Keine Umbenennung des Stadtteils Industriehof!
Vorlagentyp: B
Inhalt
Bericht des Magistrats vom 12.02.2010, B 82
Betreff: Keine Umbenennung des Stadtteils Industriehof! Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 12.11.2009, § 7066 - OA 974 OBR 7 - Am Standort Industriehof/Neue Börse wohnen etwa
- 500 Menschen und rund 5.000 Personen arbeiten in überwiegend hochwertigen Dienstleistungsberufen. Zur langfristigen Verbesserung und Aufwertung des Stadtviertels hat sich eine Anliegergruppe mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH zu einer Neupositionierung des Stadtviertels entschlossen. Diese Standortinitiative mit rund 40 aktiven Mitgliedern (überwiegend ansässige Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen) besteht seit April
- Eine Analyse der Standortinitiative kam zu dem Ergebnis, dass die vorhandenen positiven Aspekte des Standorts - die sehr gute Lage (Nähe zur Messe und zur City) - die optimale Verkehrsanbindung (Autobahn, ÖPNV) - die attraktiven weichen Standortfaktoren (Brentanopark mit Kinosommer, zwei Schwimmbäder) - die gewachsene Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe - das interessante Angebot an Gewerberaum und der vorhandene Gewerbemix - und dass hier bereits einige Firmen mit einem hochwertigen Dienstleistungsangebot ihren Sitz haben zu wenig bekannt sind und deutlicher formuliert werden sollten, um die Attraktivität dieses Wohn- und Arbeitsplatzgebietes noch zu steigern. Die Initiative möchte den Standort zu einer positiven Marke in Frankfurt machen und würde diesen gerne in "Brentanoviertel" umbenennen. Gründe für die Wahl dieses Namens sind die unmittelbare Nähe zum Brentanopark und zum Brentano-Freibad und dass die Brentanos eine eingesessene Frankfurter Familie mit hoher Reputation sind. Bankier, Finanzier und Dichter - diese beiden Aspekte, Business und Kultur, prägen jetzt schon in Ansätzen das Viertel und sollten in Zukunft das herausragende Merkmal dieses Standortes werden. Bei dem Standort Industriehof/Neue Börse handelt es sich um ein Areal mit Wohnbebauung und gewerblicher Nutzung. Das Areal ist nicht Teil der amtlichen Stadtgebietsgliederung. Es zählt weder zu den Stadtbezirken noch zu den Stadtteilen. Der Name Industriehof hat damit auch keinen amtlichen Charakter. Über Änderungen der amtlichen Stadtgebietsgliederung entscheidet die Stadtverordnetenversammlung. Nach der Geschäftsordnung der Ortbeiräte, § 3 Abs. 4 Satz 1, hat der Ortsbeirat in allen wichtigen Angelegenheiten, die den Ortsbezirk betreffen, ein Vorschlagsrecht und ist gemäß § 82 Abs. 3 der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) zu hören und frühzeitig zu beteiligen. Der § 3 Abs. 4 Satz 2 der Geschäftsordnung enthält Beispiele für die erwähnten Angelegenheiten. Die Namensvergabe für Teilgebiete des Ortsbezirks wird unter den Beispielen nicht ausdrücklich genannt, ist von ihrer Bedeutung her jedoch entsprechend einzustufen. Das heißt, der Ortsbeirat ist in die Namensfindung einzubeziehen. Die abschließende Entscheidung obliegt dem Magistrat. Die "Initiative Brentanoviertel" hat mit ihrem ersten Auftreten bereits viel positiven Rückenwind bekommen - aus dem Viertel, aus der Stadt, von Journalisten und Multiplikatoren. Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main lobt das Engagement zur Belebung des Stadtviertels und unterstützt das Ziel der Initiative, den Bekanntheitsgrad der Unternehmen im Stadtviertel zu verbessern, Kunst und Kultur zu stärken und Anzahl und Vielfalt des Angebotes zu erweitern. Auch wird der Magistrat der Stadt Frankfurt weiterhin dazu beitragen, die örtliche Infrastruktur zu verbessern. In diesen Prozess ist die städtische Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH bereits aktiv einbezogen. Angestrebte Ziele sind vor dem Hintergrund der Fertigstellung eines größeren Wohnkomplexes zum Beispiel die Schaffung von zusätzlichen Kinderbereuungsangeboten und die Verbesserung des Parkplatzangebotes. Der Prozess, der mit dem Vorschlag der "Initiative Brentanoviertel" angestoßen wurde, zeigt nach Auffassung des Wirtschaftsdezernenten die hohe Identifikation der Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Standort, ein Garant für den Erfolg der angestoßenen Vermarktungsstrategie für das Stadtviertel.Nebenvorlage: Antrag vom 20.02.2010, OF 679/7 Antrag vom 19.02.2010, OF 680/7