt waren, hat sich zum Teil verschlechtert. In diesem Bericht wurden - zusätzlich zu der Querschnittsaufgabe Interkulturelle Öffnung - drei Querschnittsthemen in allen Handlungsfeldern bearbeitet: Die Situation von zugewanderten Menschen, die anhaltende Fluchtmigration sowie LSBTIQ-Lebensweisen. In die damalige Zeit fällt sowohl die Fluchtmigration aus Syrien sowie anderen Staaten (insb. Afghanistan sowie weitere Staaten des afrikanischen Kontinents) ebenso wie der Wegfall der Freizügigkeitsbeschränkungen Bulgariens und Rumäniens und daraufhin einsetzende Zuwanderungsprozesse. Frankfurt ist aufgrund dieses verstärkten Zuzugs nicht nur gewachsen, die Bevölkerung ist auch diverser geworden. Zu dieser Diversität tragen aber nicht nur unterschiedliche Zuwanderungsgeschichten bei, sondern auch, wie es das Frankfurter Integrations- und Diversitätskonzept beschreibt, "die Lebenserfahrungen mehrerer Generationen, eine große Spannbreite beruflicher Werdegänge und sozialer Lagen, sehr unterschiedliche Interessen und Wünsche für ein selbstbestimmtes Leben, mannigfache Erwartungen an Familie, an einen Beruf und an unser Zusammenleben." Frankfurt hatte zum Zeitpunkt der Berichterstellung hessenweit den höchsten Anteil an gleichgeschlechtlichen Eheschließungen, gleichzeitig verzeichnet Frankfurt im Großstädtevergleich mit die höchsten Geburtenraten aber auch hohe Single-Anteile. Über 50% der Frankfurter:innen haben einen Migrationshintergrund und etwa 2/3 der Frankfurter Bevölkerung sind selbst nicht in Frankfurt geboren. In den Jahren 2015 bis 2018 zogen durchschnittlich rund 68.000 Personen nach Frankfurt am Main, rund die Hälfte aus dem Ausland. Hinzu kamen in diesen Jahren jährlich rund 6.000 zugezogene Geflüchtete. Gleichzeitig zogen rund 63.000 Personen jährlich weg. Hinzu kommen rund 376.000 Personen, die täglich aus beruflichen Gründen nach Frankfurt pendeln. Diesem hohen Maß an Fluktuation und die Diversität der Bevölkerung in ihren Bedarfen, Lebenswirklichkeiten und -lagen sowie (Rechts)Ansprüchen in den Dienstleistungsbereichen und durch Angebote gerecht zu werden, ist somit tägliche Aufgabe der Stadt Frankfurt am Main. Der vorliegende Bericht stellt in diesem Zusammenhang etwa 400 Maßnahmen und Projekte der Stadt - teils in Kooperation mit Dritten - sowie 190 andere Initiativen - teils in städtischer Förderung - vor. Dabei sind es zunächst drei Bereiche, die besonders im Fokus stehen, wenn es darum geht, wie Menschen in unserer Stadt und Gesellschaft erfolgreich "ankommen" können: Sprachbildung, schulische und berufliche Bildung sowie Beschäftigungschancen. Der Integrations- und Diversitätsbericht des AmkA zeigt dabei, dass sich im Bildungssystem und Arbeitsmarkt Ungleichheiten gemäß den Ergebnissen der amtlichen Statistik im betrachteten Zeitraum verringert haben. Zugleich ist davon auszugehen, dass die Pandemie gerade solche Trends unterbrochen und Teilhabechancen drastisch verschlechtert hat. Die folgenden Abschnitte fassen die wichtigsten Ergebnisse zusammen und ergänzen diese um die aktuelle Situation im Kontext der Corona-Pandemie. Im Handlungsfeld "Bildung und Schule" steigt die Bildungsbeteiligung auch bei höheren Bildungsgängen. Allerdings ist insb. bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund der Anteil der Schüler:innen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, noch immer doppelt so hoch. Bei der Ausgestaltung von Maßnahmen in diesem Bereich ist die Stadt Frankfurt am Main dabei oftmals auf schulexterne Aspekte beschränkt. Auf die Inhalte des Unterrichts oder die Ausbildung der Lehrkräfte kann sie selbst z.B. kaum Einfluss nehmen. Auf Grundlage des Beschlusses § 648/2006 der Stadtverordnetenversammlung finden an vielen Schulen mittlerweile Projekte der "Jugendhilfe in der Schule" statt. Diese Projekte stellen professionelle Ansprechpersonen für Schüler:innen zu Verfügung, begleiten schulische Übergänge, unterstützen bei der beruflichen Orientierung, machen Ferienangebote und fördern das soziale Lernen. Im Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung wurde die Zahl der Kita-Plätze erhöht. In diesem Zusammenhang wurden in den Frankfurter Stadtteilen neue Standorte eröffnet. Grundsätzlich haben alle Kinder und Jugendlichen - unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus - einen Anspruch auf Betreuung in einer Kindertageseinrichtung und Beschulung. Nonformales Lernen in Schul- und Stadtteilbibliotheken sowie der Besuch von Museen ist für Kinder in Frankfurt am Main kostenlos. Der Frankfurter Bevölkerung stehen umfassende interkulturelle Medien und Medien der Sprachförderung sowie Angebote der Leseförderung zur Verfügung. Im Handlungsfeld "Spracherwerb und Sprachbeherrschung" haben sowohl der Bedarf an Angeboten der Sprachförderung in Deutsch wie auch der professionelle Umgang mit Mehrsprachigkeit weiter zugenommen. Dies belegen sowohl die Statistiken zum Anteil der Kinder, die im Rahmen der Einschulungsuntersuchung des Frankfurter Gesundheitsamtes sprachbezogene Auffälligkeiten zeigen, wie auch die zunehmende Zahl der Teilnehmenden an Intensiv-, INteA-Kursen. Sie stehen neu zuziehenden Kindern und Jugendliche offen, die nicht über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen. Ihre Kapazität und Anzahl ist im Zuge der starken Zuwanderung aus dem Ausland und der Fluchtzuwanderung erweitert worden. Nach Kapazitätsengpässen für Geflüchtete in den Integrationskursen im Erwachsenenalter sind auch hier kurzfristig neue Kurskonzepte entstanden, die größtenteils aus Bundesmitteln finanziert wurden. Durch die Pandemie hat sich die Situation im Handlungsfeld "Spracherwerb und Sprachbeherrschung" jedoch eher verschlechtert, denn viele Sprachkurse konnten nicht oder nicht wie üblich stattfinden und der für die Sprachpraxis so wichtige soziale Kontakt war nur noch beschränkt möglich. Deutschkenntnisse wie auch Mehrsprachigkeit können am leichtesten in den ersten Lebensjahren erworben werden. Vorschulische Sprach- und Bildungsangebote sowie ein möglichst frühzeitiger Kindergartenbesuch besitzen daher Priorität und sind gegenüber späteren kompensatorischen Maßnahmen vorzuziehen. Im Bereich der frühkindlichen Bildung existieren verschiedene programmatische Ansätze der Sprachförderung, z. T. gefördert durch die Stadt Frankfurt am Main sowie die Landes- oder Bundesebene. Des Weiteren spielen die Möglichkeit zum regelmäßigen Gebrauch und Einüben von Sprachen im näheren sozialen Umfeld sowie Programme der Leseförderung eine wichtige Rolle. Eine gendergerechte Sprache in städtischen Dokumenten und Formularen ist wichtig, damit alle Bürger:innen gleichermaßen angesprochen werden. Wichtige Maßnahmen für die Stadtverwaltung sind außerdem die Berücksichtigung gendersensibler Schreibweisen etwa bei Stellenausschreibungen, Anreden oder Sanitäranlagen. Im Jahr 2020 wurden für die Stadt Frankfurt am Main Leitfäden für gendersensible Sprache veröffentlicht. Auch im Handlungsfeld "Wirtschaft und Arbeit" hat sich die Ausgangssituation im Zuge der Corona-Pandemie wesentlich verschlechtert. Vor der Corona-Krise war der Frankfurter Arbeitsmarkt in einer guten Ausgangslage. Im Zeitraum von Januar 2019 bis Februar 2020 wurden in Frankfurt am Main monatlich rund
- 200 Arbeitsplätze neu geschaffen. In der Metropole bestand eine große Nachfrage nach Arbeitskräften - vor allem an Fachkräften. Im März änderte sich die Situation jedoch schlagartig und es gab im Dezember 2020 rund 9.000 Arbeitslose mehr in Frankfurt als
- Entsprechend sind die Beschäftigtenzahlen um 2% geschrumpft: Zugewanderte Menschen sind in prekären Beschäftigungsverhältnissen und strukturschwachen Branchen überrepräsentiert und (daher) stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies zeigt sich im Berichtszeitraum auch in den Folgejahren der Finanzkrise. Auch existieren hohe Einkommensungleichheiten. So verfügen Menschen mit Migrationshintergrund in Frankfurt über ein durchschnittlich um 25 % geringeres Einkommen als Menschen ohne Migrationshintergrund und zwischen den Einkommen von Frauen und Männern besteht eine Lohnlücke von 20 %. Aufgrund von Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs in den Jahren 2014 und 2015 sind Zuwandernde - auch wenn sie aus Mitgliedstaaten der EU kommen - vom Ausschluss von Sozialleistungen betroffen, solange sie nicht unmittelbar eine Arbeit aufnehmen können oder wenn sie diese innerhalb eines Jahres verlieren. Eine wichtige Voraussetzung für den verbesserten Zugang von Menschen mit Migrationshintergrund zum Arbeitsmarkt bildet der Aufbau von berufsbezogenen Deutschkenntnissen. Die Stadt Frankfurt am Main wendet sich seit dem Jahr 2012 verstärkt mit Maßnahmen an Langzeitarbeitslose, an sozial benachteiligte Jugendliche und Erwachsene mit besonderen Förderbedarfen, an neu zugewanderte Arbeitssuchende sowie Personen mit multiplen Problemlagen. Für eine weitere Verbesserung der Beschäftigungssituation ist nicht nur eine kommunale Beschäftigungsförderung, sondern auch die Förderung von Selbstständigkeit und Unternehmer:innentum wichtig. In jüngster Zeit war die Zahl der Gewebeanmeldungen von Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit rückläufig. Dennoch stellen Unternehmensgründungen weiterhin eine wichtige berufliche Perspektive für Menschen mit Migrationshintergrund dar. Insbesondere transnational aufgestellte Unternehmen können eine wichtige Nischenfunktion einnehmen, neue Produkte und Dienstleistungen in einen lokalen Wirtschaftskontext einführen oder spezialisierte Dienstleistungen für global agierende Konzerne anbieten und es ausländischen Investoren so erleichtern, Fuß zu fassen. Der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema. Laut IHK-Fachkräftemonitor ist im IHK-Bezirk Frankfurt am Main aktuell mit einem Engpass von rund 85.000 unbesetzten Stellen bis zum Jahr 2030 zu rechnen. Die Relevanz und Bedeutung von Fachkräften in "kritischen Infrastrukturen" wurde im Rahmen der Corona-Pandemie nochmals verstärkt deutlich. Besonders groß ist sie in den Bereichen Gesundheitswesen, Transport und Verkehr, Staat und Verwaltung sowie Pflege, Betreuung und Erziehung. Die COVID-19-Pandemie machte aber auch die Systemrelevanz von bezahlter oder unbezahlter "Care-Arbeit" und sonstiger - niedrigbezahlter - Berufe deutlich. Im Handlungsfeld "Rechtliche Situation, Antidiskriminierung und Antiradikalisierung" ist festzuhalten, dass ca. 1/3 der Bevölkerung mit Migrationshintergrund über kein Wahlrecht bei EU- und Kommunalwahlen verfügt und ca. 2/3 der Bevölkerung mit Migrationshintergrund nicht an Bundestagswahlen partizipieren kann. Zudem kommen zunehmend sozial-rechtliche Exklusionsprozesse zum Tragen - auch bei EU-Staatsangehörigen. So kommt es vermehrt zu Wohnungslosigkeit und Armut bzw. einen prekären Sozial- und Gesundheitsversicherungsstatus; insb. bei neuzuwandernden Personen aus Bulgarien und Rumänien. Darüber hinaus kam es in den Jahren 2012 bis 2018 aber auch zu zunehmende Einbürgerungsanträgen und -beratungen. Im Jahr 2018 nochmals verstärkt durch den BREXIT. Der Aspekt "Diskriminierung bekämpfen" belegt - laut Ergebnissen der Frankfurter Bürgerbefragung - aus Sicht der Frankfurter Bevölkerung relativ konstant den viert-wichtigsten Aspekt für das Zusammenleben. Das AmkA leistet Antidiskriminierungsarbeit sowohl durch Beratung von Betroffenen wie auch von sozialen Einrichtungen, städtischen Ämtern und Betrieben sowie in diesem Bereich engagierten Akteur:innen. Grundlage der Tätigkeit bildet die im Jahr 2003 verfügte Antidiskriminierungsrichtlinie der Stadt Frankfurt am Main. In der Bevölkerung und auch in der politischen Debatte hat Antidiskriminierung und auch Antirassismus mittlerweile eine signifikant höhere Bedeutung eingenommen als vor 20 Jahren. Dies äußert sich am Verständnis der Ursachen von Diskriminierung und Rassismus sowie der historischen und gesellschaftlichen Kontexte und Formen. Laut Ergebnissen aus experimentellen Testing-Studien kommt es auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt nachweislich zu mehr Diskiminierungserfahrungen, sobald eine Person nicht akzentfrei Deutsch spricht oder einen nicht-deutsch-klingenden Namen hat. Auch LSBTIQ-Personen unterliegen im Alltag nach wie vor Diskriminierungen und negativen Zuschreibungen. In die Jahre dieses Berichts fallen auch: Der rechtsextremistische Mord an Walter Lübke, die Bedrohungen durch den "NSU 2.0", der Anschlag von Hanau - nur einige Stationen einer Zunahme von Rassismus und extremistischem Gedankengut. In die gleiche Zeit fallen die Terrorakte des sog. Islamischen Staates, Ausreisen nach Syrien und die Rückkehr aus dem Kriegsgebiet. Die Radikalisierung von Personen(gruppen) und die Bedrohung der demokratischen Gesellschaft bleibt damit eine der großen Herausforderungen. Hier haben sich in Frankfurt mit der Demokratiekonferenz und der Zusammenarbeit in der Partnerschaft für Demokratie (PfD) Formate entwickelt, die dem Austausch und dem Aufbau von demokratischen Werten, von Toleranz und demokratischem Zusammenleben sowie der Förderung von Akteur:innen in diesen Bereichen dienen. Auftrieb erhielten während der Pandemie z.B. Verschwörungsideologien sowie die Querdenkerbewegung. Für viele Menschen waren sog. "alternative Medien" und Social-Media-Kanäle plötzlich die Hauptquelle ihres politischen Wissens. Dies erhöhte die Empfänglichkeit für Verschwörungsmythen. Sie sind oft mit antisemitischen Ressentiments verknüpft, bieten aber auch eine Grundlage für den Zugang zu anderen Phänomenbereichen. Im Kontext der Antidiskriminierungsarbeit hat v.a. die Frage der Maskenpflicht zu gehäuften Diskriminierungsmeldungen geführt und zugleich die Gesellschaft polarisiert. Weitere Diskriminierungsmeldungen betrafen das verstärkte Aufkommen von antiasiatischem Rassismen im Alltag. Im Handlungsfeld "Wohnen und (Zusammen-)Leben vor Ort und in der Stadt" ist festzuhalten, dass die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Frankfurt am Main im Berichtszeitraum nach wie vor angespannt ist: die Wohnungslosigkeit hat zugenommen, die Mietbelastung bleibt hoch, Diskriminierungserfahrungen bei der Wohnungssuche bestehen fort, es kommt zudem zu Verdrängungstendenzen aus dem Innenstadt und den angrenzenden Bereichen in die Randlagen der Stadt. Viele Familien in beengten Wohnverhältnissen gerieten in der Pandemie zwischen Home-Office und Home-Schooling besonders unter Druck. Bereits seit dem Jahr 2010 steigen die Immobilienpreise und es wird selbst für die Mittelschicht immer schwieriger, Wohneigentum zu erwerben. Der Wohnungsfehlbestand belief sich im Jahr 2017 auf 25.000 Wohneinheiten im Jahr. Die Wohnungsversorgungsquote ist von 98,3 % im Jahr 2009 auf 90,4 % im Jahr 2015 gesunken. Gleichzeitig muss der Bestand der kommunalen Sozialwohnungen wie auch das Wohnungsangebot allgemein weiter aufgestockt werden. So hat sich die Zahl der kommunalen "Sozialwohnungen" in den Jahren 1993 bis 2016 von rund 62.100 auf 26.190 mehr als halbiert. Zwar wurden die kommunalen Fördermittel zum Erwerb von Belegrechten für die kommunale Wohnraumversorgung im städtischen Haushalt aufgestockt und Anreize geschaffen. Dennoch wird sich die Zahl der öffentlich geförderten Miet- und Sozialwohnungen durch auslaufende Bindungen voraussichtlich weiter verringern. Auch die angemessene Unterbringung aller Geflüchteten bildet in dem Berichtszeittraum ein dauerhaftes Thema. Neben und im Kontext der Frage einer menschenwürdigen Unterbringung werden hier auch über zielgruppenspezifische Angebote sowie die Etablierung von Schutzräumen in Einrichtungen diskutiert. Allgemein kann an dieser Stelle im Kontext der Fluchtmigration der Jahre 2010 bis 2015 das große Engagement und die Solidarität von Vereinen, Initiativen und Bürger:innen der Stadt Frankfurt am Main gar nicht stark genug betont werden. Die Situation von Menschen nach der Flucht hat in Nachbarschaften, im Sport und im kulturellen Leben eine immer noch andauernde Hilfsbereitschaft ausgelöst. Eine dauerhafte Aufgabe besteht darin, für eine ausgewogene soziale Struktur in den Stadtteilen zu sorgen sowie Verdrängungstendenzen entgegenzuwirken. Die Stadt Frankfurt am Main unterstützt benachteiligte Stadtteile durch Quartiersmanagementansätze und Beteiligungsprojekte. Im Handlungsfeld "Gesundheit und Alter" ist abzusehen, dass der Bedarf an professionellen religions- und kultursensiblen Angeboten der Altenhilfe sowie Unterstützungsangeboten für ältere Migrant:innen in Zukunft weiter steigen wird. Es ist davon auszugehen, dass es in den kommenden Jahren unter den Personen im Rentenalter zu einem erheblichen Zuwachs von bis zu 32.000 Personen mit Migrationshintergrund - davon rund 2/3 mit ausländischer Staatsangehörigkeit - kommt. Laut Studien sind ältere Menschen mit Migrationshintergrund - gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil - in den Frankfurter Diensten der Altenhilfe aktuell noch unterrepräsentiert. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene interkulturelle Projekte entwickelt, die zeigen, dass eine niederschwellige Ausgestaltung von Angeboten und Vernetzung vor Ort wichtige Faktoren der interkulturellen Öffnung von Gesundheitsangeboten darstellen. Als Beispiele sind hier der Einbezug von Menschen mit Migrationshintergrund sowie von migrantischen Selbsthilfeorganisationen in die Angebotsgestaltung als Multiplikator:innen bzw. Lots:innen sowie die Entwicklung von stadtteilbezogenen Gesundheitsnetzwerken, -konferenzen und -initiativen zu nennen. Besonders in Zeiten vermehrter Zuwanderung von Geflüchteten und Einschränkung von Sozialrechten für Zuwandernde aus der EU kommt diesen Angeboten, die den Zugang zu Gesundheitsleistungen für Menschen ohne Krankenversicherung ermöglichen, eine große Bedeutung zu. Die Ergebnisse der Kindergesundheitsberichterstattung belegen, dass Kinder mit Migrationshintergrund häufiger Übergewicht und Entwicklungsauffälligkeiten aufweisen. In Vorstudien zur Sportentwicklungsplanung konnte außerdem eine geringere Aktivitätsquote bei der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit festgestellt werden. Somit nehmen Programme zur Information über Ernährungsfragen und zur Bewegungsförderung nicht nur bei Senior:innen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle ein. Im Handlungsfeld "Kunst und Kultur" hat sich sowohl im Kontext der Fluchtmigration wie auch durch die Corona-Pandemie viel verändert. Grundsätzlich verfügt Frankfurt über eine Vielfalt an Kultureinrichtungen. Jedoch ist festzuhalten, dass - Ergebnissen der Frankfurter Bürgerbefragung zufolge - Einwohner:innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit kulturelle Einrichtungen (wie Oper, Schauspiel und Museen) seltener besuchen als Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Durch die Ermöglichung eines kostenfreien Eintritts seit dem Jahr 2017 hat sich der Anteil der Besuchenden mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit in den Frankfurter Museen deutlich erhöht. Interkulturelle Öffnung bedeutet dabei einerseits, das bestehende Angebot durch den Abbau von Barrieren zu öffnen, andererseits Bevölkerungsgruppen als Mitgestalter:innen gezielt in das Angebot einzubeziehen. Derartige Öffnungsprozesse sind in Frankfurt am Main durch die Fluchtzuwanderung der Jahre 2015 bis 2017 vorangetrieben worden. Insb. wurden vermehrt Ansätze entwickelt, die geflüchtete Personen gezielt ansprechen und in die Gestaltung von Projekten und Kunstprodukten einbeziehen sowie interkulturelle Kontakte ermöglichen. Auch findet in den Frankfurter Museen vermehrt eine Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Diskriminierung sowie mit religiöser Diversität und der Kolonialvergangenheit statt. In Bezug auf die Ausgangslage im Handlungsfeld "Freizeit und Sport" sind die bisherigen Ausgangsbefunde zur Situation in Frankfurt am Main uneinheitlich. Ergebnisse der Frankfurter Bürgerbefragung zeigen, dass Sporteinrichtungen - insb. Frei- und Hallenbäder, aber auch Sportplätze und -hallen - häufiger von Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit besucht werden. Es bleibt jedoch unklar, ob dies zu einer geringeren Vereinsaktivität führt. Wesentlich für die Angebotsgestaltung ist, dass diese offen, barrierefrei und niederschwellig sind. Viele der bestehenden Sportangebote in Frankfurt haben in der Zeit der Fluchtzuwanderung spezielle Aktivitäten zur Bekanntmachung des Angebots für Geflüchtete durchgeführt oder Kooperationsprojekte konzipiert. Die Vereine erhielten dafür finanzielle Unterstützung. Der Sport kann allerdings auch zur Verfestigung von segregierenden Strukturen und Vorurteilen beitragen. Dies äußert sich z. B. in gewaltsamen Auseinandersetzungen oder auch geäußertem Rassismus gegenüber Sportler:innen. Darüber hinaus wird es im Sinne einer diversitätsgerichteten Öffnung als wichtig erachtet, gezielt solche Projekte und Vereine zu unterstützen, die interkulturelles Lernen, eine geschlechtssensible Haltung und das konfliktfreie Zusammenleben ermöglichen. Dies gilt neben kultur- und religionssensiblen Sportangeboten auch in Hinblick auf die in Frankfurt tätigen LSBTIQ-Sportvereine. Wie sehr unsere Gesellschaft einem Wandel unterliegt, zeigt sich exemplarisch auch im Handlungsfeld "Religion und Weltanschauung". Hier gibt als klare Trends, eine Abnahme von Mitgliederzahlen beider großer Kirchen gegenüber einem Wachstum muslimischer Gemeinden und von freikirchlichen Gruppen zu verzeichnen. Eine zentrale Herausforderung ist dabei die gleichberechtigte Teilhabe verschiedener Religionen und religiöser Minderheiten zu gewährleisten. Den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts haben inzwischen weit mehr Religionsgemeinschaften erlangt, als allgemein bekannt. Für die Kommunalpolitik gilt es weiterhin, Ungleichheiten, die im Zusammenhang mit der unterschiedlichen rechtlichen Stellung der Religionsgemeinschaften und ihrer personellen und finanziellen Mittel existieren, in den Blick zu nehmen und auszugleichen. In Frage stehen auch die gleichberechtigten Möglichkeiten zur Übernahme von Projekten oder Trägerschaften sozialer Aufgaben. Nach wie vor sind Religionsgemeinden im Kontext globaler Migrationsbewegungen auch Orte des Ankommens. Dies gilt es sozial- und diversitätspolitisch zu berücksichtigen, z.B. durch die Unterstützung der Gemeinden in der Betreuung von geflüchteten Menschen sowie generell Neu-Frankfurter:innen. Über mehrere Jahrzehnte hat sich in Frankfurt ein Netz des interreligiösen Dialogs und interreligiöser Gemeinwesenarbeit entwickelt. Der Frankfurter Rat der Religionen bildet in dieser Hinsicht einen zentralen Akteur und interreligiöses Gremium. Im Berichtszeitraum ist insb. der jährliche "Tag der Religionen im Römer" als das größte Kontakt- und Dialogformat in Frankfurt entstanden. Zur Würdigung der Religionsgemeinden hat die Stadt Frankfurt in den letzten Jahren regehafte Besuche der politischen Stadtspitze von Gemeinden sowie die städtische Beteiligung an religiösen Formaten, wie dem Ifṭār, oder durch Grußbotschaften zu den wichtigsten religiösen Feiertagen getätigt. Um zu einer Einschätzung bzgl. der Bedarfe und Prioritäten der städtischen Ämter und Betriebe zu kommen, führt das AmkA im Handlungsfeld "Interkulturelle Öffnung und Diversitätsmanagement" als Grundlage für diesen Bericht regelmäßig eine Befragung zu Bedarfen und Entwicklungen durch. Für diesen Bericht lag die Teilnahmequote bei 85 %. Als generelles Ergebnis lässt sich festhalten: Ein Großteil der städtischen Ämter und Betriebe hat die Notwendigkeit interkultureller Öffnungsprozesse erkannt, insbesondere Öffnungsprozesse im Personalwesen. Bedarfe bestehen hinsichtlich: • der Bereitstellung mehrsprachiger Informationen und (Beratungs-)Angebote, • zusätzlicher (Personal-)Ressourcen für die Umsetzung interkultureller Öffnungsprozesse • sowie beim Ausbau der Barrierefreiheit von Angeboten. Als zukünftige Prioritäten wurden benannt: • Qualifizierung des Personals in interkultureller Kompetenz, • eine diversitätsorientierte Personalgewinnung, • eine interkulturell ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit, • Entwicklung eines interkulturellen Selbstverständnisses bzw. einer Willkommenskultur. Im Jahr 2018 wurde für die Stadtverwaltung Frankfurt am Main ein umfassender Prozess zur Sensibilisierung der Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main zu Themen der "interkulturellen Öffnung" und "Diversität" und Initiierung gemeinsamer Maßnahmen eingeleitet. Informationsmaterialien werden online in einem Portal sowie ausgedruckt in einem hierfür eigens gestalteten Ordner veröffentlicht. Der Ordner wird in einer Informationsveranstaltung verteilt und gleichzeitig findet im Rahmen einer Präsentation eine Sensibilisierung für die dort aufgegriffenen Inhalte statt. Zudem wurde ein ämter- und betriebsübergreifender Arbeitskreis zur Erarbeitung von Standards für diversitätssensible Dienstleistungen eingerichtet. Gemeinsam und begleitet durch einen Steuerungskreis werden Ansatzpunkte für Schulungen der Mitarbeiter:innen der Stadt Frankfurt am Main in diesen Bereichen entwickelt sowie Bedarfe ermittelt. Die langfristigen Ziele bestehen darin, die Führungskräfte dabei zu unterstützen, diversitätsorientiert kompetent zu agieren, sowie die Ämter und Betriebe der Stadt Frankfurt am Main zu Fragen zu beraten, welche strukturellen Veränderungen eine stärkere Diversitätsorientierung bewirken können. Ausblick Um die Berichterstattung bzgl. der Themenfelder "Vielfalt", "Antidiskriminierung" und "gesellschaftliches Zusammenleben" zukünftig weiterzuentwickeln sind folgende Schritte notwendig: - ein ämterübergreifender Klärungsprozess zu zentralen Begrifflichkeiten, sodass eine Zusammenarbeit und Zuarbeit der berichterstattenden Stellen der Stadt Frankfurt am Main ermöglicht wird. Einen ersten Anknüpfungspunkt könnte dabei eine ressortübergreifende Diskussion zu Alternativen zur Erfassung des Migrationshintergrunds sowie dafür notwendiger Maßnahmen bilden. - eine stadtweite Klärung der zentralen zukünftigen städtischen Zielbezüge in der Arbeit zu diesen Themenfeldern. Hier gilt noch immer das im Jahr 2010 verabschiedete Integrations- und Diversitätskonzept der Stadt Frankfurt am Main als maßgeblich für diese Berichterstattung. Ohne eine systematische Umsetzung der dort benannten Ziele, Handlungslinien und politischen Vereinbarungen hierzu, ist eine Umsetzungsberichterstattung weiterhin nicht möglich. Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Entwicklung und Abstimmung von Handlungsempfehlungen wird daher als sinnvoll erachtet. Gerade die Corona-Pandemie wird eine Lücke in den amtlichen Daten hinterlassen. Der Mikrozensus wird für die Jahre der Pandemie, aufgrund der Unmöglichkeit zur Durchführung der üblichen verpflichtenden mündlichen Befragungen, keine repräsentativen Daten mehr für die Stadt Frankfurt am Main bereitstellen können. Die Durchführung einer Bevölkerungsbefragung wird als notwendig erachtet, sowohl um diese entstandene Datenlücke zu schließen als auch um neue Indikatoren und gesellschaftliche Perspektiven zu Diversität, Antidiskriminierung und zum Zusammenleben aufgreifen und zu diversitäts-politischen Empfehlungen kommen zu können. Anlage _Integrations-_u_Diversitaetsbericht_2021 (ca. 5,7 MB)