Löwenbrunnen als Trinkwasserbrunnen
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Stellungnahme des Magistrats vom 16.09.2019, ST 1870
Betreff: Löwenbrunnen als Trinkwasserbrunnen Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der denkmalgeschützte Löwenbrunnen aufgrund seiner Beschaffenheit als Zierbrunnen keine hygienisch einwandfreie Ausgabe von Trinkwasser gewährleisten kann. Es benötigt einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand, um die Bedingungen, die an Trinkwasserbrunnen gestellt werden, erfüllen zu können. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt und der Mainova ist dieses Thema mit großer Sorgfalt anzugehen. Die Freigabe des Löwenbrunnens als Trinkwasserbrunnen kann nur unter folgenden Voraussetzungen erfolgen: In einer Testphase wird das Brunnenwasser einmal wöchentlich auf seine Wasserqualität geprüft. Abhängig vom Ergebnis können die Probezeiträume ausgedehnt werden. Des Weiteren muss der Brunnen einmal wöchentlich gewartet und gereinigt werden. Vor Beginn der Brunnensaison muss eine Desinfizierung des Brunnens stattfinden. Da der Löwenbrunnen aber denkmalgeschützt ist, ist hier der Einsatz von geläufigem Reinigungsprozedere nicht möglich und ist daher kostenintensiv. Der freie Wasserauslass des Brunnens birgt die Gefahr der permanenten Kontaminierung. Offizielle Wasserspender sind so konzipiert, dass es keinen Auslass gibt sondern das Wasser auf Betätigen eines Knopfes mit Druck aus der Anlage befördert wird. Ein Auslass, ähnlich wie ein Wasserhahn, wird angefasst oder auch direkt mit dem Mund berührt. Jede Umbaumaßnahme am Brunnen bedarf einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung. Auch das Material der Rohrleitungen muss für Trinkwasserzwecke zugelassen sein. Aufgrund der teilweise alten Sanitärinstallationen ist eine einmalige Untersuchung auf Blei, Kupfer und Nickel notwendig. Um die Trinkwasserqualität und die notwendige Hygiene an einem öffentlich zugänglichen Brunnen gewährleisten zu können, ist ein hoher Aufwand mit regelmäßigen Überwachungen und labortechnischen Untersuchungen notwendig. Für die wöchentlichen Wartungen, Reinigungen und Wasseruntersuchungen ist mit einem Mehraufwand von 16.000 bis 20.000 Euro pro Jahr für den Löwenbrunnen zu rechnen. Das zuständige Kulturamt kann mit seinem engbemessenem Budget für die städtischen Brunnen in Frankfurt diese Zusatzkosten nicht aufbringen.