Förderung von Wohnungsbaugenossenschaften statt Symbolik
Antrag
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert,
- in Zusammenarbeit mit den 10 größten Wohnungsbau-Genossenschaften in Frankfurt ein Förderprogramm zu entwickeln, um den Bau von Genossenschaftswohnungen im Stadtgebiet zu steigern, insbesondere durch vorrangige Vergabe der im Baulandbeschluss für genossenschaftliche Wohnungen bestimmten Grundstücke wie zum Beispiel im Stadtteil der Quartiere und die Gewährung von zins- und tilgungsfreien Darlehen; 2. zu berichten, inwieweit durch die Förderung von Wohnungen der Wohnungsbau-Genossenschaften preiswerter Wohnraum für Menschen geschaffen werden kann, deren Einkommen geringfügig über den Grenzen des
- Förderwegs liegen; 3. die für die Umsetzung erforderlichen Haushaltsmittel zu kalkulieren und den Stadtverordneten entsprechende Förderrichtlinien vorzuschlagen.
Begründung
Bei der Art und Weise der Förderung von gemeinschaftlichem Wohnen befindet sich der Magistrat, wie der Magistratsvortrag M 194 vom 29.11.2025 "Förderrichtlinie Strukturförderung gemeinschaftliches Wohnen" zeigt, auf einem Irrweg: Er fördert die Gründung von gemeinschaftlichen Wohnformen, bei denen danach ungewiss ist, ob sie die Finanzkraft und das Knowhow haben, den Bau von Wohnungen zur realisieren. Bisher sind die meisten Gemeinschaftsprojekte an der Realisierung gescheitert. Anders dagegen die Wohnungsbaugenossenschaften. Sie verfügen über langjährige Erfahrungen im preiswerten Wohnungsbau und stünden neuen Mitgliedern offen, wenn sie mehr Wohnungen bauen könnten. Und sie bieten die Möglichkeit, Wohneigentum im Rahmen einer Genossenschaft zu erwerben. Deshalb sollten Wohnungsbaugenossenschaften verstärkt gefördert werden. Ohne die Beteiligung von Wohnungsbaugenossenschaften bleibt gemeinschaftliches Wohnen in Frankfurt unrealistisch. Wohnungsbaugenossenschaften übernehmen seit jeher eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von bezahlbarem, dauerhaft sozial verträglichem Wohnraum und sichern mit stabilen Mieten langfristiges Wohnen. In Frankfurt haben sich folgende Genossenschaften zu einer Kooperation zusammengeschlossen: - Bauverein für Höchst am Main und Umgebung eG - Beamten-Wohnungs-Verein Frankfurt am Main eG - Frankfurter Eisenbahnsiedlungsverein eG - Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft eG - Gemeinnützige Straßenbahner Baugenossenschaft Frankfurt am Main eG - Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft der Heimatvertriebenen Frankfurt (Main) eG - Volks- Bau- und Sparverein Frankfurt am Main eG - Wohnbau-Genossenschaft "Heimatfriede" eG - Wohnbaugenossenschaft in Frankfurt am Main eG - Wohnungsbaugenossenschaft der Justizangehörigen Frankfurt am Main eG Die genannten Wohnungsbaugenossenschaften verfügen über einen Wohnungsbestand von ca. 12.400 Wohnungen. Anders als bei vielen Formen gemeinschaftlichen Wohnens handelt es sich bei den Wohnungsbaugenossenschaften um alteingesessene, erfahrene Wohnungsbauunternehmen, die über die letzten Jahrzehnte bewiesen haben, wie sie ihren Mitgliedern langfristig preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen können. Die Durchschnittsmieten der Wohnungsbaugenossenschaften liegen deutlich unter den ortsüblichen Mieten. Neben langjährigen Erfahrungen in Bauvorhaben, verfügen die Wohnungsbaugenossenschaften auch über Finanzierungs-Knowhow, sehr gute Bonität und Solvenz. Deshalb sollte die Stadt Frankfurt die Zusammenarbeit mit diesen erfahrenen Wohnungsbaugenossenschaften ausweiten, damit Wohnraum in größerer Stückzahl entsteht. Da viele dieser Wohnungsbaugenossenschaften in die Modernisierung des Bestandes investieren, stehen für größere Neubauvorhaben nur geringe frei verfügbare Mittel zur Verfügung. Hier könnten die Stadt Frankfurt mit zins- und tilgungsfreien Nachrangdarlehen einspringen. Daneben bietet genossenschaftliches Wohnen eine Form von Eigentum, mit der sich die Bewohner identifizieren, und verbindet Stabilität mit sozialer Verantwortung.
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