Skip to main content Skip to navigation Skip to footer

Pilotierung der Begrünung von Bushaltestellen im Ortsbezirk 2

Vorlagentyp: ST Magistrat

Stellungnahme des Magistrats

Auf den bislang in Frankfurt am Main verwendeten Bestandswartehallen an Haltestellen können ohne erheblichen Aufwand in der Regel keine Beete nachträglich angelegt werden. Für ein zusätzliches Gewicht von bis zu 75 kg/m², wovon bei einer horizontalen Dachbegrünung ausgegangen werden muss, sind die vorhandenen Dachkonstruktionen sowie die verbauten Fundamente statisch nicht ausgelegt. Neben der Statik steht einer Begrünung von Haltestellendächern auch entgegen, dass der weit überwiegende Bestand an Wartehallen (83 %) im Rahmen von Verträgen durch einen externen Dienstleister bzw. Werbekonzessionär vorgehalten und bewirtschaftet wird, weshalb die Stadt Frankfurt keinen direkten Zugriff auf diese Haltestellen hat. Zur Statik im Detail: In Frankfurt gibt es im Bestand zwei Grundtypen (Bauformen) von Fahrgastwartehallen an Haltestellen (von Sondermodellen abgesehen): - Modelltyp "K2" als Stahlkonstruktion mit Bogen- bzw. Tonnendach (älteres Modell); - Modelltyp "Xenon" als Aluminiumkonstruktion mit einem flachen, angewinkelten Milchglasdach (neueres Modell). Während beim älteren Modelltyp "K2" das Bogen- bzw. Tonnendach grundsätzlich abgenommen und durch ein begrüntes Flachdach ersetzt werden kann - statische Randbedingungen vorausgesetzt -, ist beim neueren Modelltyp "Xenon" die Dachkonstruktion fest verbaut. Daher scheiden die jüngeren Bestandsmodelle für eine nachträgliche Dachbegrünung grundsätzlich aus. Der Magistrat strebt an, Bestandswartehallen vom Typ "K2" an Straßenbahn- und Bushaltestellen mit grünen Dächern zu versehen, sofern dies im Rahmen von Umbaumaßnahmen technisch und finanziell möglich ist. So wurde beispielsweise die jüngst barrierefrei umgebaute Straßenbahnhaltestelle "Habsburger-/Wittelsbacherallee" mit begrünten Flachdächern versehen. Hierzu war es allerdings erforderlich, beim barrierefreien Ausbau der Bahnsteige die alten Fundamente herauszunehmen und durch stärkere zu ersetzen. Es dient zur Kenntnis, dass fabrikneue werbefreie Wartehallen bereits mit einer werksseitigen Dachbegrünung versehen sind. Sie werden derzeit allerdings nur bei konkreten Anlässen vereinzelt beschafft und aufgestellt, sofern keine Wartehallen aus dem Bestand zur Verfügung stehen. Zur vertikalen Begrünung: Während die vorhandenen Konstruktionen und verbauten Fundamente also aus statischen Gründen in der Regel keine nachträgliche Begrünung der Dachflächen von Bestandswartehallen zulassen, wäre es prinzipiell möglich, rückwärtige Scheiben herauszunehmen und durch Regale mit Pflanzen zu ersetzen. Hierbei ist zunächst ein hinreichend breiter Zugang zur Wartehalle von der rückwärtigen Seite aus (Gehweg bzw. Fahrgastwartefläche anstelle von Hauswand oder Einfriedung) erforderlich. Das Pilotprojekt der Rückwandbegrünung an der Bushaltestelle "Alte Oper" in Fahrtrichtung Ginnheim hat allerdings gezeigt, dass diese vertikal angelegten Beete händisch gepflegt und regelmäßig nachgegossen werden müssen. Die pflegerischen Arbeiten inklusive der Bewässerung erledigt an dieser Pilothaltestelle ein Dienstleister im Auftrag des Werbekonzessionärs Ströer/DSM, der auch alle anfallenden Kosten für Umrüstung und Pflege trägt. Von einer Ausweitung der vertikalen Begrünung auf andere Haltestellen sieht der Magistrat vor dem Hintergrund dieser laufenden Pflegekosten, die von städtischer Seite zu erbringen wären, und knapper personeller Ressourcen ab. Davon unberührt sind einzelne Pilotprojekte zum Experimentieren, bspw. zur Bewässerung der Beetregale mit Regenwasser oder zu resistenten Pflanzenarten. Zu Pilotprojekten im Ortsbezirk 2: Im Rahmen von Pilotprojekten wurden zwei Wartehallen an Bushaltestellen durch den Werbekonzessionär begrünt, die in räumlichem Bezug zum Ortsbezirk 2 stehen: "Alte Oper" (Ri. Uni-Campus Westend) der Linie 64: Bestandswartehalle neueren Typs mit vertikaler Begrünung in der Rückwand (Regale mit Beeten); "Bockenheimer Warte" (Ri. Westbahnhof) der Linien M32 und M36: begrüntes Flachdach auf einer Bestandswartehalle älteren Typs. Angesichts der oben beschriebenen Hürden und Kosten kann der Magistrat derzeit keine weiteren Pilotprojekte zur Begrünung von Wartehallen an Straßenbahn- und Bushaltestellen im Ortsbezirk 2 in Aussicht stellen.