Skip to main content Skip to navigation Skip to footer

Die Wohngemeinschaft Bonameser Straße ist eine Wohnwagensiedlung in Eschersheim, die es seit 1953 gibt. Von den ehemals

Vorlagentyp: F

Frage an den Magistrat

Die Wohngemeinschaft Bonameser Straße ist eine Wohnwagensiedlung in Eschersheim, die es seit 1953 gibt. Von den ehemals 1.000 Menschen leben nur noch 80 jenische Bewohner*innen dort. Die ABG Holding übergab kürzlich das Gelände an die Konversions- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft Frankfurt, KEG. Die bis dahin bestehenden Nutzungsverträge wurden aufgelöst. Unter den Bewohner*innen herrscht Verunsicherung über die Zukunft der Siedlung. Ich frage den Magistrat: Wie sollen die Wohnverhältnisse der Wohngemeinschaft Bonameser Straße langfristig gesichert werden, und wie wird verhindert, dass sich die Bewohner*innenzahl weiter verkleinert?

Antwort des Magistrats

Der Magistrat hat in einer dezernatsübergreifenden Abstimmung die Zuständigkeit vom Amt für Bau und Immobilien, ABI, an das Jugend- und Sozialamt übertragen, da hier die inhaltliche Zuständigkeit liegt. Seit Anfang des Jahres hat die KEG die Verwaltung der sogenannten Bonameser Gemeinschaft übernommen und steht im regen Kontakt zu den Bewohner*innen. Im Zusammenhang mit der Übernahme der Verwaltung hat die Geschäftsführung der KEG gemeinsam mit dem Jugend- und Sozialamt den Bewohner*innen persönlich erläutert, dass sie unabhängig von der Kündigung der Verträge durch die ABG weiterhin in der Siedlung wohnen werden. Die Konditionen bleiben gleich und die neuen Verträge, die durch die KEG geschlossen werden, sollen den auf dem Platz lebenden Menschen Sicherheit und Perspektive geben. Ende des Jahres, spätestens im ersten Quartal 2025, sollen alle auf dem Platz lebenden Menschen einen aktuellen, gültigen Vertrag haben. Ziel der Tätigkeit der KEG sind die langfristige Nutzung der Siedlung und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohner:innen. So hat die KEG verschiedene Maßnahmen von der Instandsetzung der vorhandenen Gemeinschaftseinrichtungen bis zur Müllentsorgung und der Grünpflege auf den Weg gebracht. Parallel hat das Quartiersmanagement ein Konzept für die Tätigkeit der Gemeinwesenarbeit erarbeitet, dass auch der Stabilisierung der Nutzung dienen soll. Die Diakonie, die bereits langjährige Erfahrung mit der Arbeit auf dem Platz hat, ist seit April 2024 mit einem neuen Konzept für die Sozialarbeit auf dem Platz vertreten. Unter Berücksichtigung der sozialräumlichen Perspektive liegt der Schwerpunkt für einen Neustart auf der sozialpädagogischen Arbeit vor Ort. Die Wünsche und Bedarfe der Bewohner:innen werden mit partizipativen Methoden neu erhoben und zusammen mit den bereits durch frühere Erhebungen eruierten Bedarfen aufgegriffen. Die Entwicklung und Durchführung von Kleinprojekten vor Ort gemeinsam mit den Bewohner:innen verfolgt das Ziel, die Gemeinschaft zu stärken und zu aktivieren. Zudem findet eine niedrigschwellige Formular- und Verweisberatung statt, die Bewohner:innen nutzen können, um Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen zu erhalten. Der Prozess wird fortlaufend evaluiert und durch das Jugend- und Sozialamt begleitet. Die Bilanz nach fünfmonatiger Arbeit auf Basis des neuen Konzeptes ist positiv: Die Sozialarbeit ist an zwei Tagen pro Woche vor Ort und wird gut angenommen. Es haben bereits Bewohner:innenversammlungen und auf Wunsch der Bewohner:innen auch ein Sommerfest stattgefunden. Weitere Projekte sind in der Entwicklung. Zudem konnten auch prekäre Situationen Einzelner durch Unterstützung der Sozialarbeit deutlich entschärft werden. Übergeordnetes Ziel ist es, sensibel - orientiert an den Bedürfnissen und mit Partizipation der Bewohner:innen - dem Prozess der kulturellen Ausgrenzung aufgrund von Wohnform und Lebenswirklichkeit entgegen zu wirken. Für eine gute Betreuung und Entwicklung der Wohngemeinschaft Bonameser Straße ist ein umfassendes Netzwerk an unterschiedlichen Akteur:innen nötig, in dem eine Einbindung in städteplanerische Prozesse und eine Anbindung an den ÖPNV ebenso mitgedacht werden muss wie eine Annäherung zwischen Wohngemeinschaft und Nachbarschaft.

Reden im Parlament

Reden werden geladen...