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I. 1. Risiken für die soziale Stadt "Erster Frankfurter Sozialbericht" 2. Sozialraumanalyse der Wohngebiete mit verdichteten sozialen Problemlagen II. Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung für das Jahr 2006 III. Vergleichbarkeit der Zahlen herste

Vorlagentyp: B

Inhalt

Bericht des Magistrats vom 30.04.2009, B 289

Betreff: I.

  1. Risiken für die soziale Stadt "Erster Frankfurter Sozialbericht"

  2. Sozialraumanalyse der Wohngebiete mit verdichteten sozialen Problemlagen II. Bericht zur kommunalen Beschäftigungsförderung für das Jahr 2006 III. Vergleichbarkeit der Zahlen herstellen hier: Arbeitsmarktbericht und Handlungsmöglichkeiten Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 25.09.2008, § 4670 - NR 960 FAG, l. B 166/08 - zu 1) Zur Stärkung der Praxisorientierung der Schulen und Erhöhung der Arbeitsmarktchancen der Schüler und Schülerinnen sollen die seit 2006/2007 bestehenden Projekte zur vertieften beruflichen Orientierung weitergeführt werden. Das Frankfurter Hauptschulprojekt wird 2008 um 3 Schulstandorte erweitert und ist somit in 21 Schulen vertreten. Das Projekt "praxisorientierte Hauptschule" ist an 4 Schulen mit Angeboten in Lernwerkstätten vertreten. Im Jahr 2007 wurden 780 Schüler/innen erreicht. Das Projekt soll 2009 um zwei Standorte ausgeweitet werden und ist damit in 6 Schulstandorten Teil des kommunal geförderten Projektangebotes. Die kommunale Beteiligung wurde ebenso im Landesprogramm "Schule und Beruf" SchuB von zwei geförderten Maßnahmen, vorerst für die Schuljahre 2008/09 - 2009/10, auf fünf Klassen an den Schulformen IGS, Hauptschule und Förderschule, erweitert. Damit stehen gegenwärtig 75 Plätze in SchuB-Klassen mit einer aus kommunalen Mitteln geförderten sozialpädagogischen Fachkraft (5 x 0,5 Stellen) zur Verfügung. Darüber hinaus wurden für das Schuljahr 2008/09 fünf neue Projekte zur Sicherung von Bildungsbeteiligung und beruflicher Anschlussfähigkeit, insbesondere der Hauptschüler, auf den Weg gebracht. Am 01.11.2008 starten diese Projekte "Jugendhilfe in der Schule" mit den Aufträgen Förderung beruflicher Basiskompetenzen, Soziales Lernen, Begleitung der Übergänge, Umgang mit schulmüden Schülern und Schulverweigerung und vertiefte berufliche Orientierung. Ebenfalls seit 2006/2007 werden in den Oster-, Sommer- und Herbstferien von der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung Praxisorientierte Lernferien für die Schulen organisiert, die am Projekt Praxisorientierte Hauptschule beteiligt sind. Dieses Angebot wurde zuletzt von 60 Schülern nachgefragt. Aufgrund der positiven Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern ist die Durchführung der Praxisorientierten Lernferien oder Lernferien zur vertieften beruflichen Orientierung Teil der Projektaufträge "Jugendhilfe in der Schule". Damit kann ab den Osterferien 2009 in fünf weiteren Schulen dieses Angebot vorgehalten werden. Das Landesprogramm "Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen - OloV empfiehlt die Benennung regionaler Koordinatoren, welche Steuerung- und Koordinationsaufgaben bei der Umsetzung der Qualitätsstandards zum Prozess Berufsorientierung mit Förderung der Ausbildungsreife übernehmen. Ab dem 01.09.2008 ist eine OloV-Koordinatorenstelle im Bildungsdezernat angesiedelt. zu 2) Erfolgskriterien sind unverzichtbar, um zu erkennen, ob bestimmte Ziele erreicht werden oder nicht. In der Arbeitsmarktforschung werden u.a. folgende Effekte unterschieden: Arbeitsmarktpolitische Effekte: Arbeitsmarktentlastungseffekte Entzug von Arbeitsangebot durch Teilnahme an Maßnahme Eingliederungseffekt Aufnahme einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit Klebeeffekt Übergang von einer Fördermaßnahme in ein Beschäftigungsverhältnis im gleichen Betrieb Locking-in-Effekt Abnahme der Suchintensität während der Maßnahme Mitnahmeeffekt Inanspruchnahme von Fördermitteln, obwohl Förderziel auch ohne Förderung erreicht werden könnte Creaming-Effekt Förderung leicht vermittelbarer Arbeitsloser Sozialpolitische Effekte: Stabilisierungseffekt Psycho-soziale-Stabilisierung der Teilnehmer(innen) Stigmatisierungseffekt Zuschreibung abwertender Merkmale aufgrund einer Maßnahmeteilnahme Inklusions- und Kohäsionseffekt soziale Integration Einzelner und sozialer Zusammenhalt in der Gesellschaft (Para-)Fiskalische Effekte: Kostensenkungseffekt Reduzierung der Ausgaben für aktive oder passive Leistungen Kostenverlagerungseffekt Verschiebung der Kosten der Arbeitslosigkeit zu anderen Budgets öffentlicher Haushalte Gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Effekte: Beschäftigungseffekt Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze Qualifizierungseffekt Erhalt und Verbesserung des Humankapitals Strukturpolitischer Effekt Erhalt und Verbesserung regionaler Infrastruktur, Ausgleich oder Beförderung des wirtschaftlichen Strukturwandels Verdrängungseffekt Verdrängung von Beschäftigung in ungeförderten Betrieben durch Wettbewerbsvorteile anderer Betriebe mit Förderung Die Aufstellung legt nahe, dass erwünschte Effekte wie z.B. der Arbeitsmarktentlastungseffekt und unerwünschte Effekte wie der Stigmatisierungseffekt gleichzeitig auftreten können. Selbst Maßnahmen, die die vorher festgelegten Ziele erreichen, können "Nebenwirkungen" haben, die nicht erwünscht sind. Entscheidungen, dass bestimmte Ziele bzw. Effekte erreicht werden sollen, müssen deshalb immer im Wissen um möglicherweise negative Effekte getroffen werden. Vor diesem Hintergrund reicht es, wie es häufig der Fall ist, nicht aus, bei Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik allein auf den Verbleib der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu schauen und sie als erfolgreich zu bewerten, wenn hohe Eingliederungseffekte erzielt werden. Und andersherum kann es sinnvoll sein, geringe Beschäftigungseffekte in Kauf zu nehmen, wenn durch Angebote eine psycho-soziale Stabilisierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht wird. zu 3) Der Frankfurter Sozialbericht "Arbeitsmarkt und Beschäftigung in Frankfurt am Main" bezieht sich im Schwerpunkt auf die Aktivitäten des Dezernates VIII in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und mit den Trägern beruflicher Bildung. Die genannten Maßnahmen "Qualifizierungsbonus" und "Job - Bonus" wurden von der Stadtverwaltung Frankfurt am Main als Arbeitgeberin bisher nicht in Anspruch genommen. Zurzeit ist auch nicht geplant, diese Maßnahmen zukünftig zu nutzen. Die Zielgruppe beider Maßnahmen sind Arbeitslose unter 25 Jahren mit Vermittlungshemmnissen. Deren Integration in den Ausbildungs- bzw. in den Arbeitsmarkt erfolgt im Regelfall über die Beratung und Förderung durch die Arbeitsagentur bzw. die Rhein-Main Jobcenter GmbH mit den Instrumenten des Dritten bzw. des Zweiten Sozialgesetzbuches. zu 4) Die städtischen Beteiligungsgesellschaften berücksichtigen und fördern im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die im Frankfurter Sozialbericht angesprochenen sozialen Aspekte wie Langzeitarbeitslosigkeit, geringe berufliche Qualifikationen und Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt bei Einstellungsverfahren. So arbeiten bei Neueinstellungen insbesondere bereits die Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, die FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, die ABG Frankfurt Holding Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH, die Parkhaus-Betriebsgesellschaft mbH und die Saalbau GmbH mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Außerdem sind viele städtische Beteiligungsgesellschaften gerade im Bereich Ausbildung und Integration, sowie Beschäftigung von jungen Menschen seit Jahren engagiert. Die Stadt Frankfurt am Main übt als Gesellschafterin die ihr nach Gesetz und den jeweiligen Satzungen eingeräumten Rechte aus. Dabei wird nicht nur darauf geachtet, dass die Unternehmen ihre Kernaufgabe, in den verschiedenen Bereichen Versorgung, Entsorgung, Verkehr, Kultur, Soziales, Wohnungsbau und Wirtschaft wahrnehmen, sondern sich auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. zu 5) Frankfurt am Main ist ein Hochleistungs- und Hochkosten-Standort, an dem sich vor allem wertschöpfungsstarke Unternehmen konzentrieren bzw. halten können. Starke Wertschöpfung beruht in der Regel auf der Kombination hoher Kapitalintensität und des hohen Qualifikationspotentials des Personals. Die Beschäftigung von Personen mit geringer Qualifikation im nennenswerten und statistisch erfassbaren Umfang ist in diesem Bereich sehr unwahrscheinlich. Die Aktivitäten der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH im Bereich der Beschäftigungsförderung werden im Frankfurter Sozialbericht ab Seite 193 ff dargestellt. Der Schwerpunkt der kommunalen Beschäftigungsförderung wird -wie in Kapitel 5 des Sozialberichts dargestellt- vom Dezernat Soziales, Jugend, Senioren und Sport verantwortet. Die Arbeit der Wirtschaftsförderung zielt auftragsgemäß auf alle Unternehmen, die zur Stärkung der wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt beitragen. Dies betrifft ansässige wie anzusiedelnde Unternehmen. Die Lösung von Standortproblemen der Frankfurter Firmen und neu angesiedelte Unternehmen tragen zur Sicherung und zum Wachstum von Arbeitsplätzen in Frankfurt bei. Das Gleiche gilt für unternehmensübergreifende oder branchenbezogene Projekte (Beispiel FIZ) und Vernetzungsaktivitäten (Beispiel Kreativwirtschaft). In diesem Zusammenhang werden Beschäftigungsfragen an die Wirtschaftsförderung herangetragen, die ausschließlich auf Fachkräfte zielen.

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