Umsetzung des Park-and-Ride-Konzepts
Antrag
- Umsetzungsfahrplan und Prioritäten: Es wird ein verbindlicher Umsetzungsfahrplan zum Ausbau und zur Optimierung des Park-and-Ride-Systems vorgelegt. Der Fahrplan soll Prioritäten, Meilensteine, Zuständigkeiten, Finanzierungsschritte und einen realistischen Zeitplan enthalten.
- Sofortprogramm - vorhandene Kapazitäten wirksam machen: Es wird ein Sofortprogramm zur Sicherung der Zweckbestimmung von Park-and-Ride-Anlagen umgesetzt. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen gegen Dauer- und Fremdnutzung sowie eine verstärkte Kontrolle an stark belasteten Standorten.
- Kooperationen kurzfristig skalieren: Es wird ein standardisiertes Kooperationsmodell für private Parkflächen (zum Beispiel Parkhäuser, Einzelhandelsstandorte, Bürostandorte) erarbeitet und aktiv ausgerollt, damit kurzfristig zusätzliche Park-and-Ride-Kapazitäten entstehen. Ziele für die Anzahl und Größenordnung solcher Kooperationen sowie einen Zeitplan sind zu benennen.
- Temporäre Park-and-Ride-Flächen aktivieren: Kurzfristig nutzbare, temporäre Park-and-Ride-Flächen sind zu identifizieren und, wo möglich, zeitnah in Betrieb zu nehmen. Dabei sind klare Regelungen zur Nutzung (Park-and-Ride statt Dauerparken), Beschilderung, Sicherheit sowie die Anbindung an Bus und Bahn sicherzustellen.
- Qualitätsstandard für Anlagen und Zugänge: Mindeststandards für Sicherheit, Beleuchtung, Wegeführung, Barrierefreiheit, Fahrgastinformation sowie die Verknüpfung mit Fahrradabstellanlagen sind festzulegen und schrittweise umzusetzen.
- Transparenz und Wirkungskontrolle: Es ist ein jährliches Monitoring zu erstellen (Auslastung, Fremdnutzung, Wirkung auf Einpendlerverkehr, Anbindung an Bus und Bahn). Die Ergebnisse sind der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.
- Gateway Gardens - Park-and-Ride plus leistungsfähige Weiterfahrt: Für Gateway Gardens ist ergänzend zur Prüfung zusätzlicher Park-and-Ride-Kapazitäten ein verkehrliches Gesamtkonzept zu erarbeiten, das die Weiterfahrt mit dem öffentlichen Verkehr leistungsfähig absichert. Dabei sind insbesondere Kapazität, Takt, Betriebsstabilität und Wegebeziehungen im Zusammenspiel mit dem bestehenden S-Bahn-Haltepunkt zu bewerten.
- Prüfauftrag alternative Anbindung Terminal 3 - Gateway Gardens - Stadion: Im Rahmen dieses Gesamtkonzepts zu prüfen, ob auf der Achse Terminal 3 - Gateway Gardens - Stadion zusätzliche oder alternative ÖPNV-Verbindungen einen Beitrag leisten können. In die Prüfung ist ausdrücklich eine Seilbahn-Variante einzubeziehen.
Begründung
Frankfurt ist eine Pendlerstadt. Sehr viele Berufstätige kommen täglich aus dem Umland, ein großer Anteil davon mit dem Pkw. Das überlastet Straßen und Knotenpunkte im Stadtgebiet. Park and Ride kann den Autoverkehr verringern und schnell wirken, wenn zwei Dinge zusammenkommen: ausreichend Kapazität am Stadtrand und eine verlässliche, attraktive Weiterfahrt mit Bus und Bahn. Das vorliegende Park-and-Ride-Konzept liefert wichtige Grundlagen. Es bleibt aber in der Praxis nur dann wirksam, wenn die Umsetzung priorisiert, zeitlich hinterlegt und kurzfristig ergänzt wird. Besonders wichtig sind schnell wirksame Maßnahmen: Vorhandene Stellplätze müssen tatsächlich für Umsteiger nutzbar sein, Kooperationen müssen von Pilotprojekten in die Fläche kommen und temporäre Lösungen müssen genutzt werden, bis große Neubauten realisiert sind. Gateway Gardens ist als Standort strategisch sinnvoll. Dort treffen Autobahnen und Schiene aufeinander. Damit Park-and-Ride an diesem Ort wirklich entlastet, muss die Weiterfahrt leistungsfähig organisiert werden. Gerade bei erwartbar hohen Spitzen (zum Beispiel durch Veranstaltungen) braucht es belastbare Alternativen und Redundanz. Deshalb ist neben zusätzlichen Stellplätzen ausdrücklich eine Prüfung zusätzlicher Anbindungen erforderlich. Eine Seilbahn kann in definierten Korridoren ein leistungsfähiger Baustein sein. Ob sie hier sinnvoll ist, soll sachlich geprüft und mit Alternativen verglichen werden.
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