Die Spiel- und Freizeitanlage an der Körnerwiese in "Trude-Simonsohn-Anlage" benennen
Antrag
Der Ortsbeirat wolle beschließen: die Spiel- und Freizeitanlage an der Körnerwiese in ‚Trude-Simonsohn-Anlage' zu benennen und auf dem Platz Tafeln zu errichten, die das Leben und Wirken von Trude Simonsohn abbilden. Ziel ist, das Lebenswerk von Trude Simonsohn gestalterisch ansprechend und mit niedrigschwelligen Methoden didaktisch darzustellen, zu würdigen und somit dauerhaft im Stadtteil zu verankern. Die inhaltliche Vorbereitung und Bearbeitung soll durch Schülerinnen und Schüler der benachbarten Schulen (Lessing- und Adorno-Gymnasium, Anna-Schmidt-Schule, Engelbert-Humperdinck-Schule-, Holzhausen-, Fürstenberg-, oder Elisabethenschule) erfolgen. Es ist geplant, die entsprechende Ansprache der Schulen bzw. den pädagogischen Zugang hierfür in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat 2, der Jüdischen Gemeinde FFM, der Bildungsstätte Anne Frank und dem Staatlichen Schulamt FFM gemeinsam zu gestalten. Zudem ist angedacht, neben den o.g. Partnern den Magistrat, insbes. den Oberbürgermeister, sowie das Dezernat für Kultur und Wissenschaft bzw. das Stadtarchiv in das Projekt einzubinden. Die Benennung soll zudem dazu beitragen, die Stadt Frankfurt am Main gemäß ihrem Ziel wieder ein Stück weiblicher zu machen und auf das Lebenswerk einer herausragenden Frau hinzuweisen. Alle sich aus dem Projektverlauf ergebenden künftigen Schritte die das Projekt betreffen sind mit den Antragstellern/ Initiatoren abzustimmen, bzw. durch einen Beschluss des Ortsbeirates herbeizuführen.
Begründung
Die Frankfurter Holocaustüberlebende Trude Simonsohn (geb. am 25.03.1921 im mährischen Olmütz, gest. am 06.01.2022 in Frankfurt am Main), besuchte die tschechische Grundschule und das deutsche Gymnasium. 1942 wurde sie von den Nationalsozialisten verhaftet, danach ins Ghetto Theresienstadt gebracht und von dort aus nach Auschwitz deportiert. 1945 wurde sie aus einem Außenlager des Konzentrationslagers Groß-Rosen befreit. Trude Simonsohn lebte seit 1955 mit ihrer Familie in Frankfurt am Main, hauptsächlich im Westend. Mit unermüdlichem Engagement - insbesondere jungen Menschen in Schulen vom Erlebten zu berichten - setzte sich als Schoa-Überlebende für Versöhnung und ein respektvolles Miteinander ein und wirkte für eine friedlichere Gesellschaft. Sie erhielt u.a. 1993 die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt, 1996 die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen und wurde 2010 mit dem Ignaz-Bubis-Preis für Verständigung gewürdigt. 2016 wurde Trude Simonsohn als erste Frau zur Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt erklärt.