Skip to main content Skip to navigation Skip to footer

Situation auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt - kommunale Beschäftigungsförderung

Vorlagentyp: B

Bericht

Das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm (FRAP) bildet die strategische Grundlage der Kommunalen Beschäftigungsförderung. Es ergänzt die bundesweiten Leistungen nach SGB II (Bürgergeld/Jobcenter) und SGB III (Arbeitsagentur) und richtet sich vor allem an junge Menschen und Erwachsene, die aufgrund komplexer Problemlagen langfristige Unterstützung benötigen. Ziel ist es, Teilhabechancen zu verbessern, soziale Stabilität in den Stadtteilen zu stärken und zugleich dem Fachkräftebedarf der Wirtschaft zu begegnen. Mit einer Kombination verschiedener Fördermittel - von Kommune, Land, Bund, Jobcenter, EU und weiteren Partner:innen - ermöglicht das FRAP passgenaue Angebote wie Beratung, Sprachförderung, Arbeitstrainings oder Qualifizierung. So baut die Stadt Frankfurt am Main wichtige Brücken für Bürger:innen zur schrittweisen Heranführung an den Arbeitsmarkt und erfüllt damit zugleich ihren gesetzlichen Förderauftrag nach § 13 SGB VIII (Jugendsozialarbeit). Herausforderungen und Chancen 2023/2024 Das Jahr 2023 markierte einen Neubeginn nach der Corona-Pandemie und brachte tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik. Mit der Einführung des Bürgergeldes (SGB II) rückten Qualifizierung und Weiterbildung stärker in den Fokus, um langzeitarbeitslose Menschen nachhaltiger in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Frankfurter Trägerlandschaft zeigte sich dabei engagiert und offen für neue Ansätze. Doch schon ab dem zweiten Quartal 2023 kündigte sich an, dass der Bund die finanziellen Mittel für die Förderung von Qualifizierung und Integration von langzeitarbeitslosen Menschen, die Bürgergeld vom Jobcenter beziehen, kürzen wird. Viele Träger führten ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen fort - mit geringeren Teilnehmendenzahlen, fehlender Planungssicherheit sowie Unsicherheit über die Zukunft. Auch im Jahr 2024 setzten sich diese finanziellen Einschränkungen fort. Trotz wachsender Langzeitarbeitslosigkeit und steigendem Fachkräftebedarf wurden die Bundesmittel für Qualifizierung und Integration gekürzt - mit spürbaren Folgen für Träger und Betroffene. Besonders Menschen in an- und ungelernten Tätigkeiten waren betroffen, da sich die Möglichkeiten, mittels Arbeitsmarktförderungsmaßnahmen den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden, verringerten. Hinzu kamen externe Herausforderungen: Das anhaltende Kriegsgeschehen in der Ukraine, der Krieg im Nahen Osten, sowie die Wirtschaftskrise führten zu einer spürbaren Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen. Zugleich verzeichnete Frankfurt einen weiteren Bevölkerungsanstieg, maßgeblich bedingt durch Zuwanderung. Ende 2024 lebten 770.166 Menschen in Frankfurt - ein Anstieg um rund 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitsmarktdaten verdeutlichen die Folgen: 2024 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2.894 Personen (+11,3 %) im Vergleich zu 2023. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2024 bei 6,5 % und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 5,9 %. Während die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen, Frauen und Älteren leicht zurückging, nahm sie bei Männern, Menschen ohne deutschen Pass und Langzeitarbeitslosen zu. Damit zeigt sich eine paradoxe Situation: Einerseits hatten viele Menschen Schwierigkeiten, eine sozialversicherungspflichtige Anstellung zu finden. Andererseits blieben zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze unbesetzt. Qualifizierte Fachkräfte hatten trotz der angespannten Lage gute Beschäftigungschancen. Eine besondere Hürde auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen waren häufig fehlende Qualifikationen - insbesondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden Technisierung und Digitalisierung. Junge Menschen konnten durch Ausbildung zu dringend benötigten Fachkräften werden, Erwachsene durch Weiterbildung oder Nachqualifizierung beruflich ein- und aufsteigen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die kommunale Arbeitsmarktpolitik immer weiter an Bedeutung. Mit dem Frankfurter Arbeitsmarktprogramm setzt die Stadt seit Jahren ein klares Zeichen für Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Im Zentrum stehen individuelle Beratung, integrierte Sprachförderung, berufliche und digitale Grundkompetenzen und praxisnahe Qualifizierung - zentrale Bausteine, um jungen Menschen und Erwachsene mit besonderen Vermittlungshemmnissen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Brücken in den Arbeitsmarkt entstehen nur durch enge Kooperation mit Unternehmen, passgenaue Qualifizierungsangebote und begleitende Unterstützung.