Skip to main content Skip to navigation Skip to footer

Vorbereitung auf Umgang mit Geflüchteten nach Urteil des Europäischen Gerichtshofes

Vorlagentyp: ST Magistrat

Stellungnahme des Magistrats

Geflüchtete Frauen haben oft in ihren Herkunftsländern und auf der Fluchtroute traumatische Gewalterfahrungen gemacht, insbesondere mit sexualisierter Gewalt. Damit sie nach ihrer Ankunft angemessen beraten, unterstützt oder auch behandelt werden, gibt es in Frankfurt am Main ein vielfältiges Hilfeangebot. Den Aufbau einer speziellen Parallelstruktur für afghanische Frauen hält der Magistrat nicht für sinnvoll. In den Not- und Übergangsunterkünften der Stadt Frankfurt am Main gelten hohe Gewaltschutzstandards, insbesondere für Frauen und Kinder. Das Personal ist entsprechend sensibilisiert und geschult. Der von der Stadt geförderte ZAN e.V. bietet für afghanische Frauen Sprachkurse und Unterstützung beim Ankommen in der Stadtgesellschaft. Der Verein kooperiert mit einigen Unterkünften und ist vor Ort tätig. Frauen aus anderen Unterkünften und Frauen, die in privatem Wohnraum leben können sich direkt an den Verein wenden. Die Stadt Frankfurt am Main unterstützt Einrichtungen, wie FATRA e.V. und die Evangelischen Zentren am Weißen Stein und in Höchst, die speziell für Geflüchtete und Folteropfer tätig sind. Dort werden auch Afghaninnen beraten und erhalten therapeutische Angebote. Das Personal in den Übergangsunterkünften ist auch bzgl. des Umgangs mit Traumata sensibilisiert, kennt die Hilfestrukturen und leistet Verweisberatung für Betroffene. Die Arbeit mit latent gewaltbereiten Männern, insbesondere aus Kulturen mit stark patriarchalischen Werten, stellt hohe Anforderungen an die Präventions- und Interventionsarbeit. Der von der Stadt unterstützte Verein "Frauenrecht ist Menschenrecht" (FIM) hat eine Stelle für eine männliche Fachkraft geschaffen, um Präventionsarbeit mit Männern in Unterkünften für Geflüchtete zu leisten. Der Mitarbeiter qualifiziert geflüchtete Männer aus unterschiedlichen Herkunftsländern zu Multiplikatoren für Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung und leitet Gesprächsgruppen an, in denen Rollenbilder und Geschlechterverhältnisse thematisiert werden. Die bereits bestehende Infrastruktur zur Täterarbeit in Frankfurt am Main leistet wichtige Beiträge, die jedoch kontinuierlich ausgebaut und angepasst werden muss, um kulturelle Aspekte stärker einzubeziehen und so den Schutz potenzieller Opfer zu verbessern. Derzeit sind das Informationszentrum für Männerfragen und Pro Familia die zentralen Einrichtungen, die in Frankfurt am Main für die Täterarbeit gefördert werden. Ihre Tätigkeitsbereiche umfassen unter anderem die Arbeit mit Männern, die zu häuslicher Gewalt oder anderen Formen von Gewalt neigen. Die Hauptzielgruppe dieser Maßnahmen sind erwachsene Männer und männliche Jugendliche. Die Förderziele umfassen neben der Gewaltprävention und -intervention auch die Förderung eines gewaltfreien partnerschaftlichen Verhaltens.