Wirtschaftsstandort Frankfurt - Jahresbericht
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Bericht des Magistrats vom 31.10.2016, B 276
Betreff: Wirtschaftsstandort Frankfurt - Jahresbericht Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 27.01.2005, § 8617 - NR 1663/05 GRÜNE, l. B 432/15 - Frankfurt am Main ist ein extrem wirtschaftsstarker Standort und wartet mit beeindruckenden Zahlen auf, die der in Anlage beigefügte Jahresbericht der Wirtschaftsförderung GmbH höchst sorgsam und detailliert aufbereitet. Der Jahresbericht zeigt einen beeindruckenden Querschnitt der vielfältigen Arbeit der Wirtschaftsförderung und die Bandbreite der Aktivitäten. Der Wirtschaftsdezernent und das Team der Wirtschaftsförderung haben in einer Vielzahl von Unternehmensbesuchen, Netzwerkveranstaltungen, Branchenhighlights, in Gesprächen mit Gewerbevereinen und Gewerkschaftsvertretern, in Podiumsdiskussionen, bei Messen, Banken, Verbänden und Innungen die Grundlagen gelegt und stets dafür geworben, dass Stadt, Handel und Unternehmen im engen Schulterschluss für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes einstehen. Der Erfolg spricht für sich: Die Mainmetropole und ihr Umfeld stehen hervorragend da: es gibt attraktiven Wettbewerb und spannende Innovation, einen beachtlichen Bevölkerungszuwachs und eine hohe Finanzkraft. Im Berichtsjahr 2015 leben 724.500 Menschen in der Stadt; täglich kommen 44 neue Bürger hinzu. Alleine die EZB hat durch die Aufstockung des Personals für ihre neue Aufgabe als Bankenaufsicht rund 3.000 neue Bürger eingebracht, die sich nahtlos in das Stadtgeschehen einfügen. 14.000 neu geschaffene Stellen erhöhen die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf somit insgesamt 542.000. Einen so hohen Beschäftigungsgrad - und das bei der gleichzeitig niedrigsten Arbeitslosenquote seit 2001 - hat es noch nie gegeben. Das rasante Wachstum der Stadt, stabile Nachfragestrukturen, die Vielfalt an starken Branchen, gut ausgebildete Fachkräfte, eine exzellente Infrastruktur, Internationalität und die hohe Lebensqualität machen Frankfurt am Main zu einem der beliebtesten Investitionsstandorte Europas: unter fast 300 europäischen Städten rangiert Frankfurt am Main im Oktober 2015 in einem Vergleich der Direktinvestitionen auf dem ersten Platz. Für die Herausgabe des Zukunftsatlas bewertet das Schweizer Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognose im Abstand von 3 Jahren die Zukunftsfähigkeit der 402 Kreise und kreisfreie Städte in Deutschland. Auch hier bescheinigt man der Mainmetropole, die Weichen für die Zukunft richtig gestellt zu haben und für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet zu sein. Die internationale Vernetzung und die verkehrsgünstige Lage fördern die Attraktivität für alle Wirtschaftsbereiche. Vor allem aber hat sich die Digitalisierung zu einem entscheidenden Standortfaktor entwickelt: die am Standort vorhandene digitale Infrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für die Industrie sowie Dienstleistungsunternehmen und zieht Innovationen und Geschäftsideen nach sich. Firmen aus dem In- und Ausland siedeln sich vermehrt da an, wo in die digitale Infrastruktur investiert wurde. Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main ist sehr stolz auf die weiterhin ausgesprochen positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes und will, dass sich die Stärken der Stadt weiter entfalten und die Wettbewerbsfähigkeit - und damit auch die Zukunftsfähigkeit der Stadt - weiter steigt. So ist es denn auch 2015 in hohem Maße der Frankfurter Industrie zu verdanken, dass die Stadt im Berichtsjahr 335 Millionen Euro investieren konnte: in Wohnungen, Schulen, Kindertagesstätten und in den Ausbau des digitalen Netzes. Nur so kann der Magistrat für den Erfolg der Unternehmen am Standort sorgen. Weitere 51 Millionen Euro wurden in die Schuldentilgung investiert. Die Industrie und das verarbeitende Gewerbe verfügen in Frankfurt am Main über eine lange Tradition. Die Besonderheit der Frankfurter Industrie liegt in ihrer hohen Produktivität: sowohl bei der Wertschöpfung pro Beschäftige/Beschäftigter wie auch Bruttoinlandprodukt BIP liegt Frankfurt im Vergleich der deutschen Großstädte ganz vorne. 2015 hat die Stadtregierung den Masterplan Industrie beschlossen und damit eines der wichtigsten strukturpolitischen Projekte zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes auf den Weg gebracht: der Wirtschaftsstandort Frankfurt möchte Investitionssicherheit für die Zukunft schaffen. Gerade an zentral erreichbaren Gewerbe- und Industrieflächen besteht weiterhin ein hoher Bedarf. Die zunehmende Verflechtung aller bedeutenden Sektoren auf begrenztem Raum erfordert ein Weiterdenken mit zukunftsweisenden Lösungen für die künftige Flächenverteilung. Dank der breiten Unterstützung durch zahlreiche starke und verlässliche Partner und der vorhandenen Standortstärken hat Frankfurt eine sehr gute Ausgangsposition, sich als erfolgreicher Standort für die "Neue Industrie" zu positionieren. Dabei spielt die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Zeitalter der digitalen Transformation eine besonders bedeutende Rolle für die weitere Stärke des Wirtschaftsstandortes. Frankfurt am Main ist als Knotenpunkt der digitalen und analogen Welt ein sehr attraktiver Platz für "Denkfabriken". Startups und Gründer finden hier direkten Zugang zu Wissenschaft und Entscheidern aus Industrie, Dienstleistungs- und Finanzwirtschaft. Die traditionelle Internationalität des Standorts kombiniert mit einem attraktiven regionalen Umfeld bietet eine inspirierende Atmosphäre für junge Menschen mit Ideen und unternehmerischem Mut. Die Stadt Frankfurt am Main sieht hier ihre Chance, sich als Gründerstadt für digitale Geschäfte zu positionieren. Nachdem sich im Frühjahr 2015 die FinTech-Szene (Financial Technology) in atemberaubenden Tempo entwickelt hat, arbeiten die Stadt Frankfurt, die Wirtschaftsförderung Frankfurt sowie das Land Hessen mit hohem Einsatz mit verschiedenen FinTech Startups, Akzeleratoren, Inkubatoren, Finanzinstitutionen und Frankfurt Main Finance e.V. zusammen, um möglichst zeitnah, voraussichtlich im Herbst 2016, ein FinTech Center in Frankfurt in Betrieb zu nehmen. So wurde auch das im Rahmen des Masterplan Industrie initiierte Projekt "Frankfurt Forward", bei dem sich Startup-Unternehmen mit prominenten Unternehmen der Industriebranche gezielt vernetzen, mit hoher medialer Aufmerksamkeit verfolgt. Frankfurt hat mit diesem vom Wirtschaftsdezernat der Stadt Frankfurt am Main geförderten Projekt ein Alleinstellungsmerkmal und will mit dieser innovativen Maßnahme die Gründerszene am Standort wertschätzen und befruchten. Der Finanzplatz FrankfurtRheinMain hat den Vorteil, dass hier die wichtigsten Kunden vieler Startups sitzen. Obwohl im "Labor" Frankfurt eigentlich traditionell an der Zukunft getüftelt wird, hat die Stadt am Main dennoch in ihrer Anziehungskraft als internationaler Treffpunkt für hippe Gründer noch genügend Luft nach oben. Die sogenannten weichen Standortfaktoren rücken immer stärker in den Vordergrund, und nachdem Frankfurt und die Region eine Menge in Bezug auf Lebensqualität und Kultur zu bieten haben, mausert sich zunehmend auch die Lifestyle-Szene mit internationaler Gastronomie und spannenden "Places-to-go". Neben der in Europa einzigartigen Skyline sind es vor allem die 46 Frankfurter Stadtteile, die ihr eigenes Gesicht, ihre eigene Geschichte und ihre besonderen Merkmale und Qualitäten haben. Aufgrund des veränderten Einkaufs- und Mobilitätsverhalten bedürfen die Stadtteilzentren der besonderen Aufmerksamkeit. Der kleinteilige, inhabergeführte Einzelhandel ist ein hohes Gut, das es nach besten Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen gilt. Nicht von ungefähr gilt auch die Gewerbeberatung als Herz der Wirtschaftsförderung, denn sie ist Ansprechpartner für eine große Vielfalt von Handwerksunternehmen und Innungen, über Gesundheitsdienstleister, Lebensmitteleinzelhandel, Industriebetriebe, Logistiker, Gastronomie und Finanzdienstleister, bis hin zu Behörden und Gesellschaften der Stadt Frankfurt am Main. Alle Unternehmen haben sich den veränderten Bedingungen des Arbeitsmarktes zu stellen und für ihre Zukunft zu sorgen. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH ist bei all diesen Aufgaben ein wichtiger Partner. Mit derzernatseigenen Projekten und vor Ort gebündelten Kräften unterstützt der Wirtschaftsdezernent die Gewerbetreibenden bestmöglich in ihren Quartieren. Im Berichtsjahr wurden die standortstärkenden Aktionen in den Einzelhandelslagen Neustadt, Brückenviertel und Berger Straße fortgeführt und das Format "TAB - Taunusstraße Arts & Bites" im Bahnhofsviertel initiiert. Bedeutend für die Attraktivität und den Erfolg des Wirtschaftsstandortes ist die Vernetzung der Menschen, die mit viel Herzblut sich für Visionen und Projekte zugunsten unserer Stadt engagieren und damit den Standort noch kreativer und interessanter machen. Dank sei allen Frankfurtern Unternehmern, Bürgern und Besuchern, die dazu beitragen, dass die lokale Wirtschaft der spannendste Ballungsraum des Landes ist. Anlage _Jahresbericht_2015 (ca. 1,8 MB) Vertraulichkeit: Nein