Bau von Handwerkerhöfen auf dem sogenannten Samson-Gelände
Bericht
Mangelnde Erweiterungsmöglichkeiten oder Nutzungskonflikte zwischen Wohnen und Gewerbe führen mitunter zur Verlagerung von Handwerksbetrieben aus Frankfurt am Main heraus in angrenzende Umlandgemeinden. Erfahrungen aus Städten wie München oder Hamburg zeigen, dass die Errichtung von Handwerker-/Gewerbehöfen einen Lösungsansatz darstellt, um spezifische Engpässe an Flächenangeboten für Handwerks- und kleine stadtteilorientierte Betriebe des Dienstleistungs- und verarbeitenden Gewerbes abzumildern. Ein Handwerker-/Gewerbehof stellt einen in der Regel mehrgeschossigen, durch ein einheitliches Management organisierten und vermarkteten Gebäudekomplex für kleine und mittlere Handwerks-/Gewerbebetriebe in kundennaher, infrastrukturell gut erschlossener und stadtteilnaher Lage dar. Betriebe können dort Flächen langfristig anmieten. Bei entsprechendem Bedarf können die Flächen auch geräuschintensives Arbeiten zulassen. Zur Ausstattung gehören meist Lastenaufzüge, die schwere Maschinen und Gerätschaften in den oberen Stockwerken ermöglichen - Flure können mit Gabelstaplern befahrbar sein. Die Angebotsausrichtung (Mietfläche, Mieterzusammensetzung) sowie Ausstattungsmerkmale, Infrastruktur- und Serviceleistungen unterscheiden sich von Standort zu Standort. Im November 2023 hat der Magistrat vor diesem Hintergrund die Ausschreibung einer "Umsetzungsstudie" zur Errichtung von Handwerker-/Gewerbehöfen in Frankfurt am Main vorgenommen. Im März 2024 erteilte der Magistrat Drees & Sommer SE den Zuschlag für die Erarbeitung der Studie. Mit einem Abschluss der Studie wird im ersten Halbjahr 2025 gerechnet. Die Studie soll wirtschaftliche, rechtliche, organisatorische und verwaltungstechnische Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung und dem Betrieb von Handwerker-/Gewerbehöfen in Frankfurt am Main beantworten sowie unter Abwägung von Alternativen eine Empfehlung für ein Betreibermodell und ein Finanzierungsmodell abgeben. Im Rahmen der Studie werden zudem verschiedene Standorte auf ihre Eignung als Handwerker-/Gewerbehofstandort geprüft. Bei einem der Prüfstandorte handelt es sich um das sogenannte "Samson Areal". Tishman Speyer hat die Standortbewertung unterstützt. Der derzeit vorliegende Masterplan des Grundstücksentwicklers Tishman Speyer sieht eine Entwicklung für produzierendes Gewerbe und Handwerkerhöfe im Bereich der Schielestraße und der Riederhofstraße vor. Auf Grundlage der Ergebnisse der Umsetzungsstudie zur Errichtung von Handwerker-/Gewerbehöfen wird der Magistrat die Errichtung eines Handwerker-/Gewerbehofes auf dem Samson-Gelände prüfen und die Gespräche mit Tishman Speyer fortführen.