IT-Probleme der Schulen ernst nehmen und beheben
Bericht
Der Magistrat ist bemüht, zum Abschluss der IT-Rollouts an den Frankfurter Schulen sicherzustellen, dass die an den Schulen verteilten Geräte voll funktionsfähig sind. Aufgrund der derzeit sehr heterogenen baulichen Voraussetzungen (insbesondere der Verkabelung mit Strom und Netzwerk) ist dies jedoch nicht immer vollumfänglich möglich. So werden, um Geräte nutzbar zu machen beispielsweise unabsehbare infrastrukturelle Maßnahmen erforderlich. Alle offenen Punkte werden für die Nachbearbeitung in einem abschließenden Übergabeprotokoll festgehalten. Die Schulen werden nach einem IT-Rollout über ausstehende Nacharbeiten schriftlich informiert. Durch die Einbindung des IT-Schulsupports ist sichergestellt, dass potenzielle Probleme zeitnah behoben werden können. Es ist angedacht, dass erforderliche Nacharbeiten zukünftig in einem gemeinsamen Termin zwischen den Schulvertretern und dem IT-Schulsupport persönlich besprochen werden. Von den insgesamt 4.180 in den Frankfurter Schulen verbauten WLAN Accesspoints konnten aktuell 98 Stück noch nicht abschließend installiert werden, da durch das Amt für Bau und Immobilien fehlende Anschlüsse noch nachzurüsten oder defekte Netzwerkdosen auszutauschen sind. Die Endmontage wird unmittelbar nach Abschluss dieser Arbeiten durch das Schulamt veranlasst. Sämtliche Accesspoints befinden sich bereits vor Ort und sind nach Installation sofort betriebsbereit. Störungstickets, die auf eine mangelnde Stabilität des WLAN Signals hindeuten, liegen dem Amt für Informations- und Kommunikationstechnik nicht vor. Eine Unterscheidung der Benutzer-Logins steuert aktuell nur Berechtigungen für den Zugriff auf Daten. Eine benutzerbezogene Steuerung nach Inhalten und Datenvolumina ist technisch aktuell nicht möglich, da ein zentraler Internetproxy eingesetzt wird, der nicht nach Benutzeranmeldung unterscheidet. Der Inhaltsfilter ist zudem ebenfalls zentral für alle Schulen konfiguriert und lässt keine Trennung nach Schule oder Benutzergruppe zu. Es ist aber möglich, dass in einem EDV-Fachraum die Lehrkraft den Internetzugang aller Schülerinnen- und Schüler-PCs sperrt und wieder erlauben kann. Alle Frankfurter Schulen sind mit einer Datenverkabelung gemäß Cat6 oder Cat7 ausgestattet. Diese sind zertifiziert und gigabitfähig. Zudem ist die Funktionsfähigkeit im Rahmen der Abnahme durch Messprotokolle nachgewiesen worden. Es lässt sich erfahrungsgemäß leider nicht ausschließen, dass im Laufe der Jahre Beschädigungen an der Infrastruktur auftreten oder Anschlussdosen nicht mehr zuverlässig funktionieren. In der Regel wird das Amt für Bau und Immobilien dann durch das Stadtschulamt mit der Instandsetzung beauftragt. Eine Bandbreite von 10 Gbit/s im Clientbereich ist weder notwendig noch sinnvoll. Alle an einem Switch angebundenen Endgeräte teilen sich den Glasfaser Uplink zum Schul-Coreswitch und danach die LWL Anbindung der Schule an den städtischen Backbone. Von daher sind 100 Mbit/s vollduplex für Anwendergeräte vollkommen ausreichend und gelebte Praxis in allen Frankfurter Schulen. Es sei angemerkt, dass die im Antrag genannten 10Gbit/s mittels Kupferkabel nur über eine Strecke von ca. 15m übertragbar sind. Die vom Amt für Informations- und Kommunikationstechnik eingesetzten Netzwerkkomponenten sind ausreichend bemessen und werden regelmäßig durch aktuelle Geräte ersetzt. Eine Überlastung ist nicht erkennbar. Es wird weiterhin mit Hochdruck an der Umsetzung des DigitalPaktes gearbeitet. Dieser umfasst die Maßnahmen zur Ausstattung mit WLAN, mobilen Endgeräten, Präsentationstechnik und Infrastruktur für den Betrieb an den Schulen. Die größte noch abzuwickelnde Maßnahme ist dabei die Präsentationstechnik. Bisher konnte die Präsentationstechnik nur an einer begrenzten Anzahl von Schulen umgesetzt werden, da zum einen die Personalressourcen für die Schwerpunkte WLAN etc. gebunden waren und die Lieferanten gerade bei den interaktiven Tafelsystemen ihre Produktionskapazitäten steigern mussten. Es ist weiterhin geplant, alle Frankfurter Schulen im Rahmen des Digitalpaktes mit Präsentationstechnik zu versorgen. Hier bedurfte es der Klärung mit allen rund 170 Schulen, ob die ursprünglichen Anträge bzw. gemeldeten Bedarfe aus dem Jahr 2020 noch Bestand haben oder ob es zwischenzeitlich Anpassungen benötigt. 50 Liegenschaften wurden erfolgreich mit ca. 530 interaktiven Tafelsystemen und 370 Beamern ausgestattet. An rund 85 Liegenschaften wurden Bestellungen ausgelöst bzw. befinden sich im Bestellprozess. An rund 40 Schulen werden derzeit die Bestellungen vorbereitet bzw. abschließenden Gespräche geführt. Die Lehrerendgeräte wurden ab der zweiten Hälfte des Jahres 2021 nach Vorgaben (Standardwarenkorb) des Landes/Hessischen Kultusministeriums beschafft und ausgeliefert. Für den Betrieb und Support stand für 2021 nur ein begrenztes Budget von 6,8 Mio. Euro für ganz Hessen zur Verfügung. Wie lange die Mittel über 2021 hinaus ausreichen würden, war unbekannt. Dies sollte in den künftigen Haushaltsplanungen des Landes Berücksichtigung finden. Weiterhin sollte 2021/2022 ein langfristiges Konzept zur Finanzierung und Organisation von Support und Ersatzbeschaffungen der Leihgeräte für Lehrkräfte unter Federführung des Hessischen Kultusministeriums erarbeitet und mit den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt werden. Vor diesem Hintergrund hatte sich das Stadtschulamt dazu entschieden, vorerst alle Geräte in das Supportangebot der ekom21 (über das Kultusministerium vereinbart und bereitgestellt) zu überführen, anstatt den Support bei noch fehlender Konzeptionierung und ungesicherter Finanzierung selbst zu übernehmen. Eine Aufnahme in das pädagogische Netz und damit in den Support der Stadt, hätte nach erfolgter Konzeptionierung und einhergehender Finanzierung erfolgen können. Das Konzept wurde allerdings nicht erstellt und die Endgeräte laufen bis Ende 2024 sukzessiv aus der Hardwaregewährleistung aus. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung ist vorgesehen, eine Ausstattung mit mobilen Endgeräten zur zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung für Lehrkräfte sicherzustellen. Dazu ist aus Sicht des Stadtschulamtes eine sinnvolle Konzeptionierung und zugehörige Finanzierung des Landes Hessen gemeinsam mit den Schulträgern und kommunalen Spitzenverbänden erforderlich. Ob und wann das umgesetzt wird ist dem Magistrat nicht bekannt. Es gibt bereits diverse Gremien, um die von Schul-IT betroffenen Parteien regelmäßig zusammenzubringen. So gibt es bspw. das IT-Beauftragten (ITB) Treffen mit dem Stadtschulamt und dem Medienzentrum Frankfurt. Weiterhin stimmt sich das Stadtschulamt regelmäßig mit den Ämtern Amt für Informations- und Kommunikationstechnik sowie dem Amt für Bau und Immobilien ab und transportiert hier u.a. die Inhalte aus dem ITB-Treffen und umgekehrt.