Nah am Wasser gebaut - eine Flusswärmepumpe am Main für günstige und saubere Energie im Ortsbezirk 1
Bericht
Wie im Bericht des Magistrats B 252/25 berichtet, hat das beauftragte Ingenieurbüro die Machbarkeitsstudie fertiggestellt. Inzwischen sind auch die Dokumente seitens der Projektbeteiligten final abgestimmt und mit den neuesten Entwicklungen ergänzt worden. Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie wurde das Potential von Großwärmepumpen, die Wärme aus Fluss- und Klärabwasser entziehen und für die Fernwärme nutzbar machen, am Standort Niederrad untersucht. Gegenstand der Studie ist die Frage, inwieweit entweder nur der Abfluss der Kläranlage, nur Flusswasser oder eine Mischung von beiden geeignet ist, als Wärmequelle für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt zu dienen. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zeigen, dass die Nutzung von Klärwasser insbesondere im Winter aufgrund des höheren Temperaturniveaus für die Fernwärmeerzeugung deutlich effizienter ist, sodass diese Technologie für weitere Untersuchungen im Fokus steht. Die potenzielle Steigerung der jährlichen Heizleistung durch die zusätzliche Nutzung von Flusswasser ist sehr gering, weswegen diese am Standort Niederrad nicht weiterverfolgt wird. Dies schließt die potenzielle Nutzung von Flusswasserwärme am Standort Heizkraftwerk (HKW) West nicht aus. Standorte im Ortsbezirk 1, etwa am HKW West, kommen jedoch aufgrund mangelnder Platzverfügbarkeit für eine Flusswasserwärmepumpe aktuell nicht in Betracht. Die Baumaßnahmen des Kohleersatzprojekts und anschließende Rückbaumaßnahmen der Kohleblöcke schränken weitere Neuanlagen am Standort bis ca. 2030 ein. Dennoch können die Erkenntnisse aus der Machbarkeitsuntersuchung am Standort Niederrad für künftige Machbarkeitsuntersuchungen an weiteren Standorten, beispielsweise im Bereich des Ortsbezirks 1, genutzt werden. Um die Abwärme, beispielsweise aus Klärwasser, in das Fernwärmenetz einzuspeisen, sind Großwärmepumpen notwendig. Diese heben mit Hilfe von Strom die Abwärme auf das für die Fernwärme benötigte Temperaturniveau an. Daher und aufgrund wesentlicher Treiber wie zunehmender Elektromobilität, Zuwachs an Rechenzentren und die allgemeine Elektrifizierung der Wärmeversorgung ist es außerdem notwendig, die vorhandenen Stromnetzkapazitäten zielorientiert mit Blick auf die Dekarbonisierung in Frankfurt zu nutzen und weiter auszubauen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wird derzeit finalisiert und kann voraussichtlich im ersten Quartal 2026 den Stadtverordneten vorgelegt werden.