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Gute Grünflächenpflege wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig gestalten

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 14.11.2014, B 433

Betreff: Gute Grünflächenpflege wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig gestalten Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 22.05.2014, § 4527 - E 217/13 CDU und GRÜNE - Die Bewerbung um den "European Green Capital Award" hat in Frankfurt in jüngster Vergangenheit eine durchaus intensive Diskussion zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung ausgelöst. Von den planenden und den für den Umweltbereich zuständigen Fachämtern wurden in enger Zusammenarbeit Konzepte und Strategien entwickelt, die letztlich die besondere und stetig wachsende Bedeutung innerstädtischer Grünflächen hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Bedeutung und ökonomischen Funktion belegen. Um den damit steigenden Anforderungen an Grünflächen im Stadtgebiet Frankfurts nicht zuletzt angesichts steigender Einwohnerzahlen gerecht werden zu können, ist grundsätzlich eine angemessene Mittelausstattung u.a. für die Pflege des öffentlichen Grüns erforderlich. Sowohl die subjektiv wahrgenommene und belegbar hohe Wertschätzung der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger als auch die rein funktionale gewachsene Bedeutung von innerstädtischen Grünflächen ist spätestens durch den Klimawandel mit der Frage verbunden, wie die Lebensqualität im Stadtraum Frankfurt dauerhaft erhalten werden kann. Kommunale Anpassungsstrategien an das Klima sind daher elementar mit der qualitativen Ausstattung von Grünflächen, ihrer Lage und insbesondere ihrer Weiterentwicklung verbunden. So definiert sich der Wert und Nutzen von Grünräumen einerseits über soziale Aspekte wie Gesundheit, soziale Interaktion, Ästhetik und kulturelle Bedeutung. Andererseits aber auch und insbesondere über ökologische Aspekte wie der Biodiversität und Stadtökologie. Im Zusammenhang mit Nahmobilität, dem qualitativen Angebot an Grünflächen und ihrer überdurchschnittlich guten Erreichbarkeit, gewinnen Frankfurter Grünflächen auch in ökonomischer Hinsicht stetig an Bedeutung. "Chillen" am Mainufer oder die abendliche Erholung im nahen Stadtpark bieten vermehrt den Verzicht auf das Auto zu Fahrten in das Umland. Attraktive Grünflächen erhöhen die Wohnqualität der Stadt und binden damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an den Ort ihrer Berufstätigkeit. Insofern hat der Erholungswert in den Grünanlagen letztlich wegen der Reduzierung von Pendlerströmen neben dem ökologischen auch einen hohen ökonomischen Aspekt. Im Zuge der Neuausweisung von Wohngebieten verpflichtete sich der Magistrat durch die adäquate Bereitstellung und Entwicklung von Grünflächen den zuvor genannten Aspekten im besonderen Maße Rechnung zu tragen. Im Ergebnis dieser Entwicklung konnte das Grünflächenamt in seiner Zuständigkeit für Planung, Bau und Pflege von städtischem Grün einen Flächenzuwachs an öffentlichen Grünflächen von 22 % in den letzten 10 Jahren gegenüber dem Jahr 2004 erfahren. Und auch in den nächsten drei Jahren wird der Anteil städtischer Grünflächen noch um durchschnittlich 20 ha/Jahr (Vergleich: Hafenpark mit einer Größe von 4 ha) zunehmen. Auf diesen Flächen konnten in den letzten 5 Jahren durchschnittlich pro Jahr 1300 neue Baumstandorte ausgewiesen werden. Ein gut entwickelter Pflegestandard und stetig verbesserte Aufenthaltsangebote in vorhandenen Grünanlagen sowie die Grunderneuerung vieler großer Parkanlagen in jüngster Vergangenheit generierten aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet offenbar gute Angebote, auf die von den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern mit einer stetig steigenden Nachfrage reagiert wurde. Angesichts zunehmender Einwohnerzahlen und der Begrenzung der Ressource Grünfläche, wird die Nachfrage nach qualitativ adäquat ausgestatteten und nutzbaren Grünflächen noch spürbar zunehmen. Klimawandel auf Planungsebene des Stadtraums bedeutet letztlich die zielorientierte Umsetzung einer Anpassungsstrategie auf lokaler Ebene, um den Stadtbewohnern tagsüber erträgliche, schattige Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien zu bieten und nachts kühlende Grünräume. Vor diesem Hintergrund hat das Grünflächenamt insbesondere in den letzten zehn Jahren vielfältige Umstrukturierungen und Anpassungen begonnen, weiterentwickelt und umgesetzt, die sich sowohl in strategischen wie operativen Bereichen nachhaltig und positiv auf die Kostenentwicklung auswirkten und somit auch Einspareffekte bewirkten. Bezogen auf die Fragestellung einer wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Grünflächenpflege bezieht sich die Aufgabenstellung des Amtes auf Grünflächen, Spielplätze, Baumstandorte, Wege und Ausstattungsgegenstände und deren damit verbundene Pflege, Säuberung, Entwicklung und Verkehrssicherung. Budgetüberwachung und Budgetentwicklung Bezogen auf den Haushalt 2013 stellen sich bestimmte Kennzahlen wie folgt dar: Gesamtbudget für Grünflächenpflege: ca. 34,0 Mio.€ (darin sind im Wesentlichen enthalten: Erträge, Sach- und Dienstaufwendungen, Bauunterhaltung, Personalkosten und Abschreibungen.) davon anteilig Sach- und Dienstaufwendungen: ca. 14,0 Mio.€ davon nur Grünunterhaltungsbudget: ca. 10,3 Mio € (Maßgebliche Sachkonten für Fremdvergabe, die hier ca. 90% umfassen.) Derzeit stehen dem oben genannten verfügbaren Grünunterhaltungsbudget in Höhe von 10,3 Mio. Euro in der Grünflächenunterhaltung für Materialeinkauf zur Erbringung von Eigenleistungen und Kosten für Auftragsvergaben an Firmen aktuell ca. 1352 ha zu pflegender Fläche gegenüber. Anfang der neunziger Jahre standen bei deutlich geringeren Grünflächen und geringerem Nutzungsdruck schon einmal 20 Millionen DM (=ca. 10 Millionen Euro) zur Verfügung. Dieses Budget schrumpfte bis zum Jahr 2007 auf rund 6,8 Millionen Euro und stieg dann bis 2012 auf über 10,7 Millionen Euro an. Die Steigerung um 3,9 Millionen € von 2007 bis 2012 resultiert dabei allerdings sowohl aus der Genehmigung von Mehrbedarfen in Höhe von ca. 2,45 Millionen Euro, aber auch aus Verschiebungen aus dem Investitionsprogramm in den konsumtiven Haushalt aufgrund von Neubewertungen der Maßnahmen in Höhe von rund 1,45 Millionen Euro gem. Abgrenzungsrichtlinie der Stadt Frankfurt am Main aus dem Jahr 2012. Im Jahr 2013 wurde dieses Budget aufgrund der stadtweiten Konsolidierungserfordernis um 400 Tausend Euro von 10,7 Millionen Euro auf die bereits aufgeführten 10,3 Millionen Euro reduziert. Der Entwicklung des Budgets standen im kompletten Zeitraum 2007 bis 2014 jährlich sowohl stetiger Flächenzuwachs und Preissteigerungen, als auch eine erhöhte Nutzung und damit erhöhte Abnutzung gegenüber. Für die Jahre 2015 und 2016 ist aus momentaner Sicht zu erwarten, dass trotz der Flächenzuwächse mit einem konstanten Budget von höchstens 10,3 Millionen Euro für die Grünflächenunterhaltung zu rechnen ist. Bei den oben gemachten Ausführungen wurde das öffentliche Grün auf Friedhöfen, welches der Produktgruppe 22.10 zugeordnet ist, kostenmäßig nicht einbezogen. Für die Haushaltsplanung 2017 wird - auch unter Einbeziehung der Empfehlungen aus der 164. Vergleichenden Prüfung des Hessischen Rechnungshofes sowie den in diesem Zusammenhang erfolgten Ausführungen des Revisionsamtes - geprüft, welche weitergehenden Informationen ab 2017 in den Haushalt aufgenommen werden können, um eine höhere Aussagekraft und Transparenz in der Lesbarkeit für alle Beteiligten zu erreichen. Personalentwicklung Hinsichtlich der Personalentwicklung war das Grünflächenamt in den letzten Jahren beim Stellenabbau eher in einer Vorreiterrolle: So wurden allein in den letzten zehn Jahren über alle Produktgruppen (Geschäfts- und Dienstleistungsbereiche) hinweg ca. 90 Planstellen (=12% des Bestandes) im Amt abgebaut. Weiter zurückgeschaut stellt sich die Entwicklung bei den Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern in der operativen Pflege vor Ort dabei anteilig wie folgt dar: 1994: 266 Gärtner/innen und Gartenarbeiter/innen 1999: 237 Gärtner/innen und Gartenarbeiter/innen 2011: 165 Gärtner/innen und Gartenarbeiter/innen Das vermeintlich kostenreduzierende Ersetzen von Fachpersonal durch Geld für eine dann steigende Fremdvergabe ist dabei zu kurz gedacht. Einer in den letzten Jahren auf ca. 37 % der Gesamtfläche leicht gestiegenen Vergabe von Pflegeaufträgen an private Firmen für gärtnerisch einfache Flächenpflege steht allzu oft eine mangelhafte Leistung gegenüber, die zudem mit vier eigens dafür im Grünflächenamt tätigen Gärtnermeisterinnen und -meistern mit einem hohen Kontrollaufwand verbunden ist. Der Magistrat hat in der Vergangenheit mit der Zusammenlegung von ursprünglich drei Ämtern zu einem Grünflächenamt letztlich eine Struktur geschaffen, die mit derzeit

  1. 352 ha Grün- und Erholungsflächen, 250 ha Friedhofsflächen und 3.850 ha Stadtforst (innerhalb der Germarkung Frankfurts) dem Amt eine Liegenschaftszuständigkeit von mehr als einem Fünftel der Stadtfläche von 24.000 ha zuweist. Damit wurden ökonomisch sinnvolle Voraussetzungen geschaffen, um planen, bauen und pflegen von städtischem Grün (einschließlich der erholungsnahen und wirtschaftlich bedeutsamen Stadtwaldflächen) "aus einer Hand" zu entwickeln. Die Gartenamtsleiterkonferenz - www.galk.de (unter GALK-News: Grünflächenmanagement - Positionspapier) - hat auf Bundesebene unter maßgeblicher Beteiligung des Frankfurter Grünflächenamtes ein Positionspapier "Grünflächenmanagement" entwickelt, das genau diese Wertigkeit einer entsprechend vorhandenen Amtsstruktur ins Verhältnis zu den Aufgaben einer Kommune setzt. Vor diesem Hintergrund betreibt das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt seit Jahren einen betriebswirtschaftlich orientierten Anpassungsprozess bei stetig komplexer werdenden und sich verändernden Rahmenbedingungen, der sich im wesentlichen auf den zwei Aufgabenebenen des strategischen und operativen Managements abspielt. 1.Strategische Prozesse 1.1 Grünflächenmanagement Die Ausschreibung und Besetzung einer Ingenieurstelle "Grünflächenmanagement" erfolgte bereits im Jahre

  2. Inhaltliche Aufgabe war und ist es, auf der Grundlage von Datenermittlung und Datenhaltung betriebswirtschaftliche Komponenten mit fachspezifischen Belangen in Pflege und Umgang mit Grünflächenliegenschaften im Zuständigkeitsbereich des Amtes zu verknüpfen. Ein wesentliches Aufgabenfeld besteht zukünftig auch in der datenbasierten Untersuchung und Optimierung von Arbeitsabläufen und Prozessen innerhalb des Amtes sowohl abteilungsübergreifend als auch bereichsübergreifend im Hinblick auf die Beteiligung Dritter. Aufgrund des erfolgreichen Wirkens dieses "Grünflächenmanagements" erfolgt derzeit im Rahmen einer Organisationsanpassung die Etablierung einer eigenständigen Abteilung, um sich effizienter in der Aufgabenumsetzung mit ökonomischen und organisatorischen Fragestellungen auseinanderzusetzen und um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Kernaufgaben des Grünflächenamtes mit seinen Geschäftsbereichen Grünunterhaltung, Friedhofbetrieb und Stadtforst zu forcieren. 1.2 Friedhof 2020 Eine sich in den letzten Jahren auch in Frankfurt stark wandelnde Bestattungskultur mit wachsendem Anteil an Urnenbestattungen und Abwanderungen zu alternativen Bestattungsformen, z.B. Friedwäldern, führt vermehrt zu Freiflächen (Überhangflächen) auf nahezu allen Friedhöfen. Seit einem Jahr wird eine Organisationsuntersuchung der 36 städtischen Friedhöfe unter besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit durchgeführt. Die daraus resultierenden Veränderungen und Entwicklungen bedürfen in ihrem Anpassungsprozess an die definierten Ziele letztlich auch einer Begleitung durch das vorerwähnte zentrale "Grünflächenmanagement". Unabhängig der Kostenproblematik beinhaltet dieser Prozess sicherlich auch Chancen für langfristig neue Nutzungen: Freiwerdende Gräberfelder könnten als zusammenhängende Fläche für eine sich stetig verdichtende Stadt, als neue wohnungsnahe Parkanlage ausgewiesen, plötzlich eine neue Nachfrage erfahren. Durch den Wechsel von Flächenzuständigkeiten würden zudem die Kosten des Friedhofsbereiches gesenkt. 1.3 Wirtschaftspläne/Budgetkontrolle Die Einführung von Wirtschaftsplänen und Budgetberichten im Jahr 2010 in allen drei Geschäftsbereichen bewirkte eine wesentlich verbesserte Steuerung der Budgetplanung und der Kontrolle von Mittelabflüssen. Durch diese Steuerungsinstrumente kann die Kostenentwicklung im Grünflächenunterhaltungsbudget transparent dargestellt und überregional verglichen werden. 1.4 Maschinenbeschaffungskonzept Der bisher durch fehlende Investitionsmittel stark überalterte und damit ökonomisch und ökologisch schlecht aufgestellte Maschinenpark des Amtes befindet sich seit dem Jahr 2012 durch ein strukturiertes Maschinenkonzept im Austausch. Dieses auf die kommenden 10 Jahre angelegte Konzept muss zur kontinuierlichen Umsetzung in den nächsten Haushaltsjahren noch mit entsprechend verstetigten Haushaltsansätzen versehen werden. 1.5 Werkstattsoftware Bereits im Jahr 2013 konnte mit Einführung einer neuen Werkstattsoftware die Lagerhaltung von Betriebs- und Verbrauchsstoffen optimiert werden. Ebenso wie die Abläufe von Instandsetzungsarbeiten bei Fahrzeugen, Maschinen und Geräten. 1.6 Fuhrparkmanagement Aktuell werden in Zusammenarbeit mit einem externen Beratungsbüro Überlegungen angestellt, den Einsatz von PKWs mit Hilfe eines intelligenten Fuhrparkmanagements ab 2015 zu optimieren. 1.7 Sanierung von Betriebshöfen In den letzten Jahren konnten über ein Investitionsprogramm bereits vier Betriebshöfe erneuert werden. Dieses Programm dient der Optimierung von Arbeitsabläufen, ermöglicht die Anpassung der Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz und dient damit letztlich auch der wichtigen Förderung der Mitarbeitermotivation. Eine Reduzierung der Anzahl von Betriebshöfen bzw. deren Standortverlegung erfolgte in den vergangenen zehn Jahren sowohl aus Gründen der Wirtschaftlichkeit als auch wegen Veräußerung von Liegenschaften für andere Nutzungen. Im Bereich der Grünflächenunterhaltung seien genannt: - Rückbau und Auflösung der Betriebshöfe "Grüneburgpark" (Nordend) und "An den Geiselwiesen" (Ginnheim); dafür zentraler Neubau auf dem Gelände des Hauptfriedhofes - Betriebshof Ziegelhüttenweg (Sachsenhausen); Verlagerung in die Flughafenstraße - Betriebshof Oberlindau (Westend); Grundhafte Erneuerung am vorhandenen Standort - Betriebshof Sossenheimer Weg (Höchst); Umnutzung eines Gebäudes mit Neubau eines Lagerplatzes - Umbau eines ehemaligen Toilettengebäudes zu einem Gärtnerstützpunkt im Grüneburgpark (Nordend) 1.8 Neubau eines zentralen Werkstatt- und Verwaltungsgebäudes Zum Jahresbeginn 2015 wird auf der Nordseite des Hauptbahnhofes der Neubau eines zentralen Werkstatt- und Verwaltungsgebäudes bezugsfertig. Im Erdgeschoss, wird auf der ganzen Gebäudelänge die Abteilung Betrieb mit zentraler Werkstatt und Fahrzeugpool als zentral gelegener operativer Dienstleister für alle Liegenschaften der Geschäftsbereiche Grünunterhaltung, Stadtforst und Friedhofsbetrieb fungieren. Mit dieser Verlagerung bietet der bisherige Standort in der Wetteraustraße endlich die gewünschten Freiflächenerweiterungen für den Günthersburgpark. Der neue Standort bietet durch seine zentrale Lage eine noch bessere Erreichbarkeit aller Einsatzorte über das gesamte Stadtgebiet. Rüst- und Fahrzeiten gestalten sich insgesamt günstiger. 2.Operative Prozesse Die Frage inwieweit Pflegemaßnahmen durch eine Neukonzeptionierung in ein nachhaltiges Pflegekonzept überführt werden können, stellt sich aus ökonomischer Sicht stets im Wirkungsgefüge des Amtes in seinem gesamten Aufgabenspektrum: 2.1 Baumkataster Seit 2006 wird der Aufbau und die Einführung eines Baumkatasters betrieben mit dem Ziel der Dokumentation und Verbesserung der Vitalität des Baumbestandes in Parks, Grünanlagen und an Straßen sowie der Gewährleistung der gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht. Mit in den vergangenen Jahren gezielt eingesetzten Investitionen bei Kontrolle und Pflege präsentiert sich der Baumbestand mittlerweile in einer nachgewiesen verbesserten Vitalität. Seit 2013 konnten die Aufwendungen pro Baum wieder deutlich gesenkt werden. Das Baumkataster wird an zentraler Stelle, also bereichsübergreifend gepflegt und dient auch als Basis für die Baumpflege im Friedhofsbereich. Darüber hinaus fungiert das Amt mit dem Fachwissen und der Datenstruktur als Dienstleister für das Schulamt, den Eigenbetrieb 48 Kitas, den Palmengarten und das Sportamt. Weitere liegenschaftsverwaltende Ämter mit Baumbestand werden folgen. Die Höhlenbaumkartierung des Umweltamtes konnte in das Baumkataster des Grünflächenamtes eingepflegt werden. Dies und ein gut entwickeltes Baumpflege- und Kontrollverfahren aller erfassten Stadtbäume kann letztlich als ausschlaggebend für die Preisverleihung "Europäische Stadt der Bäume" an die Stadt Frankfurt am Main gesehen werden. Der Titel wird seit 2007 vergeben und erstmals hat ihn mit Frankfurt am Main eine deutsche Stadt erhalten. Die Vereinigung von Baumfachleuten aus ganz Europa (European Arboricultural Council) würdigt mit dem Preis Frankfurts Vorreiterrolle bei der Pflege seiner Stadtbäume. 2.2 Dienstanweisung Baumkontrolle Die Einführung einer Dienstanweisung zur Baumkontrolle im Jahre 2011 schaffte die Voraussetzungen für ein qualitativ gutes, kostengünstiges und vor allem rechtskonformes Kontrollverfahren. Parallel kann durch eine wesentlich intensivierte Baumpflege in den vergangenen Jahren heute ein vitalerer Baumbestand festgestellt werden. Die Wertigkeit eines vitalen und gut gepflegten Baumbestandes kann angesichts seiner ökologischen Bedeutung innerhalb der Stadt und zunehmender Extremwetterlagen nicht hoch genug eingeschätzt werden. 2.3 Elektronische Tätigkeitserfassung im manuellen Bereich Zwischen Juli 2012 und Juli 2013 wurde in vier Pflegebezirken der Grünflächenpflege versuchsweise in jeweils einem Fachvorarbeiterrevier der Aufwand bei der Pflege in einzelnen Grünanlagen nach Tätigkeitsmerkmalen differenziert elektronisch erfasst. Derzeit wird dieses Erfassungssystem flächendeckend in einem Bezirk eingeführt. Als Tätigkeiten im Rahmen der Grünflächenunterhaltung sind insbesondere zu nennen - Gärtnerische Grünflächenpflege
    - Reinigung - Erhaltungsmaßnahmen und Reparaturen an Einbauten (diese sind Bänke, Papierkörbe, Schilder, Baumschutzeinrichtungen, Baumschutzbügel, Schranken, Drängelgitter, usw.) - Winterdienst - Baumkontrolle - Baumpflege - Spielplatzkontrolle - Spielgerätereparatur - Spielgeräteersatz - Weiherentschlammung - Bekämpfung Eichenprozessionsspinner Ziel dieser Erfassung ist zunächst die differenziertere Ermittlung des personellen Pflegeaufwandes bei der Grünanlagenpflege. Die späterhin flächendeckende Aufwandserfassung soll fundierte Datengrundlagen liefern, um die Ressourcen von Personal und Haushaltsmitteln gezielter zu steuern. 2.4 Lebenszykluskosten bei Neuplanungen und Grunderneuerungen Bei allen aktuellen Neuplanungen und Grunderneurungen werden die derzeit anfallenden jährlichen Pflegekosten mit den zukünftigen Pflegekosten nach Herstellung oder erfolgter Überarbeitung einer Grünanlage verglichen. Diese Verfahrensweise verfolgt das Ziel, bereits im Planungsprozess durch die Auswahl entsprechender Wegebeläge oder Pflanzenkonzepte die Pflegekosten dauerhaft zu reduzieren. 2.5 Dienstleistung für andere Ämter in der Grünpflege Bereits seit vielen Jahren stellt das Grünflächenamt seine fachliche Kompetenz in Fragen der Grünflächen- und Baumpflege sowie der Spielgerätekontrolle als Dienstleister für die Schulen und Kindertagesstätten und für das Liegenschaftsamt zur Verfügung. 2.6 Grunderneuerung von Wasserspielplätzen Von den vorhandenen 8 Wasserspielplätzen in den Grünanlagen und an den Rändern des Stadtwaldes wurde der Wasserspielplatz im Niddapark als Pilotprojekt und erste Anlage zur spürbaren Senkung der Betriebskosten im Jahr 2013 erneuert. Die Wasserspielplätze am Goetheturm und im Scheerwald werden derzeit überplant und sollen ab 2014 realisiert werden. Frischwasserverbrauch, Stromkosten und Personalaufwand erfahren Reduzierungen. 2.7 Überlegungen zur Biomasseverwertung Aktuell werden Versuche durchgeführt, im Rahmen der gärtnerischen Pflege anfallende Biomasse nicht nur zu entsorgen, sondern auch gewinnbringend zu verwerten. Dazu wird die Nachfrage am Markt geprüft (Qualitätserfordernis der Stoffe) und wie diese Nachfrage durch das Grünflächenamt mit vertretbarem Aufwand bedient werden kann. Aus den oben genannten Punkten, die auch wieder nur ausschnittweise das Aufgabenspektrum und die Aktivitäten zur Optimierung der Aufgabenabwicklung des Grünflächenamtes abbilden, wird deutlich, dass die Aufgabengebiete des Amtes durch eine hohe Vielfalt und über das gesamte Stadtgebiet verteilte Einsatzbereiche und komplexe Arbeitsabläufe geprägt sind. Im Hinblick auf diese Aufgabengebiete wird zu den anfangs genannten Punkten wie folgt Stellung genommen: Zu Punkt a) Das Grünflächenamt praktiziert bei der Grünflächenunterhaltung seit vielen Jahren eine Mischung aus Eigenleistung und Fremdvergabe (=Regiebetrieb). Dabei werden in der Regel einfach auszuführende und gut zu kontrollierende Tätigkeiten vergeben, während gärtnerisch anspruchsvollere Aufgaben in Eigenleistung erbracht werden. Diese tendenzielle Ausrichtung ist übrigens bundesweit in vielen Kommunen bewährte Praxis geworden. Sowohl in der Organisationsform "Amt", als auch in der Organisationsform "Eigenbetrieb", konnte sich diese Verfahrensweise durchsetzen, da sie ein Höchstmaß an Flexibilität und ökonomischen Vorteilen im Zusammenhang mit Ausschreibungsverfahren und im Umgang mit verfügbaren Personalressourcen bietet. Sowohl im Rahmen der Eigenleistung als auch bei der Fremdvergabe werden unter Berücksichtigung der Nutzungen auf den vorhandenen Flächen, der entstehenden und sich verändernden Kosten und insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die ökologische Vielfalt, die zu definierenden Pflegeleistungen stets in einem permanenten Prozess den neuen Erkenntnissen angepasst. Bei der Fremdvergabe werden inzwischen europaweite Ausschreibungen vorgenommen, um wirtschaftlichere Preise erzielen zu können. Dieser Prozess des effizienten Einsatzes knapper finanzieller und personeller Ressourcen wird in den vorgenannten Ausführungen und Erläuterungen auf strategischer und operativer Ebene an konkreten Beispielen deutlich (siehe Punkte 1.

  3. bis 1.8 und 2.1 bis 2.7) . Auch in Zukunft werden unter kritischer Betrachtungsweise der Entwicklungen auf nationaler Ebene ( zum Beispiel im Netzwerk der Arbeitskreise der Gartenamtsleiterkonferenz) entsprechende Prozessveränderungen im Grünflächenamt als sinnvoll und daher anpassungsbedürftig erachtet. Ansatzpunkte für eine radikale Veränderung der jetzigen Arbeitsabläufe werden jedoch nicht gesehen. Zu Punkt
    • b)Bereits heute sind bei einer Pflegefläche von insgesamt ca. 1352 ha ca. 354 ha Rasenflächen und ca. 347 ha Wiesenflächen im Flächenkataster enthalten. Vom Grünflächenamt wurde als Handlungsempfehlung im Jahr 2013 ein "Wiesenkonzept" erstellt, das darauf abzielt, sowohl Rasenflächen in Wiesenflächen durch eine Veränderung der Mähhäufigkeit umzuwandeln, als auch im Straßenbegleitgrün überalterte Bodendeckerflächen mit geringer ökologischer Vielfalt in Wiesenflächen umzuwandeln. Dabei muss jedoch vorangestellt werden, dass sich die Umwandlung von Rasen- in Wiesenflächen bei der langfristigen Pflege praktisch kostenneutral auswirkt, da bei Wiesen das Mähgut entsorgt werden muss. Bei oft und zum richtigen Zeitpunkt gemähten Rasenflächen kann das Schnittgut auf den Flächen verbleiben. Bei der Umwandlung von Bodendeckerflächen in Wiesenflächen fallen zwar zunächst höhere Kosten für die Umgestaltung an, die langfristige Pflege von Wiesenflächen wirkt sich jedoch im Schnitt um bis zu 60 % pro qm günstiger gegenüber Gehölzflächen mit geringerer ökologischer Wertigkeit aus. Zu Punkt
    • c)Das Grünflächenamt betreibt bereits seit Jahren insbesondere über die Logistik seines zentralen Betriebshofes bereichsübergreifenden Ressourceneinsatz, z.B. bei der Entsorgung, bei Fuhrleistungen und bei Instandsetzung von Maschinen und Geräten sowie beim Einkauf und bei Sondersituationen (Hochwasser, Sturmereignisse) und ist, wie bereits geschildert, als Dienstleister für andere Ämter tätig. Dieses Spektrum umfasst hierbei nicht nur mobile Gerätschaften, sondern auch Planungsleistungen, Pflegekoordination, Spielgerätekontrolle, Spielgerätereparatur, Wasseranlagen und sonstige Infrastrukturen. Amts- und Bereichsübergreifende Ressourceneinsätze müssen allerdings im Einzelfall geprüft werden, um damit verbundene Rüst- und Wegezeiten im Stadtgebiet betriebswirtschaftlich sinnvoll abwägen zu können. In der aktuellen Planungsphase befindet sich z. B. ein ämterübergreifender, EDV gesteuerter und zukünftig gemeinsam betriebener Fahrzeugpool von Grünflächenamt und Amt für Straßenbau- und Erschließung im neu zu beziehenden Gebäude in der Adam-Riese-Straße am Hauptbahnhof. Zusammenfassende Bewertung Repräsentative Umfragen belegen, dass mittlerweile 90 % der Nutzer von Parks und Grünanlagen es als besonders wichtig erachten, attraktiv gestaltete und zudem noch optisch ansprechend wirkende Grünflächen vorzufinden. Weiterhin ist es 88 % der Nutzer auch besonders wichtig, dass die Grünanlagen professionell gepflegt werden und einen sauberen Eindruck hinterlassen. Die Zufriedenheit mit der Pflege von Grünanlagen stellt sich dabei im landesübergreifenden Vergleich wie folgt dar: Zufrieden mit der Pflege von Grün sind in Wien 80 % der Befragten, in Frankfurt 67 % und in Berlin vergleichsweise Wenige mit 37 %. In Frankfurt hat der prozentuale Wert in den letzten 10 Jahren stetig zugenommen, der Anteil der Unzufriedenen ist hingegen in etwa dem gleichen Zeitraum auf den mittlerweile konstanten Anteil von 11 % gesunken, wie eine Umfrage des Bürgeramtes, Statistik und Wahlen aus dem Jahr 2013 belegt. Parallel zu dieser positiven Entwicklung der Wertschätzung steigen auch die Besucherzahlen in den Frankfurter Grünanlagen kontinuierlich an. Im gleichen Maße wie der Bedeutungsgewinn des Grüns bei den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern auf emotionaler Ebene zunimmt, steigt auch der ökonomische Wert von Stadtgrün beim Abwägungsprozess zwischen Nachverdichtung einerseits und der Umsetzung einer Anpassungsstrategie zum Klimawandel auf lokaler Ebene andererseits. Vor diesem Hintergrund befindet sich das Fachamt in seiner Gesamtheit von Fachpersonal, Flächenzuständigkeit und einem vernetzten Wirkungsgefüge in einem ständigen Entwicklungs- und Abwägungsprozess ökonomischer und ökologischer Belange zur Sicherung des Gemeinwohls und der Daseinsvorsorge. Naherholung im Stadtraum hat in jüngster Vergangenheit in Frankfurt wesentlich an Bedeutung gewonnen: Überall dort, wo in den Parks eine gute Aufenthaltsqualität geboten und ein gepflegtes Erscheinungsbild wahrgenommen wird. Attraktive Grünflächen mit pflegeleichten Staudenflächen haben in Frankfurt bereits ebenso Tradition wie ökologisch ausgerichtete Wiesen zur Förderung der Artenvielfalt.Nebenvorlage: Antrag vom 19.02.2015, NR 1141 Anregung vom 20.01.2015, OA 599 Antrag vom 16.01.2015, OF 495/7 Antrag vom 22.01.2015, OF 875/9

Beratungsverlauf 20 Sitzungen

Sitzung 36
OBR 5
TO I, TOP 41
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 37
OBR 1
TO I, TOP 27
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 37
OBR 10
TO II, TOP 20
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 36
OBR 8
TO I, TOP 13
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 36
OBR 9
TO II, TOP 7
Zurückgestellt / Beraten
a) Die Vorlage B 433 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. b) Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, die Vorlage ebenfalls zurückzustellen.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 37
OBR 12
TO I, TOP 10
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 36
OBR 11
TO II, TOP 5
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
CDU Grüne FDP
Ablehnung:
SPD Linke
Sitzung 36
OBR 13
TO I, TOP 9
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 37
OBR 3
TO II, TOP 9
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Grüne CDU SPD FDP Freie Wähler
Ablehnung:
ÖkoLinX-ARL
Enthaltung:
Linke
Sitzung 37
OBR 14
TO I, TOP 7
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 37
OBR 6
TO I, TOP 36
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
CDU SPD Grüne Freie Wähler REP
Ablehnung:
Linke
Sitzung 36
OBR 16
TO I, TOP 12
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Annahme Bei Enthaltung Freie Wähler
Sitzung 40
OBR 15
TO I, TOP 11
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 40
OBR 2
TO I, TOP 27
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Grüne CDU SPD Linke Fraktionslos
Ablehnung:
Freie Wähler
Sitzung 37
OBR 4
TO II, TOP 8
Angenommen
Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 40
OBR 7
TO I, TOP 24
Angenommen
Anregung OA 599 2015 1. Die Vorlage B 433 wird unter Hinweis auf OA 599 zurückgewiesen. 2. Die Vorlage OF 495/7 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen.
Zustimmung:
SPD Farbechte Fdp Und Fraktionslos
Ablehnung:
CDU Grüne Freie Wähler
Sitzung 37
OBR 9
TO I, TOP 6
Angenommen
Auskunftsersuchen V 1237 2015 1. Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis. 2. Die Vorlage OF 875/9 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen.
Zustimmung:
Alle
Sitzung 37
Ausschusses für Umwelt und Sport
TO I, TOP 13
Zurückgestellt / Beraten
nicht auf TO 1. Die Beratung der Vorlage B 433 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. 2. Die Beratung der Vorlage OA 599 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.
Zustimmung:
CDU Grüne SPD Linke FDP Freie Wähler Römer
Sitzung 38
Ausschusses für Umwelt und Sport
TO I, TOP 13
Abgelehnt
1. Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis. 2. Die Vorlage NR 1141 wird abgelehnt. 3. Die Vorlage OA 599 wird abgelehnt.
Zustimmung:
CDU Grüne SPD FDP Freie Wähler Römer
Ablehnung:
Linke Piraten Berichterstattung
Sitzung 40
Stadtverordnetenversammlung
TO II, TOP 39
Abgelehnt
1. Die Vorlage B 433 dient zur Kenntnis. 2. Die Vorlage NR 1141 wird abgelehnt. 3. Die Vorlage OA 599 wird abgelehnt.
Zustimmung:
CDU Grüne SPD FDP Freie Wähler Römer NPD REP
Ablehnung:
Linke Piraten