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Den Klimaturm wieder errichten

Vorlagentyp: ST Magistrat

Stellungnahme des Magistrats

Der "Klimaturm" ist eine insgesamt 14 Meter hohe, zwei Meter breite und zwei Tonnen schwere Brunnenplastik aus poliertem Edelstahl. Diese besteht aus einem Leitungssystem von insgesamt 136 Röhren, die regelmäßig übereinander angeordnet sind. Über ein inneres Steigrohr gelangt das Wasser in das nächste, höher gelegene System. Durch eine Überlauffunktion, sie resultiert aus den konisch zugespitzten Röhren, entwickelt sich eine rieselnde Wasserstruktur. Der Magistrat - Kulturamt - stand 2017 in Austausch mit dem Künstler Prof. Peter Hölzinger, der eine Wiedererrichtung seiner Brunnenskulptur im öffentlichen Raum grundsätzlich begrüßen würde. Ein von Prof. Hölzinger bevorzugter Standort ist die Konstablerwache. Der Aufstellungsort würde seinem Wunsch entsprechen die Brunnenplastik in einer städtebaulichen Umgebung einzubetten. Darüber hinaus ist Herr Prof. Hölzinger auch für andere Standorte offen. Es ist festzuhalten, dass versiegelte Innenstadtplätze bevorzugt werden und das Objekt räumlich im Zentrum stehen soll. Eine Wiedererrichtung des Brunnens ist im öffentlichen Raum vom Carlo-Schmid-Platz bis zum Studierendenhaus aus Sicht der Stadt Frankfurt generell vorstellbar. Da der Klimaturm eine unterirdische Brunnenkammer benötigt, muss der neue Standort dies konstruktiv gewährleisten. Aufgrund der Lage der U-Bahnstation Bockenheimer Landstraße erscheint die Aufstellung im Umfeld der Bockenheimer Warte Richtung Labsaal schwieriger. Dies bedarf einer genaueren Prüfung. Die weiteren Standorte Carlo-Schmid-Platz bzw. die Jügelstraße bis zum Studierendenhaus liegen außerhalb der U-Bahnstation. Zudem gilt für den gesamten Bereich zu beachten, dass der Bebauungsplan B 569 Kulturcampus umfangreiche Baumpflanzungen in diesen Straßen- und Platzräumen vorsieht. Bei der Standortfindung sind auch die Kulturdenkmäler im Umfeld zu berücksichtigen. Ein stadträumliches Gesamtkonzept für den öffentlichen Raum des gesamten Plangebietes des Bebauungsplans 569 soll in einem anstehenden Wettbewerbsverfahren entwickelt werden. Dahingehend bereitet die ABG FRANKURT HOLIDING GmbH einen Ideen- und Realisierungswettbewerb für die Gestaltung der öffentlichen Grün- und Freiflächen vor. Im Rahmen dieses Verfahrens kann die Aufstellung des Klimaturms bezüglich eines geeigneten Standortes geprüft und Vorschläge für die Wiedererrichtung entwickelt werden. Die Ästhetik des Klimaturms und seine soziale, wie umweltverbessernde Botschaft würden, als Reminiszenz an die 68er Bewegung, aus Sicht des Magistrats zum neuen Kulturcampus passen. Bewegtes Wasser ist in der Regel eine geeignete Maßnahme, um durch Verdunstungskälte in überhitzten Bereichen das Kleinklima zu verbessern. In welchem Maß das verhaltene Wasserspiel des Klimaturms, unter heutigen Klimabedingungen tatsächlich das Kleinklima verbessert, bedarf einer eingehenderen Prüfung. Eine Kostenschätzung wäre Teil des Wettbewerbs, den die ABG derzeit vorbereitet. Für eine Kostenermittlung sind Voruntersuchungen notwendig, deren Umfang vom Standort definiert werden. Die Kostenschätzung des Hochbauamtes aus dem Jahr 2010 werden als nicht ausreichend angenommen. Zu berücksichtigen sind u.a.: auf Grund des Gewichts der Skulptur, umfangreiche Tiefbauarbeiten, die Brunnentechnik, die Setzung einer Brunnenkammer, Gutachten zu den Möglichkeiten einer Restaurierung des vom früheren Eigentümer beschädigten Kunstwerkes. Unabhängig von der Prüfung der stadträumlichen Verträglichkeit unter baukonstruktiven Rahmenbedingungen ist nach Standortfestlegung die Finanzierung der Wiedererrichtung im Haushalt zu verorten. Dem Kulturamt stehen für eine Projektbeteiligung, wie z.B. eine Restaurierung, keine Mittel zur Verfügung. Die Skulptur wurde seiner Zeit von der Stadt Frankfurt vor der Zerstörung bewahrt, lagerte viele Jahre bei dem ehemaligen Eigentümer Nordtrakt AG und befindet sich seit 2015 im städtischen Depot in der Borsigallee. Es entstehen mit der Einlagerung keine Kosten.

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