Grabanlagen der Bürgermeister L. Klemann, O. Schubert, F. Schubert und R. Fey
Vorlagentyp: ST Magistrat
Stellungnahme des Magistrats
Zu
- ) Die Bedeutung der Bürgermeister ist bekannt. In die lange, von 1886 bis 1917 reichende, Amtszeit von Ludwig KLEMANN fielen wichtige Infrastrukturmaßnahmen wie zum Beispiel die 1897 begonnene Verlegung von Trinkwasserleitungen. In Verbindung mit dem 1907 vereinbarten Anschluss an das "Städtische Gaswerk" in Heddernheim wurde Bergen-Enkheim zudem an das Frankfurter Straßenbahnnetz angebunden. Neben der Daseinsvorsorge machte sich Klemann um den Zusammenhalt der beiden Partnergemeinden verdient, indem er mehrere Initiativen der Enkheimer, sich von Bergen abzuspalten, vereitelte. Die in einer gemeinsamen Grabanlage beigesetzten Nachkriegsbürgermeister haben die Geschichte Bergen-Enkheims von 1945 bis 1976 entscheidend geprägt. Von der amerikanischen Militärregierung im Juni 1945 als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt, entschied sich Oskar SCHUBERT im April 1946 vor den ersten freien Kommunalwahlen für eine Rückkehr in seinen Beruf als Ingenieur. In der unmittelbaren Nachkriegszeit bekleidete Schubert ein schweres Amt, in dem er sich in erster Linie um Lebensmittel, Heizmaterial und Unterkünfte für die notleidende Bevölkerung zu kümmern hatte. Schubert blieb kommunalpolitisch aktiv und gehörte von 1946-1948 und von 1952-1977 dem Gemeindeparlament von Bergen-Enkheim an. Oskar Schubert wurde mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet, Bergen-Enkheim ernannte ihn 1968 zum Stadtältesten. Fritz SCHUBERT trat 1946 die Nachfolge seines Bruders an und bekleidete das Amt des Bürgermeisters von Bergen-Enkheim bis zu seiner Berufung zum Landrat des Landkreises Hanau am
- Juli
- Er lenkte die Geschicke Bergen-Enkheims während des Wiederaufbaus und im Wirtschaftswunder. Mit der Erschließung des Industrie- und Gewerbegebiets zwischen Voltensee-weg und Borsigallee legte Schubert die Grundlage für späteren Wohlstand. An das im November 1967 im Alter von nur 53 Jahren verstorbene langjährige Mitglied des Kreistags und an den verdienten Präsidenten des Hessischen Gemeindetages erinnert in Bergen-Enkheim der "Fritz-Schubert-Ring". Rudolf FEY hat sein ganzes Berufsleben im Rathaus von Bergen-Enkheim verbracht: er ist am
- April 1930 als Verwaltungslehrling in den Dienst der Gemeinde eingetreten und hat sich am
- Dezember 1976 nach 10-jähriger Amtszeit als Bürgermeister in den Ruhestand verabschiedet. Auf Feys Betreiben wurden Bergen-Enkheim 1968 die Stadtrechte verliehen. Der Bürgermeister beförderte die Ausweisung des Areals zwischen Enkheim und Frankfurt zum Gewerbegebiet und eröffnete im April 1971 das Einkaufszentrum "Hessen-Center". Neben dem Ausbau der Infrastruktur brachte Fey noch vor der Eingemeindung nach Frankfurt den Bau einer Feuerwache, eines Freibads und einer Stadthalle auf den Weg. Im Rahmen der Gebietsreform wurde zum
- Januar 1977 aus der Stadt Bergen-Enkheim zu äußerst günstigen Bedingungen ein Stadtteil von Frankfurt am Main. Fey wurde für seine Verdienste als Bürgermeister mit der Freiherr-vom-Stein-Plakette der Hessischen Landesregierung und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zu 2.) Keine der Grabstätten hat den offiziellen Schutzstatus eines Ehrengrabes oder eines Grabes unter Denkmalschutz. Der Status "bedeutende Persönlichkeit" oder "erhaltenswerte Grabstätte" beinhaltet keinerlei Schutz oder den Auftrag zum Erhalt und zur Pflege der Grabstätte. Bei den Grabstätten von Oskar Schubert, Fritz Schubert und Rudolf Fey laufen die Nutzungsrechte noch mehrere Jahre. Zu 3): Ein formloser Antrag zur Ernennung eines Ehrengrabs kann beim Institut für Stadtgeschichte oder beim Kulturamt gestellt werden. Die Einstufung zum Ehrengrab setzt die fachliche Prüfung des Instituts für Stadtgeschichte sowie einen Magistratsbeschluss voraus. Eine Umwidmung der Grabanlagen zu städtischen Ehrengräbern aus historischer Sicht erscheint dem zuständigen Kulturdezernat wegen des überwiegenden Stadtteilbezugs nicht angezeigt. Bereits 2018 wurde eine Anregung an den Magistrat gerichtet, der Grabstätte Klemann den Ehrengrabstatus zu verleihen. Dies wurde vom Institut für Stadtgeschichte aus diesem Grund abgelehnt. Möglicherweise lässt sich der Erhalt der für die Geschichte des Stadtteils bedeutsamen Grabanlagen über die Vergabe von Grabpatenschaften sichern. Hierzu können sich interessierte Bürger:innen gerne an die Abteilung für Friedhofsangelegenheiten im Grünflächenamt wenden.