Regelmäßiger persönlicher Zwischenbericht zu Gewerbegebieten und Rechenzentren in der Ortsbeiratssitzung (Ortsbeirat 11)
Bericht
Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 17.12.2015, § 6625 (M 168) wurde festgelegt, dass die Gewerbegebiete Fechenheim Nord & Seckbach im Sinne der Machbarkeitsstudie gemeinsam mit den ortsansässigen Unternehmen nachhaltig entwickelt werden sollen. Es erfolgte die Institutionalisierung eines Standortmanagements durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH und die eines Klimaschutzmanagements durch das städtische Energiereferat in einem gemeinsamen Standortbüro im sogenannten Nachhaltigen Gewerbegebiet. Die Ergebnisse des Pilotprojektes wurden im Rahmen des Ergebnisberichts zum fünfjährigen Bestehen des Nachhaltigen Gewerbegebiets veröffentlicht: https://frankfurter-osten.de/bericht/. Sie werden auf der Standorthomepage im Rahmen von Beiträgen fortgeschrieben. Um den Standort nachhaltig und langfristig als Industrie- und Gewerbegebiet zu sichern, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans die Grundvoraussetzung. Durch diesen können Nutzungskonflikte, vor allem durch die Lenkung von zukünftigen Investitionen, reduziert und nicht gewünschte Nutzungen ausgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang verweist der Magistrat auf den Aufstellungsbeschluss zur Neueinleitung des Bebauungsplanverfahrens (Beschluss der Stadtv.-Vers. Vom 27.01.2022, § 1191 (M 175)) für den Bebauungsplan Nr. 558 - Gwinnerstraße. Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt seit Juni 2022. Seit dem letzten Zwischenbericht hat das Unternehmen GREINER GmbH den Standort in der Friesstraße 5 verlassen und hat seinen Firmensitz nach Nidderau verlegt. Auch ABContainer (jetzt Rauch Containerdienst) hat seinen Standort in der Gwinnerstraße 26 aufgegeben und diesen in die Edisonstraße 12 verlegt. Zeitnah werden diese Grundstücke und zusätzlich die Gwinnerstraße 32 freigeräumt und durch Equinix (Germany) GmbH entwickelt. In der Gwinnerstraße 9 erfolgte im Frühjahr 2022 der Abbruch des Logistikgebäudes, welches von Insatransport Speditions GmbH genutzt wurde (seit 2020: Carl-Benz-Str. 11). Auf dem Grundstück erfolgt nun die Projektentwicklung durch die Mainova WebHouse GmbH & Co.KG. Darüber hinaus signalisieren weitere Eigentümer:innen / Unternehmen ihre Verkaufsbereitschaft von Grundstücken am Standort. Der Magistrat weist darauf hin, dass das Pilotprojekt Nachhaltiges Gewerbegebiet stets die Freiwilligkeit der Akteur:innen vor Ort und der Verwaltung benötigt. Auf die Entscheidungen von Investor:innen und Bauträgern etc. hat das Standortmanagement keinen rechtlich bindenden Einfluss, kann aber stets beratend zur Seite stehen. Der Aufbau eines Netzwerks am Standort war hierfür essentiell und mündete u.a. in der Gründung der Standortinitiative FFN e.V. mit derzeit über fünfzig Mitgliedern. Erst durch die Durchführung einer Vielzahl von Netzwerkveranstaltungen konnten Nachhaltigkeitsthemen bei den Unternehmen platziert und folglich auch Investitionen im Bereich Nachhaltigkeit angestoßen werden. So kann der Standort gemeinsam mit den Bestandsunternehmen gesichert und weiterentwickelt werden. Gemeinsame Aktionen wie der Cleanup-Day der Standortinitiative FFN e.V. mit 46 Teilnehmenden sind wichtige Zeichen der Akteur:innen vor Ort. Zu Kritik führte Seitens der Gewerbetreibenden auch der Zustand der Industriestraßen, die in weiten Teilen sanierungsbedürftig sind. Darüber hinaus belasten notwendige Großbaustellen im Osten Frankfurts die Erreichbarkeit der Gewerbegebiete, z.B. die Instandsetzungsarbeiten an der Ratswegsbrücke, die Baustelle Riederwaldtunnel, Arbeiten an Versorgungsleitungen im gesamten Gebiet sowie der Abbruch der Cassellabrücke. Die Schaffung von exklusiven Beratungsangeboten für den Standort können diese umfassenden Herausforderungen nicht lösen, den Unternehmen aber Ansätze für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung liefern: Von Seiten des Energiereferats wurde die Energieeffizienzberatung und der Photovoltaik-Check zur Verfügung gestellt. 2020 wurde das Erstberatungsangebot im Bereich E-Mobilität durch die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH für zwölf Unternehmen geschaffen. 2022 erfolgte eine Ausweitung auf die gesamte Stadt Frankfurt. In diesem Rahmen beteiligen sich zwei weitere Unternehmen aus dem Nachhaltigen Gewerbegebiet. Für die übrigen Frankfurter Industrie- und Gewerbegebiete liegt eine solch umfassendes Betreuung mit entsprechender Dokumentation durch ein städtisches Standortmanagement noch nicht vor. Das Gewerbeflächenentwicklungsprogramm (Beschluss der Stadtv.-Vers. vom 04.03.2021, § 7283 (M 151)) sieht vor, dass Standorte für die Etablierung eines Standortmanagements geprüft werden sollen. Neben den fertiggestellten und im Betrieb befindlichen Rechenzentren befinden sich derzeit 8 Rechenzentren im Baugenehmigungsverfahren, 3 wurden genehmigt bzw. befinden sich im Bau und 7 weitere werden aktuell durch Rechenzentrumsbetreiber geplant: Übersicht der Rechenzentren im Ortsbezirk 11 Gewerbe- und Industriegebiet Seckbach 1 Friesstraße 5 im Baugenehmigungsverfahren 2 Friesstraße 7 im Baugenehmigungsverfahren 3 Friesstraße 8-12 in Planung 4 Friesstraße 9 im Baugenehmigungsverfahren 5 Friesstraße 16-18 in Planung 6 Friesstraße 23 im Baugenehmigungsverfahren 7 Friesstraße 24 genehmigt und im Bau 8 Friesstraße 26 fertiggestellt 9 Gwinnerstraße 1 genehmigt und im Bau 10 Gwinnerstraße 7 im Baugenehmigungsverfahren 11 Gwinnerstraße 26-32 in Planung 12 Kruppstraße 105 fertiggestellt (ungeordnet und betriebsbezogen) 13 Kruppstraße 121-127 fertiggestellt 14 Mergenthalerstraße 12 in Planung Industriegebiet Fechenheim 1 Hugo-Junkers-Straße 5 Bauantrag genehmigt 2 Hugo-Junkers-Straße 5 im Baugenehmigungsverfahren 3 Hugo-Junkers-Straße 5 im Baugenehmigungsverfahren 4 Hugo-Junkers-Straße 5 im Baugenehmigungsverfahren 5 Hugo-Junkers-Straße 5 in Planung 6 Hugo-Junkers-Straße 5 in Planung 7 Hugo-Junkers-Straße 5 in Planung Ab dem Jahr 2023 wird der Magistrat einmal im Jahr einen schriftlichen Zwischenbericht zum Sachstand Gewerbegebiete und Rechenzentren abgeben, der Kennzahlen und Entwicklungen für das gesamte Stadtgebiet darstellt.