Tierwohl und Gebäudeschutz: Taubenpopulation im Bahnhofsviertel wirkungsvoll und nachhaltig reduzieren
Stellungnahme des Magistrats
Insgesamt wird der Austausch von Bruteiern gegen Gipseier von der Abteilung Veterinärwesen als ein wirksames Mittel zur Eindämmung der Taubenpopulation angesehen. Dies sollte in Kombination mit einem nachhaltigen Durchsetzen des Fütterungsverbotes und tierschutzgerechten Vergrämungsmaßnahmen stattfinden. Auch die Stadtpolizei erhält immer wieder Beschwerden über das Taubenfüttern. Gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 8 Gefahrenabwehrverordnung erfüllt das Füttern von Tauben sowie das Auslegen oder Ausstreuen von Taubenfutter den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit. Für eine Ahndung durch die Stadtpolizei ist es jedoch erforderlich, dass Bedienstete der Stadtpolizei der oder dem Fütternden die Tat nachweisen können. Daher ist es auch aus Sicht der Stadtpolizei sinnvoll, wenn Maßnahmen beschlossen werden, die der Eindämmung der Taubenpopulation dienen.
- Meldungen über wilde Brutstätten von Tauben im oben genanntem Bereich. Sofern der Abteilung Veterinärwesen des Ordnungsamtes Frankfurt am Main wilde Brutstätten im Bahnhofsviertel mitgeteilt werden, werden diese Information an das Stadttaubenprojekt weitergegeben.
- Grundstückseigentümerinnen bzw. Grundstückseigentümer sollen in geeigneter Weise (Anschreiben [z. B. Bescheiden über Grundbesitzabgaben beiliegend], Information im Amtsblatt, Aushang im Schaukasten des Ortsbeirats, Pressemitteilungen) informiert und auch um Weitergabe der Information an Mieterinnen bzw. Mieter gebeten werden. Inwiefern Grundstückseigentümer oder deren Mieter über die Tätigkeit des Stadttaubenprojekts informiert werden können, kann durch die Abteilung Veterinärwesen nicht beurteilt werden. Wenn die Stadt Frankfurt am Main ihren Bürgerinnen und Bürgern den Zutritt zu ihren Grundstücken bzw. Mietwohnungen durch Vereinsmitglieder (egal welcher Art) empfehlen soll, wird dies allerdings in Bezug auf eine potentielle Gefahrenlage als kritisch angesehen. Es bleibt dem Verein jedoch unbenommen, in eigener Verantwortung Aufklärung zu betreiben und Pressemeldungen herauszugeben.
- Der Magistrat beschafft zur Unterstützung der Aktion 3000 Gipseier und stellt diese dem Verein kostenfrei zur Verfügung. Seit vielen Jahren unterstützt der Magistrat das Stadttaubenprojekt jährlich mit 19.200,00 €. Die Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel ist nicht möglich.