Nachruhe geht vor: Freitags wieder Ruhe auf Friedberger Platz, Luisenplatz und Co.
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Anregung an den Magistrat vom 29.08.2013, OM 2430 entstanden aus Vorlage: OF 442/3 vom 29.08.2013
Betreff: Nachruhe geht vor: Freitags wieder Ruhe auf Friedberger Platz, Luisenplatz und Co. Die Meinungen über den Freitagsmarkt am Friedberger Platz und die sich daran anschließende Party gehen wieder weit auseinander. Doch alle Interessengruppen haben ein gemeinsames Anliegen: Die Nachtruhe der direkten Anwohnerinnen und Anwohner zu wahren, die aktuell durch die Ausweitung auf das Umfeld und den Luisenplatz über alle Maßen gestört ist, vor allem durch enthemmte, alkoholisierte Feiernde, deren Verhalten in den späten Stunden inakzeptabel ist. Der Markt am Freitag und die Fortsetzung bis ca. 22 Uhr direkt auf dem Friedberger Platz erscheinen allerdings relativ befriedet und beruhigt, vor allem durch den Einsatz der "Pro-Freitags-Gruppe", der Mitarbeiter der Stadtpolizei, der Stabsstelle Sauberes Frankfurt und der FES. Jetzt gilt es, die Auswüchse am Rande dieses Begegnungstreffs wirkungsvoll in den Griff zu bekommen, sodass weder Feiernde an den Randzonen des Friedberger Platzes, auf der Bornheimer Landstraße noch auf dem Luisenplatz die Nachtruhe stören bzw. niemand belästigt wird oder es kein Durchkommen gibt. Für die Einleitung weiterer Maßnahmen, die auf die neue Situation eingehen, haben sich viele Beteiligte des Runden Tisches ausgesprochen, auch wenn die Vertreter der "Pro-Mittwochs-Gruppe" ausschließlich eine Verlegung auf Mittwoch als einzige wirkungsvolle Maßnahme ansehen. Für diese Maßnahmen benötigt es jetzt auch wieder verstärkt die Unterstützung der städtischen Stellen, vor allem solange es noch wärmer ist. Dies vorausgeschickt, wird der Magistrat aufgefordert, mit eigenen Maßnahmen die neuen und die eingeübten Ideen der "Pro-Freitags -Gruppe" zu unterstützen und wieder für stabile Verhältnisse an jedem Freitag ab 22 Uhr zu sorgen. Die Maßnahmen sind im Einzelnen:
- Freitags ab 22 Uhr Schließung der Außengastronomie der Gaststätten am Friedberger Platz, auf der Bornheimer Landstraße und am Luisenplatz - wenn möglich auf freiwilliger Basis, ansonsten mit einem Aussetzen der Genehmigungen.
- Freitags ab 22 Uhr kein Außer Haus-Verkauf von alkoholischen Getränken, Take-away-Food (wie Pizza) etc. über Absprachen mit allen Gastronomen und Kioskbetreibern in diesem Bereich.
- Mit den Marktbeschickern ist zu vereinbaren, dass ab 19 Uhr kein Alkohol mehr an den Marktständen verkauft wird.
- Feiernde auf dem Friedberger Platz werden von den "Geh-Helfern" direkt nach Hause oder an einen anderen Ort zum Weiterfeiern gebeten. Als akuter Einsatz wird an den nächsten Freitagen zusätzlich ein Wagen der FES eingesetzt, der mit Gelblicht um 22 Uhr auf den Luisenplatz fährt und diesen räumt. Aber: Der Luisenplatz gilt auch vor 22 Uhr nicht als Feierort.
- Die Stabsstelle Sauberes Frankfurt beteiligt sich wieder stärker an den Maßnahmen. Die dafür notwendigen Mittel werden zur Verfügung gestellt.
- Genehmigung für die "Pro-Freitags-Gruppe", Plakate auf den Friedberger Platz zu stellen und Flyer zu verteilen (als Akutmaßnahme auch auf dem Luisenplatz), die aussagen, dass bis "22 Uhr" nur auf dem Friedberger Platz gilt, der Luisenplatz kein Feierplatz ist und die auf den neuen "Happy Hour-Ort" an anderer Stelle hinweisen.
- In regelmäßigen Abständen eine Steuerungsgruppe zu installieren und halbjährlich dem Runden Tisch zu berichten. Der Runde Tisch erarbeitet einen Zeitplan, bis wann und wie die neuen Maßnahmen angesichts der veränderten Situation greifen müssen.
- Mit mindestens acht Toiletten auf dem Friedberger Platz (keine Toiletten auf dem Luisenplatz) vor allem an den warmen Tagen dafür zu sorgen, dass das absolut inakzeptable Wildpinkeln unterbleibt.
- Vor allem an warmen und heißen Tagen eine höhere Präsenz der Stadtpolizei zur "Geh-Hilfe"-Unterstützung der "Pro-Freitags-Gruppe" sowie zum Unterbinden des Wildpinkelns (auch wenn es sich als schwierig erweist) zu gewährleisten.
- Vor allem an warmen und heißen Tagen ein konsequentes Ahnden von Falschparkern und verstärktes Abschleppen von illegal parkenden Autos sowie mehrere Aktionen zur Alkoholkontrolle durchzuführen.
- Vor allem an warmen und heißen Tagen durch plötzliches Auftauchen von Streifenwagen der Stadtpolizei Präsenz zu zeigen, mit der Bitte an die Landespolizei, hier verstärkt zu unterstützen. Die dafür notwenigen Mittel werden bereitgestellt.
- Weiterhin wird der Magistrat gebeten, wöchentlich die Besucherzahlen auf dem Luisenplatz und dem Friedberger Platz um 22:00 und 23:00 Uhr zu dokumentieren und diese Zahlen mit einer Bewertung der Situation aus Sicht der Ordnungskräfte dem Ortsbeirat 3 (Ortsvorsteherin) jeweils zeitnah zur Verfügung zu stellen, damit die Entwicklung beobachtet werden kann. Sollten Beschwerden auch von anderen Plätzen und Straßen im direkten Umfeld auftreten, so sollten diese ebenfalls mitgeteilt werden. Begründung: Der Friedberger Platz und der Luisenplatz wurden anstelle von Verkehrskreuzungsbereichen eingerichtet, um den Menschen im Stadtteil die Möglichkeit zu geben, sich zu begegnen. Genau dies soll auch der Markt, neben seiner Grundversorgung, erreichen. Aber dieses "sich treffen" muss spätestens um 22:30 Uhr (an sehr warmen Tagen um 23 Uhr) zu einem Ende kommen, damit die Nachtruhe der direkten Anwohnerinnen und Anwohner nicht gestört wird. Zudem kann es nicht sein, dass durch Alkohol enthemmte Menschen dieses Engagement der Bürgerinnen und Bürger in diesem Stadtteil torpedieren und sich so dermaßen daneben benehmen. Deshalb ist es wichtig, dass wirkungsvolle Maßnahmen sowie eine Diskussion über "Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen" eine Veränderung herbeiführen - ohne dass zurzeit umfassende ordnungspolitische Maßnahmen getroffen werden, wie es die Aussetzung des Marktes im Juli und August oder sogar die Verlegung des Marktes von freitags auf mittwochs wären. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 3