Prüfung und Ausbau der Nutzung von Geothermie in Frankfurt am Main unter Berücksichtigung bestehender Ansätze und Fördermöglichkeiten
Antrag
Der Magistrat wird aufgefordert, die Potenziale zur Nutzung von Geothermie im Stadtgebiet Frankfurt am Main systematisch weiter zu prüfen und den schrittweisen Ausbau dieser erneuerbaren Energieform voranzutreiben. Dabei sollen sowohl oberflächennahe als auch - sofern geologisch und wirtschaftlich sinnvoll - tiefengeothermische Nutzungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Zudem wird der Magistrat beauftragt, aktiv zu prüfen, in welchem Umfang Förderprogramme auf Landes-, Bundes- und insbesondere EU-Ebene für Geothermieprojekte in Anspruch genommen werden können, und gegebenenfalls entsprechende Förderanträge vorzubereiten. Die Stadtverordnetenversammlung ist über die Ergebnisse der Prüfungen und mögliche Pilotprojekte zu informieren.
Begründung
Die Stadt Frankfurt am Main hat sich ambitionierte Klima- und Nachhaltigkeitsziele gesetzt und steht zugleich vor der Herausforderung, ihre Wärmeversorgung langfristig sicher, bezahlbar und unabhängig von fossilen Energieträgern zu gestalten. Geothermie bietet hierfür erhebliche Vorteile: Sie steht ganzjährig und wetterunabhängig zur Verfügung, verursacht im Betrieb kaum CO₂-Emissionen und eignet sich insbesondere für die nachhaltige Wärmeversorgung von Gebäuden und Quartieren. Frankfurt nutzt Geothermie bereits punktuell, insbesondere in Form oberflächennaher Geothermie bei einzelnen Bau- und Entwicklungsprojekten. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren geologische Untersuchungen und Forschungsbohrungen durchgeführt, um das Potenzial der tieferen geothermischen Nutzung im Stadtgebiet zu analysieren. Geothermie wird zudem im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung als eine relevante erneuerbare Wärmequelle berücksichtigt. Ein großflächiger, systematischer Einsatz der Geothermie zur Versorgung ganzer Quartiere oder zur Einspeisung in bestehende Wärmeversorgungsnetze ist bislang jedoch nicht umgesetzt. Vor diesem Hintergrund besteht weiterhin erheblicher Entwicklungsbedarf, um vorhandene Erkenntnisse in konkrete Projekte zu überführen und die Geothermie als festen Bestandteil der städtischen Wärmestrategie zu etablieren. Die gezielte Weiterentwicklung der Geothermienutzung kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen leisten, die Versorgungssicherheit erhöhen und langfristig stabile Energiekosten ermöglichen. Gleichzeitig stehen auf EU-, Bundes- und Landesebene umfangreiche Förderprogramme für erneuerbare Wärme, Forschung und Pilotprojekte zur Verfügung. Eine frühzeitige und koordinierte Beantragung dieser Mittel kann die finanziellen Risiken für die Stadt reduzieren und den Ausbau beschleunigen. Die konsequente Nutzung der Geothermie stärkt Frankfurt als klimabewussten, innovativen und zukunftsfähigen Standort und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der kommunalen Klimaziele.
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