Vorlage Bürgerpark Süd noch nicht beschlussreif - Bürgerpark ohne Kinderfarm geht nicht - Jugendliche ab 14 Jahre nicht vergessen - Zugang aus Sachsenhausen fehlt
Stellungnahme des Magistrats
Dem Planungsprozess für den Bürgerpark Süd (jetzt Rennbahnpark) war eine umfangreiche Bürgerbeteiligung mit Workshops in den Jahren 2015 und 2016 vorangegangen. Es wurden alle Themenbereiche wie Natur und Landschaft, Wegebeziehungen und Freizeit und Erholung bearbeitet. In einer zusätzlichen Online-Umfrage wurden die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abgefragt. Ziel war es, die Ergebnisse weitestgehend in den weiteren Planungsprozess einfließen zu lassen und eine Entwurfsplanung zu entwickeln, die die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger widerspiegelt. Die Entwurfsplanung wurde dem Ortsbeirat am 11.02.2020 im Grünflächenamt vorgestellt. Der Ortsbeirat stimmte der Planung in seinem Schreiben vom 22.04.2020 zu. Die Bau- und Finanzierungsvorlage wurde durch die Stadtverordnetenversammlung am 05.11.2020, § 6657 (M150), beschlossen. Der Rennbahnpark ist als Teil eines großflächigen Grünflächenverbunds als Landschaftsschutzgebiet Zone 1 ausgewiesen. Zu Punkt 1: Der Magistrat hat das Interesse der Bürger*innen an der Etablierung einer Kinder-farm im Bürgerpark erkannt. Eine mögliche Fläche befindet sich im Norden zwischen den bestehenden Gebäuden an der Niederräder Landstraße auf circa 3.000 m2. Für das inhaltliche und organisatorische Konzept ist der zukünftige Träger, der Verein Kinderfarm e.V. Frankfurt, zuständig. Die Erstellung und Abstimmung dieses Konzepts mit den einzelnen Fachämtern der Stadt wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ziel ist es, dass finanzielle, sachliche und fachliche Hilfestellung durch die Stadt Frankfurt am Main so gering wie möglich gehalten werden. Aus der Sicht des Magistrates hätte ein Abwarten der Abstimmung des Konzeptes den Bau des Parks deutlich verzögert. In der zwischenzeitlich durch die Stadtverordneten beschlossenen Bau- und Finanzierungsvorlage sind bereits Mittel für erste bauliche Maßnahmen, wie für die Einzäunung des Geländes eingestellt. Die zwei großen ehemaligen Stallgebäude Niederräder Landstraße Nummer 9 und 11 wurden hinsichtlich ihres baulichen Zustandes und ihrer Schadstoffbelastung untersucht. Das Gebäude 11 ist aufgrund von Statikmängeln nicht erhaltungsfähig und das Gebäude 9 muss umfassend erneuert werden, bevor die Kinderfarm Teilbereiche des Gebäudes nutzen kann. Aktuell stehen für den Umbau des Gebäudes noch keine Mittel zur Verfügung. Zu Punkt 2: Der Magistrat prüft Möglichkeiten zum Bau einer öffentlichen Toilettenanlage auf dem Gelände. Ob die Integration einer Anlage in einem der vorhandenen Gebäude untergebracht werden kann, ist Bestandteil der weiteren Überlegungen zum Umgang mit den Gebäuden. Zu Punkt 3: Im Nord-Osten des Bürgerparks befinden sich wertvolle Bannwaldbestände sowie Hügelgräber. Wegebauarbeiten im Wald sind immer mit Eingriffen in den Boden und in die Wurzelbereiche der Bäume verbunden. Aufgrund der bereits bestehenden Beeinträchtigungen des Waldes ist jeder unnötige Eingriff zu vermeiden. Die geplanten Eingänge werden als ausreichend erachtet. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass keine denkmalschutzrechtliche und landschaftsschutzrechtliche Genehmigungsfähigkeit vorliegt. Zu Punkt 4: Durch die zunehmende Nutzung der öffentlichen Freiflächen nimmt auch das Müllaufkommen drastisch zu. Der Magistrat begegnet diesem Thema mit Aufklärung und mit dem Aufstellen größerer Müllbehälter. Es wurde ein Müllkonzept für den Rennbahn-Park erarbeitet. Große 120 Liter fassende Müllbehälter mit Deckel werden an Wege-Kreuzungen und an den Hauptzugängen aufgestellt. Kleine Müllbehälter mit Deckel sind den Bänke zugeordnet. Alle neuen Modelle sind mit einem Deckel versehen sodass das Ausräumen durch Vögel nicht mehr möglich ist. Eine Reinigung des Parks mit Leerung der Müllbehälter wird wöchentlich etwa fünfmal stattfinden. Zu Punkt 5: Wie in der Bau- und Finanzierungsvorlage beschrieben, werden die aufgeführten Haushaltsmittel aus dem Projekt ‚Welscher Weg' nur zur Zwischenfinanzierung benötigt. Es ist davon auszugehen, dass die Bereinigung dieser temporären Finanzierung mit dem Beschluss des kommenden Haushalts erfolgen wird. Dem Projekt "DB-Welscher Weg" gehen somit keine Mittel verloren. Zu Punkt 6: Aus Sicht des Magistrates bietet der Park mit einer Calisthenics-Anlage, einem Bolzplatz, Tischtennis, Slackline, großzügigen Rasen- und Wiesenflächen, Wegen, die auch zum Joggen geeignet sind und insgesamt durch die naturnahe Gestaltung und die Weitläufigkeit ein ausreichendes Angebot für Menschen ab 14 Jahren. In der Bürgerbeteiligung/Online Befragung waren die bevorzugten sportlichen Aktivitäten Joggen oder Walken mit 243 Nennungen sowie Calisthenics/Street Workout mit 227 Nennungen (24 % bzw. 23 %). Eine Skateranlage wurde dagegen nur von 6 Personen gewünscht. Aufgrund der bereits eingeplanten Freizeitanlagen, aus Naturschutzgründen, aber auch wegen des zusätzlichen finanziellen Aufwandes, ist eine Skateanlage nicht möglich. Unter der Friedensbrücke unweit von Sachsenhausen auf der nördlichen Mainseite wird aktuell eine neue Skateranlage geplant.