Kita und Hortplätze in Bergen Enkheim
Stellungnahme des Magistrats
Die Versorgungssituation im Planungsbezirk Bergen-Enkheim stellt sich zum Stichtag 01.11.2023 wie folgt dar: 629 Kindern im Alter von 3-6 Jahren stehen 587 Plätze in Betreuungseinrichtungen zur Verfügung. Dies entspricht einer Versorgung von 97%. 707 Schulkindern stehen insgesamt 440 Plätze in Horten und ESB zur Verfügung. Die Versorgung beträgt 62%. Der Rechtsanspruch auf einen Schulkind-Betreuungsplatz wird ab dem Jahr 2026 sukzessive eingeführt. Zum 01.08.2023 sind in kindernetfrankfurt 26 Kinder im Alter von 3-6 Jahren und 19 Schulkinder für Betreuungsplätze in Bergen Enkheim vorgemerkt. Die Zahl der Vormerkungen ist nicht identisch mit dem tatsächlichen Bedarf, da Eltern immer die Möglichkeit haben, ihr Kind auf Wartelisten vorzumerken, auch wenn es bereits eine Betreuungseinrichtung besucht (Wechselwunsch). Das Stadtschulamt rechnet im Bereich der 3-6Jährigen perspektivisch mit leicht sinkenden Kinderzahlen. Im Bereich der 6-10-Jährigen werden die Zahlen zunächst noch steigen. Mit der Koordinierungsstelle Fachkräftegewinnung und -bindung werden alle Träger in der Kindertagesbetreuung (städtische, konfessionelle und freie), Berufsfachschulen für die Ausbildung von Erzieher*innen und andere relevante Akteure bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften im Bereich der Kindertagesbetreuung in Frankfurt a.M. unterstützt. Das Ziel ist, dass die Ausbildung und Ausübung des Berufs als Erzieher*in in Frankfurt mit einer großen Vielzahl und Vielfalt an interessanten Einsatzstellen und Aufgabengebieten noch attraktiver wird. Die Koordinierungsstelle ist derzeit mit einer Fachkraft besetzt. Aus Gesprächen mit Trägern in der Kindertagesbetreuung, den drei Berufsfachschulen für die Ausbildung von Erzieher*innen und anderen relevanten Akteuren*innen haben sich verschiedene bedarfsorientierte Handlungsfelder für die Koordinierungsstelle entwickelt, die derzeit sukzessive umgesetzt werden: Umsetzung von Berufsbildungsmessen für angehendende Erzieher*innen in Frankfurt a.M. Am Mittwoch, den 22.11.2023 fand der zweite trägerübergreifende Berufsbildungstag für zukünftige Erzieher:innen im Gesellschaftshaus Palmengarten statt. Der Berufsbildungstag gibt Orientierung über die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Kindertagesbetreuung, wie in Krippen, Kindertageseinrichtungen, Horten und in der Ganztagsbetreuung. Bei dem Berufsbildungstag stellten sich über 45 Träger vor, die über 700 Kindertageseinrichtungen in Frankfurt vertreten. Sie zeigten mit ihren Konzepten, wie vielfältig und interessant der Beruf als Erzieher:in in den Kindertageseinrichtungen ist. Die drei beruflichen Fachschulen für Sozialpädagogik gaben Infos, welche Voraussetzungen notwendig sind, um eine Ausbildung als Erzieher:in beginnen zu können. Pädagogische Fachkräfte aus dem Ausland bekamen u.a. einen Einblick, wie eine berufliche Anerkennung möglich wird. Angesprochen wurden Schüler:innen an weiterführenden Schulen, deren Eltern, Jugendliche in Jugendzentren, Auszubildende an den pädagogischen Berufsfachschulen, Studienabbrecher:innen, potentielle Quereinsteiger:innen, Migranten:innen mit pädagogischer Ausbildung, und alle, die sich über den Beruf als Erzieher:in informieren wollten. Der Berufsbildungstag war mit über 1500 Besucher:innen sehr gut besucht und somit ein voller Erfolg. Von allen Aussteller*innen und Besucher*innen kamen sehr positive Rückmeldungen. Sie freuen sich auf den dritten Berufsbildungstag im nächsten Jahr am 20.11.2023 im Gesellschaftshaus/Palmengarten. Auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm wurde sehr gut angenommen: Bei Vorträgen und Talkrunden konnten sich Besucher:innen informieren, welche Finanzierungsmöglichkeiten für die Ausbildung als Erzieher:in zur Verfügung stehen und welche Ausbildungsform für sie geeignet ist. Weiterhin erzählten Quereinsteiger:innen über ihren Weg in einen neuen Beruf als Erzieher:in. Eine Attraktion war auch, dass sich Besucher*innen von einem Fotografen kostenlose digitale Bewerbungsfotos anfertigen lassen konnten. Planung und Umsetzung von Werbekampagnen Unter der Federführung des Stadtschulamts startete am 22. November 2023 die Kampagne "Erzieher*in werden? NICE!". Diese verfolgt das Ziel, bei mehr jungen Menschen das Interesse an dem Beruf als Erzieher:in zu wecken, um mehr Nachwuchsfachkräfte für die Kindertagesbetreuung zu gewinnen. Die Kampagne soll zudem mehr Transparenz für die Ausbildung und den Beruf als Erzieher:in schaffen und Vorurteile abbauen, um einer vielseitigen und herausfordernden Tätigkeit die gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen, die sie verdient. Um die Kampagne für die Generation Z inhaltlich und optisch interessant zu gestalten, wurde diese direkt zu Beginn in den Entwicklungsprozess einbezogen. So konnten beispielsweise aktuelle Studierende an den drei Frankfurter Fachschulen für Sozialpädagogik in einer Online-Umfrage über Logo-, Claim- und Keyvisual-Vorschläge abstimmen. Die Ergebnisse wurden bei der Entwicklung der Kampagne berücksichtigt. Darüber hinaus zeigt die von der Agentur Brand Factory begleitete Kampagne acht "echte" junge Erzieher:innen aus verschiedenen Frankfurter Kindertageseirichtungen. Für alle Belange rund um die Ausbildung zur Erzieher:in in Frankfurt ist eine gesonderte Website www.erzieher-in-ffm.de neu eingerichtet worden. Ein Tool ermittelt durch Beantwortung einfacher Fragen den optimalen Ausbildungsweg, es werden hilfreiche Tipps für die Bewerbung an den drei Fachschulen für Sozialpädagogik oder den Einrichtungen gegeben und Angaben zu Verdienst und finanziellen Fördermöglichkeiten während der Ausbildung gemacht. Neben der informativen Website beinhaltet die Kampagne Give-Aways, die unter anderem beim zweiten Berufsbildungstag ausgegeben wurden, Großflächenplakate, Postkarten, einen Social-Media-Auftritt, Informationsbroschüren und vieles mehr geben. Eine zweite Werbekampagne zur Anwerbung von Quereinsteiger:innen befindet sich aktuell in Planung und soll im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Initiieren und Durchführen von Fachveranstaltungen Das Stadtschulamt lädt regelmäßig zu Fachveranstaltungen ein, um verschiedene Akteure im Bereich der Kindertagesbetreuung zusammenzubringen, den Austausch zu ermöglichen und sie für wichtige Themen im Bereich der Fachkräftegewinnung und -bindung zu sensibilisieren. So fand z.B. im März 2023 eine Fachveranstaltung zum Thema "Pädagogische Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen - Chancen und Herausforderungen" statt. Initiieren und Durchführen von Fortbildungen Die Koordinierungsstelle hat bedarfsorientiert eine Fortbildungsreihe für unterschiedliche Akteure in der Kindertagesbetreuung und den drei fachlichen Berufsschulen entwickelt, um sie beim Thema Fachkräftegewinnung und -bindung zu stärken. Die erste Fortbildung hat am im Juli 2023 zum Thema "Berufliche Bedürfnisse und Ziele der Generationen X, Y und Z stattgefunden. Die nächste Fortbildung wird im September 2023 zum Thema "Mit Karriere-Websites Generationen X, Y und Z ansprechen und erreichen" stattfinden. Im November 2023 wird ein Spezialworkshop für die drei beruflichen sozialpädagogischen Fachschulen angeboten, um bessere Möglichkeiten zu finden, für die Ausbildung und den Beruf als Erzieher*in zu werben. Weiterhin sind folgende Themen für Fortbildungen derzeit in Planung: Einsatz von modernen Recruitinginstrumenten (z.B. Social Media Recruiting), "Onboarding - Kultur als Erfolgsfaktor für Personalbindung verstehen". Die Fortbildungsreihe wird jährlich bedarfsorientiert und nach den neusten Entwicklungen im Recruitingbereich angeboten. Aufbau und Einführung eines Fachkräftemonitorings in der Kindertagesbetreuung für Frankfurt a.M. Derzeit wird mit einem renommierten Bildungsinstitut ein Fachkräftemonitoring in der Kindertagesbetreuung aufgebaut. Es soll Entscheidungsträgern ermöglichen, die Entwicklung des Arbeitsmarktes nachzuvollziehen, fachpolitische Herausforderungen im Hinblick auf Gewinnung und Einsatz von Fachkräften zu erkennen und daraus Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten sowie Prognoseberechnungen zu erstellen und Ziele für Frankfurt am Main festzulegen. Finanzielle Förderung der zehn größten Träger in der Kindertagesbetreuung (inkl. der LAG freie Kitaträger Hessen e.V., die ca. 60 kleine Träger vertritt) mit einem leichten Antragsverfahren, um mehr pädagogische Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen zu gewinnen. Beispiele, welche Maßnahmen beantragt und genehmigt wurden: Finanzierung von Stellen als "Fachkraft für Personalgewinnung" Personalmarketing und Materialien für Werbung (z.B. Plakatieren im ÖPNV, Ausstattung für Stände bei Berufsmessen) Kampagnen zur Gewinnung von Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen Entwicklung einer digitalen Plattform (u.a. um einen Stellenmarkt für Ausbildungsplätze in Kindertageseinrichtungen anzubieten) Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und berami: "Einsatz von Kunden*innen im Jobcenter in der Kindertagesbetreuung". Im Jobcenter sind viele Geflüchtete gemeldet, die einen pädagogischen Hintergrund haben. Es wird derzeit an einem Konzept gearbeitet, wie und wann diese Geflüchteten in der Kindertagesbetreuung eingesetzt werden können.