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Hunderten Mieter*innen die Sorgen nehmen - Wohnungen im Oeder Weg in städtische Hand überführen

Vorlagentyp: NR LINKE

Antrag

  1. Die Stadt Frankfurt geht aktiv auf die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) zu, um die Wohnungen im Oeder Weg 74-78, in der Adlerflychtstraße 35-41, im Röderbergweg 199 sowie in der Hermannstraße 42-42b und 46-46a zeitnah zu kaufen und in die öffentliche Hand zu überführen. Dazu sollen die ABG Holding (ABG), die Nassauische Heimstätte (NH) oder die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (KEG) die Immobilien erwerben.
  2. Alternativ soll die Genossenschaftliche Immobilienagentur Frankfurt am Main eG (GIMA) zeitnah einen sozialverträglichen Hausverkauf an eine*n gemeinwohlorientierte*n Akteur*in in die Wege leiten.
  3. Die Stadt Frankfurt führt mit der VBL weitere Gespräche über zum Verkauf stehende Immobilien, wie zum Beispiel in der Waldschmidtstraße 55, mit dem Ziel des Ankaufs durch die unter 1. und 2. aufgeführten Akteur*innen.
  4. Kriterium für den Verkauf ist der Schutz langjähriger Mieter*innen vor Verdrängung sowie der Schutz günstiger Bestandsmieten. Nach dem Verkauf sollen zeitnah notwendige Modernisierungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der Wohnqualität durchgeführt werden.

Begründung

In der Adlerflychtstraße 35-41, im Röderbergweg 199 und in der Hermannstraße 42-42b und 46-46a am Oeder Weg befinden sich knapp 100 Wohnungen der VBL. Dabei handelt es sich um Immobilien aus den 1950er Jahren mit langjährigen Mieter*innen und günstigen Bestandsmieten. Die VBL ist seit mehr als 60 Jahren Eigentümerin dieser Immobilien, in denen viele Familien, Rentner*innen und Mieter*innen seit Jahrzehnten leben - teilweise sogar seit über 60 Jahren. Die Mieter*innen fürchten nun enorme Mietsteigerungen oder sogar Verdrängung, da die Häuser vor dem Verkauf stehen. Am 12. Mai 2025 war der Presse zu entnehmen, dass die VBL plant, Teile ihres Immobilienbestandes zu veräußern. Laut eigenen Aussagen befindet sich die VBL in fortgeschrittenen Verkaufsverhandlungen für 15 Immobilien, die sich überwiegend im Rhein-Main-Gebiet befinden. Die knapp 100 Haushalte befürchten, dass ihre Wohnhäuser an eine*n gewinnorientierte*n Investor*in verkauft werden und sie somit Luxusmodernisierungen oder großen Mietsteigerungen zum Opfer fallen. Sie haben Angst, dass dadurch bezahlbarer Wohnraum dauerhaft zerstört wird und sie sich die Mieten nicht mehr leisten können und folglich verdrängt werden. Im August/September 2024 wurden Bohrungen am Haus vorgenommen. Die Ergebnisse der statischen Untersuchungen liegen den Mieter*innen immer noch nicht vor. Aus diesem Grund haben die Mieter*innen im April 2025 einen Brief an die VBL mit der Bitte um Transparenz über den Verkaufsprozess und die Veröffentlichung der Testergebnisse versandt. In diesem Brief wurde die Angst vor Verdrängung deutlich zum Ausdruck gebracht. Zudem wurde am 14. April 2025 kurzfristig eine Begehung durch einen externen Gutachter durchgeführt. Erst dadurch sowie durch eigene Recherchen wurde der bevorstehende Verkauf bekannt. Die VBL fällt jedoch nicht zum ersten Mal negativ auf. Seit über acht Jahren stehen die maroden Mehrfamilienhäuser im Oeder Weg 74-78, die sich ebenfalls in ihrem Besitz befinden, leer. Für diese Liegenschaft gibt es konkrete Pläne für einen Abriss und Neubau: Nachdem im Jahr 2016 statische Mängel festgestellt wurden, mussten 29 Mietparteien umgehend ausziehen. Anstatt jedoch in dringend notwendige Sanierungsarbeiten zu investieren, um die Wohnungen wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen, ist nichts passiert: Die Gebäude stehen seit Jahren leer und verfallen zunehmend. Die VBL bleibt trotz bestehender Abriss- und Baugenehmigung aufgrund von "wirtschaftlichen Unsicherheiten" untätig und geht damit verantwortungslos mit dringend benötigtem Wohnraum um. Als öffentliche Institution hat die VBL eine soziale Verantwortung. Durch ihre Untätigkeit, Verzögerungen und eine mangelhafte Informationspolitik ist sie dieser jedoch nicht gerecht geworden. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) erklärte auf Anfrage, die VBL bei der Organisierung eines sozialverträglichen Verkaufs unterstützen zu wollen. Die VBL hatte vorher angekündigt, die Immobilien in einem Off-Market-Prozess, also zunächst nur an einen ausgewählten Kreis von Kaufinteressent*innen zu veräußern. Die Absicht, nicht an die Höchstbietenden zu verkaufen, ist eine sehr gute Ausgangslage für einen Verkauf an eine öffentliche Gesellschaft oder gemeinnützige Akteur*innen. Deshalb muss die Stadt proaktiv Verhandlungen mit der VBL aufnehmen und zeitnah einen sozialverträglichen Kauf in die Wege leiten, um den knapp 100 Mietparteien Klarheit und Sicherheit zu bieten.

Beratungsverlauf 4 Sitzungen

Sitzung 37
Ausschusses für Planen, Wohnen und Städtebau
TO I, TOP 10
Abgelehnt
a) Die Ziffer 1. der Vorlage NR 1257 wird dem Magistrat mit der Maßgabe zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen, dass die ABG gebeten wird, in dieser Hinsicht mit der VBL Gespräche zu führen. b) Die Ziffern 2. bis 4. der Vorlage NR 1257 werden abgelehnt.
Zustimmung:
Grüne SPD FDP VOLT
Ablehnung:
CDU BFF-BIG AFD Linke ÖkoLinX-ELF FRAKTION Gartenpartei Annahme
Sitzung 40
OBR 4
TO II, TOP 25
Angenommen
Der Vorlage NR 1257 wird zugestimmt.
Zustimmung:
Linke VOLT Ökolinx-Arl Und Fraktionslos
Ablehnung:
CDU Fdp Und Dffm
Enthaltung:
Grüne SPD
Sitzung 40
OBR 3
TO I, TOP 27
Angenommen
Der Vorlage NR 1257 wird zugestimmt.
Zustimmung:
Grüne SPD Linke
Ablehnung:
CDU FDP VOLT
Enthaltung:
ÖkoLinX-ARL
Sitzung 42
Stadtverordnetenversammlung
TO II, TOP 13
Abgelehnt
a) Die Ziffer 1. der Vorlage NR 1257 wird dem Magistrat mit der Maßgabe zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen, dass die ABG gebeten wird, in dieser Hinsicht mit der VBL Gespräche zu führen. b) Die Ziffern 2. bis 4. der Vorlage NR 1257 werden abgelehnt.
Zustimmung:
Grüne SPD FDP VOLT Stadtv. Bäppler-Wolf
Ablehnung:
CDU BFF-BIG AFD Linke ÖkoLinX-ELF Gartenpartei Stadtv. Yilmaz Ökolinx Elf FRAKTION

Reden im Parlament

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