ÖPP-Projekt - der falsche Weg!
Vorlagentyp: NR FREIE_WÄHLER
Begründung
Weg! Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Die Vorlage M 46/2010 wird zurückgewiesen.
- Der Magistrat stellt baldmöglichst dar, wie und wann die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung der in den Anlagen zur Vorlage aufgeführten Ingenieurbauwerke in städtischer Eigenrealisierung erfolgen sollen. Begründung: Die Magistratsvorlage M 46 soll die Möglichkeit eröffnen, eine ganze Reihe notwendiger, zum Teil sogar längst überfälliger Sanierungsaufwendungen für Infrastrukturbauwerke im öffentlichen Besitz in einem Projekt der sogenannten Öffentlich- Privaten- Partnerschaft (ÖPP)zu realisieren. Die dabei in der M 46 angeführten Gründe für diesen Weg sowie die bislang bekannten Argumente dafür können nach eingehender und ergebnisoffener Prüfung nicht überzeugen. Das sind die wichtigsten Einwände gegen das geplante ÖPP- Projekt: - Die Vorteile gegenüber einer Eigenrealisierung der Sanierungsmaßnahmen sind nicht nachgewiesen - Die "vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung", die solche Vorteile der ÖPP- Variante nachzuweisen sucht, ist von einem Institut erstellt worden, das offensichtlich und nachweislich als Lobbyist und Profiteur von ÖPP/PPP-Projekten gelten muss. Damit waren die Voraussetzungen für eine ergebnisoffene Untersuchung nicht gegeben. - Das Revisionsamt der Stadt Frankfurt hat ausführlich und plausibel Kritik an dem geplanten ÖPP- Projekt formuliert. Diese Kritik wurde seitens der Kämmerei zurückgewiesen, allerdings nicht in überzeugender Weise. Die Stellungnahme der Kämmerei hat auch nicht zu einer Rücknahme der Kritik des Revisionsamtes geführt. - Das Revisionsamt hat dargestellt, dass es bessere, wirtschaftlichere und damit für die Stadt Frankfurt kostengünstigere Wege zur Realisierung der notwendigen Sanierungsmaßnahen gibt. Diese wurden durchgerechnet aufgezeigt. - Der angebliche Kostenvorteil des ÖPP- Projekts wird nicht überzeugend belegt und ist lediglich ein Hoffnungswert, der erst in 30 Jahren überprüfbar und feststellbar sein könnte. - Der lange Zeitraum des ÖPP- Projekts von 30 Jahren schafft zu viele rechtliche, planerische und finanzielle Unsicherheiten und Ungewissheiten, um aus heutiger Sicht verantwortet zu werden. - Die ausreichende Beteiligung von mittelständischen Unternehmen aus Frankfurt und der Region an dem ÖPP- Projekt ist ungewiss und wird von Verbandsvertretern auch als faktisch unwahrscheinlich beurteilt.
Inhalt
Antrag vom 18.05.2010, NR 1868
Betreff: ÖPP-Projekt - der falsche Weg! Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Die Vorlage M 46/2010 wird zurückgewiesen.
- Der Magistrat stellt baldmöglichst dar, wie und wann die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung der in den Anlagen zur Vorlage aufgeführten Ingenieurbauwerke in städtischer Eigenrealisierung erfolgen sollen. Begründung: Die Magistratsvorlage M 46 soll die Möglichkeit eröffnen, eine ganze Reihe notwendiger, zum Teil sogar längst überfälliger Sanierungsaufwendungen für Infrastrukturbauwerke im öffentlichen Besitz in einem Projekt der sogenannten Öffentlich- Privaten- Partnerschaft (ÖPP)zu realisieren. Die dabei in der M 46 angeführten Gründe für diesen Weg sowie die bislang bekannten Argumente dafür können nach eingehender und ergebnisoffener Prüfung nicht überzeugen. Das sind die wichtigsten Einwände gegen das geplante ÖPP- Projekt: - Die Vorteile gegenüber einer Eigenrealisierung der Sanierungsmaßnahmen sind nicht nachgewiesen - Die "vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung", die solche Vorteile der ÖPP- Variante nachzuweisen sucht, ist von einem Institut erstellt worden, das offensichtlich und nachweislich als Lobbyist und Profiteur von ÖPP/PPP-Projekten gelten muss. Damit waren die Voraussetzungen für eine ergebnisoffene Untersuchung nicht gegeben. - Das Revisionsamt der Stadt Frankfurt hat ausführlich und plausibel Kritik an dem geplanten ÖPP- Projekt formuliert. Diese Kritik wurde seitens der Kämmerei zurückgewiesen, allerdings nicht in überzeugender Weise. Die Stellungnahme der Kämmerei hat auch nicht zu einer Rücknahme der Kritik des Revisionsamtes geführt. - Das Revisionsamt hat dargestellt, dass es bessere, wirtschaftlichere und damit für die Stadt Frankfurt kostengünstigere Wege zur Realisierung der notwendigen Sanierungsmaßnahen gibt. Diese wurden durchgerechnet aufgezeigt. - Der angebliche Kostenvorteil des ÖPP- Projekts wird nicht überzeugend belegt und ist lediglich ein Hoffnungswert, der erst in 30 Jahren überprüfbar und feststellbar sein könnte. - Der lange Zeitraum des ÖPP- Projekts von 30 Jahren schafft zu viele rechtliche, planerische und finanzielle Unsicherheiten und Ungewissheiten, um aus heutiger Sicht verantwortet zu werden. - Die ausreichende Beteiligung von mittelständischen Unternehmen aus Frankfurt und der Region an dem ÖPP- Projekt ist ungewiss und wird von Verbandsvertretern auch als faktisch unwahrscheinlich beurteilt.Hauptvorlage: Vortrag des Magistrats vom 19.03.2010, M 46 Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Verkehrsausschuss Versandpaket: 19.05.2010
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