Ein neues lautstarkes Museum für lau?
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Anfrage vom 31.05.2018, A 360
Betreff: Ein neues lautstarkes Museum für lau? Der Magistratsvortrag M 87 vom 18.05.2018 befasst sich mit der Vermietung der Räume in der Zwischenebene der Hauptwache (ehemaliges Kindermuseum) an den "Verein Friends of MOMEM e. V." zwecks Errichtung eines "Museums of Modern Electronic Music". Laut Mietvertrag geht es um einen unentgeltlichen Mietzins für circa 900 Quadratmeter zu Lasten der Stadt Frankfurt. Die Mietnebenkosten werden mit 3.000,00 € monatlich beziffert. In der Begründung der M 87 lobt der Magistrat in den höchsten Tönen Frankfurt als einen "der Geburtsorte des Techno" und spricht von "Pionieren der elektronischen Musik die in Frankfurt groß geworden sind". In diesen magistrablen Lob werden auch Clubs "wie das Dorian Gray und das Omen als (ehemalige) weltweit bekannte Adressen eingeschlossen." Die Frankfurter Rundschau vom 24.02.2017 titelte: "Techno in Frankfurt - Welthauptstadt war gestern . . Die Mainmetropole galt einst als Techno-Hauptstadt, doch die besten Tage sind wohl vorbei." Selbst auf der Homepage der Stadt Frankfurt war bereits am 05.04.2011 unter der Überschrift "Frankfurt, seit bald 30 Jahren Teil einer Jugendbewegung namens Techno" zu lesen: "Langsam aber sicher ging der Graswurzelcharakter verloren. In den Nullerjahren setzte die Professionalisierung ein. Bei den DJs trennte sich die Spreu vom Weizen. Nur ein erlesener Kreis kann heute noch vom Auflegen leben. Das Cocoon, der Vorzeige-Technotempel Frankfurts, ist bestimmt doppelt so groß wie das Omen damals. Nicht wenige kritisieren Väths Laden an der Hanauer Landstraße als Commerz-Tempel." Deshalb frage ich den Magistrat:
- Wer zahlt die monatlichen Mietnebenkosten in Höhe von 3.000,00 €?
- Wird das MOMEM als privatwirtschaftliches Unternehmen mit Eintrittsgeldern etc. betrieben?
- Wenn ja, gibt es dann einen gewissen finanziellen Rücklauf an die Stadt Frankfurt?
- Ist dem Magistrat bekannt, dass die von ihm in der M 87 angeführten Clubs auch Stätten des Drogenhandels waren und das Omen diesbezüglich zeitweilig von der Staatsanwaltschaft geschlossen wurde?
- Wenn ja, warum wird dies dann als positives Beispiel angeführt?
- Gab es nicht einmal die Aussage des Magistrats, dass keine weiteren städtischen Museen in Frankfurt geschaffen werden sollten?
- Wenn ja, warum wird nun ein neues privat betriebenes Museum mit städtischen Mitteln gefördert?
- In den Medien war zu lesen, dass sich das MOMEM wieder zu einem Treff der Technoszene entwickeln würde. Wenn ja, handelt es sich dann um ein Museum oder um einen neuen kommerziell betrieben Techno-Club?