Das „Zentrum der islamischen Kultur“, ZIK, in der Eschborner Landstraße im Stadtteil Rödelheim wurde im Juli 2024 auf We
Frage an den Magistrat
Im Juni 2025 haben Berlin, Hamburg, München und Rhein-Ruhr ihre Bewerbungen für Olympische Spiele in Deutschland beim DOSB eingereicht. Derzeit wird noch geprüft, ob der DOSB für 2036, 2040 oder 2044 ins Rennen geht. Neben einer sportlichen Einbeziehung der Stadt Frankfurt, beispielsweise beim Olympischen Fußballturnier, könnte die Region vor allem mit ihrem Flughafen, Bahnanschluss und der Hotelkapazität profitieren. Ich frage den Magistrat: Was unternimmt der Magistrat in Bezug auf die wirtschaftlichen Chancen zu Olympia in Deutschland?
Antwort des Magistrats
Antwort des Magistrats: Sportliche Großveranstaltungen können die Wirtschaft stärken, Umwegrendite erzielen und die Lebensqualität verbessern. Ob einzelne Events langfristig das Image einer Stadt positiv beeinflussen, ist jedoch nicht eindeutig nachweisbar. Ein Beispiel ist die Fußball-WM 2006 in Deutschland, die das Image Deutschlands deutlich verbessert hat, während neuere EM-Turniere diesen Effekt vermutlich nicht mehr erzielen können. Der Magistrat verweist an dieser Stelle auf zwei Studien, die sich mit den Auswirkungen sportlicher Großereignisse befassen. Die erste ist die Studie des ifo Instituts "Zu den wirtschaftlichen Effekten von sportlichen Großereignissen", die die wirtschaftlichen Effekte von Veranstaltungen wie den Olympischen Spielen untersucht. Die zweite ist die Accadis-Impact-Studie der Hochschule Bad Homburg, die speziell die sozio-ökologischen Auswirkungen der UEFA EURO 2024 in der Metropolregion FrankfurtRheinMain analysiert. Die Studie des ifo Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass sportliche Großveranstaltungen in der Regel lediglich geringe und kurzfristige gesamtwirtschaftliche Impulse erzeugen. Zwar profitieren während des Ereignisses insbesondere das Gastgewerbe, der Einzelhandel und die Freizeitwirtschaft, doch bleiben nachhaltige wirtschaftliche Effekte meist aus - insbesondere dann, wenn eine langfristige Nutzung der im Zuge des Events geschaffenen Infrastruktur nicht sichergestellt ist. Die Accadis-Impact-Studie zeigt, dass über die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner - 51 Prozent - glücklich darüber waren, dass Frankfurt Gastgeberstadt der UEFA EURO 2024 war. Die Veranstaltung stärkte das Lebensgefühl, das gesellschaftliche Miteinander und die regionale Identität. 58 Prozent der Befragten äußerten Freude über den internationalen Besuch, was die Offenheit und Attraktivität der Region unterstreichen. Wirtschaftlich wurde ein Gesamtnutzen von etwa 420 Millionen Euro geschätzt. Rund 112.000 internationale Gäste besuchten die Region und sorgten für Umsätze insbesondere im Gastgewerbe und Einzelhandel. Die Konsumgewohnheiten zeigten, dass 75 Prozent der Menschen die Spiele zu Hause verfolgten, 18 Prozent Fan Zones und 20 Prozent Public Viewings nutzten. Im Fazit zeigen sich Chancen vor allem im Imagegewinn für die austragende Region sowie in Investitionen in Sport- und Verkehrsinfrastruktur, die bei sinnvoller Planung langfristig nutzbar bleiben. Dem gegenüber stehen jedoch auch erhebliche Risiken wie Kostenüberschreitungen, ungenutzte Sportstätten und ein begrenzter wirtschaftlicher Gesamtnutzen. Die Studienautoren des ifo Instituts betonen daher, dass Olympische Spiele kein Selbstläufer für wirtschaftliches Wachstum sind. Entscheidend für den Erfolg sind eine realistische Kostenplanung und die langfristige, sinnvolle Nachnutzung der Infrastruktur. Großereignisse sollten daher nur dann ausgerichtet werden, wenn sie Teil einer umfassenden regionalen Entwicklungsstrategie sind und die Nachhaltigkeit der Investitionen sichergestellt ist. An dieser Stelle sieht der Magistrat konkreten Handlungsbedarf: Eine Optimierung der Verkehrssituation, eine deutlich bessere Koordination von Baustellen sowie ein konsequenter Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, ÖPNV, sind zentrale Bausteine, um die Austragung künftiger Großereignisse effizient zu gestalten und gleichzeitig die Belastung für die Bevölkerung zu minimieren. Nur durch eine vorausschauende Infrastrukturplanung kann sichergestellt werden, dass die mit Großveranstaltungen verbundenen Investitionen langfristig wirksam und im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung genutzt werden. Der Magistrat beobachtet zudem aufmerksam, wie andere Städte Olympische Spiele und ähnliche Großereignisse ausrichten. Es sollen Lehren aus positiven wie negativen Erfahrungen gezogen werden, um mögliche erfolgreiche Verfahren zu identifizieren, die auf Frankfurt übertragbar sind. Insbesondere wird geprüft, ob und wie Olympische Spiele sich langfristig positiv auf die Markenbildung und das internationale Image Frankfurts auswirken können.
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