Sanierung Paulskirche hier: Genehmigung der Planung und Freigabe von Planungsmitteln bis Leistungsphase 3
Beschlussvorschlag
- Der Vorlage M 174 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.
- Es dient zur Kenntnis, dass
- a)bis 31.07.2024 bereits 67 T€ verausgabt wurden,
- b)für die Umsetzung der Maßnahme der Gesamtinvestitionsbedarf auf 77,9 Mio. € geschätzt wird.
Begründung
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A. Allgemeines
A. Zielsetzung Der Magistrat ist beauftragt, die Sanierung der Paulskirche vorzubereiten. Hierfür sind die Planungen fortzuführen. Im investiven Haushalt der Stadt Frankfurt am Main stehen die notwendige Planungsmittel bereit. Zur Ausschreibung der Planungsleistungen bedarf es vorab der Zustimmung zur Inanspruchnahme. Nach erfolgter Freigabe kann die Ausschreibung sowie nachfolgend die Beauftragung der Planungsleistungen erfolgen.
B. Finanzielle Auswirkungen
B. Alternativen Keine
C. Personalwirtschaftliche Auswirkungen
C. Lösung Gemäß gültigem Magistratsbeschluss von 1994 gilt die Paulskirche als das Symbol des demokratischen Willens Deutschlands und ist damit zu einer der bedeutendsten politischen Gedenkstätten der Bundesrepublik Deutschland geworden. Sie ist darüber hinaus ein wichtiger Demokratieort, der auch Platz für aktuelle Debatten bietet und somit für den lebendigen gesellschaftlichen Diskurs steht. Mehr als 35 Jahre seit der letzten umfassenden Renovierung in den Jahren 1986 - 88 bedarf es einer erneuten grundlegenden und nachhaltigen Sanierung und Modernisierung der Paulskirche. Durch die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung (vom 07.11.2019, § 4794 'Ausstehende Sanierung der Paulskirche - Einmalige Chance nutzen!' und vom 02.05.2024, § 4717 'Planung Haus der Demokratie') ist der Magistrat durch die Stadtverordnetenversammlung beauftragt, die Untersuchungen und Planungen zu einer Sanierung der Paulskirche fortzusetzen. Ziel ist es, die bestehenden baulichen, ausstattungs- und brandschutztechnischen Defizite zu beheben. Neue Bauelemente sind, wo erforderlich, in den denkmalgeschützten Bestand zu integrieren, um das Kulturdenkmal auf Basis seiner seit 1948 überlieferten Substanz in seiner Funktionalität zu stärken und gleichzeitig in seiner zurückgenommenen Anmutung zu bewahren. Über die aktuellen Nutzungen hinaus, welche durch öffentliche Veranstaltungen, wie z.B. Preisverleihungen, Festakte, Podiumsdiskussionen und Gedenkstunden geprägt sind, soll die Paulskirche zukünftig auch für flexiblere Nutzungen und Vermittlungsangebote geöffnet werden. Eine besondere Bedeutung kommt der Museografie zu: der Wissensvermittlung über Geschichte und Bedeutung der Paulskirche. Die zukünftige Präsentation zur Geschichte des Hauses, der Nationalversammlung von 1848, ihrer Wirkungsgeschichte sowie die Einbettung in die nationalen, europäischen und globalen Bezüge bedarf einer integrativen Neukonzeption im Zusammenhang mit der Entwicklung des Hauses der Demokratie. Der Bearbeitungsbereich umfasst das gesamte Gebäude, einschließlich Dach, Türme und Außenhaut sowie das Gebäudeinnere und den Versorgungstunnel zum Nordbau Rathaus Römer. Vorbehaltlich der weiteren Entwicklungen mit dem Haus der Demokratie sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
- Neukonzeption der musealen/medialen Präsentation im Zusammenhang mit der Entwicklung des Hauses der Demokratie sowie Modernisierung der Veranstaltungsausstattung: Als historischer Ort von 1848/49 und Raum für Veranstaltungen und Preisverleihungen seit 1948 muss die Paulskirche vielfältigen Anforderungen genügen. Gleichzeitig verfügt die Paulskirche nur über sehr wenige Flächen und ist durch eine puristische Gestalt gekennzeichnet. Hierfür sind die Abläufe zu optimieren, nicht notwendiges auszulagern und fehlendes zu ergänzen. Die Anforderungen können wie folgt beschrieben werden: - Verbesserung der Eingangssituation, abgestimmt auf Einzelbesucher und Gruppen, sowie Veranstaltungsgäste, Konzept für die Besucher- und Mitarbeiterführung und Einführung eines übergeordneten Leitsystems - Planung einer "wandelbaren" Wandelhalle für unterschiedliche Nutzungsszenarien - Renovierung der Bestuhlung und Anpassung an die bauordnungsrechtlichen und nutzungsbedingten Anforderungen, moderate Flexibilisierung der festen Reihenbestuhlung zur Anpassung an verschiedene Veranstaltungsformate - Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit für Menschen mit Einschränkungen beim Gehen, Sehen oder Hören einschließlich der Erreichbarkeit des Podiums - Verbesserung der Infrastruktur zur Durchführung von Veranstaltungen - Denkmalgerechte Renovierung von Plenarsaal, Wandelhalle und Untergeschoß - Sanierung des Steinbodens im Plenarsaal - Konzept zum Umgang mit sog. "Präsidentenzimmer", ehemaligem Regieraum und weiterer derzeit nicht genutzter Räume - Konzept zum Umgang mit der Orgel und den Länderfahnen
- Erneuerung der Haustechnik und Integration in den Bestand Die Haustechnischen Anlagen sind derzeit noch funktionstüchtig. Sie sind jedoch insgesamt veraltet und entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Auf Basis eines ganzheitlichen schutzzielorientierten Brandschutzkonzepts sind insbesondere zu erneuern: - Lüftung / Heizung / Klimatechnik - Elektrotechnik für Stark- und Schwachstrom, einschließlich Bild- und Tontechnik sowie Brandmeldetechnik - Licht und Beleuchtung, insbesondere für Wandelhalle und Plenarsaal - Sanitäre Anlagen - Austausch des bestehenden Aufzugs und Ergänzung eines weiteren gemäß den Anforderungen an Veranstaltungsbedarfe, Barrierefreiheit und Brandschutz - Verbesserung der Sicherungstechnik
- Übergeordnetes und Baukörper Zusätzlich zu den funktionalen und technischen Aspekten ist die Erstellung übergeordneter Konzepte zum Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz erforderlich. Hierzu zählen insbesondere: - Denkmalgerechte Gesamtsanierung auf Basis eines ganzheitlichen, schutzzielorientierten Brandschutzkonzepts - Denkmalgerechte Sanierung der schadhaften Natursteinfassade von Hauptbaukörper und Türmen aus Mainsandstein - Denkmalgerechte Sanierung des schadhaften Kupferdachs einschließlich des Oberlichts sowie des Glockenturms mit Laterne und Umgang - Maßnahmen zur Ertüchtigung des Tragwerks, insbesondere der Schwedler-Kuppel - Erneuerung des Aufgangs zum Glockenturm - Erhöhung der Geländer gemäß den Anforderungen - Verbesserungen beim sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz - Einbindung der Paulskirche in das nächtliche Stadtbild der Innenstadt mittels Licht
D. Klimaschutz
D. Kosten
- Planungsmittel in Höhe von 5.774 T€ stehen wie folgt zur Verfügung: Produktgruppe 34.04, Projektdefinition 5.010643
- Für die Planung ist folgender Finanzierungsbedarf zu erwarten: Jahr Mittelablauf Bis 31.07.2024 verausgabt 67.890,70 € 2024 75.000,00 € 2025 1.500.000,00 € 2026 2.500.000,00 € 2027 1.631.513,12 € 5.774.403,82 €