Vielfalt im Sport - Handlungsempfehlungen aus dem Projekt "In Bewegung - Transformation von Sportorganisationen in migrationsgesellschaftlichen Kontexten"
Bericht
Aktuell decken der Sportkreis und die Sportjugend Frankfurt das Thema "Vielfalt Sport" sehr gut über konkrete Aktionen und z.T. offene Angebote ab. Als ein Beispiel ist hier der Einsatz von sog. Sportcoaches zu nennen. Diese setzt der Sportkreis bereits seit 2016 ein. Bei den Sportcoaches handelt es sich um Multiplikatoren, die niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote koordinieren und so Menschen mit Fluchtbiographie oder Gruppen mit sozialer Benachteiligung in die Stadtgesellschaft integrieren. Auch für 2025 wurde wieder ein Antrag für das Projekt in Höhe von 45.000 € gestellt und bewilligt. Seit Jahren nutzen zahlreiche junge Erwachsene mit Migrationsgeschichte die Angebote des Sportkreises und der Sportjugend Frankfurt im Nachtsport, Boxcamp Gallus, BasKIDball und Galluspark Bolzplatz. Darüber hinaus gibt es eine rege Beteiligung an Projekten und Veranstaltungen wie dem Interkulturellen Fußballturnier oder der Frankfurter Bolzplatzliga F43+. Diese Maßnahmen sind ein fester Bestandteil im Portfolio des Sportkreises sowie der Sportjugend. Sie sind mit personellen Stellen hinterlegt, die u.a. durch die Stadt Frankfurt gefördert werden. Das Thema Integration wird aus städtischer Sicht als nachhaltig verankert angesehen. Zehn Frankfurter Vereine, werden über das Bundesprogramm Integration durch Sport gefördert. Sie haben sich die Themen Integration und interkulturelle Öffnung auf die Agenda geschrieben und bemühen sich intensiv um diese Zielgruppe. Darüber hinaus gibt es weitere Sportvereine, die sehr divers aufgestellt sind, z.T. spezifische Angebote in ihrem Portfolio haben oder migrantisch geprägt sind. Trotzdem lässt sich nicht bestreiten, dass im Themenfeld Integration bei den Vereinen noch Handlungsbedarf besteht. Vor allem im Hinblick darauf, dass die Zielgruppe weiterwächst und der gesellschaftliche und politische Diskurs dynamisch ist. Daher ist es zu begrüßen, dass sich Vereine intensiv und über eine reine Maßnahmenebene hinaus mit ihrer interkulturellen und diversitätssensiblen Öffnung auseinandersetzen. Um den Vereinen in dieser Entwicklung eine entsprechende Unterstützung zukommen zu lassen, wird die Stadt Frankfurt dezernatsübergreifend und auch in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern, wie z.B. der Sportjugend sowie dem Sportkreis Frankfurt, im Rahmen der Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung das Thema Integration / interkulturelle und diversitätssensible Öffnung der Sportvereine in den Fokus rücken. Gleichzeitig wird das Thema Ehrenamt, das viele Sportvereine umtreibt verstärkt eine Rolle spielen. Auch die konkrete Ansprache von bisher wenig erreichten Zielgruppen wird für die Vereine weitere Bedeutung gewinnen und entsprechend im Fokus stehen. Bereits aktuell knüpft sich an das Themenfeld auch die Frage nach einer Demokratieförderung durch und im Sport an, denn die politische und Gesellschaftliche Diskussion rund um die Themen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung macht auch vor dem Sport nicht halt. Daher schreibt das Dezernat I - Hauptverwaltung und Sport - (Sportamt) den Sportpreis 2025 zu Thema "Sport stärkt Demokratie" aus. Am 29./30. September findet darüber hinaus eine bundesweite Tagung zum Thema "Sportentwicklungsplanung und Demokratieförderung" in Frankfurt statt, die vom Sportamt organisiert wird. Mit dem Sportkreis und der Sportjugend Frankfurt steht der Magistrat in einem konstruktiven Austausch, um weitere Maßnahmen, die sich aus dem Projektbericht ableiten lassen, zu eruieren. Ein ganz entscheidender Punkt ist dabei sicherlich, dass die beiden Institutionen kontinuierlich als beratende sowie Ideengebende Instanzen in die Sportentwicklung in Frankfurt eingebunden sind.