Stromversorgung in Nieder-Eschbach
Stellungnahme des Magistrats
Historisch bedingt ist in ehemals ländlich geprägten Stadtteilen ein vergleichsweise hoher Anteil an Freileitungen vorzufinden. Dabei wird der Strom-Hausanschluss i.d.R. über den Dachstuhl in die Stromhausinstallation geführt. In Frankfurt sind nur noch weniger als 3% des Niederspannungsverteilnetzes als Freileitung ausgeführt (Stand März 2023). Freileitungen erreichen insbesondere durch den zunehmenden Einbau von Wärmepumpen für die Gebäudewärme und dem voranschreitenden Ausbau der Elektroladeinfrastruktur ihre Kapazitätsgrenzen. Vor diesem Hintergrund werden diese Leitungen im Rahmen einer Erneuerungsstrategie sukzessiv durch die NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH erneuert und durch Erdkabel ersetzt, um auf diese Weise die Versorgungssicherheit für den Energiebedarf in der Zukunft sicherzustellen. Aus diesem Grund bildet Nieder-Eschbach einen Schwerpunkt bei den Verkabelungsaktivitäten der NRM. Aktuell sind folgende Gebiete in der Bearbeitung: - An der Walkmühle: 150m mit 10 Hausanschlüssen bis Ende 2024 - Am Lehenweg: 1.500m mit 63 Hausanschlüssen bis Ende 2025 - Budapester Straße: 500m mit 53 Hausanschlüssen ab Frühjahr 2024 Weitere Verkabelungsaktivitäten in Nieder-Eschbach sind seitens der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH vorgesehen. Grundsätzlich erfolgt eine Erneuerung eines Betriebsmittel nach Erreichung seiner Lebensdauer sowie individueller Begutachtung. Für die mittlere Lebensdauer existieren offizielle Statistiken (z.B. der BNetzA); sie liegt bei Freileitungsnetzen bei ca. 50 Jahren. Das heißt, dass sukzessive alle Freileitungen mit einem Baujahr früher als 1970 dann verkabelt werden, wenn: 1. neue Lasten wie Elektrofahrzeuge oder Wärmepumpen dies erfordern - Standardkabel können ca. 60% höhere Lasten versorgen als die entsprechende Standardfreileitung, 2. die Freileitung ein auffälliges, altersbedingtes Störungsverhalten aufweist, 3. ein Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist, 4. wirtschaftliche Synergien bei Straßenbaumaßnahmen genutzt werden können. Neue Freileitungen werden im Netzgebiet der NRM nicht gebaut. Dementsprechend werden bis 2035 nur noch ca. 4 km - von aktuell 11km - Freileitungen in Betrieb sein, die danach stetig bis auf eine vollständige Verkabelung zurückgebaut wird.