Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung
Bericht
Der Magistrat erstellt jährlich einen Bericht zur Entwicklung des Frankfurter Ausbildung- und Arbeitsmarktes und informiert über die Angebote der kommunalen Arbeitsmarktförderung. Aufgrund von erheblichen zeitlichen Verzögerungen bei der Erstellung des Berichtes 2018 erfolgte die Zusammenführung der Berichte 2018 und 2019. Der seit Jahren anhaltende positive Trend auf dem Arbeitsmarkt setzte sich auch in den Jahren 2018 und 2019 weiter fort. Eine stabile Zahl an Ausbildungsstellen und der hohe Nachfragebedarf an qualifizierten Fachkräften begleiten die Entwicklung. Auch ein Umdenken im Einstellungsverhalten der Wirtschaft war im Berichtszeitraum erkennbar. Um freie Stellen zu besetzen, waren Arbeitgeber immer öfter auch zur Einstellung von geringer qualifizierten Arbeitslosen bereit. Folgerichtig stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 2019 im Vergleich zum Vorjahr auf 614.271 (VJ: 596.722) weiter an, was ein Plus von 17.549 bedeutet (VJ: 19.394). Die Arbeitslosenzahl sanken weiter und verringerten sich im gleichen Zeitraum um
- 098 auf 20.486, (VJ: 21.594); somit ging auch die Arbeitslosenquote (SGB II und SGB III) auf 5.0% (VJ: 5,4 %) weiter zurück. Auch der Ausbildungsmarkt profitierte von der positiven Entwicklung. Insbesondere Ausbildungsbetriebe im Handwerk suchten intensiv nach geeigneten Auszubildenden. Den 4.164 (VJ: 4.170) gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen im Jahr 2019 standen 4.078 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber (VJ: 4.276). Während die größte Zahl der Jugendlichen direkt nach Schulende eine Ausbildung aufnehmen konnte, stieg der Anteil unversorgter Jugendlicher gegenüber dem Vorjahr von 263 auf 339 an. Auch die Zahl der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen hat sich gegenüber dem Vorjahr von 334 auf 354 leicht erhöht, was in erster Linie mit Passungsproblemen zwischen Ausbildungsplatzsuchenden und Ausbildungsplatzanbietern sowie einem Anstieg von jungen Menschen mit schwierigen Biografien zu erklären ist. Unter den Frankfurter Arbeitslosen und jungen Menschen, die eine Ausbildung anstreben gibt es auch eine Gruppe, die aufgrund von persönlichen oder gesundheitlichen Einschränkungen nicht von den positiven Entwicklungen profitieren. Die Anforderungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes stellen für sie eine hohe Hürde dar. Oftmals fehlen sogar die Voraussetzungen zur Teilnahme an den Fördermaßnahmen vom Jobcenter Frankfurt oder der Bundesagentur für Arbeit. Um den von den Regelangeboten nicht erreichbaren Frankfurterinnen und Frankfurter Wege in Ausbildung und Beruf zu eröffnen, setzt das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm mit dem Ziel an: - jungen Menschen einen Hauptschulabschluss zu ermöglichen - sie umfassend bei ihrer Erstausbildung oder beruflichen Qualifizierung zu unterstützen - Nachqualifizierungen von Langzeitarbeitslosen oder prekär Beschäftigten zu ermöglichen - sowie Arbeitslosen Teilhabechancen zu eröffnen, für die Qualifizierungsmaßnahmen aus persönlichen Gründen nicht in Frage kommen. Das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm (FRAP) versteht sich als Ergänzung zu den Angeboten des SGB II und SGB III. Es setzt dabei eigene Akzente hinsichtlich der Zielgruppen und Maßnahmeinhalte. Nachfolgende Ämter / Organisationen sind an der Umsetzung beteiligt: - Jugend- und Sozialamt, - FRAP-Agentur gGmbH, - Frauenreferat, - Stadtschulamt - Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH. Die Stadt Frankfurt am Main nutzt dabei ihre intensiven Kooperationen mit den Bildungsträgern sowie anderen Akteuren des Arbeitsmarktes für eine bedarfsgerechte zielgruppenorientierte Ausrichtung. Für die Ausgestaltung der Förderangebote und Mittelverwendung sind die genannten Ämter sowie die FRAP Agentur verantwortlich. 2019 wurden für Projekte und Maßnahmen der kommunalen Beschäftigungsförderung Haushaltsmittel in Höhe von fast 20,9 Millionen € (VJ: 21 Millionen €) verausgabt. Zusätzliche Unterstützung erfolgte aus dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget (AQB) und Arbeitsmarktbudget (AMB) des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI). Für Frankfurter Projekte wurden aus AQB-Mitteln und dem Arbeitsmarktbudget (AMB) insgesamt 2.920.810 € (VJ 2.684.406 €) bereitgestellt. Den Frankfurter Bildungsträgern und Vereinen konnten insgesamt 23.803.754 € (VJ: 23.727.617 €) zur Verfügung gestellt werden.