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Wirtschaftsstandort Frankfurt - Jahresbericht

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 15.07.2013, B 368

Betreff: Wirtschaftsstandort Frankfurt - Jahresbericht Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 27.01.2005, § 8617 - NR 1663/05 GRÜNE, l. B 406/12 - Der Jahresbericht 2012 der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH belegt, dass der Standort Frankfurt am Main trotz der in 2012 eingetretenen Rezession gut durch die seit nunmehr 5 Jahren fortdauernde Wirtschafts-und Finanzkrise gekommen ist. Die vorliegenden Daten bestätigen die Kraft der robusten, von großer Vielfalt geprägten Wirtschaftsstruktur, aber auch die hervorragenden Standortqualitäten von Frankfurt am Main: - Die Stadt Frankfurt am Main ist das Zentrum einer Region, die als Ganzes einer der stärksten Märkte in Deutschland und Europa ist. 5,6 Mio. Konsumenten und 395.000 Unternehmen in einem hochentwickelten und gut erschlossenen Gebiet repräsentieren ein enormes Marktvolumen, das für jedes Unternehmen äußerst attraktiv ist. - Frankfurt am Main ist aus allen Lagen und zu jeder Zeit erreichbar: die analoge Infrastruktur (sämtliche Fernwegenetze über Straße, Schiene, Luft und Wasser) in Verbindung mit der immer wichtiger werdenden Position als Digital Hub Europas - mit dem weltgrößten Datendrehkreuz, dem leistungsfähigen Glasfasernetz und der hohen Dichte an Rechenzentren - gewährleistet der Standort den schnellen und leichten Marktzugang (Connectivity) zu allen Schlüsselmärkten in Deutschland, Europa und Übersee. Der schnellstmögliche Zugang zum Kunden ist für ein Unternehmen das wichtigste Kriterium bei der Standortwahl. Es ist auch die wichtigste Begründung für die hohe Konzentration von Unternehmen und Arbeitsplätzen in Frankfurt am Main. - Der Arbeitsmarkt profitiert von der vielfältigen Wirtschaftsstruktur der Stadt: Frankfurt hat eine starke Industrie, einen ebenfalls hochdifferenzierten Dienstleistungssektor mit Leitfunktionen für die Branchen Finanz, Consulting, Logistik und Handel. Die Beschäftigung - gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - hat gegenüber 2011 sogar noch einmal um +2,2 % zugelegt. Noch nie gab es in Frankfurt so viele Arbeitsplätze wie 2012. Die Arbeitslosigkeit verharrt im Agenturbezirk bei 5,8 %, kaum mehr als 2011. In der stark von Arbeitsteilung geprägten modernen Arbeitswelt ist es ein handfester Standortvorteil, wenn zur Lösung von Aufgaben im lokalen Wertschöpfungsprozess schnell und problemlos Partner vor Ort gefunden werden können: vom hochspezialisiertem Ein-Personen-Unternehmen über mittelständische Traditionsunternehmen bis hin zu Weltkonzernen bietet der Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main jede denkbare Konstellation an. Diese Vielfalt setzt sich auch auf der Ebene der Arbeitskräfte fort. Unterschiedlichste Begabungen und fachliche Qualifikationen bringen sich im Wertschöpfungsprozess der Unternehmen ein. Die hochdifferenzierte regionale Bildungs- und Ausbildungsinfrastruktur entspricht der Vielfalt der Anforderungen an die Arbeitskräfte. Das am Standort abgebildete gigantische Spektrum an verschiedenartigen Unternehmen ist ein hervorragender Nährboden für Unternehmensgründungen, speziell in Zukunftsbranchen. Die wirtschaftliche Dynamik des Standortes Frankfurt am Main spiegelt sich auch in der Gründerszene und schafft neue Marktchancen, Geschäftsmöglichkeiten und Kooperationen. Die Stadt steht im globalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe und bietet ein seit dem Jahr 2000 beständig weiterentwickeltes und aus mehreren Bausteinen bestehendes System zur Unterstützung und Förderung der Gründerszene an. Damit unterstützt die Stadt leistungsbereite und ideenreiche Menschen, etwas Eigenes aufzubauen und mit ihrer Innovationskraft den Standort zu stärken. Der Erfolg spricht für sich: seit Sommer 2012 ist das Gründerzentrum für Kreative zu 100% ausgelastet und es wird bereits nach Erweiterungsmöglichkeiten gesucht. Über das 2011 gestartete Frankfurter Förderprogramm "Zwischennutzung von leerstehenden Räumen durch Kreative konnten bis Jahresende 2012 bereits 33 Projekte unterstützt werden. Die Maßnahmen beweisen, dass der Magistrat den zeitgemäßen Bedarf erkannt und folgerichtig umgesetzt hat. Das arbeitsmarktpolitische Potenzial der Gründer ist durchaus beachtlich: im Zeitraum 2001 bis 2012 wurden insgesamt 47 im Stadtgebiet neugegründete Unternehmen mit dem Frankfurter Gründerpreis ausgezeichnet. Aus dieser Gruppe junger Unternehmer befanden sich im Berichtsjahr 2012 noch 37 Unternehmen am Markt, die ihr Arbeitsplatzangebot -von insgesamt 137 beim Neustart - auf deutlich über

  1. 000 Arbeitsplätze steigern konnten. Um der hohen Wertschätzung des unternehmerischen Geistes mit dem Mut zu Neuem Ausdruck zu verleihen, lud der Magistrat der Stadt wieder - nun schon fast in guter alter Tradition - im März 2012 zum Gründerempfang und im Mai zur Verleihung des Frankfurter Gründerpreises 2012 in den Kaisersaal ein. Frankfurt am Main ist die internationalste Stadt in Deutschland und historisch gewachsen seit dem frühen Mittelalter ein Knotenpunkt internationaler Handelsströme und kultureller Lebendigkeit. Das gilt für die Bevölkerung, für die Arbeitskräfte, für die Unternehmen, die zu 20 % ausländisch sind und für die Institutionen, sowohl hinsichtlich Herkunft als auch Orientierung. Die Bildungs- und Ausbildungsinfrastruktur reflektiert die Internationalität der Stadt: ein umfassendes Angebot an internationalen Kindergärten, Schulen und Studiengängen wird vorgehalten. Auch im Forschungs- und Hochschulbereich weist Frankfurt eine außerordentlich hohe Dichte an Universitäten und Instituten aus. Die Goethe-Universität mit ihren zahlreichen Forschungsinstituten, die Frankfurt School of Finance and Management und auch die Fachhochschule Frankfurt tragen mit ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit wesentlich dazu bei, dass Frankfurt am Main seinen Ruf als internationaler Hochschulstandort bestens bestätigt. Für den Finanzplatz endete 2012 mit einer sehr wertvollen Nachricht: die Finanzminister in Brüssel beschlossen, dass die neue europäische Bankenaufsicht in Frankfurt angesiedelt wird. Der Finanzplatz Frankfurt mit an die 700.000 Arbeitsplätze als deutscher Bankenplatz der ersten Güte wird von der neuen europäischen Bankenunion profitieren, denn die Stadt kann sich weiter als Finanzhauptstadt der Eurozone positionieren und wird weitere Finanzdienstleister rund um die Aufsichtsbehörde an den Main locken. Die gewichtige Rolle der EZB und EIOPA, demnächst verstärkt durch die europäische Bankenaufsicht, die zahlreichen internationalen Unternehmen, die Vertretungen der Diplomatie aus aller Welt samt der entsprechenden Handelskammern und Wirtschaftsvereinigungen: sie prägen den Standort und tragen ihren Teil dazu bei, dass Frankfurt am Main inzwischen ein bedeutender Knotenpunkt im Netz der Weltwirtschaft und zur weltweit agierenden Global City geworden ist. Die stärksten Zugpferde für die Wirtschaftskraft von Stadt und Land waren auch im Jahr 2012 der Flughafen und die Messe Frankfurt: Mit 57,5 Millionen Passagieren hatte der Frankfurter Flughafen 2012 einen neuen Rekord aufgestellt und die Messe Frankfurt GmbH durchbrach erstmals die Schallmauer von 500 Millionen Euro Umsatz. Rein rechnerisch sichert die Messe nahezu 20.000 Arbeitsplätze in Frankfurt: Handwerker und Messedienstleister (ca. 9.000), Hotels und Restaurants (ca. 6.000), fast 1.500 entfallen auf den Einzelhandel, etwa 1.300 auf Taxi, Bus und Bahn und ungefähr 2.000 Arbeitsplätze auf das produzierenden Gewerbe. Millionen von Besuchern schätzten die reichhaltigen Kultur- und Freizeitangebote und so konnte die Stadt Frankfurt am Main für das Jahr 2012 eine ganze Reihe von wunderbaren Rekordzahlen vermelden: Das galt z. B. als Ausrichtungsort für Veranstaltungen konnte ein neuer Rekord aufgestellt werden, denn mit insgesamt 65.992 Tagungen und ca. 4 Mio. Teilnehmern bedeutete das einen täglichen durchschnittlichen Besucherstrom von 10.

  2. Der Gesamtumsatz stieg dabei um 5,8 % auf über 560 Millionen € und stellte den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr 2011 deutlich ein. Aus dem Tagungsgeschäft resultierten in 2012 knapp 1,4 Millionen Übernachtungen, das bedeutet einen Anstieg von 0,6 Prozent und gleichzeitig ein neuer Höchstwert. Bereits zu Anfang des Jahres 2012 überschritt die Stadt zum ersten Mal in der Geschichte die Zahl von 700.000 Einwohnern. Die stetige Steigerung der Einwohnerzahlen bestätigt, dass es in Frankfurt am Main ein hervorragendes Arbeitsplatzangebot gibt und die Lebensqualität - angefangen vom gemäßigten Klima über die vielfältigen Kultur- und Freizeitangebote bis hin zur guten Gesundheits-, Bildungs- und Ausbildungsinfrastruktur - exzellent ist. Das bestätigt auch die ausgezeichnete Bewertung der weltweit Lebensqualität vergleichenden Mercer-Studie im Berichtsjahr, die Frankfurt am Main im internationalen Ranking ganz weit oben platzierte. Die wichtigste Aufgabe der Kommunalen Wirtschaftsförderung ist die Stärkung der wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt. Die wesentlichen Einnahmequellen der Stadt gehen Hand in Hand mit der Entwicklung der lokalen Wirtschaft einher: ein Großteil des Wirtschaftsgeschehens wird von den direkten Entscheidungen der ansässigen Unternehmen bestimmt. Seit 2009 trägt die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH mit ihrer Neuausrichtung dieser Erkenntnis Rechnung und verfolgt konsequent den eingeschlagenen Weg, die Bestandspflege zu ihrem Kerngeschäft zu erklären. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt am Main führt vor, wie umfang- und facettenreich eine auf die Bestandspflege und Bestandsentwicklung ausgerichtete kommunale Wirtschaftsförderung sein kann und darüber hinaus, welche positiven Standortmarketing-Effekte von dieser Arbeit ausgehen. Der Jahresbericht 2012 belegt erneut die außerordentliche Vielfalt der Aufgabenbereiche des Wirtschaftsdezernates. In allen Aktionsbereichen - Bestandspflege und Bestandsentwicklung, Stadtteil- und Branchenarbeit der Gewerbeberatung, Standortmanagement, Internationale Business Communities, Existenzgründungsförderung, Entwicklung der Zielbranchen und die Betreuung von Branchen mit besonderer Bedeutung - überall wurde durch konstruktives und betriebsnahes Engagement intensive Arbeit geleistet und hervorragende Ergebnisse erzielt. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH verzeichnet im Jahr ihres 25jährigen Bestehens ein absolutes Rekordjahr: mit fast 1.900 bearbeiteten Fällen in Bestandspflege und Bestandserweiterung konnte das Pensum im Berichtsjahr nochmals um knapp 13 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordergebnis aus 2011 gesteigert werden. Die Gewerbeberatung der Wirtschaftsförderung, aufgestellt nach Stadtteilen und Zielbranchen, bietet den Unternehmen umfassende Unterstützung bei der Lösung verschiedenster Aufgabenstellungen an: von der Hilfestellung bei Problemen mit Auszubildenden bis hin zu Schwierigkeiten bei der Zulassungsstelle. Dass dieser Service einen starken Effekt auf das Standortmarketing hat, belegen die Zahlen: nach dem Motto "der zufriedene Kunde ist die beste Werbung" konnte die Wirtschaftsförderung im Berichtsjahr insgesamt 31 Unternehmen mit über 700 Arbeitsplätzen ansiedeln und damit ebenfalls einen neuen Rekord aufstellen. Die Daten belegen unzweifelhaft, wie bedeutsam es ist, dass sich die Stadt und ihre Wirtschaftsförderung um den Unternehmensbestand in Frankfurt am Main kümmern. Die Stadt und die Region profitierten 2012 - wie in den Jahren zuvor - von der engen und guten Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH und der regionalen FrankfurtRheinMain GmbH. Die Stadtteile sind das Gesicht der Stadt: Die Bestandspflege zielt nicht nur auf die in- und ausländischen Unternehmen in Frankfurt am Main, sondern beschäftigt sich auch mit den Gewerbevereinen in den Stadtteilen und mit den für die Unternehmen relevanten örtlichen Verhältnissen in den Stadtteilen. Wirtschaftstage wie der in Praunheim, die Unterstützung von Stadtteilpublikationen, Veranstaltungen wie "Gallus leuchtet" oder "Höchster Design Parcours" informieren über das Wirtschaftsleben der Stadt-teile. Den zahlreichen Projekten ist der Aufwertungsprozess gemeinsam, den sie in Gang setzen. Durch die Impulse, die sie setzen und durch die Lebendigkeit, die sie ausstrahlen, werden Stadtteile attraktiver für Touristen und davon profitiert die lokale Wirtschaft. Unter der Überschrift "Eine Stadt - viele Gesichter. Ideen und Impulse für Stadtteilprojekte der Gewerbevereine" lud der Wirtschaftsdezernent im Oktober 2012 die örtlichen Gewerbevereine ins MAINRAUM-Gründerzentrum ein, um Projekte aus verschiedenen Stadtteilen und die vielfältigen Hilfestellungen der Gewerbeberatung der Wirtschaftsförderung hierfür vorzustellen. Frankfurt am Main soll auch für die Industrie attraktiv sein: Jeder Wirtschaftszweig hat andere Anforderungen an einen Standort. Der Magistrat fokussiert mit dem Masterplan Industrie die Ansprüche des produzierenden Gewerbes. Rund 300 Betriebe wurden seit Januar 2012 befragt. Das Ziel ist, eine langfristige Strategie für die Industrie entwickeln und Frankfurt damit zum interessanten Industriestandort machen. Anfang 2012 wurde ein Beirat mit der Aufgabenstellung bestellt, die einzelnen Projektphasen der Erarbeitung des Masterplans Industrie mit seiner Expertise zu unterstützen. Die Mitglieder des Beirats sind engagierte und kompetente Persönlichkeiten aus Industrieunternehmen, der IHK Frankfurt am Main, der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der IG Bergbau, Chemie, Energie, der IG Metall, der Stadtplanung, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain, der Goethe-Universität, der Provadis-Hochschule und der Wirtschaftsförderung. Der Masterplan Industrie setzt sich aus verschiedenen Schritten zusammen: Bestandsanalyse der Frankfurter Industrie, Industriestudie, räumlich-funktionales Entwicklungskonzept, Weiterentwicklung der industriepolitischen Handlungsfelder. Die Schritte bauen aufeinander auf und werden im Lauf des Jahres 2013 zusammengefasst. Mit dem Masterplan Industrie strebt die Stadt Frankfurt eine langfristige Strategie für die Industrie an. Der Magistrat hält das für notwendig: Prozesse wie die Globalisierung und der Wettbewerb setzen ständig neue Rahmenbedingungen. Diese stellen nicht nur Unternehmen, sondern auch die Wirtschaftspolitik auf unterschiedlichen Ebenen vor Herausforderungen. Unternehmen, die hohe Investitionen tätigen, brauchen eine Perspektive. Beispielhaft dient hier zur Anschauung die Ankündigung vom März 2012: "Clariant baut im Industriepark Höchst für rund 100 Millionen €uro ein neues Entwicklungszentrum, in dem 500 Forscher arbeiten sollen." Eine wichtige Funktion des Masterplans Industrie wird es daher auch sein, auszuloten, wie weit die Stadt Frankfurt am Main im Rahmen der begrenzten Handlungsreichweite industriepolitische Maßnahmen entwickeln und umsetzen kann. Bislang hat sich noch keine Stadt in Europa auf den Weg gemacht, um sich so konsequent mit dem Thema auseinander zu setzen. Dazu zählt auch die Einbindung der Mitarbeiter aus den Unternehmen. Seit Januar 2011 lädt der Magistrat Arbeitnehmervertreter und Vertreter der relevanten Gewerkschaften zum offenen Gedanken- und Informationsaustausch in den Römer ein. Veranstaltungen wie der Frankfurter Industrieabend im November 2012 zielen darauf ab, mit der Industrie vor Ort im Dialog zu sein und die ihr zustehende Wertschätzung zu erweisen. Die Kommunikation über die heimische Industrie ist von elementarer Bedeutung für deren Akzeptanz in der Frankfurter Bevölkerung. Ob die Beteiligung am Industrieparkgespräch im März, beim Parlamentarischen Abend zur Industriepolitik im August oder die Teilnahme an Podiumsdiskussionen sowie die vielen Unternehmensbesuche: alle Maßnahmen fördern, dass die Stadt als verlässlicher und zukunftsorientiert denkender Partner wahrgenommen wird. So entschieden Ende 2012 die Unternehmen Lurgi und Avaya sowie Anfang 2013 die Allianz ihre Stand-orte im Stadtgebiet zu halten und nicht in das regionale Umfeld zu verlagern. Das Handwerk ist die traditionelle Basis der Frankfurter Wirtschaft und stellt vor allem mit seiner unternehmerischen Ausrichtung an Werten eine verlässliche Stütze im wirtschaftlichen Gefüge der Stadt Frankfurt am Main dar. Das regionale Handwerk ist ein unverzichtbarer Partner von Gesellschaft, Industrie und Politik. 2012 waren alleine im Stadtgebiet in 7.800 Betrieben rund 2.300 Lehrlinge als Fachkräfte für die Herausforderungen der Zukunft in Ausbildung: sei es im Bereich der energetischen Gebäudesanierung, energiesparender Gebäudetechnik, barrierefreiem Wohnen oder bei alternativen Antriebstechnologien. Die Sicherung und Förderung des Handwerkerstandortes Frankfurt am Main hat für den Magistrat einen ganz hoch angesiedelten Stellenwert: im Februar 2012 unterzeichneten die Oberbürgermeisterin, der Präsident und der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und der Wirtschaftsdezernent der Stadt das "Entwicklungsprogramm Frankfurter Handwerk". Insbesondere gilt der Dialog zwischen dem Magistrat und der Handwerkskammer - zu dem auch die regelmäßig veranstalteten Wirtschaftstage in den Stadtteilen zählen - als Schlüssel für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt und Handwerk. Grundsätzlich positiv hat das regionale Handwerk mit seinen 30.000 Betrieben und 140.000 Beschäftigten das Abwickeln des 170 Millionen Euro schweren Konjunkturprogramms in Frankfurt bewertet: mehr als die Hälfte der Aufträge haben Firmen im Rhein-Main-Gebiet bekommen. Die Zielbranche Kreativwirtschaft stand 2012 wieder im Scheinwerferlicht: - zum dritten Mal richtet Frankfurt am Main das ADC Festival aus, das mit 10.000 Besuchern zu einer der Top-Veranstaltungen der Werbebranche zählt; - das große Staraufgebot beim LEA-Award als Auftakt der weltweit größten Musikmesse war selbst für Frankfurt ungewöhnlich; - die Premiere der Effie-Gala zur Verleihung des Effizienzpreises "Effie" im prachtvoll renovierten Gesellschaftshaus des Palmengartens wurde in der Branche - national wie international - entsprechend beachtet: der GWA Effie gilt als die renommierteste Auszeichnung in der Marketing-Kommunikation - Herausragendes Highlight des Jahres 2012 war die Verleihung der MTV European Music Awards in der Festhalle. Frankfurt am Main hatte sich in einem Wettbewerb gegen mehrere andere Städte durchgesetzt, dabei hätten laut MTV vor allem der Enthusiasmus und das gemeinsame starke Engagement der Stadt im Verbund mit der Messe und Veranstaltern vor Ort überzeugt. Nach Angaben des Senders wurden die Preisträger des MTV European Music Awards 2012 von 184 Millionen Musikfans in der ganzen Welt gewählt. 700 Millionen Haushalte in aller Welt haben das Spektakel im November 2012 im TV verfolgt und mit Frankfurt am Main in Verbindung gebracht. Wollte man eine entsprechende Werbekampagne organisieren, müsste vermutlich ein achtstelliger Betrag aufgewendet werden. - Der Reklamefilmpreis im November 2012 trat in die Fußstapfen des ehemaligen VDW-Award und präsentierte sich mit einem überarbeiteten Konzept, das insbesondere die Nachwuchs-förderung im Fokus hatte. - Mit der Kickoff-Veranstaltung zur B3 Biennale des bewegten Bildes wurden Ende des Jahre 2012 die Weichen für das neue Veranstaltungsformat der ehemaligen eDit gestellt. Träger sind das Land Hessen mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) und die Stadt Frankfurt am Main. Im Bereich Software + Games konnte Frankfurt seine prominente Stellung in diesem nach wie vor sehr dynamischen Wirtschaftszweig der Kreativbranche verteidigen: gleich zwei Preise gingen bei der Verleihung des Deutschen Entwicklerpreises Ende Dezember 2012 nach Frankfurt am Main. Große Studios arbeiten hier auf internationalem Niveau, kleine Entwickler überraschen mit ebenso kunstvollen wie originellen Projekten und der hiesig ausgebildete Nachwuchs ist weltweit begehrt Nicht zuletzt ist auch dies ein Verdienst der gamearea-FRM - dem Branchenverband der Computer- und Videospielbranche für Frankfurt und Rhein-Main - und der guten Netzwerkarbeit des Kompetenzzentrums der Wirtschafts-förderung Frankfurt GmbH. Das 2011 in Frankfurt am Main gegründete hessische Cluster der Kreativwirtschaft "CLuK" startete im Dezember 2012 mit einer hochkarätig besetzten Talkrunde zur Thematik "Wert des geistigen Eigentums" die Veranstaltungsreihe namens "CLUK:Saloon zu Brennpunktthemen der Kreativwirtschaft. Der Wirtschaftsdezernent bezog als Podiumsteilnehmer Stellung zur Bedeutung des kreativen Potenzials für die Zukunft des Standortes. Frankfurt am Main hat sich als Filmstadt weiter gemausert: immer öfter können Frankfurter Kinobesucher ihre Stadt auf der Leinwand bewundern. Die Filmemacher finden nicht nur an der Skyline Gefallen. Auch Matthias Schweighöfer hat sein Versprechen eingelöst und seinen zweiten Film in Frankfurt gedreht. Neben der Stärkung der heimischen Filmwirtschaft und des Dienstleistungssektors tragen Filme, die am Standort gedreht werden, positiv zum Standortmarketing und zur Imagegenerierung bei. Die Zielbranche Immobilienwirtschaft ist der wichtigste Partner der Stadtentwicklung und eine nach Arbeitsplätzen und Wertschöpfung wichtige Branche. In Frankfurt am Main werden einige der ambitioniertesten Bauvorhaben europaweit realisiert. Die Immobilienanalysten honorieren die Attraktivität der Stadt als Immobilienstandort entsprechend. Auch mit Blick auf das Standortmarketing organisiert die Wirtschaftsförderung seit Jahren den Auftritt von Unternehmen der Frankfurter Immobilienwirtschaft auf den beiden weltweit wichtigsten Standortmessen in München und Cannes. Ganz besonders und sehr authentisch hierbei ist das besondere Standortbekenntnis der Unternehmen; auf der Expo Real präsentierten sich 33 und bei der MIPIM 22 Partner, die ihre Projekte vorstellten und die zahlreich interessierten Investoren über die Standortvorteile der Stadt Frankfurt am Main informierten. Eine besonders gute Werbung war die Auszeichnung des Frankfurter Projektes "MainTor" mit dem "MIPIM Award" als bestes deutsches Projekt. Der Messeauftritt bei der Expo Real 2012 stand unter dem Leitthema "Redevelopment" und ist sowohl bei den Partnern wie bei den Messebesuchern auf großes Interesse gestoßen. Über die eigene Standfläche auf der Expo Real hinaus organisiert die Wirtschaftsförderung die sog. Metropolarena, auf der die Städte Bad Homburg, Darmstadt, Frankfurt am Main, Mainz und Wiesbaden sowie der Regionalverband ihre Publikumsveranstaltungen durchführen. Fazit: Frankfurt am Main ist eine attraktive und wachsende Stadt und wird dies auch in Zukunft sein. Die vielfältige Wirtschaftsstruktur am Standort und die damit verbundene Wertschöpfung legen die Grundlage für den Wohlstand der Bevölkerung und der Stadtverwaltung. Das Frankfurter Stadtgebiet ist klein: rd. 248 qkm. Das ist allgemein bekannt. Wenig bekannt ist, dass Wohnen und Arbeiten aber nur auf 74 qkm stattfinden. Addiert man die Verkehrswege (Straße, Schiene, Flughafen) kommt man auf 64 qkm. Siedlungsfläche und Verkehrsflächen zusammen sind 138 qkm. Der Rest des Stadtgebiets = 110 qkm sind Wald, landwirtschaftliche Flächen und Parks- und Grünflächen. Dieses Verhältnis 56:44 ist das Resultat politisch-planerischen Überlegungen und Konzepte, die bis in die 60er Jahre (Landesplanung, Raumordnungsplanung) zurückreichen und der Grund für die exzellenten Lebensbedingungen in dieser Stadt. Standortfaktoren nehmen eine große Rolle bei der Zukunftsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes ein. Kreative, gut ausgebildete Menschen mit klugen Ideen sind der Rohstoff der Zukunft. Die Herausforderungen der Zukunft sind ein großer neuer Markt für Produkte und müssen den Ansprüchen einer dynamischen, unter Entwicklungsdruck stehenden Stadt Genüge leisten. Die positive Entwicklung der Stadt ist untrennbar mit der Entwicklung der Unternehmen am Standort verbunden. Die Unternehmen sollen eingebunden werden und auf Augenhöhe die Stadt mitgestalten. Es gilt weiterhin Leuchtturmprojekte zu initiieren, diese voranzutreiben und die zweifellos am Standort vorhandenen Kräfte von Wirtschaft und Gesellschaft zielgerichtet zu bündeln. Herausragende Beispiele sind - Digital Hub FrankfurtRheinMain: der Verein ist ein Zusammenschluss von Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Stadt Frankfurt am Main, der die zentrale Rolle der digitalen Infrastrukturen sichtbarer machen und weiterentwickeln will. Die Steigerung des Potenzials der digitalen Infrastrukturen soll das Fundament für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Standorts legen. - Mit dem "Zukunftspreis Kommunikation" und der "Woche der Kommunikation" wurde auf die vielen Facetten, Zusammenhänge und Möglichkeiten des Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor "Mensch und Kommunikation" aufmerksam gemacht. Studenten, Schüler, Museen, Künstler und Unternehmen boten mit einem engagierten Konzept eine Vielzahl an spannenden und innovativen Veranstaltungen und Themen. - Das Projekt "Landwirtschaftliche Hinweisbeschilderung" passt haarscharf in die Aufgabenstellung zur Lösung von Zielkonflikten und wurde im Berichtsjahr um jetzt insgesamt 75 Hinweisschilder erweitert. - Die Gewerbeberatung der Wirtschaftsförderung ist in Kooperation mit den Fachämtern Ansprechpartner für das speziell für hiesige Unternehmen geschaffene "Frankfurter Programm betrieblich geförderter Kindertagestätten" bei der Einrichtung betriebsnaher Kindertagesstätten. - Baubeginn für das von mehreren Partnern initiierte Projekt "House of Logistics & Mobility (HoLM)" im März in den Gateway Gardens. - Auch die Bewerbungen als "Green City" und als "Schaufenster Elektromobilität" waren zukunftsorientierte und gemeinsam konzipierte Projekte mit hoher Strahlkraft und nachhaltig wirkenden Effekten. Frankfurt am Main ist erfahren in der Rolle als Vorreiter für innovative Entwicklungen und nimmt diese gerne an. Die Arbeit der Wirtschaftsförderung leistet einen sehr wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung. Anlage _Jahresbericht_2012 (ca. 1 MB) Vertraulichkeit: Nein