Frauen- und Elternkurse für Integration und Spracherwerb sichern
Bericht
Zertifikatsorientierte Sprachkursangebote für Frauen und Eltern mit integrierter Kinderbetreuung erfolgen in Frankfurt am Main vornehmlich im Rahmen der durch das BAMF finanzierten Integrationskurse. Einen besonderen Hintergrund bildet die Tatsache, dass die Bundesmittel für die Absolvierung von Integrations- und Sprachkursen aktuell um fast 50 % gekürzt wurden. Dazu kommt die Streichung von Wiederholungsmöglichkeiten sowie der Wegfall des Wegegelds für Kursteilnehmende. In der Vergangenheit kam es vonseiten des BAMF außerdem bereits zu einer Einstellung des Angebots der kursbegleitenden Kinderbeaufsichtigung. Für die Ausarbeitung dieser Stellungnahme wurden Informationen über Sprachangebote für Frauen von Seiten des Jugend- und Sozialamtes, des Frauenreferats, der VHS sowie von den frei-gemeinnützigen Trägern Infrau e. V. und der ASB Lehrerkooperative gGmbH eingebracht, die Integrations- und Sprachkurse für Frauen mit integrierter Kinderbetreuung anbieten. Im Jahr 2023 wurden in Frankfurt am Main 11 Frauen- und Elternintegrationskurse begonnen; 2024 waren es 24. Die Anzahl der neuen Teilnehmenden belief sich im Jahr 2023 auf 207 Frauen; für 2024 liegen noch keine Zahlen vor. Bei den Kursaustritten wurden für 2023 insg. 325 Frauen und für 2024 insg. 295 Frauen ausgewiesen. Vonseiten der ASB Lehrerkooperative und Infrau wurden Zahlen zu den im Jahr 2025 betreuten Kindern ergänzt: insgesamt sind es in den aktuell laufenden Kursen 66 Kinder sowie 50 Kinder. Für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren werden keine reinen Sprachkurse angeboten. Es handelt sich um Maßnahmen, die mit anderen Bildungsinhalten (berufliche Orientierung, Allgemeinbildung etc.) verbunden sind. Innerhalb dieser Förderung wurden 2023 16 Maßnahmen mit Sprachförderanteilen für Frauen gefördert sowie 2024 und 2025 14 Maßnahmen. Die Anzahl der teilnehmenden Frauen von Weiterbildungskursen verbunden mit Sprachelementen lag 2023 bei 250 Frauen und 2024 sowie 2025 bei 176 neu teilnehmenden Frauen. Für Personen über 25 Jahren ist die FRAP Agentur gGmbH zuständig. In den Jahren 2023 und 2024 führte die FRAP Agentur jeweils 8 Projekte für Frauen mit integrierter Sprachförderung durch. An diesen Projekten nahmen im Jahr 2023 insg.
- 174 Frauen und im Jahr 2024 insg. 1.257 Frauen teil. Bezüglich der Frage der Kosten von Integrations- und Berufssprachkursen speziell für Frauen und Eltern in Frankfurt konnten lediglich die durch das Jugend- und Sozialamt gemeldeten Kosten als Träger von kommunalen Kursagenboten für Frauen berücksichtigt werden. Als reine kommunale Kosten inkl. der Landesmittel für das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget (AQB) sind 2023 insg. 1.611.280 €, für 2024 insg. 1.511.790 € und für 2025 etwa 1.540.260 € (geplante Kosten) zu veranschlagen. Das BAMF wies auf eine Anfrage nach den Kosten darauf hin, dass die Förderung der Integrationskurse ein Angebot des Bundes ist und es daher keine Zuweisungen oder Kontingente für einzelne Länder oder Kommunen gibt. Die Finanzierung basiert rein auf den tatsächlich durchgeführten Unterrichtsstunden und Teilnehmenden. Dabei wird nicht erfasst, wo der Standort des Trägers ist und welchen Wohnort die Teilnehmenden haben. Demzufolge ist keine valide Aussage möglich, auf welche Summen sich die Kosten für die Integrationskurse in einzelnen Jahren in Frankfurt belaufen. Eine Auswertung der Integrationskursstatistik für Frankfurt am Main zeigt: ein erheblicher Anstieg der Teilnehmendenzahlen erfolgte ab dem Jahr
- Während die Zahl der neuen Teilnehmenden in den Vorjahren im Durchschnitt bei rund 2.000 pro Jahr lagen, verdoppelten sie sich danach bis zum Jahr 2017, waren dann sukzessive rückläufig und kehrten in den Jahren 2020 und 2021 auf den alten Wert zurück. Im Jahr 2024 - dem Jahr der verstärkten Fluchtmigration aus der Ukraine - wurde eine Anzahl von 3.293 neuen Teilnehmenden erreicht. Der Anteil der Frauen an den neuen Teilnehmenden liegt bis heute zwischen 50-70 %; der Anteil der an Frauen- und Elternkursen teilnehmenden Frauen an allen teilnehmenden Frauen hat sich dagegen von rund 30 % auf aktuell rund 10 % reduziert. Dies entspricht einem Durchschnitt von rund 200 neu an Frauen- und Elternkursen Teilnehmenden in den Jahren 2020 bis
- Vor dem Hintergrund dieser Datenlage kann der Magistrat abschließend keine verlässliche Kostenschätzung erbringen. Die Entwicklung des Bedarfs ist neben dem Angebot an Plätzen wesentlich von weiteren Faktoren abhängig. So beispielsweise auch davon, ob die bedürftigen Personen die notwendigen Informationen für eine Teilnahme haben. Hierfür haben wir mit dem Frankfurt Welcome & Information Center einen Ort aufgebaut, der für mehr Informationen und Beratung sorgt. Zudem ist es wichtig, dass die Bundesregierung beziehungsweise das BAMF die Finanzierung der Integrations- und Sprachkurse nicht nur für 2025 sichert, sondern auch in den nächsten Jahren Mittel in erforderlicher Höhe bereitstellt. Bereits Ende 2024 hat der Magistrat das BAMF vor Kürzungen gewarnt und sich dafür eingesetzt, dass Kürzungen zurückgenommen und die Laufzeiten verlängert werden.