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Green City ohne Grün?

Vorlagentyp: A LINKE

Inhalt

Anfrage vom 29.08.2011, A 32

Betreff: Green City ohne Grün? Der Magistrat der Stadt Frankfurt macht Werbung damit, dass er Frankfurt zur "Green City" machen möchte. Außerdem hat der Magistrat die Deklaration "Biologische Vielfalt in Kommunen" unterschrieben. Viele Bürgerinnen und Bürger erleben aber, dass in Frankfurt von städtischen Ämtern immer mehr Grün vernichtet wird. Im ganzen Stadtgebiet wurden in den letzten Jahren in Parks, Grünanlagen, an der Nidda und entlang von Straßen und U-Bahn-Linien Büsche und Unterholz gerodet und durch Grasflächen ersetzt. Diese Vernichtung des Grüns (alle unten aufgeführten Orte sowie weitere nicht aufgeführte Fälle) wurde von Naturschützern fotografisch dokumentiert. Durch die Rodungen wird der Lebensraum für Vögel und andere Tiere vernichtet. Der Erholungsraum des Menschen wird zerstört, sodass ein Naturerlebnis nicht mehr möglich ist. Laubgehölze sind aufgrund ihrer kühlenden Wirkung unentbehrlich für ein gutes Klima in der Stadt, sorgen für eine bessere Luft aufgrund ihrer Staub-Filterwirkung und ihrer Sauerstoffproduktion und verbessern den Lärmschutz. Die Rodungsarbeiten wurden auch in den Monaten Mai und Juni dieses Jahres fortgesetzt unter Missachtung des Bundesnaturschutzgesetzes, das solche Arbeiten vom

  1. März bis zum

  2. September verbietet. Für die Bürger ist es unverständlich, dass die Stadt eine Werbekampagne macht, dass die Bürger keine Hecken schneiden sollen, gleichzeitig aber städtische Stellen diese Vorschrift missachten. Andere Städte, z.B. Hamburg, Lübeck, Zürich und Ansbach haben Konzepte zur naturnahen Pflege aufgestellt. Diese Konzepte beinhalten eine Förderung von Gehölzbeständen und Hecken sowie eine Minimierung von mechanischen und stofflichen Eingriffen, was auch die Kosten reduziert. In Frankfurt wird genau das Gegenteil gemacht. Da die Rodungen stadtweit vorgekommen sind, ist davon auszugehen, dass es sich nicht um Fehler von möglicherweise inkompetenten Firmen handelt, sondern dass dies mit Absicht geschieht. Die "Umweltpolitischen Leitlinien der Stadt Frankfurt" sind nicht so weit konkretisiert, dass sie ein Konzept zur naturnahen Pflege darstellen würden. Es ist aber festzustellen, dass das Handeln der Stadt teilweise diesen Leitlinien widerspricht. Der Magistrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

  3. Gibt es ein Pflegekonzept für die Grünflächen in Frankfurt und welche Inhalte hat dieses?

  4. Warum wurden im März 2010 alle Gehölze einschließlich mehrer großer Bäume auf der Grünfläche am rechten Nidda-Ufer in Rödelheim zwischen Blauem Steg und Eisenbahnbrücke gerodet? Inzwischen wird dort regelmäßig gemäht, sodass sich die Natur auch nicht wieder entwickeln kann.

  5. Warum wurde im Februar 2011 eine teilweise Rodung des Vogelschutzgehölzes an der Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße / Breitenbachbrücke gegenüber der U-Bahn-Haltestelle Industriehof durchgeführt?

  6. Warum wurden in der Friedberger Anlage und in der Eschenheimer Anlage größere Flächen vom Unterholz "befreit" und nur Teilflächen wiederbegrünt?

  7. Warum wurden im Eschersheimer Friedhof alle Hecken zwischen den Gräberreihen entfernt?

  8. Warum wurden im Stadtpark Höchst größere Flächen vom Unterholz "befreit" ?

  9. Warum wurde am Nieder Altarm gegenüber der Gaststätte in der Straße Grüne Weide der Gehölzsaum gerodet?

  10. Warum wurden im Februar 2011 auf der Grünfläche an der Ludwig-Landmann-Straße südlich des Stadions am Brentanobad Bäume gerodet und die Wurzelballen ausgegraben?

  11. Warum wurden im Rödelheimer Solmspark (vor einigen Jahren) und im Brentanopark (2011) fast alle Hecken und alles Unterholz entfernt?

  12. Warum wurden die Empfehlungen der unteren Naturschutzbehörde und des Naturschutzbeirates zur naturnahen Pflege der Parks in Rödelheim ignoriert? (siehe das Protokoll der Parkbegehung vom 15.4.2010)

  13. Warum wurde im März 2011 in der Kollwitzstraße gegenüber dem Eingang zum Friedhof Westhausen die Grünfläche vor dem Kleingartengelände gerodet?

  14. Warum wurden im Februar 2011 am Praunheimer Altarm östlich des Sportplatzes Bäume des Waldsaums weitab von allen Wegen gefällt?

  15. In der Antwort des Magistrats auf die kleine Anfrage F 17 vom 19.5.11 zu den Rodungsarbeiten im Brentanopark wurde mitgeteilt: "Von den Mitarbeitern des Grünflächenamtes wurden in der 18 KW keine Rodungs-, sondern Schnittarbeiten durchgeführt. Es handelt sich um das Freischneiden einer am Rödelheimer Parkweg befindlichen Sockelmauer, die mit Efeu überwachsen war." Die nachfolgenden Fotos belegen, dass dies nicht stimmt. Wieso können die Mitarbeiter des Grünflächenamtes Efeu nicht von anderen Gehölzen unterscheiden? Abtransport einer LKW-Ladung "Efeu" am 6.5.2011 im Brentanopark Zwischengelagertes "Efeu" unterhalb des Rödelheimer Vereinsringhauses, aufgenommen am 5.5.2011

  16. Wieso wurden unter Missachtung des Bundesnaturschutzgesetzes Anfang Juni am Spielplatz Niddatal und Ende Juni entlang des rechten Niddaufers südlich der Praunheimer Brücke im größeren Umfang Hecken und Gehölze zurückgeschnitten?

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