Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern
Antrag
- Welche Rahmenbedingungen es braucht, um einen mehrjährigen Modellversuch zur 4-Tage-Woche (32 Stunden), bei gleichbleibendem Gehalt in einem Frankfurter Pflegeheim durchzuführen und welche zusätzlichen Kosten in welcher Höhe für das Pflegeheim und seine Bewohner*innen während des Modellversuchs entstehen würden.
- Welche Einrichtung oder Abteilung dafür besonders geeignet wäre.
- Welche Mitfinanzierung durch Dritte während des Modellversuchs und auch darüber hinaus erreicht werden könnte, um die erhöhten Personalkosten zu refinanzieren. Wie und durch wen die notwendigen personellen und arbeitsorganisatorischen und ggf. arbeitsrechtlichen Veränderungen umgesetzt werden können.
- Wie der über mehrere Jahre laufende Modelversuch wissenschaftlich begleitet werden kann (idealerweise durch eine Universität oder Institution in Frankfurt), um zu erfahren, wie sich die Zufriedenheit, Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen durch die Einführung der 4-Tage-Woche (32 Stunden Woche) verändern, welche Auswirkungen der Modellversuch auf die Wirtschaftlichkeit und die Pflegequalität der Einrichtung haben und wie sich auch die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Heimbewohner*innen verändern.
Begründung
Die demografische Entwicklung führt zu einer älterwerdenden Gesellschafft und zu potentiell mehr Menschen, die im Alter pflegebedürftig werden. Die Zahl der Pflegekräfte steigt jedoch nicht im gleichen Maße an - vielmehr fehlt immer mehr Personal in der Altenpflege, sowohl in Einrichtungen als auch in ambulanten Diensten u.a. aufgrund eines Generationswechsels im Pflegeberuf. Es müssen deshalb dringend neue Wege gefunden werden, um die Pfleger*innen zu entlasten und ihrer Arbeit die Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie verdient, damit auch in Zukunft die Bereitschaft besteht diesen wichtigen Beruf zu ergreifen. Als besonders dringend sehen wir eine Entlastung in anspruchsvollen Versorgungsformen, wie der Pflege von psychisch erkranken Menschen oder suchterkrankten Menschen an. Die schwierigen Arbeitsbedingungen schrecken viele Mitarbeitende davon ab, sich langfristig für eine Tätigkeit in der Pflege, insbesondere in diesen Bereichen, zu entscheiden. Aber gerade dort braucht es gut ausgebildete und engagierte Kräfte. Hier könnte eine 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich einen geeigneten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Einsatzorten bieten. Die Möglichkeit, Pflegekräfte so zu gewinnen und zu halten, ist eine große Chance, welche in anderen Berufsfeldern bereits positiv bewertet wurde. Ob dies auch im Bereich der Pflege ermöglicht werden kann und effektiv wäre, ist in Deutschland noch nicht untersucht. Zu Beginn benötigt die Umsetzung Investitionen in eine bessere Personalausstattung, deutlich über die bisher refinanzierten Personalschlüssel hinaus. Mittelfristig könnten sich diese Investitionen durch verringerte Krankzeiten und eine niedrige Personalfluktuation bezahlt machen. Um dies zu untersuchen, will die Koalition ein Modellprojekt auf den Weg bringen.
Beratungsverlauf 3 Sitzungen
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